In der vorliegenden Hausarbeit soll am Beispiel des Films „Lucky Number Slevin“ untersucht werden, welche Funktionen die Musik erfüllt. Dabei soll darauf eingegangen werden, inwiefern die Musik die Wirkung der gezeigten Bilder unterstützt.
Zu Beginn soll der Film in seiner Handlung kurz dargestellt werden, um einen Überblick über die komplexe Handlung zu ermöglichen. Nur mit dem Wissen der aufwendig und zielgerichtet angelegten Auflösung des Films ist es möglich, die Musik des Films angemessen deuten zu können. Im Anschluss daran soll der Komponist der Stücke, „J. Ralph“, vorgestellt werden, um einen Einblick in sein kompositorisches Schaffen zu erhalten. Weiterführend werden ausgewählte Szenen des Films genutzt, um deren musikalische Begleitung im Zusammenhang mit den Szenen zu sehen. Dafür werden die Szenen genauer betrachtet.
Nachfolgend werden die zu den jeweiligen Szenen gehörenden Musikstücke des Films ausführlich analysiert, damit im späteren Verlauf der Arbeit ein Rückbezug darauf erleichtert werden soll, wenn es um die musikalischen Einordnungen bezüglich der Funktionen der Musik geht.
Daran anschließend soll näher auf die Techniken und Funktionen der Musik eingegangen werden, beispielsweise das „Polarisieren“ und die „Leitmotiv-Technik“, um nur einige zu nennen. Dabei werden vorangegangene Szenen- und Musikanalysen genutzt und neue Szenen beispielhaft eingeführt. In diesem Zusammenhang werden die Szenen im Hinblick auf Handlung und genutzte Musik eingehend beleuchtet.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die Handlung des Films „Lucky Number Slevin“
3 Filmmusikkomponist J. Ralph
4 Analyse ausgewählter Stücke im Zusammenhang mit den zugehörigen Szenen
4.1 Filmmusik „Flute Opening“ – Beschreibung der Szene
4.2 Musikanalyse „Flute Opening“
4.3 Filmmusik „Epic Goodkat“ – Beschreibung der Szene
4.4 Analyse „Epic Goodkat“
5 Techniken und Funktionen der Filmmusik anhand ausgewählter Beispiele
6 Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht am Beispiel des Films „Lucky Number Slevin“, wie Filmmusik gezielt eingesetzt wird, um die Wirkung filmischer Bilder zu unterstützen, Handlungsstränge zu kommentieren und Zuschauerreaktionen zu beeinflussen.
- Analyse der narrativen und atmosphärischen Funktion von Filmmusik.
- Untersuchung der kompositorischen Arbeit von J. Ralph.
- Anwendung theoretischer Konzepte wie Polarisierung, Paraphrasierung und Kontrapunktierung.
- Untersuchung der Leitmotivtechnik und der Wirkung von musikalischer Stille.
Auszug aus dem Buch
4.2 Musikanalyse „Flute Opening“
Das Stück ist mit nur wenigen Instrumenten besetzt: eine Querflöte, die das Thema beginnt, ein akustischer Bass, womöglich ein Kontrabass, der erst in der 44. Sekunde des Stückes einsetzt, also erst nach über der Hälfte des Stückes und eine Harfe (evtl. auch eine Gitarre, bei der dir Akkorde in gebrochener Form gezupft werden), die ebenfalls erst spät im Stück zusammen mit dem Bass einsetzt.
Das Thema wird von Beginn an nur von der Flöte getragen. Das Stück beginnt mit einem aufgebrochenen g-moll-Dreiklang und verharrt dann lange auf dem „d“ in einem starken Vibrato. Das Thema wird anschließend unverändert wiederholt.
Der nächste Ton (bei 0:19) ist ein „g“ und damit wird angedeutet, dass die anfangs angedeutete Tonart g-moll sicher scheint. Doch das an „g“ anschließende „fis“ lässt mit dem Leitton zu „g“ Spannung aufkommen und das bei 0:24 auftretende „e“ widerlegt die Tonarten-Annahme vorerst, da g-moll ein „es“ verlangt. Das bei 0:35 lang ausgehaltene „g“ deutet jedoch wieder eine g-moll-Tonalität an. Bei 0:45 erreicht die Melodieführung schließlich das „es“, doch ist es mit dem zeitgleichen Einsetzen des Basses auf „d“ sehr dissonant und man fühlt sich noch immer nicht in einer Tonart „zu Hause“. Ralph schafft es hiermit, eine geheimnisvolle Unruhe zu erzeugen, die man, genau wie den jungen Mann, der zu dem Stück in Erscheinung tritt, nicht einzuordnen weiß. Die Ungewissheit über die Tonart könnte durchaus auch in Verbindung mit der Ungewissheit über die Identität des jungen Mannes gebracht werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt das Ziel der Hausarbeit dar, die Funktionen der Filmmusik in „Lucky Number Slevin“ unter Verwendung musikwissenschaftlicher Analysen zu untersuchen.
