In der vorliegenden Studie möchte ich mich der Frage widmen, in welcher Art und Weise unterschiedliche Lautstärken von Hintergrundgeräuschen die Stimme eines Sprechers, insbesondere dessen Lautstärke, während der Artikulation beeinflussen. Diese Fragestellung erscheint mir relevant, um mögliche Verständnis- und Verständigungsprobleme zwischen Gesprächspartnern herauszuarbeiten, die aufgrund von Hintergrundgeräuschen entstehen können. Dies liefert uns zum einen theoretische Erklärungsansätze für Kommunikationsprobleme, die nicht auf den Gesprächsteilnehmern beruhen. Und zum anderen ermöglicht es uns eine weiterführende Ausarbeitung praktischer Ansätze zur Erhebung dieser nicht-personenbezogenen Kommunikationsprobleme bezüglich einwirkenden Störschalls.
Anhand bereits vorliegender Studien zur Auswirkung von Lärmbelästigung auf das Sprechverhalten eines Sprechers sollen an dieser Stelle dessen Beobachtungen festgehalten werden, anhand derer unsere Forschungsfrage, inwiefern sich störende Umgebungsgeräusche auf die Lautstärke der Stimme eines Sprechenden auswirken, gestützt werden soll.
Nach LANGHOFF ET AL. wird die Lautstärke der Sprecherstimme als Sprechaufwand (auch Stimmaufwand) beschrieben, der nach ISO/DIS 9921-1 „durch den äquivalenten, kontinuierlichen A-bewerteten Schalldruckpegel, der in 1m Entfernung vom Mund des Sprechers bestimmt wird“, beschrieben ist. Der Schalldruckpegel wird mittels eines Mikrofons gemessen und stellt eine akustisch messbare Größe (in dB) dar.
An dieser Stelle sei erwähnt, dass in unserem Experiment hingegen nicht der Schalldruckpegel der Stimme gemessen wurde, sondern der Lautstärkepegel in Phon, der als psychoakustische Größe zur Beschreibung des Lautheitsempfindens fungiert. Die Lautstärke der Stimme der Versuchsperson (Vp) ist im Umfang dieser Studienauswertung demnach als Maß der Reaktion auf die vom Sprecher wahrgenommene Lautstärke des Rauschens zu interpretieren. Diese vom Menschen subjektiv empfundene Rauschintensität wird auch mit dem Begriff der Lautheit, die wiederum in Sone gemessen wird, beschrieben. Sie spielt hier aber keine weitere Rolle. Da in den Vergleichsstudien zur Bestimmung des Stimmaufwands des Sprechers im Gegensatz zu unserem Experiment der Schalldruckpegel gemessen wurde, kann ein Vergleich konkreter Werte mit unserem Experiment nicht vorgenommen werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Theorie
1.1 Explikation und Begründung der Fragestellung
1.2 Theoretische Grundlagen
1.3 Untersuchte Hypothese
2 Methodik
2.1 Operationalisierung
2.1.1 UV- Rauschen
2.1.2 AV- Lautstärke der Sprecherstimme
2.2 Datenerhebung und -aufbereitung
3 Ergebnisse
3.1 Deskriptive Statistik
3.1.1 Stichprobenkennwerte
3.1.2 Soziodemografische Angaben
3.2 Explorative Statistik
3.2.1 Verteilungsparameter der UV
3.2.2 Verteilungsparameter der AV
3.3 Bivariater Hypothesentest
3.3.1 Auswahl des Testverfahrens
3.3.2 Ergebnisse
4 Diskussion
4.1 Interpretation
4.2 Ausblick
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss von unterschiedlich lauten Hintergrundgeräuschen in Form von Rauschen auf die Lautstärke der Stimme eines Sprechers während der Artikulation. Das primäre Ziel ist es, die wissenschaftliche Bestätigung für die Hypothese zu finden, dass eine steigende Intensität des Störschalls zu einer entsprechenden Erhöhung der Sprecherlautstärke führt.
- Einfluss von Hintergrundrauschen auf die Stimmintensität
- Analyse des Lombard-Effekts und Kompensationsmechanismen
- Experimentelle Untersuchung in einer kontrollierten Umgebung
- Statistische Auswertung des Zusammenhangs zwischen Störpegel und Sprecherlautstärke
- Diskussion der Übertragbarkeit auf reale Kommunikationssituationen
Auszug aus dem Buch
1.1 Explikation und Begründung der Fragestellung
In der vorliegenden Studie möchte ich mich der Frage widmen, in welcher Art und Weise unterschiedliche Lautstärken von Hintergrundgeräuschen die Stimme eines Sprechers, insbesondere dessen Lautstärke, während der Artikulation beeinflussen.
