Zeitreisen beschäftigen die Menschen schon seit einiger Zeit. Nicht nur Hollywood, sondern vor allem die Physik und die Philosophie beschäftigen sich mit der Möglichkeit von Zeitreisen. Es gibt einige Ansätze, um Zeitreisen technisch umzusetzen. Wenn man beispielsweise ins All reist und dort die Reise ungefähr eine Woche dauert, können auf der Erde je nach Reisegeschwindigkeit einige hundert Jahre vergangen sein. In der Philosophie dagegen gibt es einige Überlegungen, die aufzeigen, dass Zeitreisen nicht möglich sind.
Zunächst werden die Möglichkeit von Zeitreisen zum einen aus der Perspektive der Physik und zum anderen aus der Philosophie betrachtet. Darauf folgend und aufbauend wird der Frage nachgegangen, welche Konsequenzen Zeitreisen in die Vergangenheit für die Zukunft hätten und welche Schwierigkeiten bei einer Rückkehr in die Gegenwart auftreten könnten. Dazu wird zunächst eine Theorie über das Wesen der Zeit – die Growing Block Theorie – vorgestellt und gezeigt, dass nach dieser Theorie Reisen in die Vergangenheit möglich wären. Es ist nicht Ziel der Arbeit, die Zweifel der Philosophie an Zeitreisen mit den Möglichkeiten der Physik zu vereinen, sondern aufzuzeigen, dass es zu verschiedenen Schwierigkeiten kommen kann, wenn eine Reise in die Vergangenheit kausalen Einfluss auf die Zukunft hat.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. In die Vergangenheit
3. (Zurück) in die Zukunft?
4. Fazit
5. Literatur
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretische Machbarkeit von Zeitreisen, indem sie physikalische Ansätze den philosophischen Argumenten gegenüberstellt. Im Zentrum steht die Analyse der logischen und metaphysischen Widersprüche, die sich aus der Vorstellung ergeben, in die Vergangenheit zu reisen und dabei kausale Einflüsse auf die Zukunft auszuüben.
- Physikalische Grundlagen und theoretische Konzepte von Zeitreisen
- Philosophische Perspektiven: Präsentismus versus Block-Universum-Theorie
- Untersuchung der "Growing Block"-Theorie im Kontext von Zeitreisen
- Kausale Konsequenzen und die Problematik von Zeitreisen-Paradoxien
- Analyse des Schmetterlingseffekts bei Eingriffen in die Vergangenheit
Auszug aus dem Buch
3. (Zurück) in die Zukunft?
Im Folgenden soll geklärt werden, ob und welche Konsequenzen Reisen in die Vergangenheit für die Zeitscheibe hat, aus der man abgereist ist. Der Begriff der Zeitscheibe stammt aus der Growing Block Theorie über die Zeit, weshalb diese als Referenztheorie herangezogen wird. Zudem ist die Vergangenheit, welche aus unendlich vielen Zeitscheiben besteht, im Gegensatz zur Präsentismus-Theorie etwas Reales.
Nach der Growing Block Theorie besteht der Fluss der Zeit darin, dass etwas (ein Ding oder Ereignis) in seine Existenz übergeht, also gegenwärtig wird. Sobald dies geschehen ist, ist es Vergangenheit, bleibt aber real. Dabei stellt das gegenwärtig werden eine Zeitscheibe dar, die an einen bereits bestehenden Block von Scheiben anschließt. Mit jeder neuen Zeitscheibe wachsen der Block und damit auch der Bereich der Vergangenheit. Die Vergangenheit und die unmittelbare Gegenwart sind festgelegt und unveränderbar. Die Zukunft hingegen ist offen und nicht festgelegt. Aussagen wie „Die nächste Mondfinsternis findet am 21.01.2019 statt.“ wären demnach falsch. Geht man nun davon aus, dass Reisen in die Vergangenheit möglich sind, da diese ja real und existent ist, stellt sich die Frage, ob die Vergangenheit dann noch immer unveränderbar bleibt und welchen Einfluss das Eingreifen des Zeitreisenden in die Ereignisse der Vergangenheit hat.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik ein und stellt das Ziel der Arbeit dar, physikalische und philosophische Standpunkte zu Zeitreisen kritisch zu beleuchten.
2. In die Vergangenheit: Dieses Kapitel erörtert die physikalischen Möglichkeiten von Zeitreisen und stellt ihnen die philosophischen Widerstände gegenüber, insbesondere das Großvater-Paradoxon.
3. (Zurück) in die Zukunft?: Hier wird die "Growing Block Theorie" als theoretisches Gerüst genutzt, um die Konsequenzen von Eingriffen in die Vergangenheit und die Probleme einer Rückkehr zu untersuchen.
4. Fazit: Das Fazit fasst die philosophischen Bedenken zusammen und kommt zu dem Schluss, dass Zeitreisen aufgrund logischer Paradoxien und metaphysischer Schwierigkeiten nicht plausibel sind.
5. Literatur: Auflistung der verwendeten Quellen und Fachliteratur.
Schlüsselwörter
Zeitreisen, Philosophie der Zeit, Physik, Präsentismus, Block-Universum, Growing Block Theorie, Großvater-Paradoxon, Kausalität, Rückwärtskausalität, Schmetterlingseffekt, Chaostheorie, Zeitmaschine, Zeitlichkeit, Metaphysik, Logik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit setzt sich kritisch mit der theoretischen Möglichkeit von Zeitreisen auseinander, wobei der Schwerpunkt auf der philosophischen Auseinandersetzung mit der Natur der Zeit liegt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind die logischen Widersprüche bei Zeitreisen, die physikalischen Voraussetzungen sowie die metaphysische Betrachtung von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass Zeitreisen in die Vergangenheit trotz theoretischer physikalischer Ansätze mit gravierenden philosophischen, logischen und kausalen Schwierigkeiten verbunden sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die bestehende philosophische Theorien wie den Präsentismus und die Growing Block Theorie auf Zeitreiseszenarien anwendet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Gegenüberstellung von physikalischen und philosophischen Sichtweisen sowie eine tiefgehende Analyse der Auswirkungen von Zeitreisen auf Basis der Growing Block Theorie.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die zentralen Begriffe sind Zeitreisen, Growing Block Theorie, Kausalität, logische Paradoxien und Präsentismus.
Wie bewertet die Autorin die Rolle des Films "Zurück in die Zukunft" in diesem Kontext?
Der Film dient als anschauliches Beispiel, um die Paradoxien und Probleme zu illustrieren, die entstehen, wenn ein Zeitreisender in die Vergangenheit eingreift und die Zeitstruktur verändert.
Warum wird der "Schmetterlingseffekt" im Zusammenhang mit Zeitreisen diskutiert?
Der Schmetterlingseffekt wird genutzt, um zu verdeutlichen, dass kleinste Veränderungen in der Vergangenheit zu massiven, unvorhersehbaren Änderungen in der Gegenwart führen können, was die Stabilität der Zeitlinie infrage stellt.
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- Marie Bromber (Author), 2014, Gibt es ein „Zurück in die Zukunft“? Zur Möglichkeit von Zeitreisen aus Sicht der Physik und der Philosophie, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/336611