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Steht die Kultur über der Natur und das Soziale über dem Biologischen?

Title: Steht die Kultur über der Natur und das Soziale über dem Biologischen?

Essay , 2016 , 7 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Silvana Vialova (Author)

Ethnology / Cultural Anthropology

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„Freunde kann man sich aussuchen, Verwandte nicht.“ – Eine Redewendung, die sehr deutlich das in unserer Gesellschaft verbreitete Bild einer Verwandtschaft ausdrückt, die ausschließlich auf konsanguinalen oder affinalen Bindungen beruht. Eine Redewendung, die die beiden Einheiten, Wahl und Verwandtschaft, als Oxymoron darstellt und Verwandtschaft als etwas ausnahmslos Zugeschriebenes definiert. Diese Definition wird zudem unterstrichen von der im Bürgerlichen Gesetzbuch verankerten Verwandtschaftsbestimmung

Welche Definition ist nun die Richtige, die Zutreffende, die Wirkliche? Was ist echte Verwandtschaft und was ist fiktiv? Die aufgeworfenen Fragen spiegeln den Doppelcharakter wieder, den Verwandtschaft in der Vorstellung vieler Menschen aufweist – die Dichotomie zwischen Natur und Kultur.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung: Die Dichotomie von Natur und Kultur in der Verwandtschaft

2. Die Konstruktion von Familie durch den Habitus

3. Verwandtschaft als Prozess: Fallbeispiele und soziale Bindungen

4. Staatliche Regulation und die Transformation durch neue Technologien

5. Fazit: Verwandtschaft als entstehender Zustand

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen biologischer Blutsverwandtschaft und sozialer Verwandtschaft. Die zentrale Forschungsfrage lautet, inwieweit Verwandtschaft nicht als statische, durch die Natur gegebene Tatsache, sondern als dynamischer, sozial konstruierter Prozess begriffen werden muss.

  • Kritische Analyse des Verhältnisses von Natur und Kultur in der Verwandtschaft
  • Untersuchung der Rolle des Habitus bei der Wahrnehmung von Familie
  • Evaluation von Verwandtschaft als dynamischer Prozess statt biologischer Konstante
  • Einfluss staatlicher Politik und technologischer Entwicklungen auf das Verwandtschaftsverständnis
  • Plädoyer für eine neue Definition von Verwandtschaft als prozessualer Zustand

Auszug aus dem Buch

Steht die Kultur über der Natur?

Ein biologisches Verwandtschaftsverständnis, das im Gegensatz steht zu der - von der Ethnologie hervorgehobenen - Bedeutung der sozialen Verwandtschaft, oder wie es im Wörterbuch der Ethnologie geschrieben steht, des Verständnisses von Verwandtschaft als soziales Beziehungssystem (Hirschberg: 397). Welche Definition ist nun die Richtige, die Zutreffende, die Wirkliche? Was ist echte Verwandtschaft und was ist fiktiv? Die aufgeworfenen Fragen spiegeln den Doppelcharakter wieder, den Verwandtschaft in der Vorstellung Vieler aufweist – die Dichotomie zwischen Natur und Kultur. Während das Gesetz zweifellos die Natur über die Kultur erhebt, spielt in der Praxis, in der gelebten Realität die soziale Verwandtschaft eine herausragende Rolle, da sie das alltägliche Leben bestimmt (Carsten: 18).

Bourdieu macht uns darauf aufmerksam, dass Familie lediglich ein Wortkonstrukt ist, mit dem wir bestimmte Attribute assoziieren und die wir gleichzeitig als richtig oder real annehmen: Es ist unser Habitus, in dem wir die Vorstellung einer natürlichen, echten Familie, deren Verwandtschaft auf Abstammung basiert, verankert haben. Jegliche anderen, verwandtschaftlichen Bindungen, die beispielsweise auf Adoption beruhen, betrachten wir erst in zweiter Linie und erkennen sie selten als echte Verwandtschaft an (ebd.: 128).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Dichotomie von Natur und Kultur in der Verwandtschaft: Die Einleitung beleuchtet den gesellschaftlichen Widerspruch zwischen gesetzlicher Fixierung auf biologische Abstammung und der ethnologisch fundierten Bedeutung sozialer Bindungen.

