In der vorliegenden Arbeit wird eine Reihe für den Deutschunterricht entworfen, in deren Fokus das "Märchen von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen" der Gebrüder Grimm und Tim Burtons "Big Fish" stehen. Diese beiden Werke sollen zunächst jeweils autark einer inhaltlichen wie auch stilistischen Analyse unterzogen werden. Da bei KHM 4 die Gattungszugehörigkeit weniger eindeutig ist, als bei vielen anderen der Kinder- und Hausmärchen, soll eingangs eine kurze Übersicht zu diesem Thema gegeben werden.
Bevor die dezidierte Interpretation des Märchens erfolgt, wird der Übersicht halber eine kurze Zusammenfassung des Textes gegeben; anschließend erfolgt dasselbe Prozedere für den Film, wobei hier der Schwerpunkt der Analyse auf den Erzählungen der Protagonisten liegen wird; der Konflikt von Vater und Sohn soll nur kurze Erwähnung finden, Weiteres ausgespart werden.
Eine Zusammenführung der wichtigsten Aspekte erfahren die beiden Werke in der Reihenplanung, wo spezifische Inhalte noch einmal aufgegriffen und der Mehrwert für den Deutschunterricht erläutert wird. Abschließend erfolgt eine Übersicht zur Grobstruktur einer intendierten Reihe, innerhalb derer auf den Rahmenlehrplan Bezug genommen, spezifische Aufgaben formuliert und intendierte Kompetenzzuwächse festgelegt werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Märchen von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen
2.1 Das Genre
2.2 Das Märchen
2.2.1 Zusammenfassung
2.2.2 Analyse
3 Der Film
3.1 Zusammenfassung
3.2 Analyse
4 Zentrale Aspekte für den DU
4.1 Reihe
4.2 Grobplanung der Reihe
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit entwickelt eine Unterrichtsreihe für den Deutschunterricht, die eine inhaltliche und stilistische Analyse von Grimms Märchen "Von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen" mit dem Film "Big Fish" von Tim Burton verknüpft. Das primäre Ziel besteht darin, die Motivation der Protagonisten bei ihrem Aufbruch in die Welt zu vergleichen, die Kunst des Erzählens zu ergründen und deren Mehrwert für den Unterricht herauszuarbeiten.
- Vergleichende Analyse der Protagonisten (Furchtloser, Edward Bloom, Karl)
- Untersuchung der Erzählstrukturen und filmästhetischer Mittel
- Reflektion über den Mehrwert und die Moral des phantastischen Erzählens
- Grobplanung einer Unterrichtsreihe für die Sekundarstufe I
Auszug aus dem Buch
2.2.2 Analyse
Recht unvermittelt und ohne die gewohnte Märchenformel wird von einem Vater und seinen Söhnen erzählt und es wird zunächst eher der Eindruck einer lehrhaften Anekdote vermittelt. Dass jegliche Figuren einerseits ohne Namen bleiben und weiterhin über keinen besonders vielschichtigen Charakter verfügen, unterstreicht hingegen die reine Funktionalität der Figuren und wiederum die Formelhaftigkeit des Märchens. Der Erzähler unterstreicht die vorgefasste Meinung zum Furchtlosen, indem er nahezu jeden aus seinem Umfeld zu Wort kommen lässt: Zunächst bekräftigen „Leute“ -also potentiell das ganze Dorf- den Eindruck, niemand wolle einen solchen Jungen zum Sohne haben und attestieren, der bemitleidenswerte Vater werde noch eine schwere Last an seinem Kind haben; die Art der Wiedergabe der Schilderung legt nahe, dass sich dieser Gedanken unweigerlich beim bloßen Ansehen des Jungen einstellt. Schließlich macht auch der Vater keinen Hehl aus seiner Abneigung gegen seinen Sohn: Mit „hör du, in der Ecke dort[…]“ beginnt er seine wenig liebevolle Ansprache; diese Motivationsrede, der Sohn solle sich einer Lehre widmen, lässt er mit der Anmerkung ausklingen, dass sein Jüngerer es ohnehin zu nichts bringen werde - im Gegensatz zum älteren Sohn. Dieser ist es schließlich, der seinen Bruder verspottet und noch einmal den Gegensatz zwischen einem vermeintlich guten und schlechten Sohn betont. Auf diese Weise bleibt auch beim Rezipienten keinerlei Zweifel daran, dass der Furchtlose offensichtlich keinen gesellschaftlichen Mehrwert mitbringt; gleichzeitig baut der Text Spannung auf: Von allen Beteiligten, schließlich auch von Erzähler und Leser, ist der Furchtlose und seine Situation als völlig hoffnungslos stigmatisiert; Fort- und Ausgang des Märchens sind dadurch umso eindrucksvoller.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Arbeit führt in die Konzeption einer Unterrichtsreihe ein, welche Grimms Märchen KHM 4 und Tim Burtons "Big Fish" durch inhaltliche wie stilistische Analysen verbindet.
