Schwerpunkt dieser Hausarbeit ist es zu erklären, warum der Einsteinturm auch in Zukunft ein Pflegefall sein wird. Sie schildert auch die Geschichte des Turmbaus und gibt Antwort auf die Frage, warum das Bauwerk überhaupt ein Pflegefall geworden ist.
Die Stadt Potsdam ist stolz, dass eine Ikone der klassischen Moderne auf ihrem Boden steht. Ein Unikat. Der Einsteinturm. Er ist eines der berühmtesten Werke des Architekten Mendelsohn und gehört heute zu den wichtigsten Bauwerken des 20. Jahrhunderts. Durch seine einzigartige, extravagante Form wird er zum Monument moderner Wissenschaft, zum Symbol für weltbildverändernde Erkenntnisse.
Denn durch seinen Bau konnten wichtige Beiträge zur Sonnenforschung gebracht werden: Die Spektrallinien der Sonnenkorona konnten identifiziert, die Temperaturen der äußeren Sonnenhülle nachgewiesen und erste europäische Messungen und Nachweise von Magnetfeldern der Sonne erbracht werden. Erbaut wurde er 1920-1924 um die Rotverschiebung der Sonne nachzuweisen, die Einstein in seiner Relativitätstheorie hervorgesagt hatte. Diese minimale Verschiebung des Rots konnte jedoch zu dem Zeitpunkt noch nicht gemessen werden, da die Instrumente noch nicht genau genug waren. Dennoch erlangte der Turm große Bedeutung. Allerdings sind mit seinem Bau auch große Komplikationen verbunden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Von der Skizze zum Turm
2.1 Mendelsohn als Architekt für den Einsteinturm
2.2 Der Bau
2.3 Rohbau- und Gebrauchsabnahme
3 Der Einsteinturm und sein Zerfall
3.1 Die ersten Komplikationen
3.2 Weitere Schäden
4 Ewiger Pflegefall?
5 Fazit
6 Literatur
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit analysiert die bauliche Geschichte und die chronischen Instandhaltungsprobleme des Einsteinturms in Potsdam. Dabei wird untersucht, warum das architektonisch bedeutende Bauwerk trotz zahlreicher Sanierungsversuche ein dauerhafter Pflegefall bleibt und welche statischen sowie materialbedingten Ursachen diesem Zerfall zugrunde liegen.
- Historische Entstehung und architektonische Vision von Erich Mendelsohn
- Die bauliche Umsetzung und der Einsatz alternativer Materialien aufgrund der Mangelwirtschaft
- Analyse der Schadensbilder, insbesondere Korrosion und thermische Spannungen
- Dokumentation vergangener Sanierungsversuche und deren Wirksamkeit
- Bewertung der zukünftigen Erhaltungsaussichten als Denkmal der Moderne
Auszug aus dem Buch
2.2 Der Bau
Nun, als die Finanzierung des neuen Bauwerks gesichert war, konnte im Mai 1920 mit der konkreten Planung begonnen werden, die bis zum September andauerte. Der Telegraphenberg wurde als Bauplatz ausgewählt, der eine Höhe von 95 Metern hat und sich am Rand der heutigen Stadt Potsdam befindet. Aus forschungsbedingten Gründen wurde der Turm am Südhang des Berges, mit der Eingangsseite zu einem Hügel gebaut. Er ist exakt in Nord- und Südrichtung positioniert.
„Der ‘Turm‘ bekommt einen etwas dickeren Bauch, dadurch verändern sich naturgemäß alle Verhältnisse. Die Anordnung bleibt dieselbe“
Die Außengestalt, sowie die Form des Turms, sind stark von Mendelsohns Einstellung zur Architektur geprägt. Trotz seines Diplomabschlusses, legte er keinen großen Wert auf genaue Richtlinien und architektonische Regeln. Technisches Zeichnen und Statik interessierten ihn nicht so sehr. Vielmehr verstand er sich als Künstler und Schöpfer. Deshalb gibt die Dynamik des Gebäudes eine anschwellende, hochsteigende, stufenförmig abwärtsfallende, rund schwingende und ausfließende Bewegung wieder.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in die Bedeutung des Einsteinturms als Ikone der Moderne und Darstellung der zentralen Fragestellung bezüglich seiner Rolle als dauerhafter Pflegefall.
2 Von der Skizze zum Turm: Dokumentation der Entstehungsgeschichte, von der ersten Idee über die Zusammenarbeit mit Erich Mendelsohn bis hin zur komplexen Finanzierung und Bauphase.
3 Der Einsteinturm und sein Zerfall: Analyse der bereits kurz nach der Fertigstellung auftretenden baulichen Mängel, dokumentiert durch historische Baubesichtigungen und fortlaufende Schadensmeldungen.
4 Ewiger Pflegefall?: Detaillierte Untersuchung der statischen und bautechnischen Ursachen für den kontinuierlichen Verfall sowie Erläuterung der angewandten Sanierungsstrategien.
5 Fazit: Zusammenfassende Bewertung, warum der Turm trotz seiner wissenschaftlichen und architektonischen Einzigartigkeit ständiger Instandhaltung bedarf.
6 Literatur: Verzeichnis der verwendeten Quellen und weiterführender Informationen zum Thema.
Schlüsselwörter
Einsteinturm, Erich Mendelsohn, Architektur, Moderne, Potsdam, Rotverschiebung, Bauwerk, Instandsetzung, Denkmalschutz, Stahlbeton, Korrosion, Rissbildung, Baumängel, wissenschaftliche Forschung, Statik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Baugeschichte und den konstruktiven Herausforderungen des Einsteinturms in Potsdam, der aufgrund seiner speziellen Bauweise als „Pflegefall“ gilt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der architektonischen Vision von Erich Mendelsohn, der baulichen Umsetzung unter schwierigen Bedingungen der Nachkriegszeit sowie der Analyse der daraus resultierenden Bauschäden.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu erklären, warum der Einsteinturm auch langfristig eine aufwendige Instandhaltung erfordert und welche Faktoren seinen kontinuierlichen Zerfall begünstigen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine fachliche Analyse basierend auf Literaturrecherchen und historischen Dokumentationen zur Baugeschichte und Instandsetzung des Turms.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Entstehungsgeschichte, eine detaillierte Auflistung der historischen Schadensbilder und eine technische Erläuterung der Sanierungskonzepte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Einsteinturm, Architektur, Instandsetzung, Stahlbeton, Korrosion und Denkmalschutz.
Warum konnte der Turm nicht wie geplant in reinem Beton ausgeführt werden?
Die damalige Mangelwirtschaft und die technischen Schwierigkeiten beim Einschalen der komplexen, windschiefen Formen erzwangen eine Mischbauweise aus Ziegelmauerwerk und Beton.
Welche Rolle spielt die Temperatur bei den heutigen Schäden?
Thermische Spannungen aufgrund der ungleichmäßigen Konstruktion und fehlender Dämmung führen zu Rissen im Material, die wiederum Korrosion begünstigen.
Wie gehen moderne Sanierungen mit den Rissen um?
Man setzt auf ein denkmalgerechtes Betonsanierungskonzept, inklusive mineralischer Korrosionsschutzbeschichtungen und dem Einsatz von kunststoffmodifiziertem Mörtel (PCC).
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- Anita Felker (Author), 2014, Der Einsteinturm in Potsdam. Ein ewiger Pflegefall?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/311797