Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Ahlāq- Verständnis im Kalām. Als erstes wird der Begriff Ahlāq mit seiner Notwendigkeit, Nutzen und Bedeutsamkeit erklärt. Als nächstes werden die Ansichten der Kalām-Schulen, Mu’tazilah, Ash’arī und Maturidi, dargestellt. Zum Schluss werden die Ergebnisse zu diesem Thema festgehalten und aus den Ergebnissen eine Stellungnahme erarbeitet.
Der Begriff Ahlāq (Moral) steht im Allgemeinen mit dem Verhalten der Menschen, mit dem Schicksaal, Gerechtigkeit, dem Gutem und Schlechten (al-ḥusn wa l-qubḥ) in Verbindung. Der Begriff Ahlāq wird mit „Charakter" und mit dem „Verhalten“ eines Menschen übersetzt.
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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Ahlāq
2.1 Notwendigkeit, Nutzen und Bedeutsamkeit von Ahlāq
3. Das Ahlāq Verständnis der Kalām Schulen
3.1 Mu’tazilah
3.2 Ash’arī
3.2.1 Die Kasb Theorie von Ash’arī
3.3 Maturidi
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Ahlāq-Verständnis im Kalām und analysiert dabei die unterschiedlichen Ansätze der Mu’tazilah, der Ash’arī-Schule sowie der Maturidi-Schule hinsichtlich menschlicher Handlungsfreiheit, Verantwortung und der Rolle von Offenbarung und Vernunft.
- Definition und Bedeutung von Ahlāq im islamischen Kontext
- Verantwortung und Handlungsspielraum des Menschen im Kalām
- Verhältnis zwischen göttlichem Willen und menschlichem Erwerb (Kasb)
- Die Rolle von Offenbarung und menschlicher Vernunft bei der moralischen Urteilsbildung
Auszug aus dem Buch
3.1 Die Mu‘tazilah
Die Mu’tazilah Gelehrten stellen aus ihren fünf Grundlegenden Prinzipien den at-tauḥīd und al-ʿadl in den Vordergrund. Die anderen drei Prinzipien können dem Prinzip der Gerechtigkeit hinzugefügt werden. Die fünf Prinzipien fassen das gesamte Denksystem der Mu’tazilah zusammen. Die Mu’tazilah sind die ersten Moralisten, der gesamten Kalām Schulen. Laut Imam Sehristani ist die Grund Auffassung der Mu’tazilah, dass das nützliche und nicht nützliche mit dem Verstand; عقل aufgefasst werden kann.
Die Wertschätzung der Mu’tazilah hinsichtlich den Begriff Gerechtigkeit; عدالة beruht auf diese zwei Vorsätze: 1. Das Fernhalten von der Absolutheit, die moralische Vollkommenheit und der Mangelhaftigkeit von Allāh. 2. Die Religion, Moral; Ahlāq und Verantwortung des Menschen anhand der Vernunft in eine konsequente Moral Ebene zu setzen.
Die Mu’tazilah Gelehrten sind der Meinung, dass Allāh keinerlei grundlos handelt. Die Handlungen Allāhs haben immer einen Grund und eine Weisheit. Allāh erschafft nur nützliche Sachen für die Menschen. Allāh tut nur Gutes. Gute Taten sind solche die Nutzen bringen und weil Allāh unabhängig von jedem Nutzen ist, müssen die Menschen die Nutznießer sein. Da die Handlungen Allāhs sonst sinnlos wären. Allāh ist daher verpflichtet, im Sinne des Menschen zu handeln. Ob eine Sache oder Handlung gut oder böse ist, kann nach der Mu’tazilah rational beurteilt werden. Das Böse und Schlechte erschaffen die Menschen, somit erkennt die Mu’tazilah den freien Willen der Menschen an. Damit der Mensch seinen freien Willen für das Gute einsetzen kann, muss der Mensch einen Verstand besitzen. Die Mu’tazilah ist der Meinung, dass das Gute und Schlechte in der Natur einer Sache beinhaltet ist. Diese können durch die Vernunft erkannt werden (al-ḥusn wa l-qubḥ al ʿaqlīyān).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung definiert den Begriff Ahlāq als Moral und Charakter und verortet die Untersuchung im islamischen Kalām, wobei der Mensch als verantwortlich handelndes Wesen im Zentrum steht.
2. Ahlāq: Dieses Kapitel erörtert die Notwendigkeit und den Nutzen von Ahlāq, indem es die biologischen Gemeinsamkeiten der Lebewesen der besonderen moralischen Befähigung des Menschen gegenüberstellt.
3. Das Ahlāq Verständnis der Kalām Schulen: Dieses Hauptkapitel analysiert die spezifischen Ansichten der Mu’tazilah, der Ash’arī-Schule und der Maturidi-Schule zu moralischem Verhalten und menschlicher Handlungsmacht.
4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Offenbarung im islamischen Denken die grundlegende Rolle für das Ahlāq-Verständnis spielt und das gemeinsame Ziel der Kalām-Schulen darin besteht, das Glück des Menschen zu sichern.
Schlüsselwörter
Ahlāq, Kalām, Mu’tazilah, Ash’arī, Maturidi, Moral, Kasb, Gerechtigkeit, Verantwortung, freier Wille, Offenbarung, Vernunft, islamische Ideengeschichte, Handlungsfreiheit, islamische Ethik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Verständnis von Ahlāq (Moral/Charakter) innerhalb verschiedener theologischer Schulen des Kalām und deren unterschiedliche Sichtweisen auf menschliche Handlungsmöglichkeiten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die moralische Verantwortung des Menschen, der freie Wille, das Verhältnis von menschlichem Erwerb (Kasb) und göttlichem Schöpferwillen sowie die Rolle der Vernunft versus Offenbarung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die individuellen Herangehensweisen der Mu’tazilah, Ash’arī-Schule und Maturidi-Schule an das Ahlāq-Verständnis darzustellen und zu vergleichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine geisteswissenschaftliche Analyse, die primäre und sekundäre Quellen der islamischen Ideengeschichte und Theologie auswertet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die Lehrmeinungen der drei genannten Kalām-Schulen detailliert analysiert, insbesondere deren Verständnis von Moral und Gerechtigkeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Ahlāq, Kalām, Mu’tazilah, Ash’arī, Maturidi, Moral, Kasb, Verantwortung, freier Wille und Offenbarung.
Was unterscheidet die Kasb-Theorie von Ash’arī von der Mu’tazilah?
Während die Mu’tazilah den Menschen als eigenständigen Schöpfer seiner Handlungen betrachtet, sieht Ash’arī Allāh als Schöpfer, wobei der Mensch die Handlung lediglich durch den Erwerb (Kasb) erlangt.
Wie steht Maturidi zur Rolle des Verstandes bei moralischen Entscheidungen?
Maturidi räumt dem Verstand eine wichtige Rolle ein, betont jedoch, dass der Mensch für ein vollständiges Ahlāq-Verständnis der Anleitung durch Offenbarung und Propheten bedarf.
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- Süveybe Dilekoglu (Author), 2016, Das Ahlaq-Verständnis im Kalam, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/323218