Obwohl auch der Raum um Görlitz zur Zeit der Aufklärung neue Erkenntnisse hervorbrachte, galt dies als eher ungewöhnlich, da die Oberlausitz zu jener Zeit weder über eine Universität verfügte, noch als politisches oder kulturelles Zentrum anerkannt war.
Des Weiteren war sie eine an das sächsische Kurfürstentum angeschlossen Markgrafschaft, die kaum über Mitspracherechte verfügte und in ihrer politischen Abhängigkeit den „Erfolgen wie Niederlagen“ ausgeliefert
Dennoch fungierte hier ab 1738 eine literarische Gesellschaft und wenige Jahre später wurde eine Einrichtung, die ähnliche Ziele verfolgte in Lauban gegründet. „Der Gedankenaustausch in dieser Zeit überwand nicht nur immer mehr das soziale Umfeld, sondern auch die Grenzen des von vielen Zeitgenossen als rückständig empfundenen Markgrafentum“.
Wie es für viele der im 18. Jahrhundert gegründeten Sozietäten der Wissenschaft üblich war, verfolgte auch die „Oberlausitzische Gesellschaft der Wissenschaften“ zunächst das Ziel der Gemeinnützigkeit.
Inhaltsverzeichnis
Die Oberlausitzische Gesellschaft der Wissenschaften
Gründung mit Motiv und Programm der Gesellschaft
Mitglieder und Mitgliedschaft
Aktivitäten der Gesellschaft
Fortführung und Einstellung
Dokumentation
Welche Dokumente sind recherchierbar?
Wo sind diese Dokumente zu finden?
Haben die Gesellschaften eigene Archivbestände und wenn ja, an welchem Standort sind sie zu finden?
Wie ist die Bestandsüberlieferung?
Figuren
Angaben zur Familie
Lebenslauf, Leistungen, kritische Würdigung
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entwicklung und die organisatorischen Strukturen der Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften seit ihrer Gründung im Jahr 1779. Im Zentrum steht dabei die Analyse ihres Wirkens im Kontext der Aufklärung sowie das Leben und Wirken des bedeutenden Gelehrten Nathanael Gottfried Leske als exemplarische Figur der Gesellschaft.
- Gründungsgeschichte und programmatische Ausrichtung der Sozietät
- Struktur der Mitgliedschaft und wissenschaftliche Aktivitäten
- Wissenschaftliche Dokumentation und Archivbestände in Görlitz
- Biografische Analyse des Naturforschers und Ökonomen Nathanael Gottfried Leske
Auszug aus dem Buch
Lebenslauf, Leistungen, kritische Würdigung
L. erhielt in seiner Kindheit Unterricht beim Vater, auf Grund einer Rückgratverkrümmung, die ihm durch die „Unvorsichtigkeit einer Kinderwärterin“ zugefügt wurde. Im Alter von 10 Jahren schickte ihn dieser in ein Waisenhaus nach Halle, um dort am Unterricht teilzunehmen. Jedoch musste L. auch diese Ausbildung wegen seiner Erkrankung im selben Jahr abgebrochen werden und der Unterricht erfolgte weiterhin über den Vater.
Dieser schickte ihn zu Ostern 1769 auf die Universität in Leipzig um dort Philosophie, Naturgeschichte und Anatomie zu studieren. Dort wurde ihm Unterkunft gewährt und seine allgemeine Situation verbesserte sich. Seinem Vater, der selbst eine inzwischen große Familie zu versorgen hatte, wäre es nicht mehr möglich gewesen, seinen Sohn weiterhin zu unterstützen.
Sein unermüdlicher Fleiß verschaffte ihm Begünstigungen bei den Lehrern und so erhielt er vier Jahre später seinen ersten Abschluss, den „Medicinae Baccalaureus“ für seine Arbeit über Fortpflanzung der Vegetabilien.
1774 wurde ihm für seine Arbeit „Verzeichnis der bei Leipzig lebenden Fische“ die Magisterwürde verliehen. Dieses Werk brachte ihm nicht nur Ruhm und Anerkennung, sondern auch eine jährliche Pension von 200 Reichsthalern.
Zusammenfassung der Kapitel
Die Oberlausitzische Gesellschaft der Wissenschaften: Ein Überblick über die Entstehungsgeschichte und die sozio-kulturellen Rahmenbedingungen der Gesellschaft in Görlitz während der Aufklärung.
Gründung mit Motiv und Programm der Gesellschaft: Erläuterung der Intentionen der Gründer Karl Gottlob Anton und Adolf Traugott von Gersdorf sowie der inhaltlichen Fokussierung auf Natur- und Geschichtskunde.
Mitglieder und Mitgliedschaft: Darstellung der Mitgliederstruktur, der Aufnahmekriterien sowie der geographischen und fachlichen Zusammensetzung des Gelehrtentums.
Aktivitäten der Gesellschaft: Analyse der Publikationsorgane wie der „Provinzblätter“ und der „Lausitzischen Monatsschrift“ sowie der wissenschaftlichen Preisausschreiben.
Fortführung und Einstellung: Nachzeichnung der krisenhaften Phasen nach 1806, der Zeit nach 1945 und der erfolgreichen Neugründung im Jahr 1990.
Dokumentation: Aufarbeitung der Quellenlage und der Bestandsüberlieferung in den Görlitzer Archiven und Bibliotheken.
Figuren: Detaillierte biografische Betrachtung von Nathanael Gottfried Leske, seiner Familie und seiner wissenschaftlichen Karriere.
Schlüsselwörter
Oberlausitzische Gesellschaft der Wissenschaften, Aufklärung, Görlitz, Nathanael Gottfried Leske, Naturgeschichte, Regionalgeschichte, Gelehrte Gesellschaften, Sozietät, Archivbestände, Landwirtschaft, Karl Gottlob Anton, Codex diplomaticus, Lausitzische Monatsschrift, Bildungsgeschichte, Wissenschaftsförderung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit widmet sich der Geschichte der Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften und beleuchtet deren Rolle als bedeutende gelehrte Institution im mitteldeutschen Raum.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum?
Die Arbeit behandelt die organisatorischen Strukturen der Gesellschaft, ihre Publikationstätigkeiten sowie die biografischen Details bedeutender Mitglieder.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist die historische Aufarbeitung der Gründungsgeschichte und des wissenschaftlichen Einflusses der Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine historische Dokumentenanalyse, die auf Primärquellen und Sekundärliteratur zur sächsischen Landesgeschichte basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der institutionellen Historie der Gesellschaft sowie eine ausführliche biographische Würdigung des Gelehrten Nathanael Gottfried Leske.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Aufklärung, Oberlausitz, Wissenschaftsgeschichte, Nathanael Gottfried Leske und Archivwesen.
Warum war Nathanael Gottfried Leske so bedeutend für die Gesellschaft?
Leske war ein herausragender Naturforscher und Ökonom, der die wissenschaftliche Ausrichtung der Gesellschaft maßgeblich mit prägte und durch seine Korrespondenz weit überregional bekannt war.
Wie ist die aktuelle Situation der Archivbestände?
Die Bestände sind weitgehend erschlossen und online recherchierbar, wenngleich Umbaumaßnahmen am Standort Görlitz den physischen Zugriff zeitweise erschweren.
- Quote paper
- Clara Göbel (Author), 2010, Die Oberlausitzische Gesellschaft der Wissenschaften und Nathanael Gottfried Leske, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/342466