Die nachfolgende Arbeit beschäftigt sich mit der Wirtschafts- und Sozialpolitik der beiden deutschen Staaten. Als erstes wird dazu näher auf die Politik in der BRD eingegangen. Schwerpunkt dieser Betrachtung ist das Wirtschaftswunder nach dem Krieg und die späteren wirtschaftlichen Krisen. Anschließend wird der Wirtschaftsaufbau der DDR erläutert und auf Besonderheiten, wie die Planwirtschaft oder die politische Partizipation eingegangen.
Durch die Nähe beider Staaten zueinander und die konfliktreiche Zeit während des Kalten Krieges bietet sich ein Vergleich an. Besonderer Wert liegt auf den Unterschieden und Gemeinsamkeiten in der Wirtschafts- und Sozialpolitik beider Staaten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Wirtschafts- und Sozialpolitik der BRD und DDR
2.1 Wirtschaftliche und soziale Entwicklung in der Bundesrepublik Deutschland
2.1.1 Wirtschaftlicher Aufbau (Soziale Marktwirtschaft)
2.1.2 Wirtschaftswunder
2.1.3 Wirtschaftliche Krisen
2.1.4 Aktuelle wirtschaftliche Lage
2.2 Wirtschafts- und Sozialpolitik in der Deutschen Demokratischen Republik
2.2.1 Wirtschaftlicher Aufbau (Planwirtschaft)
2.2.2 Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik
2.3 BRD und DDR im Vergleich
2.3.1 Akzeption der Staatsform durch das Volk
2.3.2 Grundrechte und politische Rechte
2.3.3 Mentale Verankerung
2.3.4 Erfahrungen durch andere Staatsformen
2.3.5 Vorhandensein von Gegenmodellen + Umgang
3. Abschließende Bemerkungen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht und vergleicht die wirtschaftlichen und sozialen Entwicklungspfade der Bundesrepublik Deutschland und der DDR im Kontext des Kalten Krieges. Ziel ist es, die strukturellen Unterschiede zwischen der Sozialen Marktwirtschaft im Westen und der zentralen Planwirtschaft im Osten sowie deren jeweilige soziale Auswirkungen herauszuarbeiten.
- Analyse des Wirtschaftswunders und der wirtschaftlichen Krisen in der BRD.
- Untersuchung des Wirtschaftsaufbaus und der Planwirtschaft in der DDR.
- Vergleich der staatlichen Legitimation und Akzeptanz durch die Bevölkerung.
- Evaluation des Umgangs beider Staaten mit dem jeweiligen System-Gegenmodell.
- Betrachtung von Grundrechten und der mentalen Verankerung politischer Ideologien.
Auszug aus dem Buch
2.1.2 Wirtschaftswunder
Die Situation in Deutschland nach dem Krieg ist schlimmer als erwartet und besser als vermutet. Nach der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands und dem Ende des zweiten Weltkrieges 1945 waren punktuell wichtige Teile der Infrastruktur und der Industrie stark zerstört. Allerdings sind zum Beispiel 80 – 85% der Produktionskapazitäten unversehrt geblieben. Viele wichtige zerstörte Brücken, oder Straßen- und Schienennetze konnten schnell wieder aufgebaut werden. Auch die Aufräumarbeiten in den deutschen Städten machten in den ersten Jahren nach dem Krieg schnelle Fortschritte. Der wirtschaftliche Wiederaufbau Deutschlands war zunächst nicht auf der Tagesordnung der Westmächte und spielte keine Rollen in der Besatzungspolitik. Erst später entschied man sich dafür und stellte Wirtschaftshilfen zur Verfügung. Die Demontagen hielten sich in den Westzonen in überschaubaren Grenzen. Dahingegen in der sowjetischen Besatzungszone wurde die Demontage aktiv und sehr intensiv betrieben. Zum Teil wirtschaftliche Differenzen und weitere Reibungspunkte sorgten für die Steigerung der Krise zwischen der USA und der SU, die schließlich zum Kalten Krieg führten.
Das Wirtschaftswunder beschreibt den nachhaltigen und rasanten Aufschwung in der Wirtschaft im Nachkriegsdeutschland. Als Beginn dieses gilt die Währungsreform vom 20. Juni 1948. Durch die Kriegsfinanzierung mittels Geldschöpfung entstand ein großer Geldüberhang, welcher in den Nachkriegsjahren weiter anwuchs. Als Reaktion darauf wurde die Währungsreform durchgeführt. Ziele dieser wahren den angesammelten Geldüberhang zu beseitigen. Das wollte man erreichen, indem man die Geldschöpfung verringerte, Lohn- und Preisstopps und Güterrationierungen aufhielt. Als wichtigstes Mittel wurde die Einführung freier Wechselkurse beschlossen. Des weiteren wurde eine unabhängige Zentralbank eingerichtet und ein funktionierendes Geschäftsbankensystem geschaffen. Ab sofort wurde die Deutsche Mark neues Zahlungsmittel. Der Umtausch erfolgte im Verhältnis 10 RM : 1 DM. Der Währungsreform gelang es den weit verbreiteten Tauschhandel zum Beispiel mit Zigaretten als Zahlungsmittel und die Schwarzmarktwirtschaft zu beenden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung skizziert das Vorhaben, die Wirtschafts- und Sozialpolitik beider deutscher Staaten zu vergleichen, wobei Schwerpunkte wie das Wirtschaftswunder und die Planwirtschaft benannt werden.
2. Wirtschafts- und Sozialpolitik der BRD und DDR: Dieses Kapitel liefert einen umfassenden Überblick über die wirtschaftliche Entwicklung beider deutscher Staaten nach 1945, unterteilt in die Soziale Marktwirtschaft der BRD und die Planwirtschaft der DDR.
2.1 Wirtschaftliche und soziale Entwicklung in der Bundesrepublik Deutschland: Dieser Abschnitt beleuchtet den Aufbau der Sozialen Marktwirtschaft, das Wirtschaftswunder, die Krisen der 60er und 70er Jahre sowie die aktuelle wirtschaftliche Lage.
2.1.1 Wirtschaftlicher Aufbau (Soziale Marktwirtschaft): Hier wird das Konzept der Sozialen Marktwirtschaft unter Bezugnahme auf die Gründerväter wie Ludwig Erhard sowie die ordoliberalen Grundlagen beschrieben.
2.1.2 Wirtschaftswunder: Das Kapitel beschreibt den schnellen wirtschaftlichen Aufschwung nach 1948, initiiert durch die Währungsreform und unterstützt durch den Marshallplan.
2.1.3 Wirtschaftliche Krisen: Der Text analysiert die Rezession von 1966/67 sowie die Auswirkungen der Ölkrisen auf die westdeutsche Wirtschaft.
2.1.4 Aktuelle wirtschaftliche Lage: Diese Passage bietet eine Momentaufnahme der wirtschaftlichen Situation Deutschlands um das Jahr 2010/2011 im Kontext der Finanzkrise.
2.2 Wirtschafts- und Sozialpolitik in der Deutschen Demokratischen Republik: Hier werden die spezifischen Rahmenbedingungen der Wirtschaftspolitik in der DDR thematisiert.
2.2.1 Wirtschaftlicher Aufbau (Planwirtschaft): Dieses Unterkapitel erläutert die Grundzüge der Zentralverwaltungswirtschaft und deren Vor- und Nachteile innerhalb der DDR.
2.2.2 Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik: Der Fokus liegt hier auf dem politischen Konzept der SED zur Lebensstandarderhöhung und der damit verbundenen zunehmenden Verschuldung.
2.3 BRD und DDR im Vergleich: Ein vergleichender Blick auf beide deutsche Staaten unter Berücksichtigung von Staatsform, Rechten und Ideologien.
2.3.1 Akzeption der Staatsform durch das Volk: Dieses Kapitel vergleicht die Protestkulturen und das Verhältnis der Bevölkerung zum jeweiligen Herrschaftssystem.
2.3.2 Grundrechte und politische Rechte: Hier wird der Kontrast zwischen der demokratischen Rechtsordnung der BRD und den diktatorischen Strukturen der DDR aufgezeigt.
2.3.3 Mentale Verankerung: Dieser Abschnitt untersucht die Identifikation der Bürger mit dem Kapitalismus im Westen bzw. Kommunismus im Osten.
2.3.4 Erfahrungen durch andere Staatsformen: Eine historische Einordnung, wie beide Staaten die Erfahrungen aus Monarchie, Diktatur und der Weimarer Republik verarbeitet haben.
2.3.5 Vorhandensein von Gegenmodellen + Umgang: Ein Vergleich der systemimmanenten Propaganda und der wechselseitigen Wahrnehmung der Gegenmodelle.
3. Abschließende Bemerkungen: Der Verfasser resümiert den Erkenntnisgewinn aus dem direkten Vergleich beider deutscher Staaten.
Schlüsselwörter
Wirtschaftswunder, Soziale Marktwirtschaft, Planwirtschaft, DDR, BRD, Kalter Krieg, Ludwig Erhard, SED, Zentralverwaltungswirtschaft, Wirtschaftsreform, Wiederaufbau, Ölkrisen, Systemvergleich, Sozialpolitik, Staatsform
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem historischen Vergleich der wirtschaftlichen und sozialen Systeme der Bundesrepublik Deutschland und der DDR von der Nachkriegszeit bis zur Gegenwart.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Themen sind die Soziale Marktwirtschaft im Westen, die Planwirtschaft im Osten, die Auswirkungen politischer Krisen sowie der Vergleich der gesellschaftlichen Akzeptanz beider Staatsformen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Wirtschafts- und Sozialpolitik beider deutscher Staaten systematisch herauszuarbeiten und die Auswirkungen auf die jeweilige Bevölkerung zu beleuchten.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Der Autor nutzt eine vergleichende, deskriptive Analyse auf Basis historischer Fakten, Wirtschaftsdaten und politischer Ereignisse.
Welche Inhalte werden im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der jeweiligen Wirtschaftssysteme, eine Betrachtung der wirtschaftlichen Krisen (z. B. Ölkrisen) und einen direkten Vergleich von Staatsform, Grundrechten und mentaler Verankerung der Ideologien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Wirtschaftswunder, Soziale Marktwirtschaft, Planwirtschaft, Systemvergleich und DDR/BRD-Vergleich beschreiben.
Welche Rolle spielte die Währungsreform 1948 für die BRD?
Sie gilt als Startpunkt des Wirtschaftswunders, da sie den Geldüberhang beseitigte, den Schwarzmarkt beendete und die Grundlage für die neue Währung, die Deutsche Mark, schuf.
Warum wird die DDR im Text als Unrechtsstaat bezeichnet?
Der Autor begründet dies mit der fehlenden Gewaltenteilung, der Unterdrückung politischer Gegner durch die Stasi, dem Wahlbetrug durch Einheitslisten und der Einschränkung der Reisefreiheit.
Wie wirkte sich die Ölkrise 1973 auf die Bundesrepublik aus?
Die Krise führte zu einem Anstieg der Arbeitslosigkeit, Insolvenzen, staatlichen Sparmaßnahmen wie Sonntagsfahrverboten und einer verstärkten Hinwendung zu regenerativen Energien.
- Quote paper
- Lukas Jung (Author), 2012, Wirtschafts- und Sozialpolitik der BRD und DDR, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/341222