Hausarbeiten logo
Shop
Shop
Tutorials
De En
Shop
Tutorials
  • How to find your topic
  • How to research effectively
  • How to structure an academic paper
  • How to cite correctly
  • How to format in Word
Trends
FAQ
Go to shop › Psychology - Social Psychology

Urteilsbildung und Wahrnehmung als automatische oder kontrollierbare Prozesse? Soziale Kognition im Alltag und in der Schule

Title: Urteilsbildung und Wahrnehmung als automatische oder kontrollierbare Prozesse? Soziale Kognition im Alltag und in der Schule

Term Paper , 2015 , 20 Pages , Grade: 1.3

Autor:in: Dipl. Sebastian Schäfer (Author)

Psychology - Social Psychology

Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Die vorliegende Arbeit konzentriert sich auf die Frage, ob wir unseren kognitiven Verarbeitungsschwächen gänzlich ausgeliefert sind oder ob wir unter bestimmten Umständen – durch mehr Aufwand und Überlegung – Kontrolle über unsere Urteilsbildung und Wahrnehmung erlangen können.

Die Art, wie wir denken, wirkt sich auf unser Sozialleben aus. Genauso beeinflusst auch die soziale Welt unser Denken. Soziale Kognitionen, die gewissermaßen als Schemata für unsere Wahrnehmung fungieren, helfen uns bei der schnellen Einordnung der unzähligen Umweltreize. Sie können uns aber auch zu Fehlinterpretationen verleiten. Denn Prozesse und Urteile laufen oft sehr schnell und automatisiert ab.

Zunächst werden einige Begriffsbestimmungen vorgenommen, grundlegende Prozesse der Wahrnehmung beschrieben und soziale Kognition aus genetischer und kultureller Perspektive betrachtet. Der Hauptteil beschäftigt sich dann zunächst mit sozialer Kognition als automatischer Prozess, wobei hier insbesondere auf die Begriffe Kategorisierung, Schemata und Stereotype eingegangen wird, die wiederum die Grundlage für die nachfolgenden Ausführungen sind. Abschließend rückt der kontrollierte Verarbeitungsprozess in den Fokus.

Bemerkenswert ist, dass sich nicht nur die Sozialpsychologie mit dem Phänomen der sozialen Kognition beschäftigt, sondern auch die moderne kognitive Neurowissenschaft. Insbesondere in klinischer Hinsicht lassen sich hierbei psychische Erkrankungen als Störungen sozial kognitiver Fähigkeiten besser verstehen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundlagen der Kognition

2.1 Definitionsansätze

2.2 Informationsverarbeitung

2.3 Grundlegende Prozesse der Wahrnehmung

3. Soziale Kognition

3.1 Begriffsbestimmung

3.2 Soziale Kognition - eine Grundausstattung des Menschen?

3.3 Kulturelle Unterschiede bezüglich sozialer Kognition

3.4 Begriffe im Kontext sozialer Kognition

4. Soziale Kognition als automatischer Prozess – unser innerer Autopilot

4.1 Attributionsverzerrung

4.2 Funktionen von Schemata bzw. Stereotypen

4.3 Schema-Aktivierung und Verhalten

4.4 Sich selbst erfüllende Prophezeiung

4.5 Bedrohung durch Stereotype

5. Soziale Kognition – kontrollierter Prozess

5.1 Ist die Stereotypenaktivierung vermeidbar?

5.2 Möglichkeiten nach der Aktivierung eines Stereotyps

5.3 Sind Schemata bzw. Stereotypen veränderbar?

6. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der sozialen Kognition im Alltag sowie im schulischen Kontext mit dem Ziel zu klären, ob der Mensch seinen automatisierten kognitiven Verarbeitungsschwächen vollständig ausgeliefert ist oder durch gezielte Kontrolle Einfluss auf diese Prozesse nehmen kann.

  • Grundlagen der Kognition und Informationsverarbeitung
  • Soziale Kognition als automatischer Prozess (Schemata, Stereotype)
  • Die Rolle der sich selbst erfüllenden Prophezeiung im Schulalltag
  • Kontrollierte kognitive Prozesse und Strategien zum Abbau von Stereotypen
  • Die Jigsaw-Methode als Ansatz für kooperatives Lernen und Inklusion

Auszug aus dem Buch

4.4 Sich selbst erfüllende Prophezeiung

Chen und Bargh (1997) betonen, dass die sich selbst erfüllende Prophezeiung keine bewusste, absichtliche Handlung ist, sondern ein Beispiel für automatisches Denken. Die sich selbst erfüllende Prophezeiung haben Rosenthal und Jacobson (1968/1976) in einer Grundschule belegt. Sie gilt inzwischen als eine der populärsten Studien in der Sozialpsychologie. Sie ließen Schüler einen Test durchführen und argumentierten anschließend gegenüber den Lehrern, dass einige Schüler besonders gut abgeschnitten hätten und in nächster Zeit geradezu „aufblühen“ werden. Allerdings waren die Schüler, die als „Aufblüher“ kategorisiert worden waren nach dem Zufallsprinzip ausgewählt worden und im Schnitt nicht klüger als die anderen Kinder. Somit unterschieden sich die Kinder von den Mitschülern nur im Kopf der Lehrer. Am Ende des Schuljahres mussten alle Kinder einen Intelligenztest absolvieren und es stellte sich heraus, dass diejenigen Schüler, die als sogenannte „Aufblüher“ gekennzeichnet worden waren, besser abschnitten bzw. höhere Zuwächse in ihren IQ-Werten erreichten als die übrigen Schüler. Die Erwartungen der Lehrkräfte haben sich demzufolge bestätigt. Aronson et al. (2007, S. 69) formulieren es folgendermaßen: „Menschen haben eine Erwartung dazu, wie eine andere Person ist, und diese Erwartung beeinflusst den Umgang mit ihr.“.

In Folgestudien konnte nachgewiesen werden, dass Lehrer die „Aufblüher“ in vier Gesichtspunkten unterschiedlich behandeln: Sie geben mehr persönliche Unterstützung und Zuwendung, sie reichen ihnen mehrere und schwierigere Aufgaben, sie geben häufiger positive Rückmeldung und darüber hinaus zahlreiche Gelegenheiten sich während der Stunde zu Wort zu melden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das Phänomen der sozialen Kognition und Darlegung der zentralen Fragestellung bezüglich der Kontrollierbarkeit automatisierter kognitiver Prozesse.

2. Grundlagen der Kognition: Betrachtung grundlegender Definitionen, der menschlichen Informationsverarbeitung sowie top-down und bottom-up gesteuerter Wahrnehmungsprozesse.

3. Soziale Kognition: Erörterung der Begriffsbestimmung, der genetischen und kulturellen Komponenten sowie relevanter Begriffe wie Schemata, Stereotype und Heuristiken.

4. Soziale Kognition als automatischer Prozess – unser innerer Autopilot: Analyse der automatisierten Verarbeitung, einschließlich Attributionsverzerrungen, Schema-Aktivierung und der sich selbst erfüllenden Prophezeiung.

5. Soziale Kognition – kontrollierter Prozess: Untersuchung der bewussten Kontrolle über kognitive Schwächen, der Vermeidbarkeit von Stereotypen und Methoden zur Veränderung festgefahrener kognitiver Strukturen.

6. Zusammenfassung: Rekapitulation der wichtigsten Erkenntnisse zur sozialen Kognition, deren Bedeutung im Schulkontext und Möglichkeiten zur Förderung eines vorurteilsfreien Miteinanders.

Schlüsselwörter

Soziale Kognition, Kognition, Informationsverarbeitung, Wahrnehmung, Schemata, Stereotype, Heuristiken, Attributionsverzerrung, sich selbst erfüllende Prophezeiung, soziale Interaktion, Kontinuummodell, Jigsaw-Methode, Inklusion, Vorurteile, Diskriminierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der sozialen Kognition, also der Art und Weise, wie wir Menschen in unserer sozialen Umwelt wahrnehmen, interpretieren und wie diese Prozesse unsere Urteile und unser Verhalten beeinflussen.

Welche thematischen Schwerpunkte werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf der Unterscheidung zwischen automatischen und kontrollierten kognitiven Prozessen, der Funktion von Schemata und Stereotypen sowie deren Einfluss auf das soziale Handeln.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu klären, ob wir unseren automatisierten kognitiven Mustern (z.B. der schnellen Kategorisierung von Personen) zwangsläufig ausgeliefert sind oder ob und wie wir durch Aufwand und bewusste Reflexion Kontrolle erlangen können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse, um den aktuellen Forschungsstand der Sozialpsychologie sowie Erkenntnisse aus der kognitiven Neurowissenschaft und Entwicklungspsychologie zusammenzuführen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit analysiert?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse automatischer Prozesse (wie Attribution oder Stereotypisierung) und kontrollierter Prozesse (wie Strategien zur Korrektur dieser Eindrücke oder dem Abbau von Vorurteilen).

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit beschreiben?

Zu den zentralen Begriffen zählen Soziale Kognition, Schemata, Stereotype, Automatische Prozesse, Kontrollierte Prozesse, Attribution und die Jigsaw-Methode.

Warum spielt die „sich selbst erfüllende Prophezeiung“ eine wichtige Rolle für Lehrer?

Sie ist relevant, da die Erwartungen von Lehrkräften an Schüler (z.B. durch Stereotype) dazu führen können, dass diese Schüler unbewusst anders behandelt werden, was wiederum die tatsächliche Leistung der Kinder beeinflusst.

Was ist der Kern der im Dokument beschriebenen „Jigsaw-Methode“?

Die Methode fördert kooperatives Lernen zwischen Schülern verschiedener Hintergründe, indem gegenseitige Abhängigkeit und gemeinsame Ziele geschaffen werden, um „Eigengruppe“ vs. „Fremdgruppe“-Denken in ein Wir-Gefühl zu transformieren.

Excerpt out of 20 pages  - scroll top

Details

Title
Urteilsbildung und Wahrnehmung als automatische oder kontrollierbare Prozesse? Soziale Kognition im Alltag und in der Schule
College
University of Rostock
Grade
1.3
Author
Dipl. Sebastian Schäfer (Author)
Publication Year
2015
Pages
20
Catalog Number
V316432
ISBN (eBook)
9783668156401
ISBN (Book)
9783668156418
Language
German
Tags
soziale Kognitionen Schemata kognitiv Wahrnehmung Stereotype
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dipl. Sebastian Schäfer (Author), 2015, Urteilsbildung und Wahrnehmung als automatische oder kontrollierbare Prozesse? Soziale Kognition im Alltag und in der Schule, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/316432
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  20  pages
Hausarbeiten logo
  • Facebook
  • Instagram
  • TikTok
  • Shop
  • Tutorials
  • FAQ
  • Payment & Shipping
  • About us
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint