Die römisch-katholische Kirche kann einerseits als gemeinnützige Organisation sowie andererseits auch als Unternehmen betrachtet werden. Diese spezielle Sonderstellung dieser einzigartigen Institution bringt auch immer wieder sehr viele gesellschaftliche Diskussionen mit sich. Diesen Teilaspekt möchte ich mit der folgenden Arbeit behandeln.
In Österreich nimmt die Kirche nach wie vor einen wichtigen Platz in der Gesellschaft ein. Der Kirchenbeitrag wird oft als Kritikpunkt angesehen und man vergisst die vielfachen Leistungen wie beispielsweise Caritas, Pflegeheime, Spitäler, Apotheken usw.
Auch in der medialen Diskussion wird selten auf die wichtigen Teilorganisationen der Kirche verwiesen. Die Kirchenaustritte steigen stetig an und gleichzeitig gibt es weltweit gesehen so viele Kircheneintritte wie nie zuvor. Dies hängt damit zusammen, dass die römisch-katholische Kirche in Europa eine Krise zu bewältigen hat aber weltweit gesehen einen Boom erlebt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die Rolle der Kirche als Nonprofit-Organisation?
2.1 Einfluss auf den öffentlichen Sektor (Außenwirkung)
2.2 Ökonomische Relevanz und Diskussion des Kirchenbeitrages
2.3 Soziales Engagement im kirchlichen Bereich (Wandel der Zivilgesellschaft)
3 Conclusio
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die vielschichtige Rolle der römisch-katholischen Kirche in Österreich als Organisation, die sowohl als gemeinnützige Einrichtung (NPO) als auch als wirtschaftlicher Akteur agiert. Ziel ist es, das Spannungsfeld zwischen öffentlichem Auftrag, sozialer Verantwortung und der kritischen öffentlichen Wahrnehmung, insbesondere im Hinblick auf den Kirchenbeitrag und den demografischen Wandel, zu analysieren.
- Die hybride Identität der katholischen Kirche zwischen religiöser Institution, Arbeitgeber und NPO.
- Die mediale und gesellschaftliche Diskussion um den Kirchenbeitrag und dessen Finanzierungsrelevanz.
- Der Einfluss des gesellschaftlichen Wandels auf das ehrenamtliche Engagement im kirchlichen Kontext.
- Das Spannungsfeld zwischen Stadt und Land sowie die Auswirkungen der Säkularisierung.
Auszug aus dem Buch
2.1 Einfluss auf den öffentlichen Sektor (Außenwirkung)
Das Interessante daran besteht darin, dass die Kirche zwar aus vielen NPOs besteht, jedoch die Kirche in ihrer Gesamtheit eher keine Nonprofit-Organisation darstellt. Somit ist die Sonderstellung in mitten des Staates und des Marktes sehr kritisch zu betrachten. Auf jeden Fall kann der übergeordnete Begriff Kirche als staatliche Institution gesehen werden, welche gleichzeitig auch einen wichtigen Arbeitgeber darstellt. Dieser Widerspruch in sich macht diese wichtige Institution gerade so interessant. Meiner Meinung nach ist die Kirche mehr NPO als Unternehmen, da sie zu einem überwiegenden Teil gemeinnützig ist. Der sogenannte Dritte Sektor wird definiert, als Abgrenzung zu wirtschaftlichen und zu öffentlichen Organisationen. Bei der Kirche könnte man so weit gehen, und diese als Ausnahme bezeichnen, welche alle drei Sektoren ineinander vereint.
Doch eines ist sie in jedem Falle, nämlich eine Nichtregierungsorganisation. Jedoch muss man hierbei anmerken, dass dieser Begriff nicht genau definiert ist und von der UNO in der Nachkriegsgesellschaft kreiert wurde. Diese Definition umfasst auch die kirchlichen karitativen Einrichtungen als sogenannte NGOs.
Im Moment hat sich das Bild der Kirche in Österreich leicht gebessert wobei dies in Deutschland nicht der Fall sein dürfte. Die Pleite des Buchhandelskonzernes Weltbild der deutschen katholischen Kirche ist der aktuellste Vorfall. Nach hohen Verlusten hat der Verlag nun Insolvenz angemeldet. Dies trägt mit Sicherheit nicht dazu bei, dass sich die Wahrnehmung bzw. die Wirkung der Kirche in der Öffentlichkeit verbessert.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Aufgabenstellung ein und beleuchtet die Sonderstellung der römisch-katholischen Kirche als Institution zwischen gemeinnützigem Anspruch und wirtschaftlicher Tätigkeit.
2 Die Rolle der Kirche als Nonprofit-Organisation?: Das Hauptkapitel untersucht die Einflüsse der Kirche auf den öffentlichen Sektor, diskutiert die ökonomische Relevanz des Kirchenbeitrags und analysiert den Wandel des sozialen Engagements innerhalb der Gesellschaft.
3 Conclusio: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Betrachtung der außergewöhnlichen Rolle der Kirche und betont, dass die kirchliche Arbeit in Bereichen wie der Kindererziehung und Pflege staatliche Leistungen sinnvoll ergänzt.
Schlüsselwörter
Katholische Kirche, Nonprofit-Organisation, NPO, Zivilgesellschaft, Kirchenbeitrag, Ehrenamt, Freiwilligenarbeit, Dritter Sektor, Sozialer Wandel, Säkularisierung, Gemeinnützigkeit, Österreich, Caritas, Öffentlichkeitsarbeit, Institution.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die aktuelle und zukünftige Rolle der katholischen Kirche in Österreich und beleuchtet dabei, wie sie zwischen ihrer Funktion als religiöse Institution, Arbeitgeber und Akteur im sozialen Sektor agiert.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder umfassen die Sonderstellung der Kirche im Nonprofit-Sektor, die Debatte über den Kirchenbeitrag, das soziale Ehrenamt sowie den Einfluss des gesellschaftlichen Wandels auf die Institution.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie wichtig die sozialen und gemeinnützigen Leistungen der Kirche sind und welche Auswirkungen gesellschaftliche Transformationsprozesse auf die Wahrnehmung dieser Institution haben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor nutzt eine diskursive und analytische Herangehensweise, um gesellschaftliche Teilaspekte und theoretische Ansätze zur Zivilgesellschaft auf die katholische Kirche anzuwenden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Außenwirkung der Kirche auf den öffentlichen Sektor, die ökonomische Diskussion der Kirchenfinanzierung sowie eine Analyse des Wandels des ehrenamtlichen Engagements.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die wesentlichen Begriffe sind NPO, Zivilgesellschaft, Ehrenamt, Kirchenbeitrag, Säkularisierung und das Spannungsfeld zwischen Staat und Kirche.
Warum ist die Kirche für den Staat als Kooperationspartner relevant?
Die Arbeit argumentiert, dass die Kirche durch ihre soziale Arbeit in Schulen, Pflegeheimen und bei der Caritas eine Entlastung für staatliche Strukturen darstellt, deren Ausfall der Staat nur schwer kompensieren könnte.
Welchen Einfluss hat das Stadt-Land-Gefälle auf die kirchliche Arbeit?
Der Autor stellt fest, dass in ländlichen Gebieten das ehrenamtliche Engagement (z.B. bei Messdienern) deutlich stärker ausgeprägt ist als im urbanen Bereich, wo die Kirche mit rückläufigen Teilnehmerzahlen und Pfarrenzusammenlegungen konfrontiert ist.
- Arbeit zitieren
- Thomas F. Eisenhut (Autor:in), 2014, Die römisch-katholische Kirche als Non-Profit-Organisation, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/338032