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Abwarten und Tee trinken. Das Unbehagen am Warten und Nichtstun aus kulturanthropologischer Perspektive

Title: Abwarten und Tee trinken. Das Unbehagen am Warten und Nichtstun aus kulturanthropologischer Perspektive

Seminar Paper , 2016 , 22 Pages , Grade: 2

Autor:in: Anonym (Author)

Ethnology / Cultural Anthropology

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Wir tun es jeden Tag. Sei es in der Warteschlange im Supermarkt, im Stau an der roten Ampel oder auch in der Arbeit, wenn wir die baldige Kaffeepause oder den Feierabend herbeisehnen. Jeder von uns sieht sich in seinem Leben – ob freiwillig oder nicht ganz so freiwillig – wiederholt damit konfrontiert, warten zu müssen. So warten wir als Kind ungeduldig auf das Christkind, als Teenager auf die Volljährigkeit und später, während der Schwangerschaft, auf die Geburt unseres Kindes. Ein Häftling indes zählt die Tage bis zu seiner Entlassung, während ein Flüchtling die Antwort auf seinen Asylantrag abwarten muss und wieder andere verzweifelt auf der Intensivstation zu warten haben, ehe sie endlich über den Zustand ihres Angehörigen informiert werden.

Wie diese Beispiele zeigen, umfasst das Warten ein sehr breites Spektrum an Verhaltensweisen und Gefühlsreaktionen. Wartezeit kann kurz sein, sich aber auch endlos an-fühlen oder gar ein ganzes Leben andauern, während sich ihre Gestalt, Ausrichtung und Bedeutung stets verändern. Das Warten muss jeder von uns erlernen, wobei sich die Art und Weise des Wartens, ebenso wie die Gründe dafür, je nachdem, wo auf der Erde man aufwächst, erheblich unterscheiden können.

In der vorliegenden Arbeit soll versucht werden, anhand der Betrachtung profaner Situationen des Wartens, also auf den ersten Blick trivialer »Nichtereignisse«, unter die Oberfläche dieser scheinbar bedeutungslosen und inaktiven Betätigung zu blicken.3 Die Betrachtungen basieren dabei auf der Annahme, dass man selbst dann, wenn man vergeblich wartet, zumindest doch irgendetwas tut.

Die Autoren Ehn und Löfgren untersuchen in ihrem Werk »Nichtstun. Eine Kulturanalyse des Ereignislosen und Flüchtigen«, auf dem die Betrachtungen des vorliegenden Aufsatzes in erster Linie basieren, recht triviale Beschäftigungen wie das Warten auf den Bus oder das Schlangestehen in Geschäften. Um der Frage nachzugehen, welche Form von »Nichtstun« wir überhaupt als Warten bezeichnen, setzen Ehn und Löfgren bei der konkreten Infrastruktur, also den Orten des Wartens, an, um daraufhin die Natur der Wartezeit zu betrachten. Auf dieser Basis soll – anhand theoretischer Betrachtungen sowie einer kleinen empirischen Untersuchung – in dieser Arbeit gefragt werden, wie Menschen Wartezeiten warum erleben, wie sie mit ihr umgehen und sie gestalten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Hintergründe

2.1 Die »Protestantische Ethik«

2.2 Das Unbehagen am Warten

3. Dimensionen des Wartens

3.1 Orte des Wartens

3.2 Wie wird Wartezeit gestaltet?

3.3 Gefühle, die das Warten prägen

3.4 Zeitverschwendung

3.5 Langeweile

3.6 Soziale Interaktion

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen des Wartens als kulturelle Praxis und soziale Erfahrung. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, wie Menschen Wartezeiten erleben, warum sie diese als solche wahrnehmen und wie sie diese Zeiträume gestalten, um dem damit verbundenen Unbehagen zu begegnen.

  • Die historische und gesellschaftliche Einbettung des Wartens durch die protestantische Ethik.
  • Die psychologische und emotionale Dimension von Warteerlebnissen.
  • Die Bedeutung von Orten des Wartens als soziale Transiträume.
  • Der Zusammenhang zwischen Warten, Zeitmanagement und Machtverhältnissen.

Auszug aus dem Buch

3.1 Orte des Wartens

Betrachtet man die Infrastruktur des Wartens näher, so wird deutlich, dass die Orte, an denen gewartet wird, ihre eigenen Eigenschaften und Traditionen haben, je nachdem, wer - auf welche Weise und aus welchem Grund - dort wartet. Die Ähnlichkeit zwischen Wartebereichen variiert; an der Supermarktkasse Schlange zu stehen ist sicher anders, als vor dem Theater, da sich stets auch die physische Umgebung des Ortes sowie die kulturellen Erwartungen des Individuums auf die Warte-Erfahrung auswirken.

