Die Arbeit befasst sich mit der Unterscheidung von Aktanten und Angaben in der deutschen Sprache. In dieser Hausarbeit wird folgender konkreter Fragestellung nachgegangen: Inwiefern lassen sich Aktanten und Angaben voneinander unterscheiden? Da diese beiden Begriffe im Rahmen der Valenztheorie auftauchen, folgt auf die Einleitung ein allgemeines Kapitel zur Valenz. Hier findet eine Beschreibung und Definition statt, die sich hauptsächlich nach Lucien Tesniére richtet.
Ebenfalls werden die verschiedenen Wertigkeiten deutscher Verben und die verschiedenen Ebenen der Valenz angesprochen. Im weiteren Verlauf werden dann Aktanten und Angaben definiert, Beispiele genannt und schon teilweise Unterscheidungen zwischen ihnen angesprochen. Daraufhin werden zwei verschiedene Ansätze zur Unterscheidung von Aktanten und Angaben angeführt. Gegen Ende der Arbeit sind verschiedene Testverfahren aus der Fachliteratur gesammelt, die das Unterscheiden zwischen Aktanten untereinander und auch zwischen Aktanten und Angaben in verschiedenem Maße und auf verschiedene Arten ermöglichen. Abschließend folgt ein zusammenfassendes Fazit, welches die Frage nach der Unterscheidung ebenfalls aufgreift und beantwortet. Ein Literaturverzeichnis ist der Arbeit ebenfalls beigefügt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Valenz
3. Aktanten und Angaben
4. Ansätze zur Unterscheidung von Aktanten und Angaben
5. Testverfahren zur Unterscheidung von Aktanten und Angaben
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen der Valenztheorie und analysiert die Möglichkeiten zur systematischen Unterscheidung von Aktanten (Ergänzungen) und Angaben (Adverbialbestimmungen) in der deutschen Sprache. Das primäre Ziel ist es, die Kriterien der Valenzforschung zu beleuchten und aufzuzeigen, wie unterschiedliche wissenschaftliche Ansätze zur Abgrenzung dieser Satzglieder beitragen.
- Grundlagen und Definition der Valenztheorie nach Lucien Tesnière.
- Die Unterscheidung zwischen obligatorischen und fakultativen Aktanten.
- Ebenen der Valenz: Logische, semantische und syntaktische Aspekte.
- Theoretische Ansätze zur Unterscheidung von Aktanten und Angaben.
- Anwendung von Testverfahren wie Proverbtest, Weglasstest und morphosyntaktische Analysen.
Auszug aus dem Buch
2. Valenz
Der Begriff der Valenz ist in dieser Arbeit von zentraler und grundlegender Bedeutung und wird in diesem Kapitel im Zusammenhang mit wichtigen dazugehörigen Inhalten (Wertigkeit von Verben und Ebenen der Valenz) beschrieben und definiert. Die Valenztheorie ist grundsätzlich aus der Abhängigkeitsgrammatik entstanden, sie greift eine bestimmte Abhängigkeitsbeziehung auf und zwar in der traditionellen Valenztheorie die Abhängigkeit vom Verb.
Auf dieser Abhängigkeitsbeziehung liegt auch der Fokus dieser Arbeit. Die Valenztheorie ist in verschiedene Modell integrierbar und zählt zu den bekanntesten Forschungsansätzen des 20. Jahrhunderts innerhalb der Sprachwissenschaft. Sie beschreibt eine grundlegende Eigenschaft des Sprachsystems. Jedes Grammatikmodell, das die interne Struktur von Sätzen beschreibt, bezieht sich auf die Valenztheorie. Um den Valenzbegriff zu definieren gibt es verschiedene Ansätze. Hier soll zuerst der klassische Valenzbegriff nach dem französischen Sprachwissenschaftler Lucien Tesnière definiert werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Entstehung der Hausarbeit im Rahmen eines Seminars zur Syntax und stellt die zentrale Fragestellung zur Unterscheidung von Aktanten und Angaben vor.
2. Valenz: Dieses Kapitel definiert den Valenzbegriff nach Lucien Tesnière, erläutert die Metapher des Theaters zur Veranschaulichung der Aktanten und beschreibt verschiedene Wertigkeiten von Verben sowie die Ebenen der Valenz.
3. Aktanten und Angaben: Hier werden die Begriffe Aktanten und Angaben genauer definiert und ihre Rolle als notwendige bzw. nicht notwendige Satzglieder anhand von Beispielen und der Theorie von Helbig und Schenkel analysiert.
4. Ansätze zur Unterscheidung von Aktanten und Angaben: Das Kapitel stellt verschiedene wissenschaftliche Kriterien zur Unterscheidung vor, insbesondere die Ansätze von Tesnière sowie von Helbig und Schenkel.
5. Testverfahren zur Unterscheidung von Aktanten und Angaben: Es werden praktische Testverfahren wie der Reduktionstest, der Proverbtest, der Nachtragtest und morphosyntaktische Tests vorgestellt und auf ihre Zuverlässigkeit hin bewertet.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und betont die Schwierigkeit einer einheitlichen, allgemeingültigen Unterscheidung von Aktanten und Angaben in der Fachliteratur.
Schlüsselwörter
Valenz, Valenztheorie, Aktanten, Angaben, Abhängigkeitsgrammatik, Satzglieder, Ergänzungen, Verbvalenz, Syntax, Linguistik, Lucien Tesnière, Gerhard Helbig, Reduktionstest, Proverbtest, Tiefenstruktur
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der syntaktischen und semantischen Differenzierung zwischen Aktanten und Angaben im Deutschen auf Basis der Valenztheorie.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentral sind die Definition der Valenz, die Wertigkeit von Verben, die Ebenen der Valenz sowie verschiedene methodische Ansätze und Tests zur Abgrenzung von Satzgliedern.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Frage zu beantworten, inwiefern sich Aktanten und Angaben voneinander unterscheiden lassen und welche Kriterien dafür in der Fachliteratur existieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Anwendung verschiedener linguistischer Testverfahren (wie Weglass- oder Proverbtests) auf konkrete Beispielsätze.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (Valenzbegriff, Tesnière), die Definition von Aktanten und Angaben, die Vorstellung verschiedener Unterscheidungsansätze sowie die Erprobung praktischer Testverfahren.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Valenz, Aktanten, Angaben, Syntax, Verbvalenz und die genannten linguistischen Testverfahren.
Wie unterscheidet sich die Rolle eines Aktanten von der einer Angabe nach Tesnière?
In Tesnières Theater-Metapher sind Aktanten die notwendigen Akteure eines Geschehens, während Angaben die Umstände wie Kulissen oder zeitliche/räumliche Rahmenbedingungen beschreiben.
Warum ist die Unterscheidung zwischen obligatorischen und fakultativen Aktanten wichtig?
Die Unterscheidung ist deshalb wichtig, da obligatorische Aktanten fest im Valenzrahmen des Verbs verankert sind, während fakultative Aktanten zwar gefordert, aber in bestimmten Kontexten weglassbar sind.
Können Testverfahren immer eindeutig zwischen Aktant und Angabe trennen?
Nein, die Arbeit zeigt, dass viele Tests, wie der Weglasstest, Lücken aufweisen und oft abhängig von der Definition und der betrachteten Valenzebene zu unterschiedlichen Ergebnissen führen können.
- Arbeit zitieren
- Jannik R. (Autor:in), 2015, Valenz im Deutschen. Die Unterscheidung von Aktanten und Angaben, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/321754