Die so genannte Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft (TTIP, Transatlantic Trade and Investment Partnership) ist ein höchst komplexes Vorhaben, das sehr umstritten ist. Das primäre Ziel der vorliegenden Arbeit ist daher die Schaffung eines objektiven Überblicks über die Thematik.
Im Wesentlichen dient diese Arbeit der Beantwortung folgender Fragen: Was sind die Vor- und Nachteile von Freihandel? Was ist das Ziel von TTIP und von wem wird es verhandelt? Warum ist TTIP umstritten und was sind die Hauptkritikpunkte?
Zunächst ist es wichtig, die Vor- und Nachteilen von Freihandel im Allgemeinen zu erläutern. Hierzu werden die wesentlichen Pro- und Kontraargumente aufgeführt. Aufgrund des Umfangs wird es nicht möglich sein, auf andere Instrumente der Außenhandelspolitik einzugehen. Ein wirtschaftliches Grundverständnis wird an dieser Stelle vorausgesetzt. Anschließend wird die wirtschaftliche Bedeutung des Handels zwischen den USA und der EU thematisiert und wichtige Kennzahlen in diesem Zusammenhangaufgezeigt. Nach einer Vorstellung der wesentlichen Ziele und der Hauptverhandlungspunkte des TTIP folgt eine Darstellung der Vorzüge und Hauptkritikpunkte dieses Freihandelsabkommens.
Seit Juli 2013 befinden sich die Europäische Union (EU) und die Vereinigten Staaten von Amerika (USA) in Verhandlungen für ein Freihandelsabkommen, die so genannte Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft (TTIP, Transatlantic Trade and Investment Partnership). Primäres Ziel der Verhandlungen ist eine Vereinbarung über alle wesentlichen bilateralen Handels- und Investitionsthemen wie der Abbau von Zöllen und anderen bürokratischen und regulatorischen Markthürden im Handel zwischen der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten von Amerika.
Auch wenn die Verhandlungen noch andauern, sind sie schon jetzt ein entscheidender Meilenstein in der transatlantischen Handelsbeziehung, die bislang eher von gegenseitiger Vorsicht und teilweiser Abschottung geprägt war.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Freihandel versus Protektionismus
2.1. Argumente für Freihandel
2.2. Argumente gegen Freihandel
3. Der Handel zwischen USA und EU
4. TTIP- Die Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft
4.1. Vorteile des TTIP
4.1.1. Wachstum
4.1.2. Wohlstand
4.1.3. Arbeitsplätze
4.2. Kritik am TTIP
4.2.1. Beseitigung der Standards in den Bereichen Verbraucher-, Arbeitnehmer- und Umweltschutz
4.2.2. Gefahr der Investor-Staats-Klagen für Steuerzahler
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, einen objektiven Überblick über die geplante Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft (TTIP) zu geben. Dabei wird die wirtschaftliche Relevanz der transatlantischen Handelsbeziehungen beleuchtet, die potenziellen Chancen einer Handelsliberalisierung den häufig vorgebrachten Kritikpunkten gegenübergestellt und eine fundierte Basis zur Meinungsbildung geschaffen.
- Theoretische Grundlagen des Freihandels im Kontrast zum Protektionismus
- Struktur und Bedeutung des aktuellen Handels zwischen EU und USA
- Wirtschaftliche Potenziale wie Wachstum, Wohlstand und Beschäftigung
- Kritische Analyse von Standards im Verbraucher-, Arbeits- und Umweltschutz
- Diskussion der Risiken durch Investor-Staats-Streitbeilegungsverfahren
Auszug aus dem Buch
4.2.2. Gefahr der Investor-Staats-Klagen für Steuerzahler
Die EU verfügt insgesamt über 1.400 bilaterale Investitionsschutzabkommen, die historische betrachtet, zum Schutz von Direktinvestitionen in Entwicklungsländer gegen willkürliche Gesetzgebung und (in-)direkte Enteignung ins Leben gerufen wurden. So konnte ein Investor gegen ungerechtfertigte Benachteiligung durch die jeweilige Regierung bei einem internationalen Schiedsgericht auf Schadensersatz klagen und die nationalen Gerichte umgehen. Was ursprünglich zum Schutz von Unternehmen entstanden ist, entwickelt sich mehr und mehr zu Steuerbelastungen für die westliche Welt. Großkonzerne verklagen vermehrt Industrienationen vor solchen Schiedsgerichten. So hat zum Beispiel der schwedische Energiekonzern Vattenfall die Bundesrepublik Deutschland in den vergangenen Jahren gleich zweimal auf Grundlage der Investitionsschutzregeln im multilateralen Energiecharta-Vertrag verklagt. In 2009 ging es um Umweltauflagen für die Entnahme von Kühlwasser aus der Elbe für das Hamburger Kohlekraftwerk, das Vattenfall betreibt. Diese Auflagen waren für das Energieunternehmen zu streng, also klagte es auf 1,4 Milliarden Euro. Nach zwei Jahren wurde das Verfahren aufgrund einvernehmlicher Einigung eingestellt, nachdem die Umweltauflagen für den betreffenden Hamburger Stadtteil gelockert worden waren.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der TTIP-Verhandlungen ein, definiert das Ziel der Arbeit und umreißt die zu beantwortenden Forschungsfragen.
2. Freihandel versus Protektionismus: Hier werden die theoretischen Grundlagen des Außenhandels erörtert und die Argumente pro und contra Liberalisierung gegenübergestellt.
3. Der Handel zwischen USA und EU: Das Kapitel liefert eine Bestandsaufnahme der wirtschaftlichen Verflechtungen und Kennzahlen zwischen den beiden großen Handelspartnern.
4. TTIP- Die Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft: Dieser Hauptteil analysiert detailliert die Ziele, die potenziellen Vorteile sowie die Kritikpunkte des Abkommens.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die wirtschaftliche und politische Sinnhaftigkeit des Dialogs trotz bestehender Bedenken.
Schlüsselwörter
TTIP, Freihandel, Protektionismus, EU, USA, Handelsabkommen, Investitionsschutz, Globalisierung, Wohlstand, Schiedsgericht, Marktöffnung, Handelshemmnisse, Arbeitsplätze, Wirtschaftspolitik, Standards
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet einen umfassenden und objektiven Überblick über das geplante Freihandelsabkommen TTIP zwischen der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten von Amerika.
Welche zentralen Themenfelder deckt die Untersuchung ab?
Zentral sind die theoretischen Argumente für und gegen Freihandel, die aktuelle wirtschaftliche Beziehung zwischen EU und USA sowie die spezifischen Chancen und Risiken des TTIP-Projekts.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, den komplexen Themenkomplex TTIP für den Leser verständlich aufzubereiten, damit dieser auf Basis der dargelegten Fakten eine eigene fundierte Meinung entwickeln kann.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse wirtschaftspolitischer Theorien, Kennzahlen zum bilateralen Handel sowie Studien zu den potenziellen makroökonomischen Auswirkungen der Handelsliberalisierung.
Was steht im inhaltlichen Fokus des Hauptteils?
Der Hauptteil gliedert sich in eine ökonomische Fundierung, eine Analyse der Handelsbeziehungen und eine Gegenüberstellung der erwarteten ökonomischen Vorteile gegenüber den gesellschaftspolitischen Bedenken.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Freihandel, Investitionsschutz, Globalisierung und Handelshemmnisse definiert.
Welche konkreten Bedenken werden bezüglich Umwelt- und Verbraucherschutz angeführt?
Kritiker befürchten, dass hohe europäische Standards durch das Abkommen untergraben werden könnten, falls diese als Handelshemmnisse eingestuft und im Rahmen der Harmonisierung abgesenkt werden.
Was versteht man unter der im Text erwähnten Gefahr der Investor-Staats-Klagen?
Dies bezieht sich auf die Möglichkeit für Unternehmen, Staaten vor internationalen Schiedsgerichten zu verklagen, wenn staatliche Regulierungen – beispielsweise Umweltschutzauflagen – ihre Investitionen beeinträchtigen, was zu hohen finanziellen Belastungen für Steuerzahler führen kann.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2015, Die Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft. Ein Überblick zu Vorteilen und Kritik am TTIP, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/317702