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Ritualtheorien von Arnold van Gennep und Victor Turner im Vergleich

Title: Ritualtheorien von Arnold van Gennep und Victor Turner im Vergleich

Written Test , 2016 , 9 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Simon Knopf (Author)

Theology - Comparative Religion Studies

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Summary Excerpt Details

In dieser Arbeit will ich kurz Ritualtheorien von zwei Ethnologen darstellen, die für die Entwicklung innerhalb der Ritualforschung bis zu ihrem heutigen Stand wichtig sind: A. van Gennep und V. Turner.
Früher hat man Rituale meist als relativ gleichbleibende, periodisch abgehaltenen Handlungsabfolgen vor allem im Kontext der Religion verstanden. Dementsprechend wurde der Begriff Ritual meist im Sinne von „Gottesdienst“ verwendet. Heute versteht man Rituale viel allgemeiner als symbolische Handlungen, als Interaktionen mit der Umwelt oder auch als geregelte Kommunikationsabläufe.

Man findet Rituale dem heutigen Verständnis nach vor allem im Bereich des Miteinanders in Form von Gepflogenheiten, Sitten, Bräuchen usw. Sie sind aber auch auf der Ebene des individuellen Verhaltens anzutreffen; z.B. als Zwangshandlung oder Gewohnheit. Arbeiten zum Ritual kommen aus so unterschiedlichen akademischen Bereichen wie: Recht, Sport, Kommunikation, Medien, Psychologie, Medizin, Pädagogik usw. In den USA hat sich seit den frühen 1980 ern ein neuer interdisziplinären Fachbereich etablieren können, die „ritual studies“.

Als Tuner 1963 auf die „Übergangsriten“ stieß, stellte er fest, wie gut sich diese Theorie auf seine Beobachtungen anwenden ließ. Er übernahm die Terminologie der 3-Phasen-Struktur, konzentrierte sich dabei aber auf die Erfahrungsebene der Schwellenphase, bzw. liminalen Phase (limen = lat. Schwelle) und auf ihren prozesshaften, persönlichkeits- transformierenden Charakter.

Einen größeren Teil seiner Arbeit (sein bekanntestes Buch ist Sicherlich: „Das Ritual. Struktur und Anti-Struktur) widmet sich der Darstellung von Zusammenhängen und Analogien der liminalen Erfahrungen im Ritus der Stammeskulturen zu Erscheinungen des modernen Lebens in den differenzierteren westlichen Gesellschaften.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Arnold von Gennep (1873-1957)

Statisches und dynamisches Moment der Gesellschaft

Funktion des Übergangsritus

Die 3 Phasen-Struktur

Ritenkategorien

Victor Turner (1920-1983)

Liminalität

Communitas

Dialektik der 2 Gesellschafts-Komponenten

Liminoide Riten und millenarische Bewegungunen

Kritik und Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die grundlegenden Ritualtheorien von Arnold van Gennep und Victor Turner darzustellen und deren Bedeutung für die moderne Ritualforschung zu beleuchten. Dabei wird untersucht, wie soziale Veränderungsprozesse durch rituelle Übergänge strukturiert und bewältigt werden.

  • Analyse der 3-Phasen-Struktur von Übergangsriten nach van Gennep.
  • Untersuchung des Konzepts der Liminalität als Zustand zwischen gesellschaftlichen Positionen.
  • Erörterung der Bedeutung von Communitas als Form menschlicher Verbundenheit.
  • Dialektische Betrachtung von Struktur und Anti-Struktur innerhalb von Gesellschaften.
  • Übertragung ritueller Konzepte auf moderne, liminoide Phänomene.

Auszug aus dem Buch

Die 3 Phasen-Struktur

Van Gennep hat weiter festgestellt, dass die Übergangsriten stets nach einem bestimmten Muster, in einer 3 Phasen-Struktur abgehalten werden. Innerhalb des Ritus werden oft noch kleinere untergeordnete Rituale vollzogen, die die jeweilige Phase charakterisieren.

In der 1. Trennungsphase, wird das rituelle Subjekt aus seiner alten Gruppe und Position in der Gesellschaft herausgelöst. Er entledigt sich seiner hierarchischen Statusmerkmale und mit ihnen die mit der Position verbundenen Rechte und Pflichten. Das kann symbolisch durch Haare-Schneiden oder Kleider-Wechsel zum Ausdruck kommen.

Besonders die Zwischen- oder Umwandlungsphase kann so ausgeprägt sein, dass sie selbst wieder in 3 Phasen aufgeteilt ist und eine Phase aufweist, die in den Schwellenzustand einführt und eine, die wieder herausführt. Während dieser Phase wird das Subjekt gewandelt, verändert. Es bereitet sich auf die neue Position und Gruppe vor und verinnerlicht seinen neuen Status. Es wird oft von den Anderen separiert, kann einen Schleier tragen etc.

