Die folgende Hausarbeit stellt eine Analyse des populären Phänomens ‚The Walking Dead‘ bezüglich der Motive von Robinsonaden dar und versucht die Frage zu beantworten, ob es als Robinsonade charakterisiert werden kann oder nicht, und wie sich dies begründen lässt.
Daniel Defoes ‚Life and Strange Surprizing Adventures of Robinson Crusoe‘, das 1719 als erstes Werk einer Trilogie erschien, prägte sowohl den Namen, als auch den Beginn der literarischen Gattung der Robinsonade. Die Geschichte des schiffbrüchigen Robinsons, der auf einer einsamen Insel um sein Überleben kämpft, wird immer wieder in verschiedenen Variationen in Literatur, Film, Musik und Kunst aufgegriffen und hat schon seit einigen Jahren auch seinen Einzug in die populäre Massenkultur gefunden.
Um die Analyse zu bewerkstelligen, wird zu Anfang ein kurzer Erklärungsversuch des Begriffs ‚Popkultur‘ gegeben. Anschließend wird begründet, warum sich ‚The Walking Dead‘ besonders eignet, um Robinsonmotive in der Popkultur zu untersuchen. Dem folgend, werden aus schon vorhandener Forschungsliteratur drei zentrale Grundmotive der Robinsonade herausgearbeitet, um einen Überblick über die Gattung zu bekommen. Anschließend wird die Haupthandlung von ‚The Walking Dead‘ auf diese Grundmotive hin untersucht und diskutiert, ob und inwieweit sie sich als Robinsonade charakterisieren lässt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Popkultur
3. The Walking Dead als Paradebeispiel der Popkultur
4. Grundmotive der Robinsonade
4.1 Isolation
4.2 Überlebensbemühungen
4.2.1 Physisches Überleben
4.2.2. Psychisches Überleben
4.2.3 Überleben als Gemeinschaft
4.3 Die Reise ins Innere der Robinsonfigur
5. Die Grundmotive der Robinsonade in The Walking Dead
5.1 Das Motiv der Isolation in The Walking Dead
5.2 Das Motiv der Überlebensbemühungen in The Walking Dead
5.2.1 Physisches Überleben
5.2.2 Psychisches Überleben
5.2.3 Überleben als Gemeinschaft
5.3 Das Motiv der Reise ins Innere der Robinsonfigur in The Walking Dead
6. Zusammenfassung und Schlussfolgerung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit analysiert das populäre Medienphänomen The Walking Dead auf seine Übereinstimmungen mit den klassischen Motiven der literarischen Gattung der Robinsonade. Ziel ist es, zu untersuchen, ob sich das Werk in diesen Kontext einordnen lässt und wie die spezifischen Überlebensstrategien in einer postapokalyptischen Welt moralisch und sozial zu bewerten sind.
- Analyse des Begriffs der Popkultur im Kontext von Massenmedien.
- Untersuchung von zentralen Grundmotiven der Robinsonade: Isolation, Überlebensbemühungen und Reise ins Innere.
- Vergleichende Analyse der Haupthandlung von The Walking Dead mit den identifizierten Robinson-Motiven.
- Diskussion der menschlichen Entwicklung unter Extremsituationen und moralischer Grenzfragen.
- Einordnung von The Walking Dead in die Tradition der Robinson-Literatur.
