Der stationäre Handel ist im Zuge des digitalen Wandels zunehmend unter Druck geraten. Diese Projektarbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie mit modernen Technologien, in diesem Fall konkret durch das Smartphone, neue Möglichkeiten entstehen, die Attraktivität und Konkurrenzfähigkeit des stationären Handels zu sichern und Erfolge zu generieren.
Demzufolge sollen in dieser Arbeit konkret die bestehenden Chancen und Risiken einer Verbindung des stationären Handels und des mobilen Internets durch das Smartphone herausgearbeitet und gegenübergestellt werden. In diesem Kontext werden punktuell Best-Practice Beispiele und mögliche Strategien vorgestellt.
Der stationäre Handel ist mit einem Umsatz von 428 Milliarden Euro und einem Anteil am Bruttoinlandsprodukt von ca. 16 Prozent eine bedeutende Größe in Deutschland. Allerdings ist festzustellen, dass sich der Umsatz seit dem Millennium real kaum verändert hat. Dem gegenüber steht der E-Commerce mit seinem Umsatz von ca. 73 Milliarden Euro in 2014, der sich seit 2011 etwa verdoppelt hat.
Es ist festzustellen, dass immer mehr Konsumenten im Business-to-Consumer-Bereich (B2C) Produkte Online kaufen und den stationären Handel mehr und mehr lediglich als Ausstellungsfläche bzw. Showroom nutzen oder um sich vor dem Onlinekauf durch geschultes Personal beraten zu lassen und die Produkte später preisgünstiger im Internet zu erwerben.
Dies setzt den physischen Handel zunehmend unter Druck, neue Mittel und Wege zu finden Konsumenten wieder in die Geschäfte zu holen, Kunden nach einer zum Kauf vor Ort zu bewegen und die Kunden letztendlich wieder mehr an das Unternehmen zu binden. Das Smartphone kann hier durchaus ein machtvolles Instrument sein, da es ausgesprochen viele Möglichkeiten bietet, den Konsumenten gezielt anzusprechen und in die Geschäfte zu locken. Zudem können Techniken wie beispielsweise das „Mobile Couponing“ auch zusätzliche Umsätze generieren.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
1.1 Die Fragestellung
1.2 Problemstellung
1.3 Aufbau der Arbeit
2. Definitionen und aktuelle Situation
2.1 M-Commerce
2.2 Stationärer Handel
3. Chancen durch M-Commerce
3.1 Konsumenten in den Laden locken
3.1.1 Push Messaging
3.1.2 Mobile Couponing
3.1.3 Store Location
3.1.4 Mobile Loyalty Programme
3.2 Einkaufserlebnis steigern
3.2.1 Indoor Search und Navigation
3.2.2 Mobile Payment
3.2.3 Mobile Self-Checkout
3.2.4 Mobile Shopping
4. Risiken durch M-Commerce
4.1 Steigender Wettbewerb
4.2 Echter Nutzen oder Spielerei?
5. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Projektarbeit untersucht, wie moderne Technologien, insbesondere das Smartphone, neue Potenziale bieten, um die Attraktivität und Konkurrenzfähigkeit des stationären Handels im Kontext des digitalen Wandels zu sichern. Das primäre Ziel ist die Analyse und Gegenüberstellung von Chancen und Risiken, die sich aus der Verbindung des physischen Ladengeschäfts mit dem mobilen Internet ergeben, unter Einbeziehung von Strategien und Best-Practice-Beispielen.
- Digitaler Wandel im stationären Einzelhandel
- M-Commerce als Werkzeug zur Kundenbindung und Frequenzsteigerung
- Technologische Instrumente: Push Messaging, Mobile Couponing und Location Based Services
- Steigerung des Einkaufserlebnisses durch Mobile Payment und Indoor Navigation
- Wettbewerbsrisiken und kritische Erfolgsfaktoren für Investitionen in IT-Lösungen
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Push Messaging
Push Messaging, im Folgenden mit PM abgekürzt, stellt eine Art Kurzmitteilung oder Information dar, die direkt auf das mobile Endgerät des Empfängers geschickt werden können. Je nach Anwendungsart geschieht dies als SMS oder als Push Notifikation (PN).17. PN werden im weiteren Verlauf als Nachrichten verstanden, bei der eine im Hintergrund laufende, aber auch geschlossene Applikation dem Benutzer mitteilt, das neue Nachrichten verfügbar sind.18 Ein Beispiel hierfür ist die App des Nachrichtenprogramms der Tagesschau, welche dem Nutzer immer bei aktuellen Nachrichten eine Mitteilung direkt im Bildschirm anzeigt. Für den Dienst ist im Vergleich zur SMS zwar eine App erforderlich, dafür ist der Dienst des PN an sich kostenfrei.
