Was besagt die Naturzustandstheorie und wie kann sie laut Hobbes überwunden werden?
Ich möchte mich in dieser Hausarbeit mit der Naturzustandstheorie von Hobbes und deren Überwindung befassen. Dabei ist es mir wichtig, zum einen auf den allgemeinen Begriff des Naturzustandes einzugehen, um mich dann speziell auf die Naturzustandstheorie von Thomas Hobbes zu beziehen und zu erklären wie er den Naturzustand sieht, welche Erklärungen er dafür gibt und welche verschiedenen Interpretationsweisen vorhanden sind.
Um den Naturzustand bei Hobbes ausreichend darzustellen muss ich auch auf die natürlichen Gesetze und speziell auf das „Recht auf alles“ eingehen. Wenn der Naturzustand bei Hobbes hinreichend geklärt wurde, möchte ich mich auf die mögliche Überwindung des Naturzustandes, beziehungsweise des Kriegszustandes beziehen. Bei der Rechtsstaatstheorie von Hobbes werde ich auch auf seine Grundidee eingehen und auch auf mögliche Schwachstellen und verschiedene Interpretationsmöglichkeiten eingehen. Am Ende möchte ich noch kurz auf das Titelbild des Leviathan zu sprechen kommen, da dieses die zuvor beschriebene Theorie sehr gut bildlich darstellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Begriff „Naturzustand“
3. Der Naturzustand bei Thomas Hobbes
4. Die Konfliktursachen im Naturzustand
5. Die natürlichen Gesetze
6. Das „Recht auf alles“
7. Der Status des Naturzustandes bei Hobbes
8. Überwindung des Naturzustandes
9. Die Rechte des Souveräns
10. Das Titelblatt des Leviathan
11. Fazit
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Naturzustandstheorie von Thomas Hobbes mit dem Ziel, ihre Bedeutung, den zugrunde liegenden Kriegszustand sowie die notwendige Überwindung durch die Errichtung eines staatlichen Souveräns zu analysieren.
- Analyse des Begriffs Naturzustand und dessen historischer Einordnung.
- Untersuchung der spezifischen Konfliktursachen bei Hobbes: Konkurrenz, Misstrauen und Ruhmsucht.
- Darstellung der Rolle natürlicher Gesetze und des sogenannten "Rechts auf alles".
- Diskussion des Status der Naturzustandstheorie als Fiktion, anthropologische oder historische Hypothese.
- Interpretation der staatstheoretischen Dimensionen anhand des Leviathan-Titelbildes.
Auszug aus dem Buch
Die Konfliktursachen im Naturzustand
Hobbes sieht mehrere Konflikte, welche im Naturzustand aufeinander treffen. Diese Konflikte liegen laut Hobbes in der menschlichen Natur. Zum einen nennt er die Konkurrenz zwischen den Menschen. Weiterhin das Misstrauen und die Ruhmsucht, welche jedem Menschen angeboren ist. Die Konkurrenz würde den Menschen dazu veranlassen, sich durch Übergriffe einen Vorteil zu verschaffen. Misstrauen bewirkt, dass der Mensch nach Sicherheit strebt und die Sucht nach Ruhm führt dazu, dass jeder sein Ansehen erhöhen möchte.
Dennoch erklären diese Konflikte nicht den permanenten Kriegszustand welchen Hobbes beschreibt. Hierfür ist die Tatsache der Gleichheit der Menschen entscheidend. Durch die Natur sind die Menschen, von geringen körperlichen und geistigen Unterschieden abgesehen, gleich. Diese Gleichheit macht es nahezu unmöglich, dass ein Mensch dauerhaft über einem anderen stehen könnte und über ihn herrschen könnte. Selbst der Schwächste ist durch ein Bündnis mit anderen oder einer List stark genug, den Stärksten zu bezwingen.
Laut Hobbes ist auch die Klugheit lediglich Erfahrung, welche durch regelmäßige Übung zu erlernen ist. Reelle Unterschiede gibt es nicht, lediglich als Einbildung in den Köpfen der Menschen. Diese Gleichheit der Menschen führt nun zu dem Zustand des Krieges jeder gegen jeden. In der Konkurrenz um Lebensmittel und Güter kommt es zur dauerhaften Feindschaft und Furcht zwischen den Menschen. Hobbes spricht den Menschen außerdem die friedliche Geselligkeit ab und schreibt ihnen die Neigung der gegenseitigen Herabsetzung zu. Wenn diese Konfliktursachen zusammen betrachtet werden, ist das Ergebnis ein Zustand in dem jeder vor jedem Angst hat und jeder für sein eigenes Wohl bereit ist, jeden anderen Menschen zu töten.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Arbeit führt in die Naturzustandstheorie von Hobbes ein und skizziert das Vorhaben, den Übergang zum Rechtsstaat sowie das Titelbild des Leviathan zu untersuchen.
