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Der Riss im Ich. Zu Männlichkeit und ihrer gesellschaftlichen und individuellen Bedeutung in Fjodor M. Dostojewskijs "Der Doppelgänger"

Title: Der Riss im Ich. Zu Männlichkeit und ihrer gesellschaftlichen und individuellen Bedeutung in Fjodor M. Dostojewskijs "Der Doppelgänger"

Term Paper , 2015 , 17 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Philipp Nobis (Author)

Literature - Slavic Literature

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Summary Excerpt Details

In der vorliegenden Arbeit wurden zwei Analyseansätze, der der Psychoanalyse und der der Gender Studies, miteinander kombiniert um Dostojewskijs „Der Doppelgänger“ zu analysieren. Das Gerüst für den psychoanalytischen Ansatz bilden die Theorien von Jacques Lacan (Spiegelstadium) und Sigmund Freud (Narzissmustheorie & Der Aufbau des psychischen Apparats: Es, Ich und Über-Ich). Diese ermöglichen einen tiefen Einblick in den Gemütszustand des Protagonisten Golajdkin.

Der Analyseansatz der Gender Studies hingegen ermöglicht es, gesellschaftliche Strukturen in ihrer Entwicklung zu betrachten. Genauer gesagt, wie sich Geschlechterrollenvorstellungen über die Zeit entwickeln. Jedoch ist nicht nur ein diachroner Blick möglich, sondern auch ein synchroner, das heißt welche Geschlechterrollenideale zu einer bestimmten Zeit die Menschen in ihrem Denken beeinflusst haben. Die Kombination dieser beiden Ansätze macht es möglich, sowohl gesellschaftliche Strukturen erfassen zu können, als auch deren Einfluss auf das Einzelindividuum, gemessen an den Auswirkungen auf das selbige.

Es wird betrachtet, welche Art von Gesellschaft Dostojewskij zeichnet und wie sich in dieser historische Gesellschaftsveränderungen und Ideale wiederfinden lassen. Am Ende werden im Fazit die Ergebnisse der Analyse noch einmal kurz zusammengefasst bzw. überprüft, ob sich das Erscheinen des Doppelgängers tatsächlich auf den Rollendruck des Konzepts Männlichkeit zurückführen lässt. Doch zunächst soll es, wie bereits erwähnt, um einen kurzen Abriss des bisherigen Forschungsstandes gehen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Forschungsstand und Begründung des Analyseansatzes

3. Dostojewskij und die bürgerliche Gesllschaft

3.1. Bürokratie und Individuation

3.2. Männliche Differnziertheit

4. Der Doppelgänger als Narzistische Spaltung

4.1. Das Es, das Ich und das Über-Ich

4.2. Die Narzissmustheorie von Sigmund Freud

4.3. Das Spiegelstadium nach Jacques Lacan

4.4. Narzissmus und Spiegelstadium im Doppelgänger

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Einfluss gesellschaftlicher Männlichkeitskonstrukte auf das Erscheinen des Doppelgängers in Fjodor M. Dostojewskijs Werk Der Doppelgänger. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob der psychische Verfall und die narzisstisch-paranoide Spaltung des Protagonisten Goljadkin als direkte Folge gesellschaftlicher Rollenerwartungen und der Unfähigkeit, diese zu erfüllen, gedeutet werden können.

  • Analyse des gesellschaftlichen Konstrukts "Männlichkeit" im 19. Jahrhundert.
  • Untersuchung der Wechselwirkung zwischen Individuum und bürokratischer Gesellschaft.
  • Anwendung psychoanalytischer Theorien (Freud und Lacan) auf die literarische Figur.
  • Deutung der Doppelgänger-Erscheinung als narzisstische Identitätsspaltung.
  • Erforschung von sozialer Isolation und Minderwertigkeitskomplexen als Auslöser für den psychischen Zusammenbruch.

