Diese Arbeit greift die grundlegenden Ereignisse und Ursachen auf, die zur Entstehung der Finanzkrise im Jahr 2007 beitrugen und erläutert, welche Faktoren ausschlaggebend für das Entstehen einer spekulativen Blase am Immobilienmarkt waren. Insbesondere wird in diesem Zusammenhang die Verbriefung von Kreditforderung in den Vordergrund gerückt. Des Weiteren wird analysiert, in welcher Weise das Schattenbanksystem eine zentrale Rolle für den Zusammenbruch des Interbankenmarktes spielte.
Aufgrund dieser Geschehnisse stehen viele Institutionen, insbesondere Banken, weiterhin in der Kritik. Um zukünftig das Ausmaß dieser Ereignisse eindämmen zu können, wird in diesem Rahmen ein möglicher Lösungsansatz, die Eigenkapitalregulierung von Banken, dargelegt. Es wird analysiert, welche Auswirkungen sich durch erhöhte Eigenkapitalvorschriften der Banken auf sozialer, ökonomischer und politischer Ebene ergeben.
Seit dem Ausbruch der Finanzkrise im Jahre 2007 leiden bis heute Finanz- und Realmärkte unter den katastrophalen Entwicklungen, die dieses Ereignis mit sich brachte. Die Krise mündete über die globale Weltwirtschaftskrise in bis eine heute andauernde Staatenkrise. Politiker, Ökonomen und Institutionen beschäftigen sich noch immer allgegenwärtig mit Maßnahmen und Lösungsansätzen, die Entlastungen im gesamtwirtschaftlichen System erbringen sollen.
Im Folgenden wird dargestellt, welche Aspekte als Ursache für die die Entstehung der Finanzkrise betrachtet werden. Anhand der leichtfertigen Kreditvergabe im amerikanischen Immobilienmarkt wird aufgezeigt, wie es zu Liquiditätsengpässen auf dem gesamten Finanzsektor kam. Aufgrund unzähliger existierender Theorien zu dieser Thematik werden in dieser Arbeit lediglich die aus meiner Sicht wichtigsten Zusammenhänge dargelegt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Finanzkrise: Ursache und Entstehung
2.1 Entstehung und Platzen der Immobilienblase
2.2 Bank Runs als Folge der Krise
2.2.1 Die Rolle des Schattenbanksystems und der „securitization process“
2.2.2. „The Run on Repo“ und der Zusammenbruch des Interbankenmarktes
3. Prävention von Bank Runs durch Regulierungsmaßnahmen der Banken
3.1 Hintergründe, Ansatzmöglichkeiten und Chancen erhöhter Eigenkapitalerfordernisse
3.2 Erhöhte Eigenkapitalanforderungen und die Kreditvergabe von Banken
3.3 Eigenkapitalregulierungen und soziale Kosten
3.3.1 Steuerliche Perspektive
3.3.2 Bankenrettung und Bürgschaftsversprechen
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit analysiert die Ursachen der Finanzkrise von 2007, mit besonderem Fokus auf die Rolle des Schattenbanksystems und der Verbriefungsprozesse, um daraus Lösungsansätze für zukünftige Stabilität durch Eigenkapitalregulierungen abzuleiten.
- Entstehung und Platzen der Immobilienblase
- Die Rolle des Schattenbanksystems und des Securitization Process
- Bank Runs und der Zusammenbruch des Interbankenmarktes
- Regulierung von Eigenkapitalanforderungen bei Banken
- Soziale und ökonomische Auswirkungen staatlicher Eingriffe
Auszug aus dem Buch
2.2.1 Die Rolle des Schattenbanksystems und der „securitization process“
In diesem Abschnitt wird dargelegt, wie sich das Schattenbanksystem entwickelte und welche Rolle es in Bezug auf die Finanzkrise spielte. Definitionsgemäß ist eine Schattenbank ein Finanzintermediär, welches Aktivitäten außerhalb des regulierten Bankensystem betreibt (Stijn et al., 2012, S.3). Zu den Schattenbanken zählen unterschiedliche Institutionen. Zum einen kann dies ein Unternehmen sein, welches Geld- und Bankgeschäfte betreibt, jedoch kein Kreditinstitut ist (hierbei wird oft von Tochtergesellschaften von Banken gesprochen). Zum anderen können diese Zweckgesellschaften sein, wie beispielsweise Conduits und Structured Investment Vehicles.
Ähnlich wie im traditionellen Bankensystem kümmert sich das Schattenbanksystem um die Intermediation zwischen Kreditnehmern und Investoren unter Betracht der aufkommenden Risiken, welche die Kreditvergabe mit sich bringt. In Bezug auf die finanzielle Stabilität kommen den Schattenbanken zwei Hauptaufgaben zu: Securitization (Verbriefung) und Collateral intermediation (Stijn et al, 2012, S.6). Im Folgenden wird in diesem Zusammenhang insbesondere das Securitzed Banking erläutert.
