Ziel dieser Arbeit ist es zu untersuchen, inwiefern sich die Standardinnovationsprozesse von Innovationsprozessen im Bereich der erneuerbaren Energien unterschieden bzw. auf diese übertragen lassen. Im Folgenden werden zunächst der Aufbau und Ablauf sowie die generellen Rahmenbedingungen des Standardinnovationsprozesses erläutert. Anschließend wird in Kapitel 3 auf die Spezifika von Innovationsprozessen im Bereich der erneuerbaren Energien eingegangen und die Erkenntnisse mit dem Standardmodell verglichen.
Innovationen spielen in zunehmend international agierenden Unternehmen eine entscheidende Rolle, um Wettbewerbsvorteile gegenüber Konkurrenten zu generieren. Neben dem langfristigen Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit sollen durch Innovationen auch Wachstum und Gewinn erhöht werden. Die immer kürzeren Produktlebenszyklen aufgrund der immer schnelleren Imitation durch Konkurrenten zwingen Unternehmen mittels eines hohen Innovationsgrades ihre Wettbewerbsposition zu erhalten bzw. zu verteidigen.
Da Innovationen für Unternehmen eine so wichtige Bedeutung haben stellt sich die Frage, wie aus den vielen Ideen bzw. Erfindungen oder Verbesserungsvorschlägen innerhalb dieser Unternehmen schließlich Innovationen entstehen und welche Akteure bzw. Rahmenbedingungen Einfluss auf den Innovationsprozess nehmen. Neben dem Aufbau und Ablauf des Standardinnovationsprozesses liegt der Schwerpunkt der folgenden Untersuchung auf der Gestaltung von Innovationsprozessen im Bereich der Umwelttechniken und hier im Speziellen im Sektor der erneuerbaren Energien.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Standardinnovationsprozess
2.1 Generelle Rahmenbedingungen
2.2 Aufbau und Ablauf
3. Innovationsprozesse im Bereich der erneuerbaren Energien
3.1 Generelle Rahmenbedingungen
3.2 Innovationsprozesse bei ausgewählten erneuerbaren Energiearten
3.2.1 Innovationsprozess im Bereich der solaren Stromerzeugung
3.2.2 Innovationsprozess im Bereich der Windenergie
3.2.3 Innovationsprozess bei der geothermischen Stromerzeugung
3.2.4 Innovationsprozess im Bereich der Wasserkraft
4. Schlussbetrachtung
5. Anhang
6. Literarturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht den Aufbau und den Ablauf von Innovationsprozessen in der Branche der erneuerbaren Energien im Vergleich zu klassischen Standardinnovationsprozessen in der Industrie. Dabei soll geklärt werden, inwiefern sich die Abläufe unterscheiden oder das Standardmodell auf den Sektor der erneuerbaren Energien übertragen werden kann, unter Berücksichtigung spezifischer politischer, soziokultureller und ökonomischer Einflussfaktoren.
- Analyse des Standardinnovationsprozesses und seiner Phasen
- Einfluss der rechtlich-politischen Rahmenbedingungen (EEG, EEWärmeG)
- Untersuchung von Innovationsprozessen in der Solarenergie, Windenergie, Geothermie und Wasserkraft
- Rolle von Verbänden und Akteursnetzwerken als soziokulturelle Faktoren
- Vergleich der Innovationsanreize und Hemmnisse in verschiedenen Erneuerbare-Energien-Branchen
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Innovationsprozess im Bereich der solaren Stromerzeugung
Die Sonne steht als Energiequelle unbegrenzt (im Sinne von unerschöpflich), umweltfreundlich und kostenlos zur Verfügung. Fossile Brennstoffe wie Kohle, Erdgas oder Erdöl sind dagegen nur begrenzt vorhanden. Somit stellt die Sonne bereits heute und auch zukünftig eine wichtige Energiequelle dar. Aus der Energie des Sonnenlichts können Strom (mittels Photovoltaik und solarthermischer Kraftwerke) und Wärme (über Solarthermie) gewonnen werden. Für die Stromerzeugung kommt in Deutschland aufgrund der relativ geringen Solarstrahlung nur die Photovoltaik zum Einsatz. Solarthermische Kraftwerke sind nur in Ländern mit hoher Solarstrahlung sinnvoll einsetzbar (z. B. im Mittelmeerraum oder in der Äquatorzone).
Unter Photovoltaik wird die Erzeugung von elektrischem Strom aus Sonnenenergie verstanden. In Solarzellen werden unter Zufuhr von Licht oder Wärme positive und negative Ladungsträger freigesetzt und so Gleichstrom erzeugt, der direkt Motoren antreiben oder Akkus aufladen kann. Für den kommerziellen Betrieb von Verbrauchern mit 230 Volt Wechselspannung oder der Einspeisung ins öffentliche Netz wird ein Wechselrichter benötigt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die steigende Bedeutung von Innovationen in einem dynamischen Unternehmensumfeld und definiert das Ziel, Innovationsprozesse bei erneuerbaren Energien zu analysieren.
2. Der Standardinnovationsprozess: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen des Innovationsmanagements und definiert ein Grundschema für Innovationsprozesse in klassischen Industriebetrieben.
3. Innovationsprozesse im Bereich der erneuerbaren Energien: Hier werden die spezifischen Innovationsbedingungen und -verläufe für Solarenergie, Windkraft, Geothermie und Wasserkraft detailliert untersucht und mit dem Standardmodell verglichen.
4. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, dass die Prozesse in der Energiebranche weitgehend dem Standardmodell entsprechen, jedoch durch externe Faktoren wie das EEG stark beeinflusst werden.
5. Anhang: Der Anhang enthält ergänzende Schaubilder und Dokumente zu den untersuchten Innovationsmodellen und Förderrichtlinien.
6. Literarturverzeichnis: Das Verzeichnis listet sämtliche verwendete Fachliteratur, Gesetze und Internetquellen auf, die zur Erstellung der Arbeit herangezogen wurden.
Schlüsselwörter
Innovationsmanagement, Erneuerbare Energien, Standardinnovationsprozess, Photovoltaik, Windenergie, Geothermie, Wasserkraft, EEG, Innovationsförderung, Energiewende, Markteinführung, Technologische Innovation, Kosteneffizienz, Innovationsanstoß, Forschungsförderung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie Unternehmen im Bereich der erneuerbaren Energien Innovationsprozesse gestalten und inwieweit diese von etablierten Standardmodellen der Industriebetriebslehre abweichen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen Innovationsmanagement, die politischen Rahmenbedingungen durch Gesetze wie das EEG, sowie die spezifischen technologischen Entwicklungen in der Solar-, Wind-, Geothermie- und Wasserkraftbranche.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es zu untersuchen, ob sich Standardinnovationsprozesse auf den Sektor der erneuerbaren Energien übertragen lassen und welche externen Faktoren diese Prozesse beschleunigen oder hemmen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, in der existierende Innovationsmodelle (z.B. nach Vahs/Burmester, Herstatt/Verworn) als Vergleichsgrundlage für die spezifischen Gegebenheiten der Erneuerbaren-Energien-Branche genutzt werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Standardprozesses, eine Untersuchung der politischen Rahmenbedingungen und eine detaillierte Analyse der vier ausgewählten Energiearten hinsichtlich ihrer Innovationsdynamik.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Innovationsmanagement, Energiewende, EEG, Photovoltaik, Windkraft, Geothermie sowie die Analyse von Prozessphasen wie Ideengewinnung, Selektion und Markteinführung.
Warum spielt das EEG eine so große Rolle für Innovationen?
Das EEG bietet durch feste Vergütungssätze und Planungssicherheit ökonomische Anreize, die Unternehmen dazu bewegen, Innovationen schneller zur Marktreife zu bringen, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.
Warum unterscheiden sich die Innovationsprozesse bei der Wasserkraft von der Solarenergie?
Da die Wasserkraft eine ausgereifte Technologie mit geringeren Innovationsanreizen und hohen ökologischen Auflagen ist, stagniert das Innovationspotenzial im Vergleich zur wachstumsstarken Solar- und Windbranche.
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- M.Sc. Simon Lutter (Author), 2012, Die Übertragung von Standardinnovationsprozessen auf Umwelttechnik und erneuerbare Energien, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/310268