Im Rahmen dieser Seminararbeit soll untersucht werden wie Adoleszenz, also der Prozess des Erwachsenwerdens, in bayerischen Filmen im Zusammenhang mit regionalen Gegebenheiten dargestellt wird. Es wird die Frage behandelt, inwiefern der Ort, an dem die Figuren leben, einen Einfluss auf die Art und Weise wie sie erwachsen werden hat. Bearbeitet werden dafür folgende Filmbeispiele: die Rosenmüller Trilogie ("Beste Zeit, Beste Gegend, Beste Chance") und "Toni Goldwascher".
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Adoleszenz und Provinz im Film
2.1 Betrachtungspunkte
2.2 Rosenmüller - Trilogie: Beste Zeit, Beste Gegend, Beste Chance
2.2.1 Inhalt
2.2.2 Analyse
2.3 Lechner: Toni Goldwascher
2.3.1 Inhalt
2.3.2 Analyse
3 Resumée
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Prozess des Erwachsenwerdens (Adoleszenz) im bayerischen Film und analysiert dabei, inwiefern regionale Gegebenheiten und die bayerische Provinz die Identitätsfindung der Protagonisten beeinflussen.
- Adoleszenz und Identitätsfindung in ländlichen Räumen
- Einfluss der Herkunft auf den Erwachsenwerdungsprozess
- Filmanalytische Untersuchung der Rosenmüller-Trilogie
- Darstellung sozialer Strukturen im Film "Toni Goldwascher"
- Vergleich zwischen idyllischer Provinz und sozialer Realität
Auszug aus dem Buch
2.2.2 ANALYSE
BESTE ZEIT
Die Protagonistin Kati lebt am Land mit ihren Eltern, ihrem kleinen Bruder und ihrem Großvater auf einem Hof. Sie ist Schülerin am Gymnasium und bekommt die Möglichkeit für ein Jahr im Rahmen eines Schüleraustausches nach Amerika zu gehen. Ihr ist bewusst, was für eine gute Chance das ist ein wenig Freiheit zu erfahren und das heimische Nest zu verlassen. Aber dennoch plagen sie Zweifel, ob sie nicht zuhause etwas verpassen könnte. Die Entscheidung will Kati außerdem abhängig von ihrer Beziehung zu Mike machen. Wenn er sich als die wahre Liebe erweist, will sie zuhause bleiben. Dass der Austausch eine attraktive Chance für sie ist, muss Kati bewusst sein, sonst hätte sie sich gar nicht erst dafür beworben. Bevor sie die Bestätigung bekommt, ist sie auch sicher, dass sie gehen wird, aber sobald sie angenommen wird, wird Kati unsicher. Als sie schließlich feststellt, dass Mike nicht der Held ist, den sie sich wünscht, bewegt sich die Waagschale wieder in Richtung Amerika und auch die Konflikte innerhalb der Familie begünstigen das.
Gerade die zu der Zeit schwierige Beziehung zu ihrem Vater löst in ihr den Wunsch aus, sich von der Familie abzugrenzen: „I packs nimma dahoam.“ Zu ihrem Großvater hat sie ein sehr gutes Verhältnis, aber mit ihren Eltern gibt es immer wieder Probleme. Zunächst streitet Kati hauptsächlich mit ihrem Vater, wobei sie häufig die Grenzen austestet und ihn zusätzlich provoziert: „Was is’n? Hau doch zu du Arschloch!“ Der Streit findet während der gemeinsamen Arbeit am Hof statt und genau dann bringt Kati noch einmal das Thema zur Sprache, dass sie bald nach Amerika gehen wird. Im Adoleszenzroman gilt es als Ziel den Lebensalltag, also hier konkret der Hofarbeit, hinter sich zu lassen und stattdessen etwas Außergewöhnliches anzustreben, was in Katis Fall der Amerikaaustausch ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung definiert den Begriff der Adoleszenz und führt in die zentrale Fragestellung ein, wie der Wohnort den Prozess des Erwachsenwerdens beeinflusst.
2 Adoleszenz und Provinz im Film: Dieses Kapitel erarbeitet theoretische Betrachtungspunkte und analysiert die Filmbeispiele Rosenmüller-Trilogie sowie "Toni Goldwascher" hinsichtlich ihrer Darstellung der Identitätsfindung.
3 Resumée: Das Resumée fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass beide Filmreihen die bayerische Provinz unterschiedlich darstellen, die Protagonisten sich jedoch alle an ihre ländliche Umgebung anpassen müssen.
Schlüsselwörter
Adoleszenz, Identitätsfindung, Bayerischer Film, Provinz, Rosenmüller-Trilogie, Toni Goldwascher, Coming-of-Age, Heimat, Jugend, Landleben, Film-Analyse, Erwachsenwerden, Individuation, Sozialisation, Identität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie der Prozess des Erwachsenwerdens in bayerischen Filmen dargestellt wird und welchen Einfluss die jeweilige Umgebung auf diesen Prozess nimmt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind Adoleszenz, die Ablösung von der Familie, soziale Identitätsfindung im ländlichen Raum und der Einfluss des Heimatkomplexes.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es zu analysieren, ob und wie die bayerische Provinz die Art und Weise beeinflusst, wie jugendliche Protagonisten zu Erwachsenen heranreifen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Filmanalyse, gestützt durch psychologische und soziologische Theorien zur Adoleszenz sowie Literatur aus der Analyse von Entwicklungsromanen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die Filme der Rosenmüller-Trilogie sowie der Film "Toni Goldwascher" detailliert analysiert und hinsichtlich ihrer Handlungsstränge und Charakterentwicklungen untersucht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Adoleszenz, Identitätsfindung, Bayerische Provinz, Coming-of-Age und Heimat definiert.
Warum spielt der Heimatbegriff bei Kati eine so große Rolle?
Kati ist zwischen dem Wunsch nach Freiheit und der engen, identitätsstiftenden Bindung an ihr Dorf und ihre Familie hin- und hergerissen, was ihre Entscheidungsprozesse maßgeblich verzögert.
Wie unterscheidet sich die Darstellung der Provinz in den analysierten Filmen?
Während die Rosenmüller-Trilogie Tandern als idyllisch darstellt, wird das Dorf in "Toni Goldwascher" als Schauplatz von sozialen Spannungen und körperlicher Gewalt gezeichnet.
- Quote paper
- Karina Oelmaier (Author), 2015, Adoleszenz und Identitätsfindung im Bayerischen Film, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/317352