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Religiöse Motive in Martin Scorseses "Gangs of New York"

Teufel, Erlöser und die Vertreibung aus dem Paradies

Title: Religiöse Motive in Martin Scorseses "Gangs of New York"

Term Paper (Advanced seminar) , 2015 , 29 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: David Bartels (Author)

Film Science

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Summary Excerpt Details

In seinem Opus Magnum "Gangs of New York" (USA/Italien 2002, Martin Scorsese) behandelt Martin Scorsese ein brutales Kapitel der amerikanischen Geschichte, das weitgehend in Vergessenheit geraten ist. Im Mittelpunkt der Geschichte stehen rivalisierende Gangs im Elendsviertel Five Points in New York City in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Scorsese entwirft dabei ein vielschichtiges Porträt der handelnden Personen und der Motivationen, die sie antreiben – von existenzieller Angst und dem Streben nach Macht.

Auch in diesem Werk, das Scorsese bereits zu Beginn seiner Karriere nach seinem ersten größeren Erfolg "Mean Streets" [Hexenkessel] (USA 1973, Martin Scorsese) zu planen begann und nur aus finanziellen Gründen erst knapp 30 Jahre später auf die Leinwand bringen konnte, setzt der Regisseur auf die Motive, Symbole und Strukturen, die seine Filme seit jeher ausgezeichnet haben und die sein Oeuvre so unverwechselbar machen. „Das Regiewerk von Martin Scorsese kreist um die Themen Schuld, Religiosität, Gewalt und Verbrechen und die Be- trachtung der US-amerikanischen Nation und Gesellschaft.“

Deshalb überrascht es auch nicht, dass Scorsese die Idee zu diesem Film bereits so früh hatte, denn in ihm werden all diese wichtigen Themen und Motive seines Schaffens verbunden und auf einen gemeinsamen Ursprung zurückgeführt. Der Regisseur selbst bestätigt das: „Diesen Film wollte ich seit Jahren machen, denn hier geht es um die Geschichte New Yorks. Und die Geschichte dieser Stadt ist letztlich die Geschichte Amerikas“ (Shone 2014, 197).

Diese Themen sind deshalb so zentral für ihn, weil er sie als grundsätzlich angelegt in der amerikanischen Gesellschaft betrachtet. Deshalb verweisen sie für ihn auch immer auf die Nation der USA, so wie er sie sieht und beschreiben möchte. So führt beides, sein Regiewerk und die zentralen Themen seines Schaffens, zusammen dorthin, wo die Identität New Yorks und somit auch der gesamten Vereinigten Staaten ihren Ausgangspunkt haben: in den Kämpfen der Gangs und während der Einberufungsunruhen 1863 und nicht auf den Schlachtfeldern des Unabhängigkeitskrieges oder des amerikanischen Bürgerkrieges.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Religiosität bei Martin Scorsese

3 Historie der Einwanderer und Darstellung New Yorks im Film

4 Theologische Deutung und religiöse Hermeneutik

5 Religiöse Motive in „Gangs of New York“

5.1 Eröffnungssequenz als Ausgangspunkt für religiöse Bildsprache

5.2 Der Erzengel Michael als herausragendes Motiv

5.3 Bill ‚The Butcher’ Cutting – Der Teufel

5.4 Amsterdam Vallon – Der Erlöser

6 Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die zentrale Rolle religiöser Motive in Martin Scorseses Film "Gangs of New York" und analysiert, wie der Regisseur biblische Symbole und religiöse Metaphern einsetzt, um die Entstehung der amerikanischen Identität historisch und theologisch zu deuten. Die Forschungsfrage konzentriert sich dabei darauf, wie sich die Konflikte der rivalisierenden Gangs in New York in der Mitte des 19. Jahrhunderts durch eine religiöse Leseweise als heilsgeschichtliches Narrativ von Schuld, Sündenfall und dem Streben nach Erlösung interpretieren lassen.

