Der demographische Wandel prägt die deutsche Bevölkerung seit Ende der 60er Jahre. Inzwischen ist es ein weit verbreitetes Diskussionsthema, das uns in den verschiedensten Lebensbereichen begegnet. Das Ausmaß, welches der demographische Wandel mit sich bringt, galt in der Anfangsphase als schwer vorstellbar. Volkswirtschaftliche Modelle und ein dadurch entstandener Ausblick in die Zukunft beantworten die aufgeworfenen Fragen pessimistisch. Die Konsequenz daraus ist, dass eine Ungewissheit entsteht, welche Auswirkung der demographische Wandel auf die Bevölkerung und die Wirtschaft hat.
Dieses eher negative Bild hat sich in den letzten Jahren in Deutschland weit verbreitet und in den Köpfen gefestigt. Die Sozialsysteme der deutschen Rentenversicherung und das Gesundheitssystem werden in Frage gestellt. Auf der anderen Seite muss die steigende Lebenserwartung, der medizinische Fortschritt und die dadurch resultierende besser werdende Gesundheit betrachtet werden, denn dies ist eine wichtige Ressource für die Gesellschaft. Eine längere Erwerbstätigkeit ohne große Einbußen an Lebensqualität wird ermöglicht.
Ob der demographische Wandel unseren Sozialstaat und Lebensstandard bedroht, ist nicht zu 100 Prozent auszuschließen, sondern hängt eindeutig davon ab, welche künftigen wirtschafts-, sozial- und arbeitsmarktpolitischen Entscheidungen getroffen werden, welche Chancen sich daraus ergeben und wie die Reaktion der deutschen Bevölkerung darauf ist. Für das 21. Jahrhundert ist der demographische Wandel einer der ‚Megatrends‘, der die ökonomische, soziale und politische Situation unseres Landes und weltweit verändern wird.
Die eingeschlichenen Veränderungen in der Geburtenhäufigkeit, der Sterberate und der Abwanderungen in andere Länder stellen den deutschen Staat vor Veränderungen und neue Aufgaben. Erste Auswirkungen des Wandels zeichnen sich auf dem Arbeitsmarkt und in der deutschen Wirtschaft ab. Die Zahl der Erwerbstätigen wird immer mehr abnehmen und schon heutzutage ist in einigen Branchen Fachkräftemängel zu verzeichnen. Der einstige Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle stellte die Behauptung auf, dass der Fachkräftemangel in den nächsten Jahren zum Schlüsselproblem werde.
Die Bürger aus dem Inland haben Potenzial, die Lücke teilweise zu schließen. Die rückläufigen Geburtenraten zeigen dennoch auf, dass die Einwohner in Deutschland allein nicht ausreichen werden, um den Bedarf an Fachkräften zu erfüllen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Allgemeine Einleitung
1.2. Zielsetzung der Arbeit
1.3. Vorgehensweise und Aufbau der Arbeit
2. Der demographische Wandel
2.1. Die weltweiten Veränderungen des demographischen Wandels
2.2. Der demographische Wandel in Deutschland
2.2.1. Geburtenzahl
2.2.2. Lebenserwartungen
2.2.3. Zuwanderung
2.3. Der demographische Wandel in Deutschland im Bezug auf Fachkräfte
3. Aktuelle Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel in Deutschland
3.1. Die gesteuerte Zuwanderung in Deutschland
3.2. Steigerung der Erwerbsquote der Frauen
3.3. Beschäftigungssicherung älterer Arbeitsnehmer
4. Was kann die Politik leisten?
4.1. Investitionsmodel Bildung und Ausbildung
4.2. Qualifizierte Zuwanderung nach Deutschland
5. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die ökonomischen Auswirkungen des demographischen Wandels auf den deutschen Arbeitsmarkt, insbesondere im Hinblick auf den drohenden Fachkräftemangel. Ziel ist es, bestehende politische Maßnahmen zu analysieren und Handlungsempfehlungen zu erarbeiten, um das Fachkräftepotenzial im In- und Ausland optimal zu nutzen.
- Analyse des demographischen Wandels und seiner globalen sowie nationalen Ursachen.
- Untersuchung der Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt und spezifische Fachkräftemangel-Risiken.
- Bewertung aktueller politischer Strategien zur Fachkräftesicherung.
- Entwicklung von Maßnahmen zur Steigerung der Erwerbsbeteiligung und Bildungsförderung.
- Strategien zur Gewinnung und Integration qualifizierter ausländischer Fachkräfte.
