In dieser Hausarbeit werde ich mich mit den Diskursmarkern in Lehrwerken unter Berücksichtigung der spanischen Höflichkeit beschäftigen. Zuerst werde ich allgemein erklären, was man unter Diskursmarkern versteht und dies mit einigen Beispielen untermalen sowie erwähnen warum man Diskursmarker überhaupt analysieren sollte. Anschließend werde ich kurz erklären, was man im Spanisch überhaupt als Unhöflich bezeichnet und auch auf das face-Konstrukt in der verbalen Höflichkeit eingehen, welches aufgrund der Kritik den größten Teil der Theorie einnehmen wird, da es sich hier um ein sehr kontroverses Themengebiet handelt. Die zuvor genannten Beispiele für Diskursmarker, werde ich in Oberbegriffen zuordnen, um alles etwas übersichtlicher zu gestalten.
Im Hauptteil werde ich in die Praxis übergehen, wobei ich die Einführung in das Thema ,,Höflichkeit“ anhand des Lehrerhandbuches Encuentros anführen werde und auch erwähnen werde, wie das Lehrerhandbuch die Einführung in das Thema im Schulunterricht vorsieht. Anschließend werde ich einen Beispieltext aus dem Lehrbuch Línea dos auf seine Diskursmarker untersuchen und erklären, was genau welcher Diskursmarker aussagt und zu welcher Gattung er gehört.
Abschließend werde ich zur Höflichkeit allgemein, zu dem Umsetzungsvorschlag im Lehrerhandbuch und auf die Diskursmarker im Lehrbuch eingehen. Außerdem kommt noch ein persönlicher subjektiver Eindruck zum Thema ,,Höflichkeit im Spanischen“ von mir hinzu, wo ich von meinen Erfahrungen in einer spanischen Familie berichten werde.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Diskursmarker und verbale Höflichkeit im Spanischen
2.1 Hintergrund: Definition des Wortes ,,Diskursanalyse“
2.2 Warum sollte man Diskursmarker analysieren?
2.3 Was gilt im Spanischen grundsätzlich als unhöflich?
2.4 Das face-Konstrukt und die verbale Höflichkeit
2.5 Beispiele zu Diskursmarkern
3. Praxis: Untersuchung der Umsetzung von Höflichkeit und Diskursmarkern in schulischen Lehrwerken
3.1 Umsetzung von Höflichkeit im Lehrerhandbuch Encuentros
3.2 Diskursmarker im schulischen Lehrwerk Línea dos
4. Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die theoretische und praktische Auseinandersetzung mit spanischen Diskursmarkern unter besonderer Berücksichtigung kultureller Höflichkeitskonzepte. Die Arbeit untersucht, wie diese sprachlichen Phänomene theoretisch definiert sind und wie ihre Vermittlung in schulischen Lehrwerken sowie ihre tatsächliche Verwendung in alltäglichen Gesprächssituationen erfolgt, wobei ein Vergleich zu deutschen Höflichkeitsnormen gezogen wird.
- Grundlagen der Diskursanalyse und Definition von Diskursmarkern
- Das face-Konstrukt und interkulturelle Aspekte der Höflichkeit
- Didaktische Umsetzung von Höflichkeit im Lehrerhandbuch Encuentros
- Analyse von Diskursmarkern in einem literarischen Praxisbeispiel (Línea dos)
- Vergleichende Betrachtung spanischer und deutscher Höflichkeitskulturen
Auszug aus dem Buch
2.5 Beispiele zu Diskursmarkern
Um einen kleinen Einblick in die verschiedenen Diskursmarker zu geben führe ich nun einige beispielhaft vor:
1. Marcadores de evidencia drücken Zustimmung mit dem Gesprächspartner aus. Sie können aber auch Uneinigkeit mittels Zuteilung suprasegmentaler Duktus ausdrücken.
1.1 Zustimmung: claro, ¡Eso, eso!, ¡Bieeen!, ojalá, ¡hay que ver!, ¡Cómo no!, tranquilamente, Por suerte, menos mal, por fortuna, ¿verdad?, ¿sabes?
1.2 Uneinigkeit: rasgos que, por cierto, gracias a Dios, Contrariamente a lo que acabas de decir, Añádase a ello, A lo que ibamos, lamentablemente, desgraciamente, Te diría que, por decir algo, ¿Qué te iba a decir?, lo único es que, lo que pasa es que, lo malo es que, la lástima es que, por desgracia, pues, quiero decir
2. Marcadores de modalidad deóntica: Diese Form von Diskursmarkern sind Übereinstimmungen mit dem Gesprächspartner und werden oft am Gesprächsende gebraucht. Je nach Tonfall werden diese Diskursmarker auch ironisch benutzt: ¡Olé!, ¡Guay!,¡Viva!, ¡Qué bien!, ¡Yupi!, ¡Bien!, ¡Mmm!, Por fin!, felizmente, desde luego!, finalmente, afortunadamente, vamos a ver
3. Los enfocadores de la alteridad: Die Fokusse der Andersartigkeit demonstrieren Flexibilität. Sie können aufeinanderfolgend, durch eine Pause getrennt und mit speziellen Modalitäten im Tonfall vorkommen: ¡Ah!,hombre, vamos, mira/mire, oye/oiga, ven, venga, anda, fíjate, verás, esto que me cuentas es, muy sorprendente,
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert das Forschungsinteresse an Diskursmarkern und Höflichkeit im Spanischen, stellt die methodische Vorgehensweise vor und erläutert die Zielsetzung der Hausarbeit.
2. Diskursmarker und verbale Höflichkeit im Spanischen: Dieses Kapitel liefert die theoretische Basis durch Definitionen der Diskursanalyse, die Erläuterung des face-Konstrukts und die Kategorisierung von Diskursmarkern anhand spanischer Beispiele.
3. Praxis: Untersuchung der Umsetzung von Höflichkeit und Diskursmarkern in schulischen Lehrwerken: Hier erfolgt eine didaktische Analyse des Lehrerhandbuchs Encuentros sowie eine praktische Untersuchung von Diskursmarkern im Lehrbuch Línea dos mittels eines Dialogbeispiels.
4. Fazit: Das Fazit reflektiert die Schwierigkeit, Höflichkeit als universelles Regelwerk zu definieren, und kontrastiert die spanische Kommunikationskultur mit dem deutschen Verständnis anhand persönlicher Erfahrungen.
Schlüsselwörter
Diskursmarker, Höflichkeit, Spanisch, face-Konstrukt, Linguistik, Pragmatik, Sprachdidaktik, Lehrwerk, Interkulturalität, Diskursanalyse, Kommunikation, Sprachgebrauch, Soziolinguistik, Sprechakte, Spanische Kultur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle und Funktion von Diskursmarkern in der spanischen Sprache unter dem Aspekt der interkulturellen Höflichkeit.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die linguistische Theorie der Diskursanalyse, das face-Konstrukt, didaktische Ansätze in Schulbüchern sowie die vergleichende Pragmatik zwischen Spanien und Deutschland.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, Diskursmarker in Lehrwerken zu analysieren und aufzuzeigen, wie kulturell geprägte Höflichkeitsformen die Kommunikation beeinflussen und in der Praxis vermittelt werden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Kombination aus Literaturrecherche zur theoretischen Fundierung und einer qualitativen Analyse von Lehrbuchmaterialien sowie der Untersuchung eines Beispieltextes auf seine pragmatischen Marker.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der Umsetzung des Höflichkeitsaspekts in Lehrwerken wie „Encuentros“ und der detaillierten praktischen Untersuchung von Diskursmarkern in einem Dialog aus „Línea dos“.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Diskursmarker, face-Konstrukt, Höflichkeit, Pragmatik und interkulturelle Kommunikation.
Warum wird das face-Konstrukt so ausführlich besprochen?
Das Konzept wird kritisch betrachtet, da es als sehr kontroverses Themengebiet gilt und viele Linguisten die Allgemeingültigkeit der von Brown und Levinson aufgestellten Höflichkeits-Prinzipien hinterfragen.
Wie unterscheidet sich die Auffassung von Höflichkeit in Deutschland und Spanien laut Autor?
Der Autor stellt fest, dass in Deutschland Zurückhaltung und Ausredenlassen als höflich gelten, während in Spanien ein impulsiverer, direkterer Stil als Zeichen von Interesse und lebendiger Kommunikation gewertet wird.
Welchen Stellenwert nimmt das Lehrerhandbuch Encuentros ein?
Es dient als Fallbeispiel dafür, wie systematisch der Erwerb von Höflichkeitsstrategien durch Übungen und das Erlernen spezifischer Zeitformen wie des „condicional presente“ im Unterricht verankert werden kann.
- Arbeit zitieren
- Alina Willkomm (Autor:in), 2014, Diskursmarker und verbale Höflichkeit im Spanischen. Untersuchung der Umsetzung im schulischen Lehrwerk, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/334020