Diese Forschungsarbeit gibt Auskunft über die zu berücksichtigenden Gegebenheiten im Umfeld des Daten- und Informationsmanagements sowie einen Überblick über bestehende Methoden zur Messung des Unternehmenswertes. Zentral geht es um die Sichtung und anschließende Bewertung ökonomischer Betrachtungsweisen zur quantitativen Erfolgsmessung der Daten und Informationen im Unternehmenskontext. Besonderes Augenmerk richtet sich hierbei auf die Begründung und Messung des Wertbeitrages der Daten und Informationen.
Der Wandel der Wirtschaft von einer industriellen Prägung hin zu einer wissensorientierten Prägung lässt viele betriebswirtschaftliche Theorien hinfällig wirken. Beispielsweise wird in der faktortheoretischen Betriebswirtschaftslehre oftmals die Intensität der eingesetzten Produktionsfaktoren in engem Verhältnis mit dem erwarteten Output betrachtet. Unabhängig von dieser Betrachtungsweise gewinnt die entscheidungsorientierte Betriebswirtschaftslehre in diesem Szenario an Wert.
Unternehmen können heutzutage die entscheidenden Wettbewerbsvorteile durch Wissen erlangen, da die Planung und Optimierung der Produktionsfaktoren und deren Kombination immer weiter in den Hintergrund gerät und als selbstverständlich angesehen wird. Ebenso führt dieser Paradigmenwechsel zu einer neuen Verteilung zwischen materiellen und immateriellen Vermögensgegenständen in den einzelnen Unternehmen. Die Schwerpunkte liegen mittlerweile bei den immateriellen Vermögensgegenständen[3]. Hier rückt das Thema Datenmanagement und Datenqualität in den Fokus, da die Unternehmen im digitalen Zeitalter den Großteil ihres Wissens und ihrer Daten, im elektronischen Format festhalten.
Die strategische Relevanz des Datenmanagements ist in der Theorie fest etabliert, jedoch fehlt es in der Praxis noch zum Großteil an der nötigen Akzeptanz. Grund hierfür sind fehlende Methoden zur Erfolgsmessung, da diese die Kosten bzw. Investitionen quantitativ rechtfertigen.
Inhaltsverzeichnis
1 Motivation und Problemstellung
2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit
3 Grundlagen
3.1 Daten, Informationen und Wissen
3.2 Datenqualität und Informationsqualität
3.3 Kosten schlechter Datenqualität und Informationsqualität
3.4 Immaterielle Vermögensgegenstände
3.5 Messbarkeit des Unternehmenswerts
4 Methodik der Literaturanalyse
5 Ergebnis der Literaturanalyse
5.1 Wertbeitrag der Daten und Informationen
5.2 Bewertung nach immateriellen Vermögensgegenständen
5.3 Bewertung nach Unternehmensbewertungsansätzen
6 Fazit und Ausblick
7 References
Zielsetzung und Themen
Diese Arbeit untersucht, wie Daten und Informationen im Unternehmenskontext ökonomisch bewertet werden können, um ihren Wertbeitrag zum Unternehmenserfolg quantitativ zu erfassen und die strategische Rolle des Datenmanagements zu fundieren.
- Grundlagen des Daten- und Informationsmanagements
- Messung der Kosten schlechter Datenqualität
- Analyse immaterieller Vermögensgegenstände
- Anwendung klassischer Unternehmensbewertungsmethoden auf Daten
Auszug aus dem Buch
3.1 Daten, Informationen und Wissen
Daten, Informationen und Wissen sind vieldiskutierte Begriffe, was sich auch wiederrum in der Literatur widerspiegelt.
Im Rahmen der Analyse wird die Wissenstreppe nach North[4] als Grundlage herangezogen, da dieses Verständnis bereits auf das Verhalten der Daten und Informationen im Unternehmen abzielt, und somit in diesem Forschungskontext besser geeignet ist als die verallgemeinerten Modelle, wie beispielsweise die Begriffshierarchie nach Rehäuser und Krcmar[5].
Dieses Modell ist insbesondere aufgrund der Erweiterung um die Schritte „Handeln“ und „Kompetenzen“ interessanter als die oben aufgeführten „klassischen“ Modelle. Es zeigt auf, dass Daten und Informationen in einem konkreten Kontext stehen müssen, um Wissen zu erzeugen. Das Wissen wiederrum muss mit einer gewissen Motivation oder Anwendung verknüpft werden, damit konkrete Handlungen ausgeführt werden. Der tatsächliche Wert des Wissens wird für ein Unternehmen nur durch das Manifestieren von Kompetenzen offenbart und führt so zu einem Wettbewerbsvorteil[6].
Zusammenfassung der Kapitel
Motivation und Problemstellung: Das Kapitel beschreibt den Wandel zur wissensorientierten Wirtschaft und die strategische Bedeutung von Daten, weist jedoch auf das Defizit an Methoden zur quantitativen Erfolgsmessung im Datenmanagement hin.
Zielsetzung und Aufbau der Arbeit: Es wird die Forschungsfrage definiert, wie Daten und Informationen nach ökonomischen Gesichtspunkten bewertet werden können, um den Unternehmenswert zu steigern.
Grundlagen: Einführung in die Begriffsdefinitionen von Daten, Informationen und Wissen sowie die Erläuterung von Datenqualität, immateriellen Vermögenswerten und Messansätzen für den Unternehmenswert.
Methodik der Literaturanalyse: Erläuterung des systematischen Vorgehens bei der Literaturrecherche in wissenschaftlichen Datenbanken, einschließlich Suchstrategien und Auswahlkriterien.
Ergebnis der Literaturanalyse: Kritische Untersuchung des Wertbeitrags von Informationen und die Anwendbarkeit klassischer Bewertungsmodelle (wie Income Approach, EVA und CVA) auf Datenbestände.
Fazit und Ausblick: Zusammenfassung, dass Daten einen messbaren Wertbeitrag leisten können, und Aufzeigen weiterer Forschungsfelder bezüglich des Weiterverkaufs von Daten (Market Value).
Schlüsselwörter
Datenmanagement, Informationsmanagement, Wertbeitrag, Ökonomische Betrachtungsweise, Datenqualität, Informationsqualität, Unternehmenswert, Immaterielle Vermögensgegenstände, Wissenstreppe, Erfolgsmessung, Betriebswirtschaftslehre, Bewertungsverfahren, EVA, CVA, Wettbewerbsvorteil
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Forschungsarbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der ökonomischen Bewertung von Daten und Informationen sowie deren Beitrag zur Steigerung des Unternehmenswertes.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zu den Schwerpunkten gehören das Datenmanagement, die Datenqualität, immaterielle Vermögenswerte und die Anwendung betriebswirtschaftlicher Kennzahlen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, Methoden zu identifizieren und zu evaluieren, mit denen der Wert von Daten innerhalb wirtschaftender Unternehmen quantitativ bestimmt werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wurde eine systematische Literaturanalyse nach einem angepassten Vorgehensmodell durchgeführt, bei der Quellen aus verschiedenen Datenbanken ausgewertet wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit untersucht?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung sowie die Analyse des Wertbeitrags durch die Anwendung von Bewertungsansätzen für immaterielle Vermögenswerte und Übergewinn-Methoden.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Wertbeitrag, Datenqualität, ökonomische Betrachtungsweise und Unternehmensbewertung beschreiben.
Warum wird der "Market Value" in der Arbeit nicht primär verfolgt?
Da der Verkauf von Daten für die untersuchten Unternehmungen nicht zum Kerngeschäft gehört, liegt der Fokus auf der Nutzung der Daten innerhalb des Unternehmens.
Inwiefern beeinflusst die Qualität von Daten den Unternehmenswert laut dieser Studie?
Hohe Daten- und Informationsqualität reduziert das Risiko und ermöglicht gezieltere Entscheidungen, was wiederum kapitalkosten-minimierend wirken kann und somit den Unternehmenswert steigert.
- Quote paper
- Strahinja Ivanovic (Author), 2015, Messung des Unternehmenswertes. Wertbeitrag von Daten und Informationen, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/321030