Auszug aus dem Buch

4.4. Narzissmus und Spiegelstadium im Doppelgänger

Wie bzw. wo finden sich nun die eben beschriebenen Dinge in Dostojewskijs Der Doppelgänger wieder? Der Protagonist leidet aufgrund einer starken Divergenz zwischen gelebter Realität und Ideal-Ich an einer stetig zunehmenden paranoiden Störung mit narzisstischen Zügen. Sich nach Beachtung sehnend, um so seiner Isolation zu entkommen, entwickelt Goljadkin einen übermäßigen Ehrgeiz beruflich und somit sozial (vgl. S. 6-7) aufzusteigen und verkennt dabei, dass seine Karriere ihren Endpunkt erreicht hat. Durch diesen ständigen Druck seines enttäuschten Ehrgeizes flüchtet er sich in die Vorstellung, Opfer einer Intrige zu sein und entwickelt unverhohlenen Verfolgungswahn, welcher ihn vor dem Eingeständnis seiner eigenen Bedeutungslosigkeit schützt.

Wie aufgewühlt der seelische Zustand Goljadkins ist, wird direkt zu Beginn klar. Nachdem sich der Titularrat nach einigen Schwierigkeiten bei der Unterscheidung von Traum und Wirklichkeit überzeugt hat, dass er sich in letzterer befindet, will er umgehend aus dieser zurück in die Welt des Schlafs flüchten. In diesem Zurücksehnen in den Zustand des Schlafes lassen sich bereits die narzisstischen Neigungen Goljadkins erkennen (vgl. 4.2. S. 10). Noch deutlicher treten diese Neigungen im Gespräch mit dem Arzt Christian Iwanowitsch zutage. Dort schildert Goljadkin wie einem Arbeitskollegen, Wladimir Semjonowitsch, zur Beförderung gratuliert wurde und kann dieses Verhalten nicht nachvollziehen, da es keinen Nutzen für ihn hat. "Was geht es mich an, Christian Iwanowitsch, das er Assessor geworden ist? Was liegt mir daran?"

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Bedeutung von Widersprüchen in Kafkas und Dostojewskijs Werk dar und führt in die Fragestellung ein, wie das Konstrukt Männlichkeit die Figur des Doppelgängers beeinflusst.

2. Forschungsstand und Begründung des Analyseansatzes: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über bisherige Interpretationen des Werks und begründet die methodische Entscheidung für eine Kombination aus Gender Studies und psychoanalytischen Ansätzen.

3. Dostojewskij und die bürgerliche Gesllschaft: Es wird die historische, von bürgerlichen Idealen geprägte Gesellschaft des 19. Jahrhunderts analysiert, in der sich Goljadkin bewegen muss.

3.1. Bürokratie und Individuation: Dieser Abschnitt thematisiert die Rolle der bürokratischen Hierarchie und wie diese die Individuation des Protagonisten behindert und zur sozialen Isolation führt.

3.2. Männliche Differnziertheit: Hier wird Georg Simmels Theorie zur männlichen Differenziertheit herangezogen, um das Scheitern Goljadkins an den männlichen Rollenbildern seiner Zeit zu verdeutlichen.

4. Der Doppelgänger als Narzistische Spaltung: Dieses Kapitel bildet den theoretischen Hauptteil zur Psychoanalyse, in dem die Grundlagen für die psychologische Deutung der Spaltung gelegt werden.

4.1. Das Es, das Ich und das Über-Ich: Einführung in das freudsche Instanzenmodell als Grundlage für das Verständnis psychischer Prozesse.

4.2. Die Narzissmustheorie von Sigmund Freud: Erläuterung der libidinösen Besetzungsprozesse und der Unterscheidung zwischen primärem und sekundärem Narzissmus.

4.3. Das Spiegelstadium nach Jacques Lacan: Erklärung der Genese des Ichs durch das Spiegelstadium und die resultierende Identitätsspaltung in je und moi.

4.4. Narzissmus und Spiegelstadium im Doppelgänger: Anwendung der psychoanalytischen Theorien auf die spezifische psychische Entwicklung und den Wahn des Protagonisten Goljadkin.

5. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse, die bestätigt, dass der Untergang Goljadkins als ein Scheitern an den normativen Männlichkeitsvorstellungen seiner Zeit interpretierbar ist.

Schlüsselwörter

Dostojewskij, Der Doppelgänger, Männlichkeit, Gender Studies, Men Studies, Psychoanalyse, Sigmund Freud, Jacques Lacan, Narzissmus, Spiegelstadium, Identitätsspaltung, Bürokratie, Individuation, Rollendruck, Goljadkin.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Fjodor M. Dostojewskijs Novelle Der Doppelgänger vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Männlichkeitskonstrukte und psychologischer Spaltungsprozesse im 19. Jahrhundert.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen umfassen die bürgerliche Gesellschaft, das gesellschaftliche Konstrukt der Männlichkeit, die psychoanalytische Identitätstheorie sowie das Phänomen der Doppelgänger-Erscheinung.

Welches primäre Ziel oder welche Forschungsfrage verfolgt der Autor?

Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass der psychische Verfall des Protagonisten Goljadkin und die Entstehung seines Doppelgängers maßgeblich durch den Druck der gesellschaftlich auferlegten Männlichkeitsnormen bedingt sind.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden für die Analyse verwendet?

Der Autor verwendet einen interdisziplinären Ansatz, der kulturwissenschaftliche Perspektiven der Gender bzw. Men Studies mit der psychoanalytischen Theoriebildung von Sigmund Freud und Jacques Lacan verbindet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des gesellschaftlichen Umfelds – insbesondere der bürokratischen Hierarchie – sowie eine tiefgehende psychoanalytische Analyse der narzisstischen Spaltung des Protagonisten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Narzissmus, Männlichkeitskonstrukte, Identitätsspaltung, psychoanalytische Literaturwissenschaft und Gesellschaftskritik charakterisiert.

Inwiefern spielt der gesellschaftliche Status des Protagonisten für seine psychische Gesundheit eine Rolle?

Goljadkins verzweifelter Wunsch nach sozialem Aufstieg innerhalb einer strengen bürokratischen Hierarchie führt dazu, dass er sein Selbstwertgefühl komplett an äußere Bestätigung bindet, deren Ausbleiben seine psychische Instabilität provoziert.

Warum wird Goljadkin junior im Kontext der Lacanschen Theorie als "Ideal-Ich" betrachtet?

Der Doppelgänger besitzt alle jene Eigenschaften (beruflicher Erfolg, Charme, Konformität), die dem Original fehlen. Er fungiert daher als Projektionsfläche für Goljadkins Idealbild, an dem das reale Ich scheitert und zerbricht.

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Details

Title
Der Riss im Ich. Zu Männlichkeit und ihrer gesellschaftlichen und individuellen Bedeutung in Fjodor M. Dostojewskijs "Der Doppelgänger"
College
Ernst Moritz Arndt University of Greifswald  (IZfG - Interdisziplinäres Zentrum für Geschlechterforschung)
Course
Einführung in die Gender Studies: Historische Betrachtungen und aktuelle Debatten zu Geschlechterordnungen und -konzeptionen
Grade
1,3
Author
Philipp Nobis (Author)
Publication Year
2015
Pages
17
Catalog Number
V320227
ISBN (eBook)
9783668194731
ISBN (Book)
9783668194748
Language
German
Tags
Doppelgänger Spiegelstadium Gender Männlichkeit Dostojewskij Jacques Lacan
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Philipp Nobis (Author), 2015, Der Riss im Ich. Zu Männlichkeit und ihrer gesellschaftlichen und individuellen Bedeutung in Fjodor M. Dostojewskijs "Der Doppelgänger", Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/320227
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