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Das Hässliche in E.T.A. Hoffmanns "Der Sandmann"

Title: Das Hässliche in E.T.A. Hoffmanns "Der Sandmann"

Term Paper (Advanced seminar) , 2016 , 25 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Thomas Petrikowski (Author)

German Studies - Literature of History, Eras

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Summary Excerpt Details

„Etwas Entsetzliches ist in mein Leben getreten!“ Diese Zeilen schreibt Nathanael an seinen Freund Lothar und legt sogleich das bedrückende Fundament des weiteren Verlaufs in E.T.A. Hoffmanns Nachtstück „Der Sandmann“. „Dunkle Ahnungen“ breiten sich „wie schwarze Gewitterwolken“ über ihn aus, „undurchdringlich jedem freundlichen Sonnenstrahl“ (S. 3). Das Hässliche erhält somit unmittelbar Einzug in die Erzählung und ist ein zentraler Bestandteil bis zum Tod des Protagonisten.

In dieser Seminararbeit soll herausgestellt werden, wie Hoffmann das Hässliche literarisch einsetzt und wann es auftaucht. Oberflächlich gesehen gibt es im Sandmann nur eine hässliche Figur: den Alchemisten Coppelius, dessen schreckliches Äußeres an mehreren Stellen beschrieben wird. Doch auch das Unheimliche oder die Automatenfrau Olimpia weisen in der Darstellung hässliche Elemente, die allesamt veranschaulicht werden sollen, auf.

Ein Fokus der Arbeit soll auch auf den verschiedenen Perspektiven der Betrachter liegen, gerade bei der Wahrnehmung der Puppe Olimpia. Während Nathanael sie nach Erhalt des Perspektivs schlichtweg vergöttert, löst sie bei seinen Freunden eher Befremden aus. Nathanael nimmt ohnehin im gesamten Verlauf der Erzählung die konträre Perspektive seines Gegenübers ein, man kann behaupten, dass er sich konsequent für die falsche Perspektive entscheidet und sein Tod am Ende unumgänglich ist.

Des Weiteren ist selbstredend auch die Figur des Coppelius/Coppola von großem Interesse. Allein seine äußere Erscheinung ist furchteinflößend. Durch seine zusätzliche Boshaftigkeit macht er Nathanael seit dessen Kindheit das Leben buchstäblich zur Hölle. In jede Katastrophe in Nathanaels Leben ist er aktiv involviert und auch sonst schwebt er wie ein böser Geist über (oder unter) ihm.

Das Motiv des Augenraubs soll abschließend anhand seiner Darstellungen im Text behandelt werden. Die Augen gelten seit der Antike als Spiegel der Seele und damit als das Kostbarste am Menschen. Die bedrohliche Vorstellung des Augenraubs zieht sich wie ein roter Faden durch den Text und soll hier beleuchtet werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Zu Struktur und methodischem Vorgehen

2. Die Ästhetik des Hässlichen – ein kleiner Überblick

3. Der hässliche Dämon Coppelius

4. Olimpia – eine Frage der Perspektive

5. Der Augenraub

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die literarische Inszenierung und Wirkung des Hässlichen in E.T.A. Hoffmanns Erzählung „Der Sandmann“. Dabei wird analysiert, wie Hoffmann durch die Figur des Coppelius, das Motiv des Augenraubs und die Konstruktion der Automatenfrau Olimpia das Hässliche als bedrohliches, multiperspektivisches Element etabliert, das die Grenzen zwischen Realität und Wahn verwischt.

  • Die ästhetische Geschichte und Bedeutung des Hässlichen im Wandel der Zeit.
  • Die Charakterisierung des Dämons Coppelius als Verkörperung des Hässlichen und Unheimlichen.
  • Die Rolle der Perspektive bei der Wahrnehmung der Automatenfrau Olimpia.
  • Das zentrale Leitmotiv des Augenraubs als Symbol für Identitätsverlust und psychische Bedrohung.
  • Die multiperspektivische Erzählstruktur als Ausdruck der Uneindeutigkeit im Werk.

Auszug aus dem Buch

3. Der hässliche Dämon Coppelius

Die zentrale Gestalt in E.T.A. Hoffmanns 1816/17 erschienenen Nachtstück Der Sandmann ist ohne Frage der hässliche Coppelius. Er ist das Ferment der Handlung, ein fleischgewordener Dämon, der allein durch seine äußerliche Gestalt abscheulich und furchteinflößend ist. Als Nathanael den Advokaten Coppelius in der Stube des Vaters erblickt, verbindet er ihn mit der bedrohlichen Legende der Amme vom Sandmann, der den Kindern „Händevoll Sand in die Augen [wirft], dass sie blutig zum Kopf herausspringen“ (5) und ist entsetzt von dessen Anblick. Die Beschreibung des Coppelius geizt nicht mit Hässlichkeits-Attributen, wirkt nahezu fratzenhaft:

Denke dir einen großen breitschultrigen Mann mit einem unförmlichen dicken Kopf, erdgelbem Gesicht, buschigten grauen Augenbrauen, unter denen ein paar grünliche Katzenaugen stechend hervorfunkeln, großer, starker über die Oberlippe gezogener Nase. Das schiefe Maul verzieht sich oft zum hämischen Lachen; dann werden auf den Backen ein paar dunkelrote Flecke sichtbar und ein seltsam zischender Ton fährt durch die zusammengekniffenen Zähne. (7)

Gerade die grünlichen Katzenaugen, stechend hervorfunkeln rücken Coppelius in die Nähe der Teufelsdarstellung. Katzen gelten als dämonische Tiere, als Teufel, gelbgrünäugige können gar „Kinder behexen und ganze Familien ins Unglück stürzen“. Auch Hartung kommt zu dem Schluss, dass die Beschreibung des Coppelius an Teufelsbeschreibungen aus dem Mittelalter erinnern, sieht Charakteristika eines Gnoms oder Golems.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Zu Struktur und methodischem Vorgehen: Einleitung in die Themenstellung, Erläuterung der Relevanz des Hässlichen für die Erzählung und Definition der angestrebten Analyseperspektiven.

2. Die Ästhetik des Hässlichen – ein kleiner Überblick: Historischer Abriss zur Entwicklung des ästhetischen Begriffs des Hässlichen von der Antike bis hin zu Rosenkranz.

3. Der hässliche Dämon Coppelius: Analyse der physischen und charakterlichen Merkmale der Figur Coppelius als dämonischer Störfaktor und Kinderschreck.

4. Olimpia – eine Frage der Perspektive: Untersuchung der Automatenfrau Olimpia im Kontext der Wahrnehmungspsychologie und der durch Nathanaels Blick konstruierten Realität.

5. Der Augenraub: Vertiefende Betrachtung des zentralen Motivs des Augenraubs als Ausdruck existentieller Bedrohung und Identitätsverlust.

6. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Rolle des Hässlichen als zentrales, unheimliches Element, das nicht neutralisiert, sondern in seiner Wirkung potenziert wird.

Schlüsselwörter

E.T.A. Hoffmann, Der Sandmann, Das Hässliche, Ästhetik, Coppelius, Olimpia, Augenraub, Automatenmotiv, Multiperspektivität, Unheimliches, Romantik, Identität, Wahrnehmung, Dämonie, Schreckensfigur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Funktion und Wirkung ästhetisch hässlicher Elemente in E.T.A. Hoffmanns Erzählung „Der Sandmann“.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die ästhetische Theorie des Hässlichen, die Charakterisierung der Figur Coppelius sowie die Problematik der Wahrnehmung durch die Figur Nathanael.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Es soll aufgezeigt werden, wie Hoffmann das Hässliche literarisch einsetzt, um eine Atmosphäre der Bedrohung und Uneindeutigkeit zu erzeugen.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, gestützt auf historische Ästhetikkonzepte und werkimmanente Textanalysen.

Was steht im Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Coppelius, der Automatenfrau Olimpia sowie dem zentralen Motiv des Augenraubs.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Ästhetik, Multiperspektivität, Unheimliches und Identitätsverlust charakterisiert.

Welche Bedeutung kommt der Figur Olimpia zu?

Olimpia dient als Projektionsfläche für Nathanaels Wünsche und entlarvt die subjektive Verzerrung seiner Wahrnehmung.

Wie wird das Motiv des Augenraubs interpretiert?

Der Augenraub wird nicht nur als physische Bedrohung, sondern als traumatischer Kern und Symbol für den Verlust der eigenen Identität und Autonomie gedeutet.

Ist Coppelius eindeutig als das personifizierte Böse zu klassifizieren?

Nein, die Arbeit stellt heraus, dass Coppelius aufgrund der Multiperspektivität der Erzählung nicht eindeutig als bloßer Teufel festlegbar ist.

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Details

Title
Das Hässliche in E.T.A. Hoffmanns "Der Sandmann"
College
University of Cologne  (Institut für deutsche Sprache und Literatur I)
Course
Ästhetik des Hässlichen Oberseminar
Grade
1,3
Author
Thomas Petrikowski (Author)
Publication Year
2016
Pages
25
Catalog Number
V338767
ISBN (eBook)
9783668284166
ISBN (Book)
9783668284173
Language
German
Tags
E.T.A. Hoffmann Der Sandmann das Hässliche narrative Struktur
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Thomas Petrikowski (Author), 2016, Das Hässliche in E.T.A. Hoffmanns "Der Sandmann", Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/338767
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