Auszug aus dem Buch
2. Der demographische Wandel
Unter Demografie werden der Zustand und die Entwicklung der Bevölkerung verstanden. Demografie wird mit dem Begriff Bevölkerungswissenschaft umschrieben. Daraus ergibt sich, dass sich die Demografie mit der wissenschaftlichen Untersuchung der Bevölkerung hinsichtlich ihrer Struktur, Bewegung und Größe sowie deren Veränderung im Laufe der Zeit befasst. Eine Bevölkerung wächst oder schrumpft und ist somit einem stetigem Wandel unterworfen. Zu diesem Wandel gehören sinkende Geburtenraten, steigende Lebenserwartungen durch technische und medizinische Innovationen sowie Zu- und Abwanderungen. Die Demografie ist eine Wissenschaft, die größtenteils auf Statistiken und Vorausrechnungen basiert.
Seit jeher fordert Bevölkerungsentwicklung die Politik heraus. Die Politik muss sich auf den zu erwartende Wandel in der Demografie Deutschlands einstellen. Im Folgenden wird auf den demographischen Wandel im weltweiten Kontext eingegangen, um anschließend die Auswirkungen des demographischen Wandels in Deutschland allgemein und in Bezug auf Fachkräfte näher zu betrachten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problematik des demographischen Wandels ein und definiert das Ziel sowie das methodische Vorgehen der Arbeit.
2. Der demographische Wandel: Hier werden die theoretischen Grundlagen und die weltweiten sowie nationalen demographischen Entwicklungen mit Fokus auf Geburtenraten, Lebenserwartung und Zuwanderung dargelegt.
3. Aktuelle Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel in Deutschland: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über bereits implementierte politische Strategien wie die gesteuerte Zuwanderung und die Aktivierung inländischer Erwerbspotenziale.
4. Was kann die Politik leisten?: Der Fokus liegt hier auf weiterführenden Handlungsempfehlungen, insbesondere durch Investitionen in Bildung, Ausbildung und die Verbesserung der Rahmenbedingungen für Zuwanderung.
5. Schlussbetrachtung: Das Kapitel resümiert die Ergebnisse und betont die Notwendigkeit einer koordinierten, vorausschauenden Politik unter Einbeziehung aller gesellschaftlichen Akteure.
Schlüsselwörter
Demographischer Wandel, Fachkräftemangel, Arbeitsmarkt, Politik, Zuwanderung, Bildungsförderung, Erwerbsquote, MINT-Berufe, Renteneintrittsalter, Bevölkerungsentwicklung, Sozialsysteme, Qualifizierung, Integration, Wirtschaftswachstum, Fachkräftesicherung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den ökonomischen Herausforderungen, die der demographische Wandel in Deutschland mit sich bringt, insbesondere mit dem drohenden Fachkräftemangel und den politischen Handlungsmöglichkeiten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Untersuchung umfasst die demographische Entwicklung, die Folgen für den Arbeitsmarkt, aktuelle politische Maßnahmen der Bundesregierung sowie Strategien zur zukünftigen Fachkräftesicherung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, zu klären, welche Maßnahmen bereits existieren, ob inländische und ausländische Potenziale ausreichend genutzt werden und welche zusätzlichen Empfehlungen die Politik umsetzen kann.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf Desktopresearch und einer Inhaltsanalyse, um bestehende Theorien und Daten zu evaluieren.
Welche Inhalte werden im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?
Der Hauptteil analysiert die demographischen Faktoren, die Auswirkungen auf den Fachkräftebedarf sowie spezifische politische Interventionsbereiche wie Bildung, Ausbildung und Zuwanderungspolitik.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Publikation?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Fachkräftesicherung, demographischer Wandel, qualifizierte Zuwanderung und Bildungsförderung.
Warum wird Japan im Kontext der Analyse erwähnt?
Japan wird als Negativbeispiel herangezogen, um zu verdeutlichen, welche Risiken entstehen, wenn keine wirksamen politischen Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel ergriffen werden.
Welche Rolle spielt die Bildungspolitik für die Lösung des Problems?
Die Bildungspolitik gilt als langfristig entscheidender Weg, um durch die Ausbildung von Kindern und Jugendlichen sowie die Senkung der Abbruchquoten die Fachkräftebasis nachhaltig zu sichern.
- Arbeit zitieren
- Sandra-Patricia Krajewski (Autor:in), 2015, Was kann die Politik gegen den drohenden Fachkräftemangel leisten? Der demographische Wandel als ökonomische Herausforderung, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/316243