  • Die Funktion der Religiosität in Martin Scorseses Gesamtwerk
  • Historischer Kontext der Five Points und Einwanderungssituation im 19. Jahrhundert
  • Anwendung religiöser Hermeneutik auf das filmische Narrativ
  • Symbolische Aufladung der Charaktere (z.B. Bill Cutting als Teufelsfigur, Amsterdam Vallon als Erlöserfigur)
  • Die Darstellung von Gewalt und Religion als Identitätsstiftungsmerkmal der jungen US-amerikanischen Nation

Auszug aus dem Buch

5.3 Bill ‚The Butcher’ Cutting – Der Teufel

Bill ist gleichzeitig Gott und Teufel in Five Points (vgl. Seeßlen 2003, 369). Die Bilder, mit denen er in Verbindung gebracht wird, referieren vielfach auf Satan. Da die Geschichte fast ausschließlich aus Amsterdams Point-of-View erzählt wird, ist die Semantisierung des Vatersmörders, der das eigene Volk unterdrückt, als teuflische Figur leicht nachzuvollziehen. Gleichzeitig ist er aber auch der entscheidende Mann in den Points und bestimmendes Element über das Regelsystem der Gangs. „Each of the Five Points is a finger. When I close my hand, it becomes a fist. And everytime, that I wish, I can turn it against you“ (00:20:49). Er benennt sich selbst Amsterdam gegenüber als höchste Instanz der Stadt: „I’m New York“ (00:38:24).

Selbst die Witze, die Bill macht, wenn er sich über die Iren lustig macht, referieren auf religiöse Traditionen und Erzählungen: „On the seventh day the lord rested, but before he did he squatted over the side of England and what came out of him was Ireland“ (00:45:04).

Bezeichnender Weise trägt das Waisenhaus, in dem Amsterdam aufwächst, bevor er nach Five Points zurückkehrt, den sprechenden Namen ‚Hellgate’ – Tor zur Hölle. Doch als er dann das erste Mal in die Points zurückkehrt, bezeichnet er diese als solches. „Ah, the Five Points... [...] The Gates of Hell“ (00:19:04).

Neben der Analogie zur Geschichte des Erzengels Michael gibt es viele weitere Verweise, die auf Bill als teuflische Metapher deuten, so beispielsweise eine Puppe vor seinem Bordell und Hauptaufenthaltsort. Amsterdam sieht das erste Mal die Marionette eines Teufels vor Bills Hauptquartier, dem „Satan’s Circus“, hängen (vgl. 34:10). In dieser Sequenz tritt er dem Widersacher das erste Mal im Erwachsenenalter gegenüber. Ein zweites Mal sieht man die Marionette. als der Polizist das Bordell mit dem Auftrag, Amsterdam zu töten, verlässt (vgl. 01:56:51). Von Amsterdam wird Bill indirekt als Drache bezeichnet (s. Kapitel 5.4), was wiederum direkt auf die Offenbarung des Johannes verweist, in der Satan in Gestalt eines Drachen erscheint. „Näher an einer Verkörperung des Teufels war noch kein Scorsese-Charakter; er ist nicht nur Täter, sondern auch ein Philosoph des Bösen“ (Seeßlen 2003, 372).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Arbeit führt in das Werk "Gangs of New York" ein und skizziert die zentrale Bedeutung der Religiosität im Schaffen von Martin Scorsese.

2 Religiosität bei Martin Scorsese: Dieses Kapitel beleuchtet den Einfluss von Scorseses persönlichem Glauben und seine wiederkehrenden Themen wie Schuld, Angst und Erlösung auf seine Regiearbeit.

3 Historie der Einwanderer und Darstellung New Yorks im Film: Hier wird der historische Kontext der Five Points im 19. Jahrhundert dargelegt und aufgezeigt, wie diese Umgebung die Identitätsbildung der Immigranten prägte.

4 Theologische Deutung und religiöse Hermeneutik: Dieses Kapitel erläutert methodische Ansätze, um populäre Filme durch eine religiöse Brille zu analysieren und biblische Deutungsmuster freizulegen.

5 Religiöse Motive in „Gangs of New York“: Dieser Hauptteil analysiert explizite und implizite religiöse Symbole, wie den Kampf der Konfessionen, die Rolle des Erzengels Michael sowie die Charakterisierung der Hauptfiguren durch biblische Analogien.

6 Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung, die bestätigt, dass Scorsese religiöse Motive nutzt, um der amerikanischen Nation eine heilsgeschichtliche Dimension zu verleihen.

Schlüsselwörter

Martin Scorsese, Gangs of New York, Religiosität, Erlösung, Schuld, Erzengel Michael, Five Points, Immigranten, christliche Symbolik, filmische Hermeneutik, amerikanische Identität, Katholizismus, Bill Cutting, Amsterdam Vallon, Glaubenskrieg.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die religiösen Motive und die theologische Deutung des Films "Gangs of New York" von Martin Scorsese vor dem Hintergrund der amerikanischen Geschichte und der filmischen Erlösungsthematik.

Welche zentralen Themenfelder behandelt der Text?

Zentrale Themen sind die Rolle der Religion im Werk Scorseses, die historische Einwanderungssituation im New York des 19. Jahrhunderts, der Konflikt zwischen Protestanten und Katholiken sowie die metaphorische Aufladung der Filmfiguren.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Scorsese durch eine religiöse Lesart des Films die Geschichte der Stadt New York als Ursprung der amerikanischen Identität und als Schauplatz eines heilsgeschichtlichen Ringens zwischen Gut und Böse darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin oder der Autor nutzt primär die religiöse Hermeneutik, um Symbole und Narrativstrukturen im Film zu dechiffrieren und sie mit soziokulturellen Codes in Verbindung zu setzen.

Welche Inhalte werden im Hauptteil vertieft?

Im Hauptteil liegt der Fokus auf der Analyse der Eröffnungssequenz, dem Motiv des Erzengels Michael sowie einer detaillierten Charakterstudie von Bill Cutting als Verkörperung des Teufels und Amsterdam Vallon als Erlöserfigur.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Religiosität, Erlösung, Schuld, filmische Metaphorik, historische Identität und christliche Bildsprache beschreiben.

Wie wird Bill Cuttings Rolle im Film theologisch gedeutet?

Bill Cutting wird durch diverse filmische Verweise (Marionetten, Drachen-Metaphorik) als eine teuflische Instanz und Philosoph des Bösen interpretiert, die gleichzeitig versucht, gottgleiche Macht im Mikrokosmos der Five Points auszuüben.

Welche Bedeutung kommt der Figur des Amsterdam Vallon zu?

Amsterdam wird als der typische Scorsese-Held analysiert, der als Erlöserfigur agiert, jedoch trotz seines persönlichen Rachefeldzugs an den gesellschaftlichen Entwicklungen und der Unmöglichkeit wahrer Erlösung im Diesseits scheitert.

Welchen Stellenwert nimmt die "Draft Riots"-Thematik im religiösen Kontext ein?

Die Einberufungsunruhen werden als apokalyptisches Szenario dargestellt, das die religiösen Konflikte der Gangs in einen größeren, makrokosmischen Kontext der amerikanischen Nation einbettet.

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Details

Title
Religiöse Motive in Martin Scorseses "Gangs of New York"
Subtitle
Teufel, Erlöser und die Vertreibung aus dem Paradies
College
Christian-Albrechts-University of Kiel  (Neuere Deutsche Literatur und Medien)
Course
Hauptseminar zu Martin Scorsese
Grade
1,3
Author
David Bartels (Author)
Publication Year
2015
Pages
29
Catalog Number
V342731
ISBN (eBook)
9783668325807
ISBN (Book)
9783668325814
Language
German
Tags
religiöse motive martin scorseses gangs york teufel erlöser vertreibung paradies
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
David Bartels (Author), 2015, Religiöse Motive in Martin Scorseses "Gangs of New York", Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/342731
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