Vorerst ist es wichtig zu klären, welche Akteure bei der Verbriefung involviert sind und welchen einzelnen Aufgaben die Akteure bei diesem Prozess nachkommen. Den Ausgangspunkt bildet der Asset Originator, der sogenannte Besitzer der Kreditforderungen. Der Asset Originator kann beispielsweise eine non-financial-cooperation sein.
Verschiedene Gründe können für die Verbriefung dieser Forderungen sprechen. Es kann sein, dass sich das Unternehmen auf diesem Wege Liquidität verschaffen oder auch bestimmte Assets aus deren Bilanz entfernen möchte (Moro, 2013, S.5). Der Originator verkauft die ausgewählten Kreditforderungen an eine sogenannte Zweckgesellschaft (SPV). Eine Zweckgesellschaft wird alleinig nur für einen Zweck gegründet und kann auch sofort nach Erfüllung dieses Zweckes wieder aufgelöst werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die globale Tragweite der Finanzkrise ab 2007 und führt in die zentralen Themen der Arbeit, wie die Kreditvergabe und die Notwendigkeit von Regulierungsmaßnahmen, ein.
2. Die Finanzkrise: Ursache und Entstehung: Dieses Kapitel erläutert die Entstehung der Immobilienblase, die Rolle des Schattenbanksystems sowie die Mechanismen, die zum Zusammenbruch des Interbankenmarktes führten.
3. Prävention von Bank Runs durch Regulierungsmaßnahmen der Banken: Der Hauptteil analysiert, wie erhöhte Eigenkapitalanforderungen zur Stabilität beitragen können und untersucht die damit verbundenen sozialen Kosten sowie die steuerlichen Implikationen.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit, sowohl die Abhängigkeit von Ratingagenturen als auch staatliche Bürgschaftsstrukturen kritisch zu hinterfragen, um künftige Krisen zu vermeiden.
Schlüsselwörter
Finanzkrise, Schattenbanksystem, Verbriefung, Subprime-Kredite, Immobilienblase, Eigenkapitalregulierung, Bank Runs, Interbankenmarkt, Repo-Geschäfte, Basel III, Liquidität, Risiko, Staat, Bankenrettung, Finanzmarktstabilität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Ursachen der Finanzkrise ab 2007 und diskutiert, inwiefern strengere Eigenkapitalvorschriften für Banken als geeignetes Instrument zur Vermeidung künftiger Finanzkrisen dienen können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Entstehung von Immobilienblasen, die Rolle des Schattenbanksystems und der Verbriefung, die Funktionsweise von Repo-Märkten sowie die ökonomische und soziale Bewertung staatlicher Bankenregulierung.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, zu analysieren, ob erhöhte Eigenkapitalanforderungen tatsächlich die Kreditvergabe hemmen oder ob sie eine notwendige Maßnahme zur Sicherung der Solvenz und Vermeidung systemischer Krisen darstellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse sowie der Verwendung von Bilanzbeispielen, um die Auswirkungen unterschiedlicher Eigenkapitalquoten auf die Banktätigkeit zu verdeutlichen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die Hintergründe von Eigenkapitalerfordernissen, die Auswirkungen von Basel III, die steuerliche Perspektive der Eigenkapitalfinanzierung und die Problematik von staatlichen Bürgschaften (Too-big-to-fail) diskutiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Finanzkrise, Schattenbanksystem, Verbriefung (Securitization), Repo-Markt, Eigenkapitalregulierung und Systemrisiken.
Wie beeinflussen Ratingagenturen den Verbriefungsprozess?
Sie bewerten die Tranchen der verbrieften Pakete, wobei ihre mangelnde Unabhängigkeit und ihr Optimismus bezüglich der Immobilienpreise als Verstärker der Krisenentwicklung identifiziert werden.
Was genau ist ein "Repo-Haircut" und warum ist er relevant?
Es ist ein Sicherheitsabschlag, den ein Geldgeber bei der Beleihung von Wertpapieren verlangt. Ein Anstieg der Haircuts signalisiert Misstrauen und kann Banken in eine Liquiditätskrise stürzen.
Warum wird das Steuersystem im Kontext der Eigenkapitalregulierung kritisiert?
Das aktuelle Steuersystem begünstigt die Fremdkapitalaufnahme gegenüber Eigenkapital durch Absetzbarkeit von Zinsen, was Banken dazu anreizt, mit weniger Eigenkapital und höherem Risiko zu agieren.
Warum ist das "Too-big-to-fail"-Prinzip problematisch für die Finanzstabilität?
Die Erwartung einer staatlichen Rettung wirkt wie eine Subvention, die Banken zu risikoreichem Verhalten animiert, da sie die Kosten bei Scheitern auf die Allgemeinheit überwälzen können.
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- Inga Häußler (Author), 2015, Die Finanzkrise, ihre Auswirkungen und die kritische Auseinandersetzung von Eigenkapitalregulierungen der Banken, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/317788