Diese Fragestellung erscheint mir relevant, um mögliche Verständnis- und Verständigungsprobleme zwischen Gesprächspartnern herauszuarbeiten, die aufgrund von Hintergrundgeräuschen entstehen können. Dies liefert uns zum einen theoretische Erklärungsansätze für Kommunikationsprobleme, die nicht auf den Gesprächsteilnehmern beruhen. Und zum anderen ermöglicht es uns eine weiterführende Ausarbeitung praktischer Ansätze zur Behebung dieser nicht-personenbezogenen Kommunikationsprobleme bezüglich einwirkenden Störschalls.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Theorie: Dieses Kapitel erläutert die Fragestellung und den theoretischen Hintergrund zum Sprechaufwand unter Lärmbelastung sowie die aufgestellte Hypothese.
2 Methodik: Hier wird das experimentelle Design, die Operationalisierung der Variablen und der Prozess der Datenerhebung sowie deren Aufbereitung beschrieben.
3 Ergebnisse: Dieser Abschnitt präsentiert die deskriptiven und explorativen Statistiken sowie die Ergebnisse des bivariaten Hypothesentests zur Bestätigung des Zusammenhangs.
4 Diskussion: Das Kapitel interpretiert die Ergebnisse im Kontext existierender Literatur und gibt einen Ausblick auf potenzielle weiterführende Forschungsaspekte.
Schlüsselwörter
Sprechaufwand, Hintergrundgeräusche, Stimm-Lautstärke, Rauschen, Lombard-Effekt, Kommunikation, Störschall, Lautheit, Phon, Versuchspersonen, bivariate Hypothese, Sprachverständlichkeit, Messwiederholung, statistische Analyse, Kompensationsmechanismen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Untersuchung, wie sich verschiedene Intensitäten von Hintergrundrauschen auf die Lautstärke der menschlichen Stimme beim Sprechen auswirken.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Themen sind der Sprechaufwand, der Einfluss von Störschall auf die Artikulation, psychoakustische Größen wie Phon und die statistische Hypothesenprüfung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu belegen, dass Sprecher ihre Lautstärke erhöhen, wenn sie zunehmendem Rauschen ausgesetzt sind, um die Kommunikation aufrechtzuerhalten.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wurde ein kontrolliertes Experiment mit acht Sprechern durchgeführt, deren Lautstärke bei vier verschiedenen Rauschpegeln gemessen und anschließend mittels Varianzanalyse ausgewertet wurde.
Was sind die Kernpunkte im Hauptteil der Arbeit?
Im Hauptteil werden die theoretischen Grundlagen (Lombard-Effekt), das methodische Vorgehen bei der Datenerhebung sowie die detaillierte Ergebnispräsentation der statistischen Tests dargelegt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?
Die Arbeit ist am besten durch Begriffe wie Sprechaufwand, Rauschintensität, Stimm-Lautstärke, Lombard-Effekt und statistische Signifikanz charakterisiert.
Welcher Zusammenhang wurde zwischen Rauschen und Stimme festgestellt?
Die Ergebnisse zeigen einen positiven quadratischen Zusammenhang: Je lauter das Rauschen, desto lauter spricht die Versuchsperson, wobei bei 0 dB ein Sättigungseffekt eintritt.
Warum wurde für das Experiment unspezifisches Rauschen verwendet?
Unspezifisches Rauschen wurde gewählt, um den reinen akustischen Störeffekt zu isolieren und Verzerrungen durch inhaltliche oder emotionale Bedeutungsgehalte der Geräusche auszuschließen.
Was bedeutet der "Sättigungseffekt" im Kontext der Ergebnisse?
Der Sättigungseffekt beschreibt den Punkt, an dem eine weitere Steigerung des Störpegels kaum noch zu einer Erhöhung der Sprecherlautstärke führt, da die physiologische oder praktische Kapazität des Sprechers erschöpft ist.
- Quote paper
- B.A. Henriette Frädrich (Author), 2012, Der Einfluss von Hintergrundgeräuschen auf die Lautstärke der Stimme, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/337292