Der Triumph galt in der römischen Antike als höchste Ehrung für einen Feldherrn. In der Zeit um die Wende des dritten zum zweiten Jahrhundert vor Christus hat es besonders viele Debatten im Senat um die Gewährung eines Triumphs gegeben. Aus den Jahrhunderten zuvor sind nur wenige Einzelfälle bekannt, in denen die Triumphvergabe strittig war. Weshalb also gerade zu dieser Zeit eine solche Phase eintrat, soll diese Arbeit zeigen, die sich ausschließlich mit dem republikanischen Triumph befasst.
Dabei soll zunächst auf die Bedingungen für die Bewilligung eines Triumphs eingegangen werden, um zu demonstrieren, dass die Vergabe des Triumphs nicht ganz so willkürlich geschah, wie es den Anschein haben wird. Danach werden kurz mit die Möglichkeiten, die dem siegreichen Feldherrn zur Verfügung standen, wenn der Senat den Triumph ablehnte, geschildert Dies sind die ovatio und der triumphus in monte Albano.
Danach wendet sich die Arbeit einigen Fallbeispielen aus den zu behandelnden Jahren zu; zwei der Feldherren haben den Senat von der Rechtmäßigkeit ihres Triumphs überzeugen können, zwei sind in den Verhandlungen gescheitert. Die Fallbeispiele werden Auffälligkeiten bereithalten und eine Überleitung zu den Gründen liefern, aus denen es zu dieser Phase der Kämpfe um die Gewährung eines Triumphs kam, die immerhin von 211 bis etwa 185 v. Chr. andauerte.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Bedingungen für die Gewährung eines Triumphs
3. Varianten des Triumphs
3.1 Die ovatio
3. 2 Der triumphus in monte Albano
4. Die Phase – Die Wende vom 3. zum 2. Jh. v. Chr.
4.1 Fallbeispiele
4.1.1 Marcus Claudius Marcellus
4.1.2 Lucius Cornelius Lentulus
4.1.3 Lucius Furius Purpureo
4.1.4 Marcus Fulvius Nobilior
5. Die Suche nach den Gründen
6. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Phase der vermehrten politischen Kämpfe um die Gewährung eines Triumphs im römischen Senat zwischen 211 und 185 v. Chr. und analysiert die Ursachen für die zunehmende Rigidität sowie die widersprüchlichen Entscheidungen des Senats in dieser Zeit.
- Bedingungen für die Bewilligung eines republikanischen Triumphs
- Ersatzformen des Triumphs (ovatio und triumphus in monte Albano)
- Analyse historischer Fallbeispiele (u.a. Marcellus, Lentulus, Furius Purpureo)
- Ursachen für die Verschärfung des Spannungsverhältnisses zwischen Feldherren und Senat
- Einfluss von Konkurrenz, Beuteerwerb und persönlicher Feindschaften auf die Triumphvergabe
Auszug aus dem Buch
4.1 Fallbeispiele
Das letzte Wort hatte bei der Triumphvergabe das Volk. Selbst wenn der Senat den Triumph verweigerte, konnte der Feldherr noch hoffen, seinen Triumph genehmigt zu sehen, sofern er das Volk auf seiner Seite hatte.
Lucius Postumius Megellus kehrt im Jahre 294 v. Chr. als Konsul nach Rom zurück und fordert einen Triumph nach seinem Sieg über die Samniten und Etrusker. Der Senat ist einhellig gegen den Triumph, doch Postumius Megellus beruft sich auf sein imperium, meint, er werde triumphieren und verlässt den Senat. Nun spalten sich die Volkstribunen in zwei Lager: die einen wollen die Entstehung eines neuen exemplum verhindern, die anderen wollen ihm beistehen. Sie berufen eine contio ein – im Text steht, die Sache wurde vor dem Volk verhandelt und der Konsul sei dorthin eingeladen worden, damit kommt nur die contio in Frage – und Postumius Megellus nennt Präzedenzfälle. Er triumphiert schließlich "mit Hilfe von drei Volkstribunen gegen den Einspruch von sieben Tribunen und gegen die einhellige Ablehnung des Senats, während das Volk den Tag feierte".
Dieser Imperator übergeht den Willen des Senats und den von sieben Volkstribunen und triumphiert allein mit Hilfe des Volks und dreier Tribune, wobei er sich auf sein imperium beruft. Dies zeigt erstens, dass die Befugnis, Triumphe zu verleihen, ursprünglich wohl tatsächlich in der Hand des Feldherrn selbst lag und zweitens, dass der Senat den Feldherrn nicht am Triumph hindern konnte, wenn dieser den Willen des Volkes hinter sich hatte.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in das Thema der Triumphvergabe in der Zeit des 3. zum 2. Jahrhunderts v. Chr. unter Darlegung der Forschungsabsicht und der methodischen Vorgehensweise.
2. Bedingungen für die Gewährung eines Triumphs: Erläuterung der rechtlichen und militärischen Voraussetzungen, wie imperium, auspicium und das Prinzip des bellum iustum, die für einen Triumph zwingend waren.
3. Varianten des Triumphs: Untersuchung der alternativen Ehrungen ovatio und triumphus in monte Albano, die bei einer Ablehnung des klassischen Triumphs durch den Senat zum Einsatz kamen.
4. Die Phase – Die Wende vom 3. zum 2. Jh. v. Chr.: Detaillierte Analyse spezifischer Fallbeispiele von Feldherren, die bei ihrer Beantragung eines Triumphs vor den Senat traten, und die unterschiedlichen Ausgänge dieser Verhandlungen.
5. Die Suche nach den Gründen: Zusammenfassung der Faktoren für die erhöhten Spannungen zwischen Feldherren und Senat, insbesondere die Rolle von Beute, Konkurrenzkampf und politischer Kontrolle.
6. Schlussbetrachtung: Synthese der Ergebnisse, welche die kurze Dauer der Konfliktphase und die langfristige Entwicklung der Triumphkultur im republikanischen Rom aufzeigt.
Schlüsselwörter
Römische Republik, Triumph, Senat, Feldherr, imperium, auspicium, bellum iustum, ovatio, triumphus in monte Albano, Volksbeschluss, Volkstribun, Machtkampf, Triumphvergabe, Militärgeschichte, Antike
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit primär?
Die Arbeit analysiert die politisch instabile Phase zwischen 211 und 185 v. Chr., in der die Gewährung des römischen Triumphs durch den Senat zunehmend zu einem Schauplatz für Machtkämpfe zwischen siegreichen Feldherren und der senatorischen Elite wurde.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Fokus stehen die rechtlichen Bedingungen für Triumphe, die Auswirkungen von Konkurrenzdruck und persönlicher Feindschaften auf die Entscheidungsfindung sowie der Umgang mit alternativen Ehrungsformen wie der ovatio.
Was ist das Hauptziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es zu untersuchen, warum es in der Zeit um die Wende vom dritten zum zweiten Jahrhundert v. Chr. zu einer so hohen Dichte an Debatten und Ablehnungen von Triumphanträgen kam, obwohl der Triumph die höchste Ehre für einen Feldherrn darstellte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine historische Analyse, die primär auf den antiken Quellen von Livius sowie moderner Sekundärliteratur (wie Tanja Itgenshorst oder Theodor Mommsen) basiert, um die Argumentationsmuster in den Senatsdebatten zu rekonstruieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in die Triumphbedingungen, eine Vorstellung der Ersatzformen des Triumphs und eine detaillierte Auswertung von Fallbeispielen wie denen von Marcellus, Lentulus, Furius Purpureo und Fulvius Nobilior.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind imperium, auspicium, Senatsbeschluss, Triumphator, republikanische Tradition, Konfliktpotenzial, bellum iustum und die Rolle der Volkstribunen.
Welche Rolle spielte das Volk bei der Triumphvergabe laut der Arbeit?
Das Volk fungierte oft als letzte Instanz, auf die sich Feldherren stützten, wenn ihnen der Senat den Triumph verwehrte, was zu einer Schwächung der senatorischen Autorität führen konnte.
Wie bewertet der Autor das Verhalten von Marcus Fulvius Nobilior?
Der Autor zeichnet ein Bild eines Feldherrn, der trotz persönlicher Feindschaften und der Intrigen des Konsuls Marcus Aemilius Lepidus seine Erfolge verteidigte und letztlich durch die Unterstützung des Volkes und der Volkstribunen seinen Triumph durchsetzen konnte.
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- Andrea Baumann (Author), 2012, Die Gewährung eines Triumphs im alten Rom. Untersuchung ausgewählter Senatsdebatten, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/337534