2. Die Konstruktion von Familie durch den Habitus: Dieses Kapitel erläutert, wie durch den Habitus ein naturalisiertes Verständnis von Familie als biologisches Wortkonstrukt entsteht und andere Formen systematisch abwertet.

3. Verwandtschaft als Prozess: Fallbeispiele und soziale Bindungen: Anhand von Beispielen aus der Adoption und spezifischen Subkulturen wird verdeutlicht, dass Fürsorge und Zeit soziale Verwandtschaft konstituieren, unabhängig von Blutbanden.

4. Staatliche Regulation und die Transformation durch neue Technologien: Es wird analysiert, wie staatliche Politik und moderne Reproduktionstechnologien aktiv in natürliche Verwandtschaftsverhältnisse eingreifen und eine Neudefinition erzwingen.

5. Fazit: Verwandtschaft als entstehender Zustand: Das Fazit plädiert dafür, Verwandtschaft nicht als statisch, sondern als einen prozessualen, ständig zu erhaltenden Zustand zu verstehen, der situativ auch Blutsverwandtschaft integrieren kann.

Schlüsselwörter

Verwandtschaft, Natur, Kultur, Habitus, soziale Verwandtschaft, Blutsverwandtschaft, Sozialisation, Adoption, Prozess, Ethnologie, Familie, soziale Bindung, Reproduktionstechnologien, Konstruktivismus, Identität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit hinterfragt die traditionelle, biologisch geprägte Sichtweise auf Verwandtschaft und stellt dieser die Bedeutung sozialer, durch Fürsorge und Handeln definierter Bindungen gegenüber.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Arbeit fokussiert sich auf die Dichotomie von Natur und Kultur, die Rolle des Habitus bei der Familienkonstruktion, staatliche Einflussnahme sowie die Auswirkungen moderner Technologien auf das Verwandtschaftsverständnis.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass Verwandtschaft keine unveränderbare biologische Konstante ist, sondern ein dynamischer, sozial geprägter und prozesshaft entstehender Zustand.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung, die auf ethnologischen und soziologischen Ansätzen (insbesondere Carsten, Bourdieu, Lévi-Strauss) basiert und diese anhand von Fallbeispielen kritisch reflektiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert, wie der Habitus unsere Sicht auf "echte" Familie prägt, wie soziale Prozesse in verschiedenen Kulturen Verwandtschaft jenseits der Biologie definieren und wie der Staat durch Regulierung eingreift.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Verwandtschaft, soziale Konstruktion, Habitus, Prozessualität, Natur-Kultur-Dichotomie und Blutsverwandtschaft.

Warum wird die Redewendung "Blut ist dicker als Wasser" in der Arbeit kritisiert?

Der Autor argumentiert, dass diese Redewendung die soziale Dimension der Verwandtschaft unterbewertet und schlägt vor, sie durch eine Metapher zu ersetzen, in der Wasser (die soziale Basis) das fundamentale Element bildet.

Welche Rolle spielt die Adoption in der Argumentation des Autors?

Die Adoption dient als zentraler Beleg dafür, dass echte Verwandtschaftsbeziehungen durch Fürsorge, gemeinsame Lebensgeschichte und emotionale Bindung entstehen können, auch völlig losgelöst von einer genetischen Verbindung.

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Details

Title
Steht die Kultur über der Natur und das Soziale über dem Biologischen?
Grade
1,0
Author
Silvana Vialova (Author)
Publication Year
2016
Pages
7
Catalog Number
V340215
ISBN (eBook)
9783668298217
ISBN (Book)
9783668298224
Language
German
Tags
Verwandtschaft Freundschaft Definition Zuschreibung Gesellschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Silvana Vialova (Author), 2016, Steht die Kultur über der Natur und das Soziale über dem Biologischen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/340215
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