Sowie es Abweichungen in der öffentlichen Bewerbung oder Promotion eines Filmes gibt, so sind auch die jeweiligen Gestaltungsweisen der diversen, individuellen Paratexte eines solchen Filmes – besonders im Hinblick auf den amerikanischen, europäischen und asiatischen Filmmarkt – oftmals stark variierend.
Im Verlaufe dieses Essays soll der Versuch unternommen werden das amerikanische, französische und deutsche Filmplakate der Produktion A LITTLE CHAOS vergleichend gegenüberzustellen und mittels der gewonnenen Erkenntnisse des individuellen Designs, gleichzeitig etwaige Gemeinsamkeiten und Unterschiede der überkontinentalen, amerikanischen und europäischen Filmbranche herauszuarbeiten. Hierfür wird im Anschluss zunächst eine ausführliche Beschreibung der jeweiligen Filmplakate vorangestellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Analyse des amerikanischen Filmplakats
3. Analyse des französischen Filmplakats
4. Analyse des deutschen Filmplakats
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht vergleichend die Filmplakate der Produktion „A Little Chaos“ in ihren amerikanischen, französischen und deutschen Ausführungen, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Gestaltung sowie deren Auswirkungen auf die Rezeption und Vermarktung aufzuzeigen.
- Vergleichende Analyse von Paratexten im internationalen Filmmarkt
- Einfluss von kulturellen Kontexten auf die Plakatgestaltung
- Die Rolle von Typographie und Farbwahl bei der Genre-Kommunikation
- Funktionsweise des Hollywood-Starsystems in der Filmwerbung
- Auswirkung von abweichenden Filmtiteln auf die Metaebenen der Handlung
Auszug aus dem Buch
Die amerikanische Version des Filmplakates
Der amerikanischen und somit ursprünglichen Version des Filmplakates (Abb. 1) widerfährt eine klare Vierteilung. Das unmittelbare Zentrum der Aufmachung, dem man neben dem Filmtitel auch eine Auflistung der Hauptrollen und des Regisseurs entnehmen kann, ist leicht nach unten verschoben und nimmt somit nicht den absoluten Mittelpunkt des Plakates ein. Dies ist der Darstellung der beiden Haupthandlungsträger der Geschichte, André le Nôtre (Matthias Schoenaerts) und Sabine de Barra (Kate Winslet) geschuldet, die zirka die Hälfte des Gesamtplakates ausmacht. Beide Figuren sind dabei leicht versetzt platziert. Während Kate Winslet eine exponierte Position in Bedeutungsperspektive, am vorderen rechten Rand des Bildausschnittes einnimmt und in die Ferne schaut, scheint Matthias Schoenaerts, der sich hinter Winslet, am äußeren linken Rand des Bildausschnittes befindet, den Rezipienten regelecht zu fixieren, um ihm den Einstieg in die Handlung des Geschehens zu vereinfachen.
Beide Figuren tragen aufwendig gestaltete Kostüme und sind vor einem Waldstück staffiert. Eingerahmt werden sie von blauen Blumen im Vordergrund. Somit wird dem Rezipienten ebenfalls ein möglicher Ausblick auf die Filmhandlung gegeben. Es handelt sich um einen aus amerikanischer Sicht Historienfilm dessen Haupthandlungsort ein Garten oder zumindest die freie Natur darstellen soll. Der gewählte Fokus, der auf den beiden Hauptfiguren gelegt wird, intendiert bereits eine romantische Liaison, die durch die Umrahmung der verschwommenen blauen Blumen – das Motiv der BLAUEN BLUME bildet ein Grundmotiv der romantischen Literaturepoche – auf subtile Art und Weise unterstrichen wird. Nochmals bekräftig wird diese Vermutung durch einen äußerst unauffälligen und kleinen, jedoch zentralen Schriftzug im Zwischenraum der Köpfe von Schoenaerts und Winslet, was neben der durchaus ähnlichen Farbgestaltung der jeweiligen Kostüme – eine weitere optische Verbindung der beiden Figuren naheliegen lässt: „From incredible passion grows incredible beauty“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Fragestellung der vergleichenden Plakat-Analyse auf und erläutert die Relevanz der Untersuchung von Paratexten für den internationalen Filmmarkt.
2. Analyse des amerikanischen Filmplakats: Dieses Kapitel widmet sich der Beschreibung und Deutung des amerikanischen Originalplakats, wobei insbesondere das „Starsystem“ und die doppeldeutige Metaebene des Titels im Fokus stehen.
3. Analyse des französischen Filmplakats: Hier wird die französische Plakatgestaltung analysiert, die sich durch eine klarere Dreiteilung und einen stärkeren Fokus auf den Garten als zentrales Motiv auszeichnet.
4. Analyse des deutschen Filmplakats: Das vierte Kapitel untersucht die deutsche Version, die durch eine starke Reduktion auf die Liebesgeschichte und eine spezifische Typographie hervorsticht.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Divergenzen der nationalen Plakatgestaltungen zusammen und betont die Notwendigkeit, kulturelle Hintergründe bei der Vermarktung internationaler Filmproduktionen zu berücksichtigen.
Schlüsselwörter
Filmplakat, Paratext, A Little Chaos, Marketing, Starsystem, Bildanalyse, Typographie, Kulturvergleich, Filmvermarktung, Historienfilm, Bildkomposition, Rezeptionsästhetik, Versailles, Gartenarchitektur, Barock.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die Unterschiede in den Werbestrategien anhand von Filmplakaten für den Film „A Little Chaos“ in den USA, Frankreich und Deutschland.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Zentrum stehen die visuelle Gestaltung von Werbeparametern wie Plakaten, die Funktion von Typographie, Farbwahl, Bildausschnitt und die Anpassung an nationale Märkte.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, zu verstehen, wie unterschiedliche kulturelle Erwartungen und Vermarktungslogiken die Gestaltung der Filmplakate und damit die Wahrnehmung des Films beim Publikum beeinflussen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine vergleichende inhaltsanalytische Betrachtung der Filmplakate als Paratexte unter Einbeziehung medien- und kommunikationswissenschaftlicher Ansätze.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in drei Abschnitte, die jeweils eines der drei nationalen Plakate detailliert beschreiben, ihre spezifischen Designelemente deuten und die jeweilige Strategie hinter der Gestaltung herausarbeiten.
Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem das „Starsystem“, Paratexte, kulturelle Adaption und die visuelle Kommunikation von Genresignalen.
Warum weichen die Titel auf den Plakaten so stark voneinander ab?
Die Titeländerungen dienen der jeweiligen Zielgruppenansprache: Während der Originaltitel auf eine Metaebene anspielt, fokussiert der deutsche Titel („Die Gärtnerin von Versailles“) stärker auf das romantische Genre und die Hauptdarstellerin.
Welchen Einfluss hat das „Starsystem“ auf das Design der Plakate?
Das Starsystem sorgt dafür, dass die Darstellung der Hauptdarsteller, insbesondere deren Positionierung und Schriftgröße, eine zentrale Rolle einnimmt, um das kommerzielle Risiko durch das Starpotential zu minimieren.
- Arbeit zitieren
- Hanno Dampf (Autor:in), 2015, Das Filplakat zum Film "A little Chaos". Eine Analyse, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/343168