Der vorliegende Beobachtungsbericht befasst sich mit einer neunjährigen Schülerin, bei der das Asperger-Syndrom diagnostiziert wurde. Zunächst wird die Situation des Kindes beschrieben und ein konkretes Beobachtungsbeispiel ausführlich dokumentiert. Es folgen die Interpretation und Analyse des beobachteten Verhaltens sowie Überlegungen zu den möglichen pädagogischen Konsequenzen, die gezogen werden können.
Inhaltsverzeichnis
1 Deskription
1.1 Das Kind
1.2 Beobachtungsbeispiel
2 Exploration
2.1 Tabelle
2.2 Thema
3 Interpretation
3.1 Analysekategorien
3.2 Interpretation des Beispiels
4 Pädagogische Konsequenzen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzentrations- und Aufmerksamkeitsverhalten einer Schülerin mit Asperger-Syndrom während des Schulalltags. Ziel ist es, durch eine detaillierte Beobachtungsstudie im Unterricht aufzuzeigen, wie sich die Konzentrationsspanne des Kindes unter verschiedenen pädagogischen Settings gestaltet und welche Fördermöglichkeiten sich daraus ableiten lassen.
- Beobachtung und deskriptive Analyse des Verhaltens in verschiedenen Unterrichtsphasen
- Theoretische Fundierung von Aufmerksamkeit, Konzentration und deren Störungsbilder
- Interpretation kindlichen Verhaltens im Kontext des Asperger-Syndroms
- Ableitung spezifischer pädagogischer Konsequenzen und Förderansätze
Auszug aus dem Buch
Die Begrüßung
Zum Begrüßen stehen alle Kinder auf. Anna hingegen bleibt sitzen und malt an einem Bild weiter. Daraufhin fordert die Lehrerin sie dazu auf, aufzustehen. Jedoch lässt sie sich nicht davon beeinflussen und malt leise weiter. Nach der zweiten Aufforderung, packt sie ihre Sachen ein und steht auf. Die Lehrerin versucht sie mit ins Begrüßungsgespräch einzubinden, sie lässt sich darauf aber nicht ein, starrt die Lehrerin an und gibt keine Antwort. Auch nach dem zweiten Versuch der Lehrerin gibt sie keine Antwort und schweigt weiterhin. Während ihre Mitschüler erzählen, hört Anna ihnen aufmerksam zu, indem sie Blickkontakt zu ihnen hält. Somit erweckt sie den Eindruck, dass sie interessiert ist. Jedoch erweckt sie einen uninteressierten Eindruck, wenn sie selbst erzählen soll und gibt deshalb keine Antwort. Dann beginnt die Brain-Gym-Übung. Die Lehrerin schaltet ein bekanntes Lied an, alle Kinder tanzen und singen mit. Allerdings steht Anna erst mal auf ihrem Platz und beobachtet die Kinder. Dann fängt auch sie an zu tanzen und beobachtet aufmerksam die Kinder, die vorne die Tanzschritte vorgeben. Sie ist bemüht alles richtig zu machen, da sie die Kinder, die die Tanzschritte vorgeben, sehr genau beobachtet. Jedoch bricht sie wieder ab und starrt auf den Boden, sie singt nur noch mit. Sie schaut wieder hoch und beobachtet ihre Mitschüler beim Tanzen. Dann fängt sie wieder an mitzutanzen. Bei Anna fällt auf, dass sie nicht durchgehend aufmerksam und konzentriert etwas tut, sondern die Konzentration immer zwischendurch gestört wird. Jedoch lässt sie sich nicht von der Umgebung ablenken, sondern macht es von selbst. Es wirkt so als hätte sie zwischendurch einfach keine Lust mehr zu tanzen, und lenkt sich dann ab, indem sie auf den Boden starrt oder ihre Mitschüler beobachtet. Somit fällt bei der Begrüßung auf, dass sie sich selbst ablenkt und ihre Aufmerksamkeit oder Konzentration nicht durch äußere Reize beeinflusst wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Deskription: Einführung in das Fallbeispiel des Kindes Anna und detaillierte Dokumentation des Unterrichtsverlaufs in einem Beobachtungsprotokoll.
2 Exploration: Tabellarische Aufbereitung des beobachteten Verhaltens, zugeordnet zu Kategorien der Struktur und Aufmerksamkeit, sowie theoretische Definition der Fachbegriffe.
3 Interpretation: Analyse der beobachteten Verhaltensweisen hinsichtlich Aufmerksamkeit, Konzentration und Motivation sowie deren Anwendung auf das konkrete Beispiel.
4 Pädagogische Konsequenzen: Diskussion des Asperger-Syndroms und Ableitung spezifischer pädagogischer Förderansätze zur Unterstützung der Schülerin im Schulalltag.
Schlüsselwörter
Asperger-Syndrom, Aufmerksamkeit, Konzentration, Grundschule, Inklusion, pädagogische Intervention, Gruppenarbeit, Unterrichtsbeobachtung, Verhaltensanalyse, Sonderpädagogik, Förderplan, Konzentrationsstörung, soziale Interaktion, Wahrnehmungsstörung, Schulalltag
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Konzentrations- und Aufmerksamkeitsverhalten einer neunjährigen Schülerin mit Asperger-Syndrom in einem inklusiven Grundschulunterricht.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zu den Kernbereichen zählen die theoretische Definition von Aufmerksamkeit und Konzentration, die praktische Verhaltensbeobachtung sowie die pädagogische Reflexion von Autismus-Spektrum-Störungen im Schulkontext.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, Annas Verhalten in verschiedenen Unterrichtssequenzen zu verstehen, Störfaktoren für ihre Konzentration zu identifizieren und förderpädagogische Maßnahmen für ihren Schulalltag zu entwickeln.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Untersuchung verwendet?
Die Arbeit nutzt die Methode der teilnehmenden Verhaltensbeobachtung, die in einem detaillierten Protokoll und einer anschließenden systematischen Kategorisierung ausgewertet wurde.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Deskription der Unterrichtssituationen, deren Kategorisierung in einer Tabelle sowie die anschließende pädagogische Interpretation des Verhaltens.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Asperger-Syndrom, Inklusion, Konzentration, Aufmerksamkeit, pädagogische Intervention und Verhaltensbeobachtung.
Wie geht Anna mit den sozialen Anforderungen der Gruppenarbeit um?
Anna zeigt eine distanzierte Haltung gegenüber Mitschülern, möchte keinen engen Kontakt, ignoriert teilweise Hilfsangebote und ist bei Gruppendiskussionen unaufmerksam.
Wie wirkt sich das Asperger-Syndrom auf Annas Kommunikation aus?
Anna zeigt eine ausgeprägte Kommunikationsstörung, bei der sie oft nicht auf direkte Ansprache reagiert, was laut Arbeit durch die Krankheit bedingt ist, weshalb klare und deutliche Anweisungen notwendig sind.
- Quote paper
- Gamze Bulut (Author), 2016, Beobachtungsbericht einer Schülerin mit Asperger-Syndrom in der dritten Klasse. Protokoll, Analyse, Interpretation und pädagogische Konsequenzen, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/345698