Der Begriff „Naturzustand“: Dieses Kapitel verortet den Begriff in der Philosophie des 17. Jahrhunderts und beleuchtet die verschiedenen Ansätze namhafter Philosophen.
Der Naturzustand bei Thomas Hobbes: Es wird analysiert, warum Hobbes in seinen Werken unterschiedliche Bezeichnungen für den Naturzustand wählt und was er grundlegend mit diesem Zustand verbindet.
Die Konfliktursachen im Naturzustand: Die Untersuchung legt dar, wie Konkurrenz, Misstrauen und Ruhmsucht bei gleichzeitiger menschlicher Gleichheit in einen permanenten Kriegszustand führen.
Die natürlichen Gesetze: Der Autor erläutert die Bedeutung der von der Vernunft geleiteten natürlichen Gesetze als friedensstiftende Regeln.
Das „Recht auf alles“: Hier wird das Selbsterhaltungsrecht thematisiert, das jedem Individuum im Naturzustand zusteht und Ursache für hitzige philosophische Kontroversen ist.
Der Status des Naturzustandes bei Hobbes: Es wird die methodische Frage erörtert, ob der Naturzustand als historische Realität, Fiktion oder soziologische Hypothese zu verstehen ist.
Überwindung des Naturzustandes: Das Kapitel erklärt, wie die menschliche Vernunft zur Erkenntnis führt, dass nur die Unterwerfung unter einen Souverän den Kriegszustand beenden kann.
Die Rechte des Souveräns: Es werden die absolute Herrschaftsgewalt und der Zensuranspruch des Souveräns sowie die radikale Ablehnung eines Widerstandsrechts dargestellt.
Das Titelblatt des Leviathan: Die visuelle Darstellung des „homo magnus“ wird als Symbol für den durch einen Gesellschaftsvertrag geeinten Staat gedeutet.
Fazit: Die Arbeit fasst zusammen, dass die Theorie von Hobbes ein negatives Szenario beschreibt, das die Notwendigkeit einer staatlichen Ordnung zwingend begründet.
Schlüsselwörter
Thomas Hobbes, Naturzustand, Leviathan, Souveränität, Kriegszustand, Gesellschaftsvertrag, natürliche Gesetze, Selbsterhaltung, Rechtsstaat, Staatstheorie, Staatsgewalt, homo magnus, Recht auf alles, politische Philosophie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Naturzustandstheorie von Thomas Hobbes und der Frage, wie die Menschen den kriegerischen Urzustand durch die Gründung eines Staates überwinden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die Konzepte des Naturzustands, die Rolle der menschlichen Vernunft, die natürlichen Gesetze sowie die Begründung der absoluten Souveränität.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist eine fundierte Analyse der Staatsphilosophie von Hobbes, insbesondere die logische Herleitung der Notwendigkeit einer übergeordneten Staatsgewalt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor führt eine theoretische Analyse durch, indem er verschiedene primäre Werke von Hobbes interpretiert und diese mit den Sichtweisen maßgeblicher Philosophen und Interpreten vergleicht.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Konfliktursachen im Naturzustand, die Funktion der natürlichen Gesetze, die Interpretation des „Rechts auf alles“ sowie die Bedeutung des Leviathan-Titelbildes.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den zentralen Begriffen gehören Naturzustand, Souveränität, Kriegszustand, Gesellschaftsvertrag und Rechtsstaat.
Warum spielt das Titelbild des Leviathan eine besondere Rolle?
Das Titelbild dient als visuelle Zusammenfassung der politischen Theorie von Hobbes, indem es den Souverän als aus vielen Bürgern zusammengesetzten Körper darstellt.
Wie geht Hobbes mit dem Widerspruch des Widerstandsrechts um?
Hobbes lehnt ein politisches Widerstandsrecht ab, räumt jedoch ein, dass das Recht auf individuelle Selbstverteidigung bei direkter Lebensgefahr bestehen bleibt, was er als Schwachpunkt seiner Theorie reflektiert.
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- Anonym (Author), 2012, Die Naturzustandstheorie und ihre Überwindung bei Thomas Hobbes, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/322419