Auszug aus dem Buch
4.2.1 Physisches Überleben
Das physische Überleben der Robinsonfigur resultiert laut Reckwitz direkt aus den durch die Isolation hervorgerufenen Mangelzuständen. An erster Stelle steht hierbei das Problem der Versorgung, mit welchem sich die Robinsonfigur nahezu ohne Hilfsmittel und Vorkenntnisse auseinandersetzen muss.15 Reckwitz beschreibt, dass sich Robinsons Überlebensbemühungen in Defoes Werk zu Anfang auf instinktgeleitetes Handeln beschränken. Robinson findet etwas Trinkwasser, steckt sich gegen den Hunger ein Stück Tabak aus seiner Hosentasche in den Mund und klettert dann zum Schutz auf den erstbesten Baum.16 Danach entwickelt sich dieses instinktgeleitete Handeln, laut Reckwitz, zu einem vernunftgeleiteten Handeln weiter. Robinson entdeckt das Schiffswrack und beginnt systematisch, Gezeiten und Strömung berechnend, so viele Dinge wie möglich zu bergen.17 Er geht, um zu überleben, einer methodischen Sammlertätigkeit nach, die, nachdem er das Wrack leergeräumt hat, der Tätigkeit des Jagens Platz macht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die historische Gattung der Robinsonade ein und umreißt die Fragestellung, inwieweit The Walking Dead als moderne Variation dieses Genres betrachtet werden kann.
2. Popkultur: Dieses Kapitel erläutert den komplexen und vielschichtigen Begriff der Popkultur und definiert ihn für die Arbeit im Sinne einer Massenkultur.
3. The Walking Dead als Paradebeispiel der Popkultur: Hier wird begründet, warum das Zombie-Phänomen und insbesondere The Walking Dead aufgrund seiner medialen Präsenz ein ideales Forschungsobjekt darstellt.
4. Grundmotive der Robinsonade: Dieses Kapitel arbeitet anhand von Fachliteratur von Reckwitz und Stuhlfauth drei Kernmotive heraus: Isolation, Überlebensbemühungen und die Reise ins Innere der Robinsonfigur.
5. Die Grundmotive der Robinsonade in The Walking Dead: Der Hauptteil vergleicht die Handlung der Serie mit den theoretischen Motiven und zeigt Parallelen sowie Unterschiede auf.
6. Zusammenfassung und Schlussfolgerung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass The Walking Dead trotz einiger Variationen als Robinsonade charakterisiert werden kann.
Schlüsselwörter
Robinsonade, The Walking Dead, Popkultur, Isolation, Überlebensbemühungen, Physisches Überleben, Psychisches Überleben, Menschlichkeit, Postapokalypse, Moral, Gruppendynamik, Medienanalyse, Zombie, Literaturwissenschaft, Existenzkampf.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Verhältnis zwischen der klassischen literarischen Gattung der Robinsonade und dem modernen popkulturellen Phänomen The Walking Dead.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themenfelder sind die Motive der Isolation, der Überlebensbemühungen (sowohl physisch als auch psychisch) und der Reise ins Innere der Charaktere.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, zu erörtern, ob die Handlung von The Walking Dead wissenschaftlich als Robinsonade klassifiziert werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, bei der theoretische Gattungsmerkmale von Robinsonaden auf das aktuelle Fernseh- und Comic-Franchise angewendet werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die Gattungsmerkmale nach Reckwitz und Stuhlfauth definiert und anschließend detailliert auf die Charaktere und Handlungsstränge von The Walking Dead übertragen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Robinsonade, Überlebensbemühungen, Isolation, Moral, Postapokalypse und Gruppendynamik.
Wie unterscheidet sich die "Isolation" in der Serie von der klassischen literarischen Robinson-Figur?
Während der klassische Robinson als einzelnes Individuum isoliert ist, findet die Isolation in The Walking Dead auf Gruppenebene statt, was einen stärkeren Fokus auf soziale Dynamiken und Konflikte legt.
Welche Rolle spielt die Hoffnung oder Religion für das Überleben in der Arbeit?
Die Arbeit stellt fest, dass im Gegensatz zum klassischen Robinson, der in Gott seinen Frieden findet, in The Walking Dead der Glaube durch die Umstände oft erschüttert wird und Hoffnung meist an die Aussicht auf eine Rückkehr zur Normalität geknüpft ist.
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- Lisa S. H. (Author), 2016, Robinsonmotive in der Popkultur des 21. Jahrhunderts. Ein Vergleich von "Robinson Crusoe" und "The Walking Dead", Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/321214