2 Märchen von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen: Dieses Kapitel analysiert das Genre und den Text des Märchens, wobei insbesondere die Funktionalität der Figuren und die Stigmatisierung des Protagonisten durch sein Umfeld untersucht werden.
3 Der Film: Hier erfolgt eine Analyse von "Big Fish", die den Konflikt zwischen dem "Anekdotenerzähler" Edward Bloom und seinem rationalen Sohn Will sowie die Bedeutung phantastischen Erzählens beleuchtet.
4 Zentrale Aspekte für den DU: Dieser Abschnitt dient der konkreten didaktischen Umsetzung und bietet eine Grobplanung für eine Unterrichtsreihe in der Sekundarstufe I inklusive Aufgabenstellungen.
Schlüsselwörter
Märchen, Big Fish, Tim Burton, Gebrüder Grimm, Erzählkunst, Furchtlosigkeit, Unterrichtsreihe, Filmanalyse, Literaturdidaktik, Protagonisten, Motivvergleich, Sekundarstufe I, Anekdoten, Gattungsmerkmale, Reifeprozess
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit entwirft eine Unterrichtsreihe für den Deutschunterricht, die eine Analyse von Grimms Märchen "Von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen" und Tim Burtons Film "Big Fish" kombiniert.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Analyse von Märchenstrukturen, die Interpretation von Filmanalysen und die didaktische Aufbereitung dieser Stoffe für den Unterricht der Sekundarstufe I.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Hauptziel liegt im Vergleich der drei Protagonisten (der Furchtlose, Edward Bloom, Karl) hinsichtlich ihrer Motivation, die Heimat zu verlassen, sowie der Untersuchung des Mehrwerts phantastischer Erzählweisen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine inhaltliche und stilistische Text- und Filmanalyse angewandt, um die Werke autark zu untersuchen und anschließend in einer Reihenplanung für den Unterricht zusammenzuführen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse des Märchens KHM 4, eine Untersuchung des Films "Big Fish" hinsichtlich seiner Erzählstruktur sowie eine ausführliche Grobplanung für die schulische Unterrichtsreihe.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit fokussiert auf Themen wie Märchen, Filmanalyse, Erzählkunst, Motivvergleich, Didaktik und die Rezeption von Fiktionalität.
Warum ist die Analyse von "Big Fish" für das Thema relevant?
Der Film verdeutlicht durch seine phantastischen Anekdoten den Konflikt zwischen subjektivem Erzählen und rationaler Wahrheit, was ihn zu einem idealen Vergleichspartner für die märchenhafte Gattung macht.
Welche Rolle spielt die "Hexe" in der Analyse?
Die Hexe dient im Film als mythologisches Element, das Edward Bloom ermöglicht, sein Schicksal zu erahnen, und stellt somit einen wesentlichen Bezugspunkt für die Struktur seiner Lebensgeschichte dar.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2016, Analyse und Reihenplanung zum Grimmschen "Märchen von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen" und Tim Burtons Film "Big Fish", Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/335113