Im Zuge der fortschreitenden Globalisierung und Vernetzung der Weltmärkte, hat sich das Interkulturelle Management zu einem wesentlichen Aspekt in der Führung national und international agierender Unternehmen entwickelt. Sei es innerhalb der eigenen Belegschaft oder in der länderübergreifenden Zusammenarbeit zwischen Mutter- und Tochtergesellschaften. Unternehmen müssen sich immer stärker mit den Besonderheiten unterschiedlicher Kulturen auseinandersetzen. Die Berücksichtigung kultureller und interkultureller Aspekte wird somit zu einem wichtigen Erfolgsfaktor im unternehmerischen Handeln.
In der vorliegenden Arbeit werden nun die Herausforderungen für das Management in der deutsch-arabischen Zusammenarbeit aufgezeigt. Ziel dieser Seminararbeit soll es sein, Antworten auf die Fragen zu geben, welche interkulturellen Kompetenzen ein erfolgreiches Arbeiten in einem arabisch-islamischen Land ermöglichen. Als besondere Schwierigkeit in der islamischen Zusammenarbeit führt der Autor Saudi- Arabien als Referenzland an. Zur Gegenüberstellung der deutschen und arabischen kulturspezifischen Werte und Verhaltensmuster, bilden die Kulturdimensionen Hofstedes die Grundlage dieser Untersuchung.
Das erste Kapitel beschäftigt sich mit dem Stellenwert von Kultur in international ausgerichteten Unternehmen. Nach einer kurzen Einführung in die verschiedenen Ansätze der Definition des Kulturbegriffes, folgt die Bedeutung kulturellen Wissens als entscheidender Machtfaktor für Unternehmen. Im zweiten Kapitel werden die interkulturellen Kompetenzen für den arabisch-islamischen Kulturkreis beleuchtet. Hierbei bilden die zu Beginn des Kapitels definierten Kulturdimensionen des niederländischen Kulturwissenschaftlers Geert Hofstede den Hauptteil der Aus- einandersetzung, aus denen dann im Anschluss die interkulturellen Kompetenzen und Managementmaßnahmen für ein erfolgreiches Arbeiten in Saudi-Arabien abgeleitet werden. Die abschließende Schlussbemerkung stellt wesentliche Erkenntnisse der Arbeit zusammen.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Bedeutung von Kultur in international ausgerichteten Unternehmen
1.1 Klärung des Kulturbegriffes
1.2 Kultur als strategischer Machtfaktor
2. Kulturelle Einflüsse in der deutsch-arabischen Zusammenarbeit
2.1 Kulturdimensionen nach Hofstede
2.2 Interkulturelle Kompetenzen und Managementmaßnahmen am Beispiel Saudi-Arabiens
3. Schlussbemerkung
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, die Herausforderungen im Management der deutsch-arabischen Zusammenarbeit zu analysieren und interkulturelle Kompetenzen aufzuzeigen, die ein erfolgreiches geschäftliches Agieren in Saudi-Arabien ermöglichen.
- Bedeutung von kulturellem Wissen in internationalen Unternehmen
- Analyse der Kulturdimensionen nach Geert Hofstede
- Besonderheiten der arabisch-islamischen Geschäftskultur
- Ableitung von Managementmaßnahmen für den saudischen Markt
- Einfluss der Religion auf das geschäftliche Handeln
Auszug aus dem Buch
2.2 Interkulturelle Kompetenzen und Managementmaßnahmen am Beispiel Saudi-Arabiens
Der unternehmerische Erfolg in Saudi-Arabien hängt sehr stark davon ab, wie weit man sich auf die Unterschiede der arabischen Kultur einlassen kann. Um sich diesen Eigenheiten bewusst zu werden, ist es hilfreich, die länderspezifischen Indexwerte aus Hofstedes Kulturdimensionen-Modell näher zu betrachten, um so Rückschlüsse auf gezielte Managementmaßnahmen für ein erfolgreiches Arbeiten ziehen zu können. Da Hofstede im arabischen Raum keine Untersuchungen für seine fünfte Dimension durchgeführt hat, können nur die Werte für Machtdistanz, Individualismus/Kollektivismus, Unsicherheitsvermeidung und Maskulinität/Feminität näher betrachtet werden. Da in allen arabisch-islamischen Ländern keine Trennung von staatlichen und religiösen Angelegenheiten stattfindet, wird zusätzlich der Einfluss des Islams auf das Berufsleben dargestellt.
