Diese Arbeit versucht aufzuzeigen, wie sich die Regelungen der Kultusminister Konferenz von 1989 bis heute geändert haben und Rückschlüsse auf die Mobilität der Lehrer in Deutschland zu ziehen. Um das zu verdeutlichen geht das Schreiben auf manche Regelungen unterschiedlicher Bundesländer ein umso die großen Gefälle zwischen ihnen zu zeigen. In dem ersten Teil wird ein kurzer Überblick über die Vielfältigkeit der Mobilitätsbegriffe geschaffen.
Die Mobilität der deutschen Lehrkräfte stellt ein wichtiges Thema in der heutigen modernen Gesellschaft dar. Mobil zu sein bedeutet heute mehr denn je, weil das Ausmaß an Mobilität Folgen für das Individuum und seine soziale Integration hat. Bis vor 2013 konnte von beruflicher Mobilität der Lehrer kaum die Rede sein. Obwohl die gegenseitige Anerkennung der Lehramtsabschlüsse allgemein gefordert wurde, konnte das nicht umgesetzt werden. Es gibt schon eine EU-Richtlinie, die den Lehrern europaweit berufliche Mobilität garantiert. Innerhalb Deutschlands schaut das anders aus. Aufgrund unterschiedlicher Regelungen der Lehrerausbildung in den 16 Bundesländern, haben Lehramtsabsolventen und Lehramtsabsolventinnen mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen, wenn sie zwischen Bundesländern wechseln möchten.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Mobilitätschancen für Lehrer
2.1 Mobilität- Begriffsbestimmung
2.2 Ausgangslage
2.3 Anerkennungsproblematik zwischen den Bundesländern
2.4 Der Beschluss vom Kultusminister vom 5.10.1990
3 Kurzer Blick in die Anerkennungspraxis der deutschen Länder
3.1 Die Rechtslage in den ostdeutschen Ländern
3.2 Die Rechtslage in den westdeutschen Ländern
4 Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 07.03.2013
5 Resümee
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Entwicklung der Regelungen zur gegenseitigen Anerkennung von Lehramtsabschlüssen in Deutschland von 1989 bis 2013 und analysiert deren Auswirkungen auf die berufliche Mobilität von Lehrkräften sowie die bestehenden Hindernisse im föderalen Bildungssystem.
- Historische Entwicklung der Anerkennungsverfahren durch die Kultusministerkonferenz
- Die Auswirkungen unterschiedlicher Lehrerausbildungsmodelle auf die Mobilität
- Herausforderungen bei der Anerkennung von DDR-Lehramtsbefähigungen
- Bedeutung des KMK-Beschlusses von 2013 für die Transparenz und den Berufszugang
- Analysen zur Rechtslage in ost- und westdeutschen Bundesländern
Auszug aus dem Buch
2.1 Mobilität – Begriffsbestimmung
Die Soziologie versteht unter Mobilität die "Bewegungsvorgänge von Einzelpersonen, Gruppen und Kollektiven innerhalb einer Gesellschaft in sozialer und regionaler Hinsicht“. (Hillmann 2007: 578)
Subjektive oder objektive Faktoren können die Mobilität bestimmen. Darunter zählen individuelle Faktoren ( z.B. wie das Bildungsniveau und das Alter), familien- oder schichtenspezifische Traditionen, epochale Zeitumstände, sozialer Wandel, technologische und wirtschaftliche Inovationen, Veränderungen von Kultur und das Wohlstandsgefälle zwischen verschiedenen Regionen. (Hillmann 2007: 578)
Es gibt in der wissenschaftlichen Literatur eine Fülle von Mobilitätsbegriffe. Es wird in der Regel zwischen räumlicher Mobilität und sozialer Mobilität unterschieden, wobei „soziale Mobilität“ mehr Betrachtung als „räumliche Mobilität“ findet. Die räumliche Mobilität bezeichnet Bewegungen, die von Ort zu Ort stattfinden. Verändert ein Individuum seine sozialstrukturelle Position, ist er sozial mobil – im Raum der sozialstrukturellen Positionen einer Gesellschaft.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung stellt die Problematik der eingeschränkten Mobilität von Lehrkräften innerhalb Deutschlands aufgrund föderaler Unterschiede in der Ausbildung dar und definiert das Ziel der Arbeit.