Wartezonen wie Unterstände und Wartehäuschen stellen nicht nur Einrichtungen, die wartende Menschen beherbergen, dar; vielmehr sprechen Ehn und Löfgren von »Begegnungsstätten (...), die oft von der Magie des Reisens durchdrungen sind.« Von dieser Magie merke ich in meiner verschneiten Januarnacht in dem Container jedoch nicht viel: Es wird zunehmend kälter, zumal die Tür ständig auf und zu geht. Und dann ist da dieser Gestank! Bereits beim Eintreten ist mir dieser penetrante feucht-warme Geruch nach ungewaschenen Körpern in die Nase gestiegen, an den ich mich inzwischen gewöhnt habe.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Alltäglichkeit des Wartens ein und skizziert das Ziel der Arbeit, triviale Nichtereignisse als bedeutungsvolle kulturelle Praxis zu analysieren.

2. Theoretische Hintergründe: Dieses Kapitel verortet das Warten im soziologischen Kontext, insbesondere durch Max Webers Analyse der protestantischen Ethik und deren Einfluss auf unser Zeitverständnis.

3. Dimensionen des Wartens: Der Hauptteil untersucht anhand einer empirischen Beobachtung verschiedene Aspekte des Wartens, darunter die Rolle von Warteorten, die Gestaltung der Zeit, emotionale Reaktionen und soziale Interaktionsmuster.

4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Warten eine paradoxe, moralisch aufgeladene Aktivität darstellt, die trotz ihrer scheinbaren Trägheit ein wichtiges Instrument der Rhythmisierung des Lebens ist.

Schlüsselwörter

Warten, Nichtstun, Zeitverschwendung, Protestantische Ethik, Kulturanalyse, Wartezeit, Soziale Interaktion, Machtverhältnisse, Langeweile, Beschleunigung, Mobilität, Ethnografie, Alltagskultur, Geduld, Zeitwahrnehmung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Warten als eine kulturelle Praxis, die über bloßes Nichtstun hinausgeht und tief in gesellschaftliche Normen und Werte eingebettet ist.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die kulturelle Konstruktion von Zeit, die Bedeutung von Warteorten, der Einfluss von Machtverhältnissen auf Wartezeiten sowie die psychologische Bewältigung von Langeweile und Unruhe.

Welches primäre Ziel verfolgt die Untersuchung?

Das Ziel ist es, die verborgenen Dynamiken und Bedeutungen hinter scheinbar trivialen Wartesituationen aufzudecken und zu verstehen, wie Menschen ihre Wartezeit aktiv gestalten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine ethnografische Methode, basierend auf teilnehmender Beobachtung in einer realen Wartesituation, ergänzt durch theoretische Analysen soziologischer Fachliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Dimensionen des Wartens, wie etwa die Bedeutung von Infrastrukturen (Transitorte), psychologische Anpassungsstrategien, das subjektive Zeitempfinden und soziale Dynamiken zwischen Wartenden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Schlüsselbegriffe sind unter anderem Kulturanalyse, Zeitmanagement, Macht, das Konzept der protestantischen Ethik und die soziale Praxis des Nichtstuns.

Wie beeinflusst die "protestantische Ethik" das Warten?

Die protestantische Ethik fördert ein Verständnis von Zeit als wertvolles Gut; Zeitverschwendung – und damit auch das Warten – wird als moralisch negativ oder als "Sünde" empfunden, was den modernen Druck zur ständigen Aktivität erklärt.

Welche besondere Rolle spielen Orte wie der ZOB bei der Untersuchung?

Solche Orte fungieren als Transiträume oder "Nicht-Orte", die durch eine spezifische Atmosphäre und "solitäre Vertraglichkeit" geprägt sind und Menschen aus unterschiedlichen sozialen Schichten in einer erzwungenen Gemeinschaft zusammenbringen.

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Details

Title
Abwarten und Tee trinken. Das Unbehagen am Warten und Nichtstun aus kulturanthropologischer Perspektive
College
University of Innsbruck  (Institut für Europäische Ethnologie)
Course
Kulturelle Dynamik und Pluralisierung: Nichtstun. Eine Kulturanalyse der Langeweile und des Müßiggangs
Grade
2
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2016
Pages
22
Catalog Number
V322810
ISBN (eBook)
9783668219120
ISBN (Book)
9783668219137
Language
German
Tags
Nichtstun Warten Kulturanthropologie Eurpäische Ethnologie Alltag
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2016, Abwarten und Tee trinken. Das Unbehagen am Warten und Nichtstun aus kulturanthropologischer Perspektive, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/322810
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