Das Home Office liegt voll im Trend, oder? Während eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) konstatiert, dass seit dem Jahr 2008 die Zahl der Heimarbeiter in Deutschland kontinuierlich gesunken sei, kommt das Ifo-Institut in Zusammenarbeit mit dem Personaldienstleister Randstad zu dem Schluss, dass die Heimarbeit in Deutschland in den letzten vier bis fünf Jahren, ausgehend vom Jahr 2013, kontinuierlich zugenommen habe.
Lässt sich die Frage nach der Popularität des Home Office nicht eindeutig beantworten, so kann es aber als Instrument des Managements einer Entwicklung zugeordnet werden, welche als Entgrenzung beschrieben wird und in den 1970er Jahren allmählich begann.
In den weiteren Ausführungen dieses Essays werden Aspekte der Entgrenzung, welche Internetfirmen betreffen, anhand des Zeitungsartikels „Die große Freiheit“ von Varinia Bernau aus dem Jahr 2011, diversen Online-Quellen und grundlegenden schriftlichen Quellen erläutert.
In diesem Kontext wird sich mit den Besonderheiten der „Ware Arbeitskraft“, sowie dem Aspekt der Einbettung auseinander gesetzt. Schließlich werden jene Aspekte in einen Zusammenhang gebracht, diskutiert und mit einem Fazit abgeschlossen.
Unter dem Begriff der Entgrenzung wird allgemein die „Dezentralisierung und Flexibilisierung der industriellen Organisations- und Arbeitsstrukturen“ verstanden.
Im Weiteren werden die Instrumente, welche den Prozess der Entgrenzung vorantreiben, näher untersucht sowie die Eigenschaften und Vor- wie Nachteile der Entgrenzung, aufgezeigt.
Inhaltsverzeichnis
1. Arbeit im Wandel
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Wandel der Arbeitswelt unter dem Aspekt der Entgrenzung und beleuchtet die ambivalenten Auswirkungen auf Arbeitnehmer und Unternehmen. Dabei wird insbesondere der neuartige Typus des Arbeitskraftunternehmers analysiert und die Rolle der Einbettung wirtschaftlichen Handelns kritisch hinterfragt.
- Entgrenzung industrieller Arbeitsstrukturen
- Chancen und Risiken flexibler Arbeitsformen
- Der Arbeitskraftunternehmer als neues Leitbild
- Veränderung der Einbettung von Wirtschaftsbeziehungen
- Die gesellschaftspolitische Bedeutung von Bildungsunterschieden
Auszug aus dem Buch
Arbeit im Wandel
Das Home Office liegt voll im Trend, oder? Diese Frage lässt sich nicht eindeutig beantworten. Während der US-amerikanische Internetkonzern Yahoo seit Juni 2013 wieder auf Anwesenheitspflicht seiner Mitarbeiter setzt (vgl. Schultz, 2013) folgen andere große Internetfirmen wie Google (vgl. Bernau, 2011), Facebook (vgl. Maier, 2013) oder Microsoft (vgl. Töpper, 2013) nach wie vor dem „Trend“ zum Home Office.
In Deutschland ist das Bild ähnlich: Während eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) konstatiert, dass seit dem Jahr 2008 die Zahl der Heimarbeiter in Deutschland kontinuierlich gesunken sei (vgl. Kaufmann, 2014a), kommt das Ifo-Institut in Zusammenarbeit mit dem Personaldienstleister Randstad zu dem Schluss, dass die Heimarbeit in Deutschland in den letzten vier bis fünf Jahren, ausgehend vom Jahr 2013, kontinuierlich zugenommen habe (vgl. Kaufmann, 2013).
Lässt sich die Frage nach der Popularität des Home Office nicht eindeutig beantworten, so kann es aber als Instrument des Managements einer Entwicklung zugeordnet werden, welche als Entgrenzung beschrieben wird und in den 1970er Jahren allmählich begann (vgl. Hirsch-Kreinsen, 2009: S. 447). In den 1990er Jahren nahm diese Entwicklung, besonders im angelsächsischen Raum, rasant zu (vgl. ebd.: S. 448).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Arbeit im Wandel: Das Kapitel führt in die Problematik der Entgrenzung von Arbeit ein, beleuchtet aktuelle Trends wie das Home Office und definiert den zugrunde liegenden Prozess der Dezentralisierung und Flexibilisierung.
Schlüsselwörter
Arbeit im Wandel, Home Office, Entgrenzung, Arbeitskraftunternehmer, Flexibilisierung, Subjektivierung, Einbettung, Wirtschaftssoziologie, Selbstvermarktung, Arbeitsstrukturen, IT-Branche, Beschäftigungsformen, Internetfirmen, Digitalisierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den Transformationsprozess der modernen Arbeitswelt hin zu entgrenzten Strukturen und die damit einhergehenden Veränderungen für Beschäftigte.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Fokus stehen die Flexibilisierung der Arbeit, der Wandel zur Selbstorganisation und die sozialen sowie ökonomischen Herausforderungen des Arbeitskraftunternehmers.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Licht- und Schattenseiten der Entgrenzung sowie die veränderte Einbettung wirtschaftlicher Transaktionen in der IT-Branche und darüber hinaus aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung auf Basis aktueller Fachliteratur, Wirtschaftsberichte und publizistischer Analysen zum Thema Entgrenzung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil behandelt die Instrumente der Entgrenzung, die Chancen und Risiken der Selbststeuerung, den Typus des Arbeitskraftunternehmers und die Notwendigkeit politischer Regulierung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Zu den zentralen Begriffen gehören Entgrenzung, Arbeitskraftunternehmer, Flexibilisierung, Selbstvermarktung und die Einbettung von Wirtschaftsbeziehungen.
Welche Rolle spielt die IT-Branche in der Analyse?
Die IT-Branche dient als konkretes Beispiel für eine Arbeitsumgebung, in der die beschriebenen Entwicklungen wie Flexibilität und Entgrenzung besonders deutlich hervortreten.
Welche Rolle nimmt der Staat laut der Autorin ein?
Die Politik steht in der Verantwortung, durch Bildungs- und Sozialmaßnahmen sowie globale Standards einen Ausgleich zwischen hoch- und niedrigqualifizierten Arbeitnehmern zu schaffen, um soziale Unruhen zu vermeiden.
- Quote paper
- Sven Böttger (Author), 2014, Arbeit im Wandel. Das Home Office als Mittel zur Entgrenzung der Mitarbeiter?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/335025