In dieser Arbeit wird anhand eines Beispiels eine Coachingstrategie entworfen, die dem Klienten helfen soll, seine Schüchternheit zu überwinden, beziehungsweise mit ihr umzugehen.
Eingangs wird das Anliegen des Klienten geschildert. Im Anschluss daran werden verhaltenstherapeutische Grundlagen erläutert und in Hinblick auf das Anliegen des Klienten diskutiert. Die Auswahl der Coachingmethode wird aufgrund dieser Diskussion begründet.
Inhaltsverzeichnis
1 DER KLIENT UND SEIN ANLIEGEN
2 DER VERHALTENSTHERAPEUTISCHE ANSATZ
2.1 Theoretische Grundlagen (Pieter, 2015, S. 91 ff.)
2.2 Kognitive Umstrukturierung
2.3 Kommunikationstraining
2.4 Konfrontationsverfahren
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Analyse eines Coaching-Klienten, der unter Schwierigkeiten in sozialen Kontakten, insbesondere gegenüber dem anderen Geschlecht, leidet. Ziel der Arbeit ist es, auf Basis des verhaltenstherapeutischen Ansatzes geeignete Coaching-Methoden zu identifizieren und zu beschreiben, die den Klienten dabei unterstützen, seine dysfunktionalen Denkmuster zu durchbrechen und soziale Kompetenzen in der Praxis aufzubauen.
- Analyse der Klientenstruktur und psychologischer Barrieren
- Theoretische Fundierung verhaltenstherapeutischer Coaching-Konzepte
- Methoden der kognitiven Umstrukturierung zur Gedankenmodifikation
- Kommunikationstraining zur Verbesserung der sozialen Interaktion
- Einsatz von Konfrontationsverfahren zur Angstbewältigung
Auszug aus dem Buch
2.2 Kognitive Umstrukturierung
Diese Methode beschreibt die gewünschte Veränderung eines problembehafteten Verhaltens mit Hilfe neuer gedanklicher und kognitiver Erfahrungen. Eine der Grundannahmen besteht darin, dass negative Denkweisen im Ergebnis auch das gezeigte Verhalten negativ beeinflussen und dass letztlich nicht Ereignisse zu Stress führen, sondern nur deren Wahrnehmung und Interpretation. Das Problem ist oft nicht das Problem, sondern nur die eigene Sichtweise auf eine Sache. Der Coach sollte für ein erfolgreiches Anwenden der Methode verbal versiert, ausdauernd, offen, humorvoll und mutig zur Konfrontation sein. Des Weiteren ist es unerlässlich, dass er sich in den individuellen Bezugsrahmen des Klienten hineinversetzen kann, geistige Flexibilität mitbringt und Vertrauen in die Veränderungsmöglichkeit des Klienten investiert.
Die kognitive Umstrukturierung besteht aus fünf Schritten. Innerhalb des ersten Schrittes wird dem Klienten das kognitive Modell anhands des ABC-Modells erklärt. Dabei ist A der Auslöser einer Situation, B die Interpretation dieser Situation und C letztlich das gezeigte Verhalten. Fiktiv wird dem Klienten eine Situation vorgegeben, wobei dieser nun Aussagen darüber treffen soll, wie er reagieren würde und welche Einstellungen, Empfindungen und Gedanken ihn dazu gebracht haben. Anschließend wird er befragt, was mögliche andere Reaktionen hätten sein können und welche Grundannahmen dazu geführt haben könnten. Es soll so verdeutlicht werden, dass seine Reaktion durchaus nachvollziehbar ist, jedoch eine vielzahl an Handlungsoptionen in einer bestimmten Situation offen stehen. Weiterhin könnte der Coach Fragen stellen, wie beispielweise „Kennen sie jemanden der Situation A ebenfalls durchlebt hat? Wie ist dieser damit umgegangen?“ (Pieter, 2015, S. 96 f.).
Zusammenfassung der Kapitel
1 DER KLIENT UND SEIN ANLIEGEN: Dieses Kapitel stellt das Profil des 27-jährigen Klienten sowie seine spezifischen sozialen Hemmnisse und das daraus resultierende Vermeidungsverhalten gegenüber Frauen vor.
