Diese Arbeit wird sich damit beschäftigen, wie sich Sprache bei Kindern im Elementarbereich entwickelt bzw. wie Kinder sprechen lernen. Aufgrund der Dimension von sprachbildenden Themen hat sich der Autor dieser Arbeit entschlossen, sich mit der Grundbasis zu beschäftigen.
Deutschland erlebt aktuell eine nie da gewesene Völkerwanderung aus Syrien und anderen Nationen, die aus Gründen des Krieges aus ihrer Heimat fliehen müssen und Schutz in Europa und Deutschland suchen. Früher oder später werden die Kindergärten und Schulen in Kontakt mit diesen Menschen kommen und eine Strategie entwickeln, wie man so schnell wie möglich eine Brücke in die Gesellschaft bauen kann. Sprache ist hier der Schlüssel. Sprachförderung wird ein wichtiger Partner auf dem Weg zur Integration dieser Menschen in die Gesellschaft und der Teilhabe an dieser.
Um dem Leser einen erweiterten Kontext zu ermöglichen, wird in dieser Arbeit, ausgehend vom Definitionsversuch Sprache, Sprechen sowie Mehrsprachigkeit versucht, die Voraussetzungen wie auch die verschiedenen aufeinander aufbauenden Entwicklungsmuster im Bereich des Erwerbs von Einsprachigkeit sowie Mehrsprachigkeit (Meilensteine) herauszuarbeiteten bzw. darzustellen. Diese stellt dann eine kurze und prägnante Einführung in die allgemeinen Grundlagen der Sprachentwicklung dar.
Im Weiteren wird der Inhalt der Bildungsempfehlungen des Elementarbereichs des Landes Rheinland-Pfalz in Bezug auf die Vorgaben der Sprachbildung und Förderung skizziert. Abschließend soll in dieser Arbeit das sprachdidaktische Prinzip der Immersion, als ein mögliches Konzept der zweisprachigen Vorschulerziehung, vorgestellt werden. Mit dem Resümee schließt diese Arbeit ab. Dem Autor ist bewusst, dass diese Arbeit nur ein Einstieg in die tiefere Thematik darstellen kann.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretischer Definitionsversuch Sprache und Sprechen
2.1 Begriffsdefinition: Zweisprachigkeit / Mehrsprachigkeit
2.2 Voraussetzung für die Entwicklung von Sprache
2.3 Spracherwerb bei einsprachigen Kindern
2.4 Zweitspracherwerb bei einsprachigen Kindern
3 Erziehungs- und Bildungsempfehlungen Rheinland-Pfalz
3.1 Sprache als Mittel zur Integration
3.2 Bildungsbereiche Sprache Elementarbereich
4 Modelle der zweisprachigen Elementarerziehung
4.1 Immersion
4.2 Bereicherungsmodell, Assimilations- und Emanzipationsmodell
5 Resümee
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, die Grundlagen des kindlichen Spracherwerbs zu beleuchten und Strategien für die sprachliche Förderung im Elementarbereich, insbesondere im Kontext von Mehrsprachigkeit und Integration, zu diskutieren.
- Grundlagen der Sprachentwicklung und Definitionen von Mehrsprachigkeit
- Bedeutung der Sprache als Integrationsmittel
- Umsetzung der Bildungs- und Erziehungsempfehlungen in Rheinland-Pfalz
- Modelle der zweisprachigen Elementarerziehung (Immersion, Bereicherungs-, Assimilations- und Emanzipationsmodell)
- Rolle pädagogischer Konzepte in der heutigen, globalisierten Gesellschaft
Auszug aus dem Buch
2.1 Begriffsdefinition: Zweisprachigkeit / Mehrsprachigkeit
Zwei Drittel der Menschen sind heut zu Tage in der Lage, über das sprachliche Können einer weiteren Sprache zu verfügen. Ein großer Teil der Kinder dieser Welt sprechen in Schule und Elternhaus unterschiedliche Sprachen. In der Bundesrepublik Deutschland leben und wachsen ein Fünftel aller Kinder in einem zweisprachigen Kontext auf (vgl. Günther und Günther, 2004, S. 44). Wer aufgrund der Vielzahl an fachlicher Literatur über Zwei- und Mehrsprachigkeit annimmt, dass eine Definition von Zwei- oder Mehrsprachigkeit sich leicht gestaltet, erfährt eine ernüchternde Wahrheit. Wenn man versucht, in der Fachliteratur eine klare Definition von Zweisprachigkeit oder Mehrsprachigkeit zu finden, wird man feststellen, dass die Wissenschaftler sich diesbezüglich nicht einig sind und es mitunter auch Definitionen gibt, die sich widersprechen (vgl. Triarchi-Herrmann, 2012, S. 14).
So wird einerseits schon bei der minimalen Anwendung einer anderen Sprache von Zweisprachigkeit gesprochen (Kupfer- Schreiner, 1994, S.47), wobei bei dem nächsten Autor die einzelnen Menschen erst als zweisprachig zu sehen sind, wenn diese über das Können verfügen, sich in vollständigen sinnhaften Sätzen auszudrücken. Nach dieser Definition wäre der überwiegende Teil der Erdbevölkerung mehrsprachig. Im Gegensatz dazu schlagen andere Wissenschaftler Definitionen vor, nachdem Menschen erst als zweisprachig gelten dürfen, wenn diese in der Lage sind, ihre Sprachen auf dem Niveau der Muttersprache zu beherrschen. Hiernach wäre die Anzahl der Menschen, die in diese Definition fallen, klein (vgl. Apeltauer, 1997, S.7).
Aufgrund dieser uneinheitlichen Aussagen zum Thema „Sprachen“ wird der Autor dieser Arbeit sich an folgende Definition halten:
Somit ist zweisprachig, wer in seinem alltäglichen Leben mindestens zwei Sprachen verwendet oder wie Weinreich formuliert: „Die Praxis, abwechselnd zwei Sprachen zu gebrauchen, soll Zweisprachigkeit heißen, die an solcher Praxis beteiligten Personen werden zweisprachig genannt.“ Mehrsprachigkeit ist jeweils mitgedacht, da bis jetzt keine grundsätzlichen Unterschiede festgestellt werden konnten, zwischen dem Lernen und dem Gebrauch zweier oder mehrerer Sprachen (Frigerio Sayilir, 2007, S. 17).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Anlass der Arbeit durch bildungspolitische Debatten und die zunehmende Relevanz der Sprachförderung im Kontext von Migration und Integration.
2 Theoretischer Definitionsversuch Sprache und Sprechen: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe, beleuchtet Voraussetzungen für den Spracherwerb und beschreibt die Entwicklungsprozesse bei einsprachigen sowie die Besonderheiten bei zweisprachigen Kindern.
3 Erziehungs- und Bildungsempfehlungen Rheinland-Pfalz: Hier werden die bildungspolitischen Leitlinien in Rheinland-Pfalz analysiert, insbesondere die Rolle der Sprache für die gesellschaftliche Teilhabe und die pädagogischen Bildungsaufträge.
4 Modelle der zweisprachigen Elementarerziehung: Das Kapitel stellt verschiedene theoretische Modelle (Immersion, Bereicherungs-, Assimilations- und Emanzipationsmodell) zur Gestaltung zweisprachiger Erziehung in Kindertageseinrichtungen vor.
5 Resümee: Das Resümee fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit, Sprachförderung als essenziellen, individualisierten und politisch unterstützten Teil frühkindlicher Bildung zu begreifen.
Schlüsselwörter
Sprachentwicklung, Mehrsprachigkeit, Elementarbereich, Sprachförderung, Integration, Immersion, Bildungspläne, Rheinland-Pfalz, Spracherwerb, Zweisprachigkeit, Kindertagesstätte, pädagogische Konzepte, Interkulturalität, Migration, Sprachkompetenz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Grundlagen der Sprachentwicklung bei Kindern im Elementarbereich und beleuchtet, wie Kinder Sprachen erlernen sowie welche Rolle die sprachliche Förderung für die Integration spielt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind der Spracherwerb (einsprachig und zweisprachig), die Bedeutung von Bildungsplänen in Rheinland-Pfalz sowie verschiedene konzeptionelle Modelle der zweisprachigen Elementarerziehung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, einen Überblick über die Mechanismen des Spracherwerbs zu geben und aufzuzeigen, wie Kindertageseinrichtungen durch fundierte Sprachförderung zur erfolgreichen Integration beitragen können.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, in der aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse, Bildungspläne und theoretische Konzepte zur Sprachbildung zusammengeführt und kritisch diskutiert werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung von Sprache und Spracherwerb, eine Analyse der regionalen Bildungssempfehlungen in Rheinland-Pfalz sowie die Vorstellung didaktischer Modelle für die zweisprachige Erziehung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die wichtigsten Begriffe sind Sprachentwicklung, Mehrsprachigkeit, Sprachförderung, Elementarbereich, Integration, Immersion und Bildungspläne.
Warum wird das Emanzipationsmodell im Kontext heutiger Anforderungen hervorgehoben?
Das Emanzipationsmodell wird als besonders wertvoll erachtet, da es die verschiedenen Herkunftssprachen der Kinder als gleichwertig betrachtet und eine wertschätzende Atmosphäre auf Augenhöhe schafft, was für das soziale Miteinander essenziell ist.
Welche Rolle spielt die Politik laut dem Autor bei der Sprachbildung?
Der Autor fordert, dass die Politik mehr Verantwortung übernimmt, indem sie bessere Rahmenbedingungen schafft und die Sprachbildung verbindlicher gestaltet, anstatt sie der alleinigen Trägerautonomie zu überlassen.
- Arbeit zitieren
- Peter Weishaupt (Autor:in), 2016, Sprachentwicklung bei Kindern im Elementarbereich. Wie Sprache von Kindern erlernt wird im Überblick, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/319161