Im folgenden Transfer-Dokumentations-Report möchte ich mich damit beschäftigen, welche Zielgruppen ich als Berufsbetreuerin ansprechen will und wie ich anhand des Marketingmix neue Kundenmärkte erschließen kann. Beginnen möchte ich mit einem kurzen Einblick in mein Einzelunternehmen und dessen Marketingmanagement. Im 3. Kapitel ziehe ich Parallelen zu meinem erlernten Wissen im Bereich Marketing. Danach möchte ich auf wissenschaftliche Ansätze eingehen und eine Marketingstrategie entwickeln, in der die Marktsegmentierung und der Marketingmix angewendet werden.
Seit Januar 2013 arbeite ich als Berufsbetreuerin, selbstständig und ohne Angestellte. Ich bin eine Freiberuflerin- ich habe ein Gewerbe angemeldet, bin aber gewerbe- und umsatzsteuerbefreit. Meine tägliche Arbeit besteht darin, meine Betreuten in den mir zugeteilten Aufgabenkreisen, ausreichend und unter Einbezug ihres Willens, zu vertreten.
Ich ordne meine Arbeit als Dienstleistung ein und muss mich somit jeden Tag aufs Neue mit dem Dienstleistungsmarketing auseinandersetzen, da die Herausforderung darin besteht, jeden Tag eine gute und gleichbleibende Arbeit abzuliefern. Das Problem ist allerdings, dass diese Arbeit nicht greifbar ist und viel auf die Kommunikation und somit auch auf ein gutes Miteinander zwischen den Dienstleistungsnehmern- den Betreuten, und mir beruht. Die Arbeit als Betreuerin ist aus diesem Grund sehr kommunikationssensibel, auch auf Grund des täglichen Umgangs mit sensiblen Daten der Betreuten, wie beispielsweise den Vermögenswerten oder gesundheitlichen Diagnosen.
Am Anfang meiner Tätigkeit als Betreuerin sind meine Interessenten die Betreuungsbehörde, welche mich als Betreuerin vorschlägt und das Betreuungsgericht, welche mich zur Betreuerin bestellt. In einigen wenigen Fällen, zählen auch die Betreuten selbst zu den Interessenten- nämlich dann, wenn Sie explizit mich als Betreuerin wünschen.
Bei einer bestehenden Betreuung ist der Betreute selbst mein Dienstleistungsnehmer, auch wenn ich meine Arbeit meist über das Betreuungsgericht vergütet bekomme. Es ist wichtig, auf den Betreuten einzugehen und dort ein Vertrauensverhältnis und somit eine Kundenbindung aufzubauen, da der Betreute jederzeit einen Betreuerwechsel wünschen kann. Ich bin daher stets voll und ganz von diesen drei Interessenten (Betreuungsbehörde, Betreuungsgericht und Betreuter) abhängig.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Aufbau meines Einzelunternehmens
3. Wissenschaftliches Thema
3.1. Marktanalyse
3.2. Marktziele
3.3. Marketing-Strategien
3.4. Marketing-Instrumente
4. Fazit (Marketing-Controlling)
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, als Berufsbetreuerin neue Kundenmärkte zu erschließen und das eigene Marketingmanagement durch die Anwendung wissenschaftlicher Ansätze zu professionalisieren. Dabei soll untersucht werden, wie durch gezielte Marketingmaßnahmen eine größere Unabhängigkeit von staatlichen Zuweisungsinstanzen erreicht werden kann.
- Analyse der aktuellen Marktsituation und Interessengruppen
- Festlegung strategischer Marketingziele für ein Einzelunternehmen
- Entwicklung und Anwendung von Marketing-Strategien (Qualitäts-, Segmentierungs- und Kooperationsstrategie)
- Einsatz von Marketing-Instrumenten zur Imageverbesserung und Kundenbindung
- Implementierung eines Marketing-Controllings zur Erfolgsüberprüfung
Auszug aus dem Buch
3.3. Marketing-Strategien
In diesem Kapitel möchte ich gern einen groben Weg skizzieren, wie ich den neuen Markt erschließen bzw. mein neues Produkt „Vorträge halten“ am Markt platzieren kann. Diese Strategien sollen mir als Orientierungs- und Entscheidungshilfe dienen. Bei der Ausarbeitung der Strategien orientiere ich mich an Standardstrategien, dabei möchte ich gern näher auf die Qualitätsstrategie, die Marktsegmentierungsstrategie und die Kooperationsstrategie eingehen.
Bei der Qualitätsstrategie liegt mein Ziel darin, anhand der Vorträge, mein Wissen, meine Kompetenz und auch mich als Dienstleister, bei den zukünftigen Betreuten, als qualitativ hochwertig zu präsentieren. Dies sollte sich später auch an dem Layout der Informationsmaterialien, meiner Visitenkarten und einem eventuellen Internetauftritt erkennen lassen. Gedeckte Farben, klare Linien, Fakten statt Versprechungen- um nur einige Anhaltspunkte zu nennen. Wichtig ist für mich an dieser Stelle ein Beziehungsorientiertes Marketing wie es Stefanie Wesselmann und Sabine Horn in ihrer 3. Auflage „Public Marketing“ auf Seite 10 beschreiben. Dort werden unter anderem die Punkte: „Bild des individuellen Kunden“ und „Bild des aktiven Kunden, der an der Leistungserstellung mitwirkt“ genannt. Vor allem der 2. Punkt, spielt für meine Qualitätsstrategie eine wesentliche Rolle, da meine Dienstleistung darauf aufbaut, mit dem Betreuten gemeinsam zu agieren und Entscheidungen für sein Wohl zu treffen. Ziel ist es auch, ein unverwechselbares Image aufzubauen, um daran später auch meinen Stundensatz bei Selbstzahlern anpassen zu können. Um auf Dauer einen Wettbewerbsvorteil sichern zu können, bevorzugte ich die „Reine Präferenzstrategie“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Autorin erläutert ihr Vorhaben, als Berufsbetreuerin neue Kundenmärkte mittels eines gezielten Marketingmix zu erschließen.
2. Aufbau meines Einzelunternehmens: Es wird die aktuelle Tätigkeit als selbstständige Berufsbetreuerin sowie die Abhängigkeit von den drei zentralen Akteuren (Betreuungsbehörde, Gericht und Betreuter) beschrieben.
3. Wissenschaftliches Thema: Dieser Hauptteil analysiert den Markt, definiert Marketingziele und entwickelt Strategien sowie Instrumente für eine professionelle Positionierung.
4. Fazit (Marketing-Controlling): Die Autorin erkennt die Notwendigkeit einer konsequenten Strategieumsetzung und schlägt eine statistische Erfolgsmessung zur kontinuierlichen Verbesserung ihres Marketingkonzepts vor.
Schlüsselwörter
Berufsbetreuerin, Marketingmix, Dienstleistungsmarketing, Marktanalyse, Kundenbindung, Marketingstrategien, Qualitätsstrategie, Marktsegmentierung, Kooperationsstrategie, Marketing-Controlling, Zielgruppen, Unternehmensaufbau, Präferenzstrategie, Öffentlichkeitsarbeit, Kundengewinnung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und Implementierung einer Marketingkonzeption für eine selbstständige Berufsbetreuerin, um neue Kundenmärkte zu erschließen und die eigene Dienstleistung professioneller zu vermarkten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Felder sind die Marktanalyse, die Festlegung von Marketingzielen, die Auswahl geeigneter Marketingstrategien sowie die praktische Anwendung von Marketing-Instrumenten in einem Dienstleistungsumfeld.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Hauptziel ist es, durch die Etablierung neuer Angebote – wie etwa Vortragstätigkeiten – unabhängiger von den Zuweisungen durch Betreuungsbehörden und Gerichte zu werden.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Autorin nutzt die Sekundärforschung zur Marktanalyse, bezieht sich auf fachspezifische Literatur zum Marketingmanagement und wendet strategische Denkmodelle wie die Produkt-Markt-Matrix von Ansoff an.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden neben einer Analyse des Ist-Zustands insbesondere Qualitätsstrategien, Methoden der Marktsegmentierung und Möglichkeiten der Kooperation mit Institutionen wie Pflegeheimen erarbeitet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich maßgeblich über Begriffe wie Berufsbetreuerin, Dienstleistungsmarketing, Marketing-Controlling, Zielgruppen und Kundengewinnung charakterisieren.
Warum ist das "Beziehungsorientierte Marketing" für die Betreuungsarbeit so wichtig?
Da die Dienstleistung der Betreuung immateriell ist und stark auf Vertrauen und Kommunikation beruht, ist die Einbindung des Betreuten als aktiver Teil des Prozesses für eine erfolgreiche Kundenbindung essenziell.
Wie soll der Erfolg der Marketingmaßnahmen gemessen werden?
Die Autorin plant eine statistische Erfassung neuer Betreuungsfälle, kategorisiert nach ihrer Herkunft (Behörde, Gericht oder Eigeninitiative), um so die Wirksamkeit einzelner Werbemaßnahmen bewerten zu können.
- Arbeit zitieren
- Aileen Schulz (Autor:in), 2014, Überlegungen einer Berufsbetreuerin zu Marketingmaßnahmen, Zielgruppen und Erschließung neuer Kundemärkte, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/313808