2 DER VERHALTENSTHERAPEUTISCHE ANSATZ: Hier werden die theoretischen Grundlagen des Coaching-Ansatzes sowie die Funktionsweise von Alpha-, Beta- und Gamma-Variablen im verhaltenstherapeutischen Kontext erläutert.
2.1 Theoretische Grundlagen (Pieter, 2015, S. 91 ff.): Dieses Kapitel definiert die Kernprinzipien der Verhaltenstherapie, wie die Transparenz zwischen Coach und Klient sowie das Störungsmodell als Diskrepanz zwischen Ist- und Soll-Zustand.
2.2 Kognitive Umstrukturierung: Das Kapitel beschreibt den fünfstufigen Prozess der kognitiven Umstrukturierung, um dysfunktionale Gedankenmuster durch das ABC-Modell zu identifizieren und durch zielführende Kognitionen zu ersetzen.
2.3 Kommunikationstraining: Hier wird der Nutzen des Kommunikationstrainings hervorgehoben, um soziale Interaktionen zu verbessern und Klienten durch das Bewusstsein für verbale und nonverbale Signale sicherer in der Praxis zu machen.
2.4 Konfrontationsverfahren: Dieses Kapitel erläutert verschiedene Methoden zur Angstbewältigung, wie die systematische Desensibilisierung, um den Klienten schrittweise an angstauslösende Situationen heranzuführen.
Schlüsselwörter
Coaching, Verhaltenstherapie, Kognitive Umstrukturierung, ABC-Modell, Kommunikationstraining, Konfrontationsverfahren, systematische Desensibilisierung, soziale Angst, dysfunktionale Kognitionen, Verhaltensänderung, Selbstwirksamkeit, Angstbewältigung, Klientenführung, psychologische Beratung, Handlungsfähigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit behandelt die professionelle Herangehensweise eines Coachs an einen Klienten, der Schwierigkeiten bei der Kontaktaufnahme zu anderen Menschen hat, und wählt hierfür geeignete verhaltenstherapeutische Interventionsmethoden aus.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentral sind die Analyse von Kognitionen, die Verbesserung der sozialen Kompetenz durch Kommunikationstraining und die psychologische Entkoppelung von angstauslösenden Reizen durch Konfrontationsverfahren.
Was ist das primäre Ziel des Coachings?
Das primäre Ziel ist es, den Klienten zu befähigen, dysfunktionale Denkmuster selbstständig zu erkennen und durch neue, funktionale Verhaltensweisen in sozialen Interaktionen zu ersetzen.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Die Arbeit basiert primär auf dem verhaltenstherapeutischen Ansatz, ergänzt durch spezifische Tools wie das ABC-Modell der kognitiven Umstrukturierung und verschiedene Konfrontationstherapie-Verfahren.
Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des verhaltenstherapeutischen Ansatzes und die detaillierte Darstellung der drei gewählten Coaching-Methoden: kognitive Umstrukturierung, Kommunikationstraining und Konfrontationsverfahren.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Verhaltenstherapie, kognitive Umstrukturierung, Konfrontation und Angstbewältigung geprägt.
Wie unterscheidet sich der Verhaltenstherapeut von anderen Ansätzen?
Im Gegensatz zu anderen Schulen agiert der Verhaltenstherapeut transparent, klärt den Klienten über die Methoden auf und strebt eine partnerschaftliche Zusammenarbeit an, bei der der Klient lernt, sein eigener Therapeut zu werden.
Was ist die Besonderheit der systematischen Desensibilisierung?
Die Besonderheit liegt in der stufenweisen Konfrontation – zunächst fiktiv in der Vorstellung und dann in der Realität –, gepaart mit Entspannungstechniken, um die Angstreaktion bei konkreten Auslösern gezielt abzubauen.
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- Moritz Wenninger (Author), 2016, Verhaltenstherapeutisches Coaching. Methoden zur Überwindung von Schüchternheit, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/316345