Hausarbeiten logo
Shop
Shop
Tutorials
De En
Shop
Tutorials
  • How to find your topic
  • How to research effectively
  • How to structure an academic paper
  • How to cite correctly
  • How to format in Word
Trends
FAQ
Zur Shop-Startseite › Französische Philologie - Linguistik

Von der "diversité" zur "uniformité". Sprachpolitik in der Französischen Revolution

Inwiefern widersprechen die Eingriffe der französischen Regierung der Revolutionszeit in die Sprachpolitik dem heutigen europäischen Vielfaltsprinzip?

Titel: Von der "diversité" zur "uniformité". Sprachpolitik  in der Französischen Revolution

Hausarbeit , 2011 , 18 Seiten , Note: 2

Autor:in: Madita Wegerer (Autor:in)

Französische Philologie - Linguistik

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Am Ende des 18. Jahrunderts beseitigte die Große Französische Revolution das Ancien Régime. Die französische Aufklärung hatte ihren Anteil an der Entwicklung und am Ausbau der revolutionären Gesinnung. Die Folgen daraus auf die sprachlichen und kommunikativen Verhältnisse in Frankreich sind bis heute noch spürbar. Die grundlegenden Veränderungen äußern sich vor allem in der Auseinandersetzung mit der, zeitweise auch widersprüchlichen, Norm- und Sprachpolitik unter Einbezug der gesamten Nation. Die Sprache erhält im Laufe der Epoche viele bedeutungstragende Aufgaben und Titel, wie zum Beispiel „langue de la libérte“ oder „Sprache der Menschenrechte“, und wird somit für die Regierung zum Mittel der Verbreitung eines neuen zentralistischen, revolutionären Idealismus.

Das Prestige der Sprache Französisch erhält seinen Höhepunkt mit der Erhebung von der Sprache der Höfe zur Nationalsprache. Die Verbreitung der Neuordnung der innerstaatlichen Verhältnisse und ihrer sprachpolitischen Veränderungen für Frankreich war eine vorerst schwierige Aufgabe, denn eine Bestandsaufnahme machte deutlich, dass von ungefähr 25 Millionen Franzosen und Französinnen nur etwa die Hälfte, und zwar oftmals nur rudimentär, Französisch spricht. Nachdem man diesem Missstand zuerst mit einer Übersetzungspolitik beikommen wollte, setzte man später auf eine Politik der sprachlichen Vereinheitlichung des Landes.

Einheit im Sinne von Einheitlichkeit war dagegen für Europa nie charakteristisch. Der vielräumige Kontinent „Europa“ ist geprägt von kultureller wie sprachlicher Pluralität, deren Differenzen weniger als Kritikpunkte, die man beseitigen muss- im Vergleich zum damaligen Frankreich- gelten, sondern als wichtigste Charakteristika, schon sozusagen Voraussetzungen, für den intensiven kulturellen Austausch und Transfer.

Ich werde in der vorliegenden Arbeit versuchen, einen geschichtlichen Rückblick über die sprachpolitischen Maßnahmen der Revolution von der Phase der „diversité“ ausgehend, über die Phase der Übersetzungspolitik, bis zur „uniformité“ zu erläutern und die daraus resultierenden Auswirkungen auf den Sprachgebrauch des Volkes zusammenzufassen. Schlussendlich werde ich diese spezielle Phase der französischen Sprachpolitik mit dem europäischen Prinzip der Mehrsprachigkeit vergleichen. Besonders die Unterschiede beider Sprachpolitiken werden dargestellt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Inwiefern widersprechen sich die Eingriffe der französischen Regierung der Revolutionszeit in die Sprachpolitik mit dem heutigen europäischen Vielfaltsprinzip?

1.1 Historischer Hintergrund

2. Welche Schritte wurden eingeleitet um eine Vereinheitlichung der Sprache zu erreichen?

2.1 Sprachpolitik der Revolution

2.2 Nationalgefühl und Ideologie

2.3 Phase der „diversité“

3. Wie trug die „langue nationale unique“ zur Vereinheitlichung des Landes bei?

3.1 Konzept der Nationalsprache

3.2 Phase der „unifomité“

3.3 Politische Veränderungen

3.4 Folgen

4. Wie schafft es Europa trotz seiner Mehrsprachigkeit zu funktionieren?

5. Konklusion:

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die sprachpolitischen Maßnahmen während der Französischen Revolution und deren Bestreben zur Etablierung einer vereinheitlichten Nationalsprache. Dabei wird analysiert, wie dieses zentralistische Modell dem heutigen Prinzip der europäischen Mehrsprachigkeit gegenübersteht und welche soziokulturellen Auswirkungen diese beiden diametralen Ansätze auf die Identitätsbildung haben.

  • Historische Analyse der französischen Sprachpolitik zwischen 1789 und 1794.
  • Untersuchung der Rolle der Sprache als Instrument für nationale Identität und Ideologie.
  • Vergleich zwischen der radikalen Einsprachigkeit Frankreichs und der pluralistischen Ausrichtung der EU.
  • Evaluierung der Auswirkungen von Übersetzungspolitik und Schulwesen auf den Sprachgebrauch.

Auszug aus dem Buch

3. Wie trug die „langue nationale unique“ zur Vereinheitlichung des Landes bei?

„La République une et indivisible dans son territoire, dans son système politique doit être une et indivisible dans son langage. [...] Il est bien difficile d’être réuni d‘opinion, quand on est séparé par le langage, de l‘identitéde la langue dépend plus qu’on ne pense, l’identitédes principes.“

Die Revolutionspolitik steht letztlich im Dienste der Vereintlichungspolitik der bürgerlichen Klasse, die für die Entfaltung eines nationalen Marktes bedurfte, der von sprachlichen Hemmnissen und Zwängen weitgehend befreit war. Um diese Hemmnisse aufzulösen musste man vor allem die bestehenden Sprachbarrieren in den nichtfranzösischen Provinzen, wie zum Beispiel in der Bretagne, Katalonien, Okzitanien, Elsass, Flandern, Baskenland, Korsika, sowie den Ständen untereinander (Adel, Klerus, Dritter Stand) auflösen.

Die Regierung suchte nach der Julirevolution einen Weg, um die antifeudale Ideologie und das neue Nationalbewusstsein im gesamten Land zu verbreiten. Sie bedienten sich an einem Medium, dass für seine Verständlichkeit Gleichheit zur Bedingung hatte: die Sprache.

„Die Funktion der Sprache in einer Demokratie ist es, die Teilnahme der Bürger am politischen Leben zu ermöglichen. Sprache ist Instrument des öffentlichen Denkens.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Inwiefern widersprechen sich die Eingriffe der französischen Regierung der Revolutionszeit in die Sprachpolitik mit dem heutigen europäischen Vielfaltsprinzip?: Dieses Kapitel beleuchtet den historischen Kontext und die Ambivalenz zwischen revolutionärer Sprachpolitik und zeitgenössischen europäischen Werten.

1.1 Historischer Hintergrund: Die Sektion beschreibt die sozio-ökonomischen Umstände und den Aufstieg der Aufklärung als Triebfeder für radikale gesellschaftliche Umbrüche in Frankreich.

2. Welche Schritte wurden eingeleitet um eine Vereinheitlichung der Sprache zu erreichen?: Hier werden die legislativen und ideologischen Maßnahmen erläutert, die zur bewussten Nutzung von Sprachpolitik als Herrschaftsinstrument führten.

2.1 Sprachpolitik der Revolution: Untersuchung der Umwandlung von Untertanen in Bürger und der strategischen Aufwertung des Französischen als Symbol für Freiheit.

2.2 Nationalgefühl und Ideologie: Dieses Kapitel zeigt auf, wie Sprache unter der Jakobinerdiktatur zum zentralen Bindeglied einer neuen, säkularen Nationalideologie wurde.

2.3 Phase der „diversité“: Behandlung der anfänglichen Übersetzungspolitik, die darauf abzielte, revolutionäre Ideen über Sprachgrenzen hinweg zu vermitteln.

3. Wie trug die „langue nationale unique“ zur Vereinheitlichung des Landes bei?: Analyse der Funktionalität einer einheitlichen Sprache für die Entfaltung eines nationalen Marktes und zur Beseitigung regionaler Sprachbarrieren.

3.1 Konzept der Nationalsprache: Erörterung der Gründe für die Erhebung des Französischen zur alleinigen Nationalsprache trotz der Existenz zahlreicher Dialekte.

3.2 Phase der „unifomité“: Darstellung des Übergangs zu einer restriktiveren Sprachpolitik und der gescheiterten Ansätze einer flächendeckenden Übersetzung.

3.3 Politische Veränderungen: Fokus auf die drastische Verschärfung der Sprachpolitik ab 1793 und die Verfolgung von Nicht-Französischsprechenden als „Feinde der Revolution“.

3.4 Folgen: Analyse der langfristigen Auswirkungen, insbesondere durch die geplante Institutionalisierung eines Schulsystems zur Verbreitung der Nationalsprache.

4. Wie schafft es Europa trotz seiner Mehrsprachigkeit zu funktionieren?: Dieses Kapitel kontrastiert das französische Modell mit der modernen europäischen Praxis des respektvollen Umgangs mit kultureller und sprachlicher Vielfalt.

5. Konklusion:: Zusammenfassung der Kernergebnisse und ein vergleichendes Fazit über den Stellenwert der Nationalsprache einst und jetzt.

Schlüsselwörter

Französische Revolution, Sprachpolitik, Nationalsprache, Identitätsbildung, Diversität, Uniformität, Mehrsprachigkeit, Europäische Union, Ideologie, Aufklärung, Jakobiner, Patriotismus, Sprachbarrieren, Zentralismus, Soziolinguistik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die historische Sprachpolitik der Französischen Revolution und setzt diese in einen kritischen Vergleich mit dem heutigen europäischen Prinzip der Mehrsprachigkeit.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den Schwerpunkten zählen der Zusammenhang zwischen Sprache und nationaler Identität, die staatliche Sprachnormierung sowie die sozio-politischen Implikationen von Ein- bzw. Mehrsprachigkeit.

Welches Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist es, die ideologischen Hintergründe der französischen Sprachvereinheitlichung offenzulegen und aufzuzeigen, wie sehr sich dieser Ansatz vom heutigen Verständnis eines kulturell vielfältigen Europas unterscheidet.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit genutzt?

Die Arbeit stützt sich auf eine geschichtliche Analyse und einen rechts- sowie sprachsoziologischen Vergleich, basierend auf zeitgenössischen Dokumenten und wissenschaftlicher Literatur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Sprachpolitik während der Revolutionsphasen (Übersetzung, Normierung, Radikalisierung) und die Analyse der europäischen Mehrsprachigkeitspolitik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Sprachpolitik, Nationalsprache, Französische Revolution, Identität und europäische Mehrsprachigkeit.

Warum wurde das Französische während der Revolution zur alleinigen Nationalsprache erhoben?

Die Sprache wurde als notwendiges Instrument der Aufklärung und als Symbol der neu gewonnenen Gleichheit und Freiheit gesehen, um das Land zu einen und den nationalen Markt zu fördern.

Was war das Resultat der französischen „Uniformitätspolitik“?

Die Politik führte zu einer starken Zentralisierung, scheiterte jedoch teilweise an der tief verwurzelten dialektalen Vielfalt und dem Analphabetismus, was schließlich zu drastischen staatlichen Maßnahmen und Unterdrückung führte.

Wie unterscheidet sich der EU-Ansatz von dem Frankreichs des 18. Jahrhunderts?

Während das Frankreich der Revolution eine radikale Einsprachigkeit anstrebte, erkennt die EU Vielsprachigkeit als Reichtum an und schützt die Sprachen ihrer Mitgliedstaaten als Teil ihrer Identität.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Von der "diversité" zur "uniformité". Sprachpolitik in der Französischen Revolution
Untertitel
Inwiefern widersprechen die Eingriffe der französischen Regierung der Revolutionszeit in die Sprachpolitik dem heutigen europäischen Vielfaltsprinzip?
Hochschule
Universität Wien  (Romanistik)
Veranstaltung
Sprachwissenschaftliches Proseminar 2
Note
2
Autor
Madita Wegerer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
18
Katalognummer
V316930
ISBN (eBook)
9783668157347
ISBN (Buch)
9783668157354
Sprache
Deutsch
Schlagworte
französische Sprachrevolution Europa unité diversité Sprachwissenschaft romanische Sprachzusammenführung Frankreich Sprachpolitik 18.Jahrhundert
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Madita Wegerer (Autor:in), 2011, Von der "diversité" zur "uniformité". Sprachpolitik in der Französischen Revolution, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/316930
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  18  Seiten
Hausarbeiten logo
  • Facebook
  • Instagram
  • TikTok
  • Shop
  • Tutorials
  • FAQ
  • Zahlung & Versand
  • Über uns
  • Contact
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum