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Das Kapital des Geldes - Die Philosophie des Kapitals. Zur Soziologie des Geldes bei Karl Marx und Georg Simmel

Titel: Das Kapital des Geldes - Die Philosophie des Kapitals. Zur Soziologie des Geldes bei Karl Marx und Georg Simmel

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2004 , 39 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Stefan Dettl (Autor:in)

Soziologie - Allgemeines und Theorierichtungen

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Jeder Soziologiestudent wird in seinen ersten Semestern mit den grundlegenden Begriffen seines Faches vertraut gemacht. Die heutige moderne (oder postmoderene?) Gesellschaft kann auf eine lange Entwicklung zurückblicken. Stichworte wie Individualisierung, Differenzierung, Kultivierung, Rationalisierung, Geburtensteigerung, Wohlstandssteigerung, Ausdifferenzierung von Subsytemen mit spezifischen Eigenlogiken, Verschiebungen zwischen dem primären, sekundären und tertiären Sektor hin zur Informationsgesellschaft, ect. benennen Entwicklungsprozesse, die zur heutigen Gesellschaftsform geführt haben bzw. diese weiterhin verändern. Obwohl all diese Prozesse eng mit der Durchsetzung der kapitalistischen Geldwirtschaft verbunden sind, fand das Thema Geld in der Soziologie nur wenig systematische Beachtung1. Diese Arbeit soll hingegen zeigen, welches verborgene Potenzial eine soziologische Auseinandersetzung mit dem Phänomen Geld birgt. Im Zentrum stehen dabei die Ausführungen von Karl Marx und Georg Simmel. Hierbei handelt es sich bekanntlich um zwei „Klassiker“ der Soziologie, deren Einsichten allerdings schon über hundert Jahre zurück liegen. Warum also so weit zurückgehen?

Für ein Verständnis der heutigen komplexen Verhältnisse der Geldwirtschaft läge es näher, auf zeitnähere Theorien zurückzugreifen, wie etwa die systemtheoretischen Ansätze von Talcot Parsons, Jürgen Habermas oder Niklas Luhmann. Wie Christoph Deutschmann zeigt, bieten die Klassiker jedoch einige Vorteile. Zur Zeit von Marx und Simmel war die Soziologie erst noch auf dem Weg, sich als eigenständige Disziplin zu etablieren. Soziologie und Ökonomie waren noch nicht getrennt, was sich auch daran zeigt, dass Karl Marx seinem Hauptwerk Das Kapital den Untertitel Kritik der politischen Ökonomie gab. Politische Ökonomie bedeutete damals noch, dass die Wirtschaft in ihren gesellschaftlichen und politischen Bezügen untersucht wird (Deutschmann 1999, S.37). Die Profilierung der Soziologie als Wissenschaft erfolgte dann in klarer Abgrenzung von der Ökonomie (ebd. S.35), was weitreichende Folgen für die Behandlung des Themas Geld hatte, denn dieses fiel nun primär in den Kompetenzbereich der Ökonomie (ebd. S.39). Analog zum ökonomischen Verständnis von Geld als Tausch- bzw. Wertaufbewahrungsmittel behandeln die systemtheoretischen Ansätze 2 von Parsons, Habermas und Luhmann Geld als symbolisch generalisiertes Kommunikationsmedium.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Karl Marx – oder die Philosophie des Kapitals

2.1 Das bewusste Sein

2.2 Die abstrakte Vergesellschaftung durch Arbeit im Kapitalismus

2.3 Geld – oder das Kommunikationsmedium der Waren

2.4 Mehrwert, Zins und das Kapital

2.5 Die Entfremdung

2.6 Fazit

2.7 Der Fetischcharakter der Moderne

3. Georg Simmel – oder das Kapital des Geldes

3.1 Warum eine „Philosophie“ des Geldes?

3.2 Der wertend-rationale Mensch

3.3 Das Geld als Tauschmittel und Symbol

3.4 Das Geld in den Zweckreihen

3.5 Individualisierung ohne Sinn?

3.6 Der Angriff auf die Würde des Menschen

3.7 Das Geld und das Weltbild

3.8 Geld und Liebe

4. Schlusswort

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit verfolgt das Ziel, das verborgene soziologische Potenzial des Phänomens Geld durch eine kritische Auseinandersetzung mit den klassischen Theorien von Karl Marx und Georg Simmel freizulegen und deren Anschlussfähigkeit für moderne gesellschaftliche Analysen zu prüfen.

  • Soziologische Analyse des Geldes jenseits rein ökonomischer Betrachtungen
  • Vergleich der Konzepte von Marx (Fetisch/Entfremdung) und Simmel (Wechselwirkung/Individualisierung)
  • Untersuchung des Einflusses von Geld auf individuelle Lebensführung und soziale Beziehungen
  • Diskussion der symbolischen Bedeutung von Geld in modernen Paarbeziehungen

Auszug aus dem Buch

3.3 Das Geld als Tauschmittel und Symbol

Wie Simmel schon in der Vorrede anführt, ist der Tausch eine der grundlegendsten Sozialformen und zugleich in Simmels Terminologie eine Wechselwirkung. Im Tausch treffen zwei Begehrungen und damit zwei subjektive Wertungen aufeinander. Der Besitz markiert die Distanz zwischen Subjekt und Objekt (Simmel 2001, S.45). Das Objekt im Besitz von Person B, wird von Person A begehrt, weshalb er ein Opfer an A bringen muss. Dieses Opfer wiederum muss von B begehrt werden, sodass er dafür A ein Opfer bringen muss. Indem sich nun die Personen über die Relation der auszutauschenden Objekte einigen, werden ihre subjektiven Wertungen einerseits in Relation gesetzt. Andererseits aber verlassen sie die Sphäre des rein subjektiven, d.h. die subjektiven Wertungen werden objektiviert, wodurch es nun so erscheint, als würden die ausgetauschten Dinge sich ihren Wert selbst gegenseitig ausdrücken (ebd. S.30ff.). Rein psychologisch muss beiden Partnern das Erhaltene mehr wert sein, als das Fortgegebene, d.h. rein psychologisch muss das Begehrte das Opfer übersteigen (ebd. S.50). Die Dinge erhalten somit erst im Austausch einen wirtschaftlichen Wert bzw. werden zu solch einem, der stets nur die dadurch objektivierte Relation der Begehrungen zueinander darstellt (ebd. S.54). Somit kann der Wert auch nicht an der Knappheit oder an der Nützlichkeit festgemacht werden, sondern rein über die zunächst subjektive Begehrung, die im Tausch dann objektiviert werden (ebd. S.46f.).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorwort: Es wird die Relevanz einer soziologischen Geldtheorie begründet und das Potenzial der klassischen Ansätze von Marx und Simmel für das Verständnis moderner Wirtschaftsverhältnisse aufgezeigt.

2. Karl Marx – oder die Philosophie des Kapitals: Marx’ Analyse konzentriert sich auf die Entstehung von Fetischismus und Entfremdung durch die kapitalistische Produktionsweise, wobei Geld als Herrschaftsinstrument kritisiert wird.

2.1 Das bewusste Sein: Untersuchung der marxistischen Axiome über Arbeit, gesellschaftliche Vermittlung des Seins und die Rolle von Ideologie.

2.2 Die abstrakte Vergesellschaftung durch Arbeit im Kapitalismus: Analyse des Übergangs von konkreter Arbeit zu abstraktem Tauschwert und der damit verbundenen sozialen Struktur der Austauschbarkeit.

2.3 Geld – oder das Kommunikationsmedium der Waren: Erläuterung des Geldes als allgemeines Äquivalent und der damit einhergehenden Verschleierung der realen gesellschaftlichen Verhältnisse.

2.4 Mehrwert, Zins und das Kapital: Darstellung des Mehrwerts als Quelle der Kapitalvermehrung und der Funktionsweise des Kapitals als sich selbst verwertender Wert.

2.5 Die Entfremdung: Skizzierung der vier Stufen der Entfremdung des Menschen im kapitalistischen Produktionsprozess.

2.6 Fazit: Zusammenfassung von Marx' Verständnis des Geldes als Herrschaftsinstrument, Fetisch und Ausdruck der sozialen Struktur.

2.7 Der Fetischcharakter der Moderne: Übertragung von Marx’ Fetisch-Begriff auf heutige Phänomene wie die Marktwirtschaft und den Götzendienst am Kapitalmarkt.

3. Georg Simmel – oder das Kapital des Geldes: Simmel untersucht das Geld aus einer erkenntnistheoretischen Perspektive und analysiert dessen Einfluss auf Kultur und die Psyche des Individuums.

3.1 Warum eine „Philosophie“ des Geldes?: Begründung der Notwendigkeit einer philosophischen Untersuchung des Geldes zur Zusammenführung fragmentarischer Wissensinhalte.

3.2 Der wertend-rationale Mensch: Darstellung des menschlichen Erkenntnisvermögens zwischen Kausalreihen und Zweckreihen im Kontext von Subjekt-Objekt-Differenzierung.

3.3 Das Geld als Tauschmittel und Symbol: Analyse des Tausches als Wechselwirkung und des Geldes als abstraktes Symbol für gesellschaftliche Relationen.

3.4 Das Geld in den Zweckreihen: Betrachtung des Geldes als absolutes Mittel, das für den modernen Menschen aufgrund seiner Charakterlosigkeit zum Endzweck werden kann.

3.5 Individualisierung ohne Sinn?: Untersuchung, wie die Geldwirtschaft einerseits Freiräume für Individualisierung schafft, andererseits aber Entfremdung und Sinnlosigkeit fördert.

3.6 Der Angriff auf die Würde des Menschen: Diskussion der Inkommensurabilität von Geldwert und personalen Werten, verdeutlicht am Beispiel der Prostitution.

3.7 Das Geld im Weltbild: Synthese der Einzelaspekte zu einem Bild der modernen, relativistischen Weltanschauung, geprägt durch die Dynamik des Geldes.

3.8 Geld und Liebe: Anwendung der Simmelschen Thesen auf moderne Paarbeziehungen und die symbolische Bedeutung von Geld im privaten Nahbereich.

4. Schlusswort: Fazit über die bleibende Aktualität der Analysen von Marx und Simmel für eine soziologische Erfassung der modernen Welt.

Schlüsselwörter

Soziologie des Geldes, Karl Marx, Georg Simmel, Kapitalismus, Fetischcharakter, Entfremdung, Wechselwirkung, Individualisierung, Tauschwert, Zweckreihen, Markt, soziale Struktur, Werttheorie, Paarbeziehung, Moderne.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die soziologische Bedeutung des Geldes und analysiert, wie zwei Klassiker der Soziologie – Karl Marx und Georg Simmel – dieses Phänomen theoretisch fassen und welche Auswirkungen es auf die Gesellschaft und das Individuum hat.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zu den Schwerpunkten zählen die Entstehung von Entfremdung und Fetischismus, die Rolle des Geldes als Tauschmittel und Symbol, der Prozess der Individualisierung sowie die Transformation persönlicher Beziehungen durch den Einfluss der Geldwirtschaft.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass Geld weit mehr als ein neutrales ökonomisches Werkzeug ist, und zu belegen, dass die theoretischen Einsichten von Marx und Simmel auch heute noch grundlegende Erklärungsmodelle für gesellschaftliche Dynamiken liefern.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit verwendet eine theoretisch-soziologische Analyse, indem sie die Hauptwerke von Marx und Simmel rekonstruiert, ihre Argumentationslogik vergleicht und diese abschließend anhand moderner soziologischer Forschung (z.B. Christine Wimbauer) auf ihre aktuelle Relevanz prüft.

Was steht im Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Philosophie des Kapitals bei Marx (Fetischcharakter, Mehrwert, Entfremdung) und der Philosophie des Geldes bei Simmel (Wechselwirkung, Zweckreihen, Individualisierung), ergänzt durch eine Fallstudie zum Geld in Paarbeziehungen.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Fetischcharakter, Entfremdung, Wechselwirkung, Individualisierung, Tauschlogik und symbolische Bedeutung des Geldes beschreiben.

Wie unterscheidet sich die Sichtweise von Marx von der von Simmel?

Während Marx das Geld primär als Machtinstrument der herrschenden Klasse zur Unterdrückung und Entfremdung analysiert, betont Simmel stärker die kulturtheoretische Komponente: das Geld als Mittel, das einerseits Individualisierung ermöglicht, aber andererseits in einer komplexen Welt zu Orientierungslosigkeit führt.

Warum spielt die Paarbeziehung in der Schlussbetrachtung eine Rolle?

Die Paarbeziehung dient als Beispiel dafür, wie das als unpersönlich geltende Geld im privaten Nahbereich symbolisch "aufgeladen" wird, um persönliche Bindungen zu vermitteln – ein Phänomen, das zeigt, wie aktuell Simmels Erkenntnisse zur ambivalente Natur des Geldes heute sind.

Ende der Leseprobe aus 39 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Das Kapital des Geldes - Die Philosophie des Kapitals. Zur Soziologie des Geldes bei Karl Marx und Georg Simmel
Hochschule
Universität Augsburg
Note
1,0
Autor
Stefan Dettl (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2004
Seiten
39
Katalognummer
V34275
ISBN (eBook)
9783638345477
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kapital Geldes Philosophie Kapitals Soziologie Geldes Karl Marx Georg Simmel
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Stefan Dettl (Autor:in), 2004, Das Kapital des Geldes - Die Philosophie des Kapitals. Zur Soziologie des Geldes bei Karl Marx und Georg Simmel, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/34275
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Leseprobe aus  39  Seiten
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