2 Mobilitätschancen für Lehrer: Dieses Kapitel erläutert soziologische Mobilitätsbegriffe, die historische Ausgangslage der Anerkennungsproblematik sowie die spezifische Bedeutung der frühen KMK-Beschlüsse.
3 Kurzer Blick in die Anerkennungspraxis der deutschen Länder: Es wird die unterschiedliche Rechtslage der Anerkennung von Lehrbefähigungen in den neuen und alten Bundesländern exemplarisch untersucht.
4 Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 07.03.2013: Dieses Kapitel analysiert den KMK-Beschluss von 2013 als Meilenstein für eine transparentere und erleichterte Lehrermobilität.
5 Resümee: Das Resümee fasst die Entwicklung von den restriktiven Bedingungen vor 1989 bis hin zur modernen Regelung zusammen und identifiziert weiteren Forschungsbedarf.
Schlüsselwörter
Lehrermobilität, Kultusministerkonferenz, Lehramtsprüfung, Anerkennungsverfahren, Bundesländer, Lehrerausbildung, Berufszugang, Vorbereitungsdienst, KMK-Beschluss, Rechtslage, DDR-Lehrkräfte, Bildungspolitik, Lehrerbesoldung, Mobilitätstheorie, Fachkräftemangel
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Mobilitätschancen für Lehrer in Deutschland und untersucht, wie sich die rechtlichen Anerkennungsvoraussetzungen für Lehramtsabschlüsse zwischen den Bundesländern über die Jahre verändert haben.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zu den zentralen Themen gehören die Föderalismusproblematik in der Lehrerausbildung, die historische Entwicklung der Anerkennungsverfahren durch die Kultusministerkonferenz und die speziellen Herausforderungen für Lehrkräfte aus der ehemaligen DDR.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie sich die Regelungen der Kultusministerkonferenz von 1989 bis heute gewandelt haben und welche Rückschlüsse dies auf die tatsächliche berufliche Mobilität von Lehrern zulässt.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?
Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse von Fachliteratur, Berichten des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) sowie auf die Auswertung offizieller Beschlüsse der Kultusministerkonferenz.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsbestimmung, die Darstellung der Ausgangslage, eine Analyse der Anerkennungspraxis in Ost- und Westdeutschland sowie die detaillierte Betrachtung des Beschlusses von 2013.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Lehrermobilität, Kultusministerkonferenz, Anerkennungsverfahren, Lehramtsprüfung und das Verhältnis zwischen den verschiedenen Bundesländern im Kontext der Lehrerausbildung.
Welche Rolle spielten die Lehrer aus der ehemaligen DDR bei der Anerkennung?
Die Arbeit beschreibt, dass die Integration von DDR-Lehrkräften aufgrund mangelnder einheitlicher Hochschulabschlüsse im Vergleich zu westdeutschen Standards mit erheblichen besoldungsrechtlichen und formalen Schwierigkeiten verbunden war.
Warum wird der KMK-Beschluss vom 07.03.2013 als besonders wichtig hervorgehoben?
Er wird als der erste wirksame Schritt zu mehr Transparenz gewertet, der den Lehrkräften erstmals einen weitgehend gleichberechtigten Zugang zum Vorbereitungsdienst und Schuldienst unabhängig vom ursprünglichen Studienort ermöglicht.
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- Greta Gunst (Author), 2015, Mobilitätschancen für Lehrer in Deutschland. Die Anerkennungsproblematik zwischen den Bundesländern, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/323768