Hausarbeiten logo
Shop
Shop
Tutorials
De En
Shop
Tutorials
  • How to find your topic
  • How to research effectively
  • How to structure an academic paper
  • How to cite correctly
  • How to format in Word
Trends
FAQ
Go to shop › Philosophy - Theoretical (Realisation, Science, Logic, Language)

Das Privatsprachenargument (PU §§ 235-315) und das Problem invertierter Qualia

Title: Das Privatsprachenargument (PU §§ 235-315) und das Problem invertierter Qualia

Term Paper , 2015 , 13 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Tom Lippke (Author)

Philosophy - Theoretical (Realisation, Science, Logic, Language)

Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Weit verbreitet ist die Annahme, psychische Eigenschaften seien einzig im Rahmen einer erste-Personen-Ontologie beschreibbar. Daraus würde folgen, dass Gefühle nur einer Person – nämlich dem Empfindenden – direkt zugänglich sind. Aus einer solchen Sichtweise leitet sich notwendigerweise eine starker Subjektivismus ab, der die Existenz anderer Ich-Individuen zwar nicht leugnet, aber bezweifelt. Denn wenn ich nur von mir weiß, was zum Beispiel Freude bedeutet, kann ich nicht wissen, ob es bei einem anderen dieselbe Bedeutung annimmt oder überhaupt vorhanden ist.

Man kann von diesem Zweifel an der Existenz von Fremdpsychischem solange nicht lassen, wie ich nicht davon überzeugt bin, dass Bedeutungsmuster universal sind. Zumindest auf Begriffe, die ihr Korrelat an physischen Gegenständen haben, sind die Bedeutungen durchaus universal. Wenn es allerdings um psychische Gegenständen geht, ist die Auffassung verbreitet, diese würden ihre Bedeutung durch einen introspektiven Vorgang erhalten. Insofern sei nur jeweils einem gegeben, zu wissen, was ein Gefühlsausdruck (z.B. der des „Schmerzes“) bedeutet. Es wäre demzufolge aber völlig unklar, ob ein Empfindungsausdruck stets mit demselben phänomenalen Gehalt korrespondiert. Wollte man an der Annahme festhalten, die Bedeutung zumindest einiger Begriffe würde subjektiv bestimmt, so müsste man eingestehen, dass es völlig unmöglich ist, Gewissheit darüber zu erlangen, ob Farbeindrücke z.B. invertiert sind, d.h. ob nicht etwa bei zwei Personen dieselbe Farbtafel unterschiedlicher Qualität für die Betrachter ist. Denn schließlich sei es unmöglich, fremde Empfindungen nachzuvollziehen, weil diese eine individuell unterschiedliche Bedeutung erhalten könnten.

In der vorliegenden Arbeit wird der Versuch unternommen, den oben dargestellten Standpunkt mithilfe des von Wittgenstein in den Philosophischen Untersuchungen entwickelten Privatsprachenarguments zu entkräften. Der Autor geht davon aus, dass eine wesentliche Absicht Wittgensteins gewesen ist, zu zeigen, dass Erkenntnis von Fremdpsychischen gegeben sei. Es sei demnach möglich zu wissen, dass die Empfindungen eines anderen Menschen nicht völlig anders geartet seien als die eigenen. In der Tat vermeint man schließlich, die Empfindungen anderer nachvollziehen zu können.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Die private Sprache

III. Das Problem des Wissens vom Fremdpsychischen

IV. Eine Theorie der Bedeutung

V. Ein Argument gegen die Kommunikationsskepsis

VI. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das von Ludwig Wittgenstein in den "Philosophischen Untersuchungen" (§§235-315) formulierte Privatsprachenargument. Ziel ist es, die daraus resultierende Kommunikationsskepsis in Bezug auf das Fremdpsychische zu entkräften und aufzuzeigen, dass Empfindungen auch aus einer dritte-Personen-Perspektive zugänglich sind.

  • Analyse des Privatsprachenarguments von Wittgenstein
  • Kritik an der Idee einer rein subjektiv fundierten Empfindungssprache
  • Diskussion des Problems des Wissens vom Fremdpsychischen
  • Untersuchung von Sprachspielen und Bedeutungskonstitution
  • Widerlegung der Annahme invertierter Qualia durch soziale Sprachpraxis

Auszug aus dem Buch

III. Das Problem des Wissens vom Fremdpsychischen

„Angenommen, es hätte Jeder eine Schachtel, darin wäre etwas, was wir Käfer nennen. Niemand kann je in die Schachtel des Anderen schauen; und jeder sagt, er wisse nur von Anblick seines eigenen Käfers, was ein Käfer ist. - Da könnte es ja sein, dass jeder ein anderes Ding in seiner Schachtel hätte.“ (PU §293)

Es ist etwas Anderes, wissen zu wollen, wie die Gedanken meines Gegenübers beschaffen sind, als in Erfahrung zu bringen, ob dessen Gefühle anders geartet als die meinen sind. Die Gedanken anderer zu wissen würde nämlich keinerlei Aussage darüber zulassen, wie die sie möglicherweise begleitenden Gefühle aussehen. Denn anders als Gedanken, welche lediglich innere Monologe darstellen, zeichnen Gefühle sich durch Phänomenalität aus: Man kann denselben Gedanken denken, niemals aber dieselbe Empfindung haben. Wenngleich es möglich ist, fremde Emotionen nachzuempfinden, indem man sich in eine fremde Person einfühlt, kann man keinerlei Vergleichsmaßstab anlegen, der es ermöglichen könnte, Gefühle als verschieden, gleich, ähnlich anzusprechen. Es ergibt sich daraus das Problem, dass man keine Sicherheit darüber erlangen kann, ob die eigenen Empfindungsqualitäten einzigartig seien. Wäre dies aber der Fall, so ist es merkwürdig, wie trotzdem Äußerungen über psychische Zustände sinnhaft sein können. Vielleicht ist dies deshalb möglich, weil aufgrund von Konventionen sich auf die Verwendung bestimmter Namen geeinigt worden ist. Sehen zwei Person z.B. dieselbe Lampe und sollen nun deren Beschaffenheit beschreiben: Wie kommt es dazu, dass beide konform mit den Aussagen des jeweils anderen gehen? Solange eine der beiden Personen nicht farbenblind ist, liegt eine Einigung immer vor: Der Lampenschirm ist schwarz, der Lampenständer metallisch. Nichtsdestoweniger kann man nicht mit Sicherheit angeben, ob der Andere, derweil er die Lampe betrachtet, nicht etwa statt Schwarz Blau wahrnimmt, oder gar eine Farbe, welche vorzustellen unmöglich ist, weil sie jenseits dessen liegt, was in meinem eigenen Spektrum vorhanden ist. Hierin unterschieden sich Empfindungen – seien sie nun

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Einführung in die Problematik der Subjektivität psychischer Zustände und die Zielsetzung, diese mittels Wittgensteins Privatsprachenargument zu entkräften.

II. Die private Sprache: Darstellung des Konzepts der Privatsprache als Kontrastfolie und Erläuterung der Annahme, dass Bedeutung sozial in einer Kommunikationspraxis verankert ist.

III. Das Problem des Wissens vom Fremdpsychischen: Diskussion der Schwierigkeit, durch Introspektion allein die Qualität fremder Empfindungen zu erfassen und zu vergleichen.

IV. Eine Theorie der Bedeutung: Untersuchung der Bedeutungskonstitution als Teil eines Sprachspiels, wobei Introspektion allein keine Definition von Begriffen leisten kann.

V. Ein Argument gegen die Kommunikationsskepsis: Argumentation, dass die soziale Einbettung in eine Lebensform den Austausch über mentale Zustände erst ermöglicht und absichert.

VI. Schlussbetrachtung: Zusammenfassung der Ergebnisse, dass Wissen über Fremdpsychisches möglich ist, da Begriffe für Empfindungen durch öffentliche Regeln und nicht durch private Akte definiert werden.

Schlüsselwörter

Privatsprachenargument, Wittgenstein, Philosophische Untersuchungen, Fremdpsychisches, Qualia, Sprachspiel, Bedeutung, Kommunikationsskepsis, Phänomenalität, soziale Sprachpraxis, Lebensform, Introspektion, Erkenntnistheorie, mentale Zustände, Invertierte Qualia

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit thematisiert das von Ludwig Wittgenstein entwickelte Privatsprachenargument und die damit verbundene Frage, ob wir Wissen über die Empfindungen anderer Menschen erlangen können.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zu den zentralen Themen gehören die Natur von Empfindungen, die Bedeutung von Begriffen für mentale Zustände, die Problematik der Introspektion und das Konzept der sozialen Sprachpraxis.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es zu zeigen, dass die skeptische Annahme einer "privaten Sprache" unhaltbar ist und wir durch unsere Teilhabe an einer gemeinsamen Lebensform berechtigt sind, auch Aussagen über fremde Empfindungen zu treffen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewendet?

Die Arbeit basiert auf einer textnahen philosophischen Exegese und Interpretation der "Philosophischen Untersuchungen" (PU) von Ludwig Wittgenstein.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Dekonstruktion der privaten Sprache, dem Vergleich zwischen Gedanken und Empfindungsqualitäten sowie der Widerlegung der Kommunikationsskepsis durch den Nachweis öffentlicher Sprachregeln.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Privatsprachenargument, Fremdpsychisches, Sprachspiel, Bedeutung und soziale Sprachpraxis definiert.

Inwiefern spielt die "Schachtel-Analogie" (§293) eine Rolle für das Argument des Autors?

Die Analogie dient dazu, das Problem der prinzipiellen Verborgenheit von Empfindungen zu illustrieren, um im weiteren Verlauf aufzuzeigen, warum dieses Modell für die tatsächliche Sprachverwendung inadäquat ist.

Warum ist laut Autor die Einbettung in eine "Lebensform" entscheidend für das Verständnis fremder Gefühle?

Die Lebensform bildet den gemeinsamen Kontext, der es ermöglicht, dass Wörter wie "Schmerz" oder "Angst" über verschiedene Individuen hinweg eine konsistente Bedeutung erhalten, anstatt subjektiv isoliert zu bleiben.

Excerpt out of 13 pages  - scroll top

Details

Title
Das Privatsprachenargument (PU §§ 235-315) und das Problem invertierter Qualia
College
http://www.uni-jena.de/  (Institut für Philosophie)
Course
Wittgenstein Philosophische Untersuchungen
Grade
1,3
Author
Tom Lippke (Author)
Publication Year
2015
Pages
13
Catalog Number
V335269
ISBN (eBook)
9783668251748
ISBN (Book)
9783668251755
Language
German
Tags
Wittgenstein Privatsprachenargument Qualia Philosophische Untersuchungen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tom Lippke (Author), 2015, Das Privatsprachenargument (PU §§ 235-315) und das Problem invertierter Qualia, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/335269
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  13  pages
Hausarbeiten logo
  • Facebook
  • Instagram
  • TikTok
  • Shop
  • Tutorials
  • FAQ
  • Payment & Shipping
  • About us
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint