Eine Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte aus dem Jahre 2015 zeigt, „… dass angesichts eines günstigen konjunkturellen Umfeldes sowie günstiger Finanzierungsbedingungen die Optimierung des Working Capital etwas in den Hintergrund gerückt ist.“ Die Autoren zeigen jedoch auf, dass sich im Vergleich zu den Vorjahren das Verhältnis von Working Capital zum Umsatz kaum verbessert hat und sehen daher für die Zukunft weiteres Optimierungspotenzial zur Freisetzung von Kapital. Die dadurch gewonnene Liquidität ist ein wichtiger Faktor für eine reibungslose Geschäftstätigkeit. Allerdings können Maßnahmen zur Steigerung der Liquidität auch einen Einfluss auf die Profitabilität haben, die ihrerseits für den Fortbestand einer Unternehmung wichtig ist. Daher soll in Kapitel zwei die Frage untersucht werden, inwiefern Maßnahmen des Working Capital Management einen Einfluss auf die Unternehmensprofitabilität haben.
Diese Maßnahmen haben in der Regel auch einen Einfluss auf die Supply Chain, also die vor- und nachgelagerten Unternehmen einer Wertschöpfungskette. Reizt ein Unternehmen beispielsweise sein Zahlungsziel aus, so geht dies zu Lasten seines Zulieferers. Da im heutigen Wettbewerb „… weniger einzelne Unternehmen, sondern zunehmend ganze Supply Chains …“ miteinander konkurrieren, sollen im Rahmen dieser Ausarbeitung Maßnahmen vorgestellt werden, die unternehmensübergreifend einen positiven Einfluss auf die Supply Chain haben. Dabei sollen Maßnahmen des Financial Supply Chain Management dargestellt werden, da es in diesem Bereich noch wesentlichen Professionalisierungsbedarf gibt. Nach der Erläuterung der Maßnahmen soll auch hier der Einfluss auf die Profitabilität der Supply Chain aufgezeigt werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
1.1 Problemstellung
1.2 Methodisches Vorgehen
2 Grundlagen des Working Capital Managements
2.1 Begriffsbestimmung und Ziele des Working Capital Management
2.2 Kennzahlen des Working Capital Management
3 Zusammenhang zwischen Working Capital Management und Profitabilität
3.1 Kennzahlen der Profitabilität und kritische Würdigung
3.2 Empirische Untersuchungen zum Verhältnis von WCM zu Profitabilität
3.3 Auswirkungen des unternehmensfokussierten WCM auf die Supply Chain
4 Zusammenhang zwischen Financial Supply Chain Management und Profitabilität
4.1 Begriffsbestimmung Financial Supply Chain Management
4.2 Auswirkungen von FSCM Maßnahmen auf die Profitabilität der Supply Chain
5 Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen Maßnahmen des Working Capital Managements sowie des Financial Supply Chain Managements und deren Auswirkungen auf die Profitabilität von Unternehmen und gesamten Wertschöpfungsketten.
- Analyse des Working Capital Managements und seiner Kennzahlen
- Empirische Untersuchung der Korrelation zwischen Working Capital Management und Unternehmenserfolg
- Bewertung der Auswirkungen unternehmensfokussierter Maßnahmen auf die Supply Chain
- Grundlagen und Definitionen des Financial Supply Chain Managements
- Untersuchung von Effekten des Financial Supply Chain Managements auf die Profitabilität in Wertschöpfungsketten
Auszug aus dem Buch
3.3 Auswirkungen des unternehmensfokussierten WCM auf die Supply Chain
Maßnahmen zur Reduzierung des CCC, die lediglich unternehmensfokussiert sind, führen auf Ebene der Supply Chain zu keiner Verbesserung. Nutzt ein Unternehmen beispielsweise sein Zahlungsziel aus, führt dies ceteris paribus zu einer höheren DPO-Kennzahl. Der Lieferant dieses Unternehmens hat in diesem Moment eine in gleicher Höhe steigende DSO-Kennzahl zu beklagen. „Die Verschiebung von Zahlungszielen innerhalb einer Supply Chain hat somit keine Auswirkungen auf den gesamten C2C Cycle.“ Vielmehr führen unternehmensfokussierte Entscheidungen zur Gefährdung der Stabilität einer Wertschöpfungskette. Losbichler/Rothböck stützen diese Erkenntnis anhand ihrer Studie, in der sie die CCC-Kennzahl für 6.925 Unternehmen für einen Zeitraum von 1995 bis 2004 berechnen. Ferner schätzen sie den CCC einzelner Supply Chains ab, indem sie idealtypische Branchenbeziehungen abbilden. Die Autoren kommen zu dem Ergebnis, dass „… Leitunternehmen ihre C2C Cycle Dauer zulasten der Partner im Netzwerk optimieren.“
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Diese Einleitung führt in die Problemstellung des Working Capital Managements ein und erläutert das theoretische Vorgehen der wissenschaftlichen Arbeit.
2 Grundlagen des Working Capital Managements: Das Kapitel definiert zentrale Begriffe wie das Working Capital und stellt wesentliche Kennzahlen für deren Steuerung vor.
3 Zusammenhang zwischen Working Capital Management und Profitabilität: Hier werden relative Profitabilitätskennzahlen diskutiert und eine Vielzahl empirischer Studien analysiert, die den Zusammenhang zum Working Capital Management untersuchen.
4 Zusammenhang zwischen Financial Supply Chain Management und Profitabilität: Dieses Kapitel betrachtet die finanzielle Dimension der Supply Chain und analysiert, wie moderne Managementansätze die Profitabilität in Wertschöpfungsketten beeinflussen können.
5 Fazit: Das Fazit fasst die heterogenen empirischen Ergebnisse zusammen und bewertet die Zukunftsaussichten sowie den weiteren Forschungsbedarf im Bereich des Financial Supply Chain Managements.
Schlüsselwörter
Working Capital Management, Financial Supply Chain Management, Profitabilität, Cash Conversion Cycle, Wertschöpfungskette, Liquidität, Unternehmenserfolg, Supply Chain Finance, Forderungsmanagement, Vorratsmanagement, Kennzahlen, Unternehmensfinanzierung, Prozessoptimierung, Kapitalbindung, Bilanzanalyse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Seminararbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Optimierung des Working Capitals und der finanziellen Aspekte der Supply Chain, um die Profitabilität von Unternehmen und den beteiligten Partnern in der Wertschöpfungskette zu steigern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse des Working Capital Managements (WCM), der Bewertung von Profitabilitätskennzahlen sowie der Einführung in das Financial Supply Chain Management (FSCM).
Welches Ziel verfolgt der Autor?
Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Maßnahmen des WCM und FSCM auf die Unternehmens- und Supply Chain-Profitabilität wirken und wo dabei Zielkonflikte entstehen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einem rein theoretischen Vorgehen, das auf der Auswertung aktueller wissenschaftlicher Fachzeitschriften und einer umfangreichen Literaturanalyse basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen des WCM, eine detaillierte Zusammenstellung empirischer Studien zu diesem Thema sowie eine Analyse der Möglichkeiten und Risiken des Financial Supply Chain Managements.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Ausarbeitung?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Working Capital Management, Financial Supply Chain Management, Profitabilität, Cash Conversion Cycle und Supply Chain Finance definiert.
Warum kritisieren die Ergebnisse von Deloof die einseitige Optimierung des Working Capitals?
Deloof und andere Autoren weisen darauf hin, dass die Optimierung des eigenen Working Capitals oft zu Lasten der Lieferanten geht, was die Stabilität der gesamten Supply Chain gefährden kann.
Welche Rolle spielen Vendor Managed Inventory (VMI)-Konzepte für die Profitabilität?
VMI-Konzepte sollen durch den Austausch von Informationen Bestände reduzieren und Lieferanten mehr Verantwortung übertragen, was bei erfolgreicher Implementierung die Kapitalkosten in der Supply Chain senken kann.
- Quote paper
- Christoph Müller (Author), 2015, Working Capital Management und Financial Supply Chain Management. Auswirkungen auf die Unternehmens- und Supply Chain-Profitabilität, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/341412