Der Schlüssel des PM liegt in den bereits genannten Eigenschaften des Smartphones, nämlich die ortsunabhängige, ständige Erreichbarkeit des Nutzers bei der gleichzeitigen Möglichkeit diesen zu lokalisieren und persönlich und interaktiv anzusprechen.19 Es wird also möglich, mit dem Kunden einen Dialog zu beginnen und somit vom Massenmarketing zum persönlichen Marketing zu wechseln.20 In Kombination mit den LBS werden Unternehmen in die Lage versetzt, Kunden situationsgenau anzusprechen und in Echtzeit zu reagieren. Insbesondere im Bereich des Customer-Relationship-Managements (CRM) kommt dieser Form der Kommunikation eine große Wichtigkeit zu.21 Hierbei ist speziell die Möglichkeit der Kombination bestehender Daten aus dem CRM, wie z.B. die Kaufhistorie und den kontextsensitiven Eigenschaften der mobilen Endgeräte, hervorzuheben, aus denen eine sehr effiziente Art der Kundenansprache hervorgehen kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Die Einleitung beleuchtet den Druck auf den stationären Handel durch den digitalen Wandel und formuliert die Forschungsfrage zur Nutzung des Smartphones für die künftige Wettbewerbsfähigkeit.
2. Definitionen und aktuelle Situation: In diesem Kapitel werden die zentralen Begriffe M-Commerce und stationärer Handel definiert sowie die aktuelle wirtschaftliche Lage des stationären Einzelhandels kurz analysiert.
3. Chancen durch M-Commerce: Das Hauptkapitel untersucht, wie mobile Technologien den stationären Handel unterstützen können, unterteilt in die Kundengewinnung (z.B. Push Messaging, Couponing) und die Steigerung des Einkaufserlebnisses (z.B. Payment, Navigation).
4. Risiken durch M-Commerce: Dieses Kapitel betrachtet die Gefahren, wie den steigenden Wettbewerbsdruck durch Markttransparenz sowie die kritische Frage nach dem tatsächlichen Mehrwert für den Kunden bei IT-Investitionen.
5. Fazit und Ausblick: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Chancen und Risiken und konstatiert, dass M-Commerce-Anwendungen für den stationären Handel zukünftig an Bedeutung gewinnen werden.
Schlüsselwörter
M-Commerce, stationärer Handel, Smartphone, Digitaler Wandel, Push Messaging, Mobile Couponing, Location Based Services, Mobile Payment, Kundenbindung, Einzelhandel, E-Business, Kundenansprache, Markttransparenz, Mobile Loyalty Programme, Einkaufserlebnis
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Projektarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Rolle des Smartphones und des M-Commerce als strategisches Mittel, um den stationären Einzelhandel in einem sich verändernden Marktumfeld konkurrenzfähig zu halten.
Welche zentralen Themenfelder deckt die Untersuchung ab?
Die Arbeit fokussiert sich auf die technologische Vernetzung von mobilen Endgeräten mit dem stationären Handel, um Kunden besser zu erreichen und Prozesse wie Bezahlen oder Navigation zu optimieren.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die Chancen und Risiken der Digitalisierung für den physischen Handel aufzuzeigen und Strategien zu identifizieren, die einem Händler helfen, den digitalen Herausforderungen zu begegnen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde gewählt?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Auseinandersetzung mit Fachliteratur, Wirtschaftsdaten und Best-Practice-Beispielen aus dem Bereich E-Business und Mobile Marketing.
Was umfasst der inhaltliche Hauptteil?
Der Hauptteil analysiert Instrumente wie Push Messaging, Mobile Couponing, Mobile Payment sowie Indoor Navigation, um Konsumenten in den Laden zu führen und das Einkaufserlebnis zu verbessern.
Welche Schlagworte charakterisieren das Dokument am besten?
Die wichtigsten Aspekte sind M-Commerce, Kundenbindung, Digitaler Wandel im stationären Handel und mobile Interaktionstechnologien.
Wie trägt die NFC-Technologie zur Vereinfachung des Einkaufsprozesses bei?
NFC ermöglicht eine berührungslose Datenübertragung, die sowohl beim Mobile Payment als auch bei der Identifizierung von Kunden oder dem Einlösen von Coupons durch einfaches Heranführen des Gerätes an ein Terminal genutzt werden kann.
Warum ist die Verknüpfung von CRM-Daten mit LBS für Unternehmen so wichtig?
Durch die Kombination von standortbezogenen Daten (LBS) und existierenden Kundendaten (z.B. Kaufhistorie) können Händler ihre Kunden wesentlich individueller und situationsbezogener ansprechen.
Welche Herausforderung stellt das Mobile Self-Checkout-Verfahren für den Einzelhändler dar?
Das größte Hindernis für den Einsatz von Self-Checkout-Systemen ist der notwendige Diebstahlschutz, da ohne Personal eine manuelle Kontrolle der bezahlten Waren schwierig ist.
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- Kai Ziegler (Author), 2016, Smartphones und stationärer Handel. Strategien, Chancen und Risiken, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/318650