In der Angliederungsphase wird das Betreffende in seine neue Gruppe aufgenommen und willkommen geheißen. Er erfährt, was die neue Stellung für Rechte und Pflichten, Normen und Werte mit sich bringt. Die neue Einheit kann durch gemeinsame Handlungen wie einen Tanz, durch eine symbolische Verbindung (Ehering) usw. zum Ausdruck kommen.

Angewandt auf eine unserer Hochzeiten könnten diese 3 Phasen im Junggesellenabschied, dem Polterabend und der Trauung erkannt werden.

Sehr häufig werden nach van Gennep Riten in Analogie zu räumlichen Übergängen wie Grenzüberschreitungen angelegt.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die historische und moderne Bedeutung des Ritualbegriffs sowie die interdisziplinäre Ausweitung der „ritual studies“.

Arnold von Gennep (1873-1957): Vorstellung des Begründers der Übergangsritus-Theorie und seine Einordnung als Ethnologe.

Statisches und dynamisches Moment der Gesellschaft: Erklärung von van Genneps dualistischem Gesellschaftsmodell, das auf festen Gruppen und der Notwendigkeit des Wechsels basiert.

Funktion des Übergangsritus: Erläuterung der stabilisierenden Wirkung von Riten bei den unvermeidlichen Brüchen im menschlichen Lebenslauf.

Die 3 Phasen-Struktur: Detaillierte Darstellung des klassischen Trennungs-, Schwellen- und Angliederungsmodells.

Ritenkategorien: Einführung in van Genneps Modell zur Unterscheidung ritueller Wirkprinzipien wie animistische oder dynamistische Riten.

Victor Turner (1920-1983): Biografie Turners, seine Feldforschung bei den Ndembu und seine Weiterentwicklung der Übergangstheorie.

Liminalität: Vertiefung des Schwellenzustands als Ort der Unbestimmtheit und der persönlichen Transformation.

Communitas: Analyse der erfahrungsbasierten Verbundenheit von Menschen, die gemeinsam den liminalen Zustand durchlaufen.

Dialektik der 2 Gesellschafts-Komponenten: Betrachtung des notwendigen Wechselspiels zwischen starrer Struktur und gemeinschaftlicher Communitas.

Liminoide Riten und millenarische Bewegungunen: Anwendung von Turners Thesen auf moderne Phänomene und freiwillige Schwellenerfahrungen.

Kritik und Schluss: Zusammenfassung der wissenschaftlichen Einwände gegen Turner und Würdigung seines Einflusses auf die moderne Forschung.

Schlüsselwörter

Ritualforschung, Übergangsriten, Arnold van Gennep, Victor Turner, Liminalität, Communitas, Struktur, Anti-Struktur, Schwellenzustand, Soziale Dramen, Ethnologie, Initiation, Transformation, Liminoide Riten, Ndembu.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und den Inhalten zentraler Ritualtheorien, wobei der Fokus auf den Konzepten von Arnold van Gennep und Victor Turner liegt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Felder sind die Struktur von Übergangsriten, die Bedeutung von Liminalität in menschlichen Wandlungsprozessen und die Wechselwirkung zwischen gesellschaftlicher Struktur und gemeinschaftlicher Verbundenheit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die theoretischen Modelle von van Gennep und Turner verständlich darzustellen und aufzuzeigen, wie sie zum Verständnis ritueller Handlungen in traditionellen sowie modernen Gesellschaften beitragen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor nutzt eine ethnologische und kulturwissenschaftliche Literaturanalyse, um die Theorien vergleichend gegenüberzustellen und deren Relevanz zu erläutern.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der 3-Phasen-Struktur nach van Gennep sowie die detaillierte Ausarbeitung von Turners Begriffen der Liminalität und Communitas.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Ritualforschung, Liminalität, Communitas, Struktur, Transformation und der Übergangsritus.

Was unterscheidet „liminale“ von „liminoiden“ Riten?

Liminale Riten sind in traditionellen Stammeskulturen für die Teilnehmer verpflichtend und an den Lebenszyklus gebunden, während liminoide Riten in modernen Gesellschaften eher freiwillig und oft institutionalisiert (z.B. Freizeitaktivitäten) sind.

Warum hält Turner die Balance zwischen Struktur und Communitas für entscheidend?

Laut Turner ist ein dialektisches Gleichgewicht notwendig, da eine einseitige Überbetonung von Struktur zu Starrheit und eine dauerhafte Überbetonung von Communitas zu Chaos oder Despotismus führen kann.

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Details

Title
Ritualtheorien von Arnold van Gennep und Victor Turner im Vergleich
College
Free University of Berlin  (Vergleichende Religionswissnschaft)
Course
Magister - Abschlussprüfung, schriftliche Prüfung - Klausur
Grade
1,3
Author
Simon Knopf (Author)
Publication Year
2016
Pages
9
Catalog Number
V343673
ISBN (eBook)
9783668341340
ISBN (Book)
9783668341357
Language
German
Tags
Victor Turner Arnold van Gennep Ritualtheorie Liminalität Communitas 3-Phasen-Struktur Theorien
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Simon Knopf (Author), 2016, Ritualtheorien von Arnold van Gennep und Victor Turner im Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/343673
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