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Der Mensch zwischen Bestimmtheit und Unbestimmtheit in Plotins Konzept der Vorsehung

Titel: Der Mensch zwischen Bestimmtheit und Unbestimmtheit in Plotins Konzept der Vorsehung

Hausarbeit , 2015 , 14 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Luise Schubert (Autor:in)

Philosophie - Philosophie des Mittelalters (ca. 500-1300)

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Werk des neuplatonischen Philosophen Plotin hat bis heute nicht an Relevanz verloren. Ganz in der Tradition der altertümlichen Metaphysik des Geistes, ist der Leitgedanke, den Plotin in seinen Enneaden zu ergründen versucht, einmal die Frage nach der Grundursache, nach der ἀρχή, dem „beherrschenden Woher“ des Seins und zum anderen die Erörterung des menschlichen Denkens.

Die Abhandlung „περὶ προνοίας“ oder zu Deutsch: „Von der Vorsehung“ ist die zweite und dritte Schrift der dritten Enneade und erläutert, wie der Titel schon verspricht, die Problematik der Vorsehung. Ausgehend von einem Zweifel Plotins an der Vorsehung des Alls, der sich in der Existenz von Zufällen und Ungefährem zu manifestieren scheint, versucht er, da er von einer allumfassenden Weltordnung überzeugt ist, diese innerhalb einer solchen Ordnung bzw. in der Vorsehung zu begründen. Durch die Positionierung des Menschen innerhalb des Ordnungsgefüges versucht Plotin, das Böse in der Welt einzuordnen und zu verstehen.

Doch wie weit reichen die Fesseln dieser Ordnung? Bei der Konstruktion eines so umfassenden Weltzusammenhanges scheint der Mensch in der Bestimmung gefangen zu sein, wobei sein eigener Wille das Nachsehen hat. Auf Grundlage dieser These, richtet sich der Fokus dieser Arbeit auf den freien Spielraum des Menschen innerhalb der plotinischen Vorsehung. Demzufolge soll zuerst die Struktur der kosmologischen Ordnung und die Macht der Vorsehung im Allgemeinen erläutert werden. Da auch bei Plotin die Existenz des Bösen die Prämisse für die Auseinandersetzung mit dem Menschen ist, soll auch bei mir eine kurze Ausführung über das Missverhältnis von Verdienst und Geschick des Menschen zur eigentlichen Fragestellung überleiten. Da der Begriff der Freiheit oder Unbestimmtheit einhergeht mit der Frage nach der Begrenztheit bzw. Bestimmtheit des Menschen, soll anschließend die Begrenzung durch die Inkarnation der Seele im Leib beleuchtet werden. Im Anschluss werde ich die Frage nach der Bestimmung des Menschen zum Bösen durch die Vorsehung erläutern und im darauf folgenden Kapitel den Begriff des ‚freien Prinzips‘ erörtern. Um Plotins Konzept der „unentrinnbaren Vorsehung“ in einen historisch-philosophischen Kontext zu setzen, werde ich danach die Freiheit des menschlichen Willens im Vorsehungskonstrukt von Boethius vorstellen und mit Plotins Thesen vergleichen. Im abschließenden Fazit sollen die Ergebnisse der Fragestellung zusammengefasst werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1.EINLEITUNG

2. BEDINGUNGEN DER ORDNUNG – DIE MACHT DER PRONOIA IM SENSIBLEN KOSMOS

3. DAS MISSVERHÄLTNIS VON VERDIENST UND GESCHICK

4. BESTIMMTER UND UNBESTIMMTER SPIELRAUM DES MENSCHEN

4.1 Die Fesseln der Körperlichkeit

4.2 Die Bestimmung zum Bösen

4.3 Das freie Prinzip

5. DIE URTEILSFREIHEIT IN BOETHIUS „DE CONSOLATIO PHILOSOPHIAE“

6. SCHLUSSBETRACHTUNG

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Verhältnis von menschlicher Willensfreiheit und der alles umfassenden Vorsehung (Pronoia) in Plotins Philosophie, mit dem Ziel zu klären, inwieweit der Mensch trotz einer als notwendig angenommenen Weltordnung einen freien Spielraum besitzt.

  • Struktur der kosmologischen Ordnung und die Rolle der Pronoia.
  • Umgang mit dem Missverhältnis von menschlichem Verdienst und Schicksal.
  • Einfluss der Körperlichkeit und die Bestimmung zum Bösen.
  • Vergleich der Freiheitsproblematik bei Plotin mit Boethius' „De Consolatione Philosophiae“.

Auszug aus dem Buch

4.3 Das freie Prinzip

Trotz der Gegensätzlichkeiten, die sich in der Welt finden, unterliegen diese dem System des einheitlichen Planes des sensiblen Kosmos. Demnach bilden auch die Extreme, die im Menschen, aber auch in anderen Lebewesen, aufeinandertreffen, in sich eine Einheit. Die Seele oder rationale Form, die dem Menschen als Anlage gegeben ist, steht im Einklang mit seinen Taten. Deshalb ergibt sich aus dem Zusammenspiel aus Anlage und Handlung eines Jeden, ob ein Lebensgang „glücklich oder übel verläuft“:

„Das Pferd treibt seine Pferdedinge, die Menschen jeder sein eignes Werk, zu dem sie geboren sind, unterschiedlich nach ihren Unterschieden.“

Das Individuum handelt also gemäß seinen Anlagen, wobei sich alle Handlungen durch das leitende Prinzip zu einem komplexen Weltgeschehen zusammenfinden. Daraus scheint zu folgen, dass der Mensch zwar unfrei durch die eigenen Anlagen ist, bzw. er durch sie in seiner Entscheidungsfreiheit begrenzt wird, aber die Wahl in diesem Rahmen ihm selbst überlassen ist. Neben den Fesseln der menschlichen Eigenschaften, wohnt dem Individuum noch ein freies Prinzip inne, „welches freilich nicht außerhalb der Vorsehung steht und außerhalb des gesamten Weltplanes“.

Zusammenfassung der Kapitel

1.EINLEITUNG: Die Einleitung führt in Plotins Philosophie und die Problemstellung der Vorsehung ein und definiert das Ziel der Untersuchung bezüglich des freien Spielraums des Menschen.

2. BEDINGUNGEN DER ORDNUNG – DIE MACHT DER PRONOIA IM SENSIBLEN KOSMOS: Dieses Kapitel erläutert die kosmologische Struktur aus intelligentem und sensiblem Kosmos sowie die alles ordnende Macht der Pronoia.

3. DAS MISSVERHÄLTNIS VON VERDIENST UND GESCHICK: Hier wird der Widerspruch zwischen dem guten Menschen und seinem mitunter leidvollen Schicksal als notwendiger Bestandteil der weltlichen Ordnung thematisiert.

4. BESTIMMTER UND UNBESTIMMTER SPIELRAUM DES MENSCHEN: Dieses Kapitel analysiert die Grenzen menschlichen Handelns durch Körperlichkeit, die Neigung zum Bösen und das Spannungsfeld zum freien Prinzip.

5. DIE URTEILSFREIHEIT IN BOETHIUS „DE CONSOLATIO PHILOSOPHIAE“: Ein Vergleich mit Boethius dient dazu, das Plotinische Vorsehungskonstrukt in einen breiteren philosophischen Kontext zur Willensfreiheit zu setzen.

6. SCHLUSSBETRACHTUNG: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Ergebnisse, wobei die Spannung zwischen der notwendigen Weltordnung und dem menschlichen Streben erneut reflektiert wird.

Schlüsselwörter

Plotin, Vorsehung, Pronoia, Weltordnung, freier Wille, menschliche Freiheit, Kosmos, Körperlichkeit, Inkarnation, Boethius, Philosophie, Metaphysik, Seele, Bestimmtheit, Schicksal.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der philosophischen Untersuchung, wie der neuplatonische Philosoph Plotin das Spannungsfeld zwischen einer deterministischen göttlichen Vorsehung und dem freien Handlungsspielraum des Menschen auflöst.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den zentralen Themen gehören die Struktur der kosmologischen Ordnung, der Einfluss der Körperlichkeit auf die menschliche Seele, das Problem des Bösen in der Welt und die Bedeutung des individuellen Handelns innerhalb der Vorsehung.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt danach, wie weit die "Fesseln" der kosmischen Ordnung reichen und ob dem Menschen trotz seiner Vorbestimmtheit ein echter, freier Spielraum bleibt.

Welche methodische Vorgehensweise wurde gewählt?

Es handelt sich um eine philosophische Analyse der Schriften Plotins, insbesondere der dritten Enneade, ergänzt durch einen komparativen Blick auf das Werk des Boethius sowie relevante Sekundärliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der kosmologischen Bedingungen, die Analyse von Leid und Schicksal, die Erörterung der körperlichen Begrenzung und der Neigung zum Bösen sowie den Vergleich mit der Urteilsfreiheit bei Boethius.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Pronoia, Weltordnung, Bipolarität des Menschen, Inkarnation der Seele und das Verhältnis von Geist zu Materie.

Wie bewertet Plotin die Rolle des Bösen in der Welt?

Plotin sieht das Böse als eine notwendige Begleiterscheinung der Weltordnung an; es ist gewissermaßen der Gegenpol zum Guten, der aus der materiellen Beschaffenheit der Welt resultiert.

Inwieweit lässt sich das menschliche Schicksal bei Plotin beeinflussen?

Der Mensch ist zwar durch seine Anlagen und die Ordnung der Vorsehung begrenzt, besitzt jedoch durch Selbstkontrolle und die Ausrichtung seines Geistes "nach oben" die Möglichkeit, sich bewusst zu positionieren.

Welche Rolle spielt der Vergleich mit Boethius?

Der Vergleich verdeutlicht, dass sowohl bei Plotin als auch bei Boethius die Sinnlichkeit und die Vernunft im Menschen streiten, wobei Boethius stärker die Hierarchie der Erkenntnisvermögen zur Distanzierung nutzt.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der Mensch zwischen Bestimmtheit und Unbestimmtheit in Plotins Konzept der Vorsehung
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Veranstaltung
Seminar: Einführung in die Erkenntnistheorie und Wissenschaftslehre des Mittelalters
Note
1,0
Autor
Luise Schubert (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
14
Katalognummer
V322552
ISBN (eBook)
9783668217409
ISBN (Buch)
9783668217416
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Plotin Erkenntnistheorie Wissenschaftslehre Mittelalterphilosophie Vorsehung Neuplatoniker Boethius Philosophie Ordnung Enneaden
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Luise Schubert (Autor:in), 2015, Der Mensch zwischen Bestimmtheit und Unbestimmtheit in Plotins Konzept der Vorsehung, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/322552
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Leseprobe aus  14  Seiten
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