Die Machtdistanz ist mit einem Punktwert von 95 in Saudi-Arabien sehr stark ausgeprägt. Deutlich wird dies in dem stark paternalistisch-autoritären Führungsstil, der mit einer steilen Hierarchiebildung und Autoritätsorientierung verbunden ist. Moderne Unternehmenskulturen mit flachen Hierarchien und Mitspracherechten der Angestellten, wie man sie aus westlichen Ländern kennt, findet man im arabischen Raum eher selten. Die Macht stützt sich in den arabischen Ländern auf Traditionen oder Familien- und Stammeszugehörigkeiten. Ebenso herrscht aber auch ein ausgeprägtes Senioritätsprinzip. Hohes Alter verleiht Status und Ansehen und wird im arabischen Raum besonders respektiert.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung erläutert die zunehmende Relevanz des interkulturellen Managements im Zuge der Globalisierung und definiert das Ziel, durch Hofstedes Kulturdimensionen Lösungsansätze für die deutsch-arabische Zusammenarbeit zu finden.
1. Bedeutung von Kultur in international ausgerichteten Unternehmen: Dieses Kapitel definiert den Kulturbegriff und analysiert, warum kulturelles Wissen als strategischer Machtfaktor für den unternehmerischen Wettbewerbsvorteil essenziell ist.
2. Kulturelle Einflüsse in der deutsch-arabischen Zusammenarbeit: Das Hauptkapitel stellt zunächst das Modell von Hofstede vor und untersucht anschließend spezifische Managementanforderungen in Saudi-Arabien unter Berücksichtigung kultureller und religiöser Rahmenbedingungen.
3. Schlussbemerkung: Die Schlussbetrachtung resümiert, dass der Aufbau persönlicher Vertrauensbeziehungen und interkulturelle Sensibilität die zentralen Erfolgsfaktoren für ein nachhaltiges geschäftliches Miteinander in Saudi-Arabien darstellen.
Schlüsselwörter
Interkulturelles Management, Geert Hofstede, Kulturdimensionen, Saudi-Arabien, arabisch-islamische Geschäftswelt, Machtdistanz, Kollektivismus, Unsicherheitsvermeidung, Maskulinität, Vertrauensaufbau, Managementmaßnahmen, interkulturelle Kompetenz, Globalisierung, Unternehmensführung, Geschäftsbeziehungen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Anforderungen an das Management in der deutsch-arabischen Zusammenarbeit, mit besonderem Fokus auf Saudi-Arabien als Referenzland.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen sind der Begriff der Kultur im unternehmerischen Kontext, die Anwendung des Modells der Kulturdimensionen nach Hofstede und die Anpassung von Managementmaßnahmen an die arabisch-islamische Kultur.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, Antworten darauf zu finden, welche interkulturellen Kompetenzen notwendig sind, um in einem arabisch-islamischen Land erfolgreich arbeiten zu können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die theoretischen Kulturdimensionen von Geert Hofstede als Grundlage, um Werte und Verhaltensmuster der arabischen Geschäftswelt zu analysieren und zu kontrastieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Definition von Kultur, der theoretischen Herleitung von Kulturdimensionen und der praktischen Anwendung dieser Erkenntnisse auf die geschäftlichen Gepflogenheiten in Saudi-Arabien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen gehören interkulturelle Kompetenz, Machtdistanz, Kollektivismus, Geschäftskultur und der Einfluss des Islams auf die Arbeitswelt.
Warum ist das Senioritätsprinzip in Saudi-Arabien so wichtig?
Im saudischen Kulturkreis verleiht ein hohes Alter Status und Ansehen, was für den erfolgreichen Geschäftsaufbau und die Respektierung von Hierarchien zwingend beachtet werden muss.
Welche Rolle spielt die Religion im geschäftlichen Alltag?
Da in arabisch-islamischen Ländern keine Trennung zwischen Staat und Religion erfolgt, beeinflusst der Islam den Arbeitsalltag massiv, etwa durch Gebetszeiten, was eine hohe interkulturelle Sensibilität seitens der Unternehmen erfordert.
- Arbeit zitieren
- Hannah Jentzsch (Autor:in), 2014, Interkulturelle Kompetenzen und Managementmaßnahmen für die arabisch-islamische Geschäftswelt, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/314158