2 Die Handlung des Films „Lucky Number Slevin“: Dieses Kapitel bietet eine komprimierte Zusammenfassung der komplexen Handlung des Films, um die Grundlage für die spätere musikalische Interpretation zu schaffen.
3 Filmmusikkomponist J. Ralph: Ein Überblick über das Leben und das musikalische Schaffen des Komponisten J. Ralph wird gegeben, der sich durch einen autodidaktischen Werdegang auszeichnet.
4 Analyse ausgewählter Stücke im Zusammenhang mit den zugehörigen Szenen: Hier werden spezifische Musikstücke des Soundtracks detailliert analysiert und in den Kontext der jeweiligen Filmszenen sowie ihrer instrumentalen Gestaltung gesetzt.
5 Techniken und Funktionen der Filmmusik anhand ausgewählter Beispiele: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Paraphrasierung, Polarisierung und Kontrapunktierung und wendet diese theoretischen Ansätze direkt auf Szenen des Films an.
6 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Filmmusik von J. Ralph essentiell für die atmosphärische Dichte des Films ist und durch den geschickten Einsatz musikalischer Stilmittel maßgeblich zu dessen Wirkung beiträgt.
Schlüsselwörter
Filmmusik, J. Ralph, Lucky Number Slevin, Filmmusikanalyse, Polarisierung, Paraphrasierung, Kontrapunktierung, Leitmotivtechnik, Filmmusikfunktion, Soundtrack, Filmanalyse, Musiktheorie, Filmmusikkomposition, Spannungsaufbau, Filmhandlung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Funktion und Wirkung der Filmmusik in dem Kriminalfilm „Lucky Number Slevin“ und analysiert, wie diese die visuelle Erzählung unterstützt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Themen umfassen die Analyse spezifischer Musikstücke, die Anwendung theoretischer Konzepte der Filmmusik sowie die Untersuchung des Zusammenwirkens von Bild und Ton.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, welche Funktionen die Musik im Film erfüllt und inwiefern sie die Wirkung der gezeigten Bilder sowie die Wahrnehmung durch den Zuschauer beeinflusst.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine film- und musikwissenschaftliche Analyse, bei der ausgewählte Szenen und die dazu gehörende Filmmusik detailliert beschrieben und im Hinblick auf ihre narrative Funktion ausgewertet werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst eine Inhaltsangabe des Films, eine Vorstellung des Komponisten, eine detaillierte Analyse der Musikstücke „Flute Opening“ und „Epic Goodkat“ sowie eine allgemeine Betrachtung von Filmmusiktechniken.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Filmmusik, Polarisierung, Paraphrasierung, Kontrapunktierung, Leitmotivtechnik und Sounddesign.
Wie unterscheidet der Autor zwischen „expressiver“ und „sensorischer“ Filmmusik?
Expressive Filmmusik bildet die Gefühlswelt der Protagonisten ab, während sensorische Filmmusik primär darauf ausgerichtet ist, die unmittelbaren Reaktionen des Zuschauers zu steuern.
Warum wird im Film „Lucky Number Slevin“ teilweise bewusst auf Musik verzichtet?
Das Aussetzen der Musik in dramatischen oder schockierenden Momenten dient dazu, die Aufmerksamkeit des Zuschauers auf die Handlung und die Umgebungsgeräusche zu lenken und so die Wirkung des Gezeigten zu verstärken.
Welche Rolle spielt die Leitmotivtechnik bei dem Stück „Shanty By The Sea“?
Das Stück symbolisiert die Liebesbeziehung zwischen Slevin und Lindsey und wird gezielt eingesetzt, um romantische Momente hervorzuheben und Kontraste zur spannungsgeladenen Filmmusik zu bilden.
Wie trägt die Musik zur Auflösung des Films bei?
Obwohl die Musik durch Motive wie in „Shanty By The Sea“ auf Entwicklungen vorausdeuten kann, hält sie die Spannung bis zum Schluss aufrecht und hilft dabei, die komplexe Handlung des Films nachvollziehbar zu untermalen.
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- Anonym (Author), 2013, Filmmusikanalyse bei „Lucky Number Slevin“, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/319518