Das organisationale Lernen in Unternehmen immer wichtiger. Dies zeigt eine deutliche Anzahl von Studien, die sich mit diesem Thema beschäftigen. Denn das Umfeld der Unternehmen ist in den letzten Jahren durch zunehmende Globalisierung der Märkte und hohem Wettbewerbsdruck geprägt. Die zunehmende Konkurrenz auf den Märkten veranlasst Unternehmen zum Umdenken ihrer Geschäftsprozesse und Strukturen. In allen Bereichen sollte daher ein struktureller Wandel vorgenommen werden. Insbesondere auch im Personalbereich. Das Personal einer Unternehmung stellt nicht nur ein Kostenfaktor dar, denn dahinter verbirgt sich eine große psychologische Komponente. Ihre Mitarbeiter verbringen einen großen Teil ihres Lebens im Unternehmen. Vor allem Mitarbeiter und Führungskräfte tragen zusammen mit ihren innovativen Ideen zum Unternehmenserfolg und somit zur Wettbewerbsfähigkeit auf den dynamischen Märkten bei. Ein wichtiger Ansatz ist daher die Mitarbeiterentwicklung.
In diesem Zusammenhang kommt der transformationale Führungsstil ins Spiel. Dieser soll letztendlich einen positiven Effekt auf die Mitarbeiter haben. Demzufolge stehen Führungskräfte in der Verantwortung ihre Mitarbeiter zu befähigen, Innovations- und Veränderungsprozesse erfolgreich zu bewältigen. Dabei ist der Führungsstil von wichtiger Bedeutung. Denn dieser fördert das Leistungsverhalten, die Eigeninitiative und ist sowohl für die Zufriedenheit der Mitarbeiter verantwortlich und trägt folglich zur erfolgreichen Wandlung in Unternehmen bei.
Die Art und Weise wie Mitarbeiter geführt werden ist ein wichtiger Stellenwert im Management. In der aktuellen Forschung wird daher viel um das Thema der Auswirkung des transformationalen Führungsstils auf das organisationale Lernen in Unternehmen untersucht. Die Autoren Bass & Avolio (1995) haben durch ihr Modell transformationale Führung messbar gemacht. Hierbei handelt es sich um das Multifactor Leadership Questionnaire (MLQ) Modell, das im Jahr 1995 erstmals vorgestellt wurde. Zahlreiche empirische Studien messen mit dem MLQ ihre Ergebnisse aus.
Das Ziel der Seminararbeit ist das Aufzeigen von positiven als auch negativen Effekten transformationaler Führung auf das organisationale Lernen in Unternehmen. Aufgrund dessen beschäftigt sich diese Arbeit mit empirischen Studien zum Einfluss der transformationalen Führung auf
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen zu transformationale Führung und organisationales Lernen
2.1 Definition von transformationaler Führung
2.2 Definition organisationales Lernen
2.3 Zusammenhang transformationaler Führung und organisationales Lernen
3 Empirische Befundlage zum Zusammenhang zwischen transformationale Führung und organisationales Lernen
3.1 Auswertung empirischer Studien
3.2 Kritische Würdigung
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss von transformationaler Führung auf das organisationale Lernen in Unternehmen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob dieser Führungsstil positive oder negative Effekte auf die Lernprozesse innerhalb einer Organisation hat, wobei empirische Studien systematisch vergleichend analysiert werden.
- Grundlagen der transformationalen Führung (Bass-Modell, die vier "I's")
- Konzeptualisierung des organisationalen Lernens und seiner Komponenten
- Empirische Evidenz zum Zusammenhang zwischen Führung und Unternehmenserfolg
- Kritische Reflexion der Studienlage unter Berücksichtigung von Kontextfaktoren
- Bedeutung der Führung für die Wissensweitergabe und Mitarbeiterentwicklung
Auszug aus dem Buch
3.1 Auswertung empirischer Studien
Die erste Studie von Geyer und Steyrer (1998) hat anhand des Multifactor Leadership Questionnaires (MLQ) Modell nach Avolio und Bass (1995) eine empirische Studie aufgestellt, die die Beziehung zwischen transformationaler und transaktionaler Führung und deren kurzfristigen bzw. langfristigen Erfolgswirksamkeit in Geschäftsstellen von Sparkassen untersucht. Es wurden 1.456 Fragebögen an 20 verschiedene Sparkassen in Österreich vergeben und hatte eine Rücklaufquote von 90%. Hierbei wurde die Wirkung des Führungsstils auf kurzfristige und langfristige Verkaufserfolge untersucht. In Bezug auf die Seminararbeit wird hierbei nur auf den Zusammenhang der transformationalen Führung eingegangen.
Um den Zusammenhang zwischen Führung und Erfolg zu messen, wurden Strukturgleichungsmodelle verwendet. Das Strukturgleichungsmodell ist ein Verfahren zum Testen und Schätzen korrelativer Zusammenhänge. Die Strukturgleichung zur Messung von Führung auf den Erfolg wurde auf Basis einer hierarchischen Regressionsanalyse geschätzt. Zu allererst wurden die transaktionalen Skalen „Core-Transaktionale Führung“ und „Management by Exception passiv“ verwendet. Als zweite Variable wurde die „Individuelle Wertschätzung“ hinzugefügt. Als letztes wurde die „Core-Transformationale Führung“ in die Gleichung aufgenommen, um die Beziehung zwischen Führung und Erfolg zu messen. Dabei hat die Auswertung ergeben, dass der Einsatz der transformationalen Führung in das Modell einen zusätzlichen Effekt auf den Erfolg der Sparkassen hat.
Die Auswertung der Studie hat ergeben, dass „Core-transformationale Führung“ einen stärkeren Einfluss auf den langfristigen Verkaufserfolg hat als auf den kurzfristigen. Im Hinblick dieser Befunde begründen Geyer & Steyrer (1998), dass Bankbetriebe „Verwaltungskulturen“ sind, die sich einer „Routine-Technology bedienen. In diesen Kulturen ist es wichtiger „wie man etwas tut“ als „was man tut“. Daher wird eher ein langfristiger positiver Effekt gesehen, da die transformationale Führung kontinuierlich Verbesserungen vorantreibt und Loyalität bei Mitarbeitern aufbaut.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz des organisationalen Lernens in einem dynamischen Wettbewerbsumfeld ein und definiert das Ziel der Arbeit, die Effekte transformationaler Führung auf dieses Lernkonzept zu untersuchen.
2 Theoretische Grundlagen zu transformationale Führung und organisationales Lernen: Das Kapitel erläutert die theoretischen Begrifflichkeiten, insbesondere das Modell der transformationalen Führung nach Bass sowie das Verständnis von Organisationen als lernende Systeme.
3 Empirische Befundlage zum Zusammenhang zwischen transformationale Führung und organisationales Lernen: Hier werden diverse empirische Studien analysiert, die den Einfluss von Führung auf Lernprozesse und Unternehmenserfolge in unterschiedlichen Branchen und Ländern beleuchten.
4 Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen, bewertet die überwiegend positiven Auswirkungen transformationaler Führung und benennt kritische Erfolgsfaktoren für die Wissensweitergabe innerhalb von Unternehmen.
Schlüsselwörter
Transformationale Führung, Organisationales Lernen, Lernende Organisation, Mitarbeiterführung, Führungskraft, Bass-Modell, Unternehmenserfolg, Wissensmanagement, Personalführung, Transformation, Arbeitspsychologie, Management, Unternehmenskultur
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht den wissenschaftlichen Zusammenhang zwischen transformationalem Führungsverhalten und der Lernfähigkeit von Organisationen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Themen sind Führungstheorien, Konzepte des organisationalen Lernens, empirische Erfolgsfaktoren und die Analyse von Mitarbeiter- und Teamleistungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Identifikation von positiven sowie negativen Effekten, die eine transformationale Führung auf die Lernprozesse innerhalb von Unternehmen ausübt.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine systematische Literaturanalyse, bei der primär empirische Studien vergleichend ausgewertet werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen und die detaillierte Auswertung internationaler empirischer Studien inklusive einer kritischen Würdigung derer Designs.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind insbesondere transformationale Führung, organisationales Lernen, Mitarbeiterentwicklung und Unternehmenserfolg.
Warum spielt die Kommunikation zwischen Führung und Mitarbeiter eine so große Rolle?
Die Arbeit zeigt auf, dass eine unzureichende Kommunikation Lernprozesse hemmen kann, wie es beispielhaft in einer indischen Studie negativ hervorgehoben wurde.
Wie unterscheidet sich transformationale von transaktionaler Führung?
Während transaktionale Führung auf einem sachlichen Austausch von Leistung und Belohnung basiert, zielt die transformationale Führung auf eine intrinsische Motivation durch eine gemeinsame Vision ab.
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- Michael Mayer (Author), 2014, Transformational Leadership and Organizational Learning, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/310049