Die vorliegende Arbeit liefert eine Analyse des Films „39,90“ (Original „99 francs“) von Jan Kounen. Die Autorin untersucht dabei den Einstieg des Films als eine Traumsequenz. Mithilfe eines detaillierten Einstellungsprotokolls betrachtet sie eine Szene mit den Figuren Marc und Octave. Ergänzt wird das Einstellungsprotokoll durch eine Strukturanalyse
Inhaltsverzeichnis
1. Der Einstieg in den Film – Ein Traum?
2. Einstellungsprotokoll von 39,90
3. Strukturanalyse - Ergänzungen zum Einstellungsprotokoll
4. Anhang
4.1 Filmliste und Erläuterung zum Filmkanon
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, eine strukturierte Filmanalyse des Werkes "39,90" von Jan Kounen durchzuführen. Dabei wird insbesondere untersucht, wie filmische Gestaltungsmittel wie Kameraeinstellungen, Montage und Bild-Ton-Verhältnisse narrativ eingesetzt werden, um die psychologische Verfassung des Protagonisten Octave Parango und die medienkritische Botschaft des Films zu vermitteln.
- Analyse der visuellen Inszenierung und Kamerabewegungen
- Untersuchung von Montage-Techniken und Bildübergängen
- Deutung der symbolischen Bedeutung von Licht und Farbe
- Erforschung des Einsatzes von Musik und Voice-Over als erzählerische Mittel
- Auseinandersetzung mit der Falsche-Fährten-Problematik in der Narration
Auszug aus dem Buch
Der Einstieg in den Film – Ein Traum?
Bei dieser Filmanalyse handelt es sich um den Film 99 francs (Deutscher Titel 39,90) von Jan Kounen, der im Jahre 2007 in Frankreich entstand. Seine Dauer sind 100 Minuten und seine Erstaufführung in Frankreich war am 26. September 2007. Das Drehbuch stammt von Nicolas & Bruno und Jan Kounen, die Produktion von Alain Goldman und Marc Vadé, die Musik von Jean-Jecques Hertz, Erin O'Hara und François Roy. David Ungaro kümmerte sich um die Kamera und Anny Danche um den Schnitt. Jean Dujardin war in der Rolle des Octave Parango, Jocelyn Quivrin in der Rolle des Charles 'Charlie' Dagout und Antoine Basler in der Rolle des Marc Maronnier (es werden nur diese genannt, die in dieser Hausarbeit erwähnt werden).
Der Vorspann beginnt und Muster, ähnlich wie die eines Kaleidoskops, wechseln sich ab. Das Bild macht eine Kamerafahrt zurück und aus den Farben und geometrischen Formen werden die einzelnen Pixel, welche sich in ihrer Gesamtheit zu gedruckten - und Röhren-Fernsehbildern zusammenfügen. Die Kamerafahrt geht weiter, es ertönt eine wohlklingende, weibliche Stimme, die aus einer Werbung zu stammen scheint. Himmlischer Frauengesang setzt ein (beides nicht-diegetisch). Das Transparent einer Werbung wird sichtbar. „Willkommen in den schönsten aller Welten,“ sagt die Stimme. Ein Donner reißt den Zuschauer aus der Abbildung; es regnet und blitzt und das Bild war nur das Plakat auf einer Werbefläche. Die Rückwärtsfahrt geht immer weiter, sodass zu erkennen ist, dass die Werbefläche auf einem Hochhaus angebracht ist und dieses wiederum in einer Großstadt steht. Eine Erzählerstimme erklingt; sie scheint dem Mann, der bei den Worten „... vor allem ich.“ ins Bild kommt, zu gehören. Die Kamera nimmt ihn im Ganzen ins Bild. Er läuft auf einem Gitter Richtung Abgrund eines anderen Hochhauses während die Erzählerstimme davon erzählt, wer er ist. Hier erfolgt der erste Schnitt. Dann lässt er sich nach vorne fallen und stürzt herunter.
Zusammenfassung der Kapitel
Der Einstieg in den Film – Ein Traum?: In diesem einleitenden Kapitel werden grundlegende Fakten zum Film genannt und die ersten Sequenzen hinsichtlich ihrer visuellen Gestaltung und der Wirkung auf den Zuschauer analysiert.
Einstellungsprotokoll von 39,90: Dieses Kapitel enthält eine tabellarische Aufschlüsselung der filmischen Parameter (Einstellungsgröße, Kamera, Licht, Ton) für einen spezifischen Filmausschnitt.
Strukturanalyse - Ergänzungen zum Einstellungsprotokoll: Hier werden die im Protokoll erfassten Daten theoretisch fundiert interpretiert und Aspekte wie Montage, Mise-en-scène und die erzählerische Funktion filmischer Mittel detailliert diskutiert.
Anhang: Dieser Teil listet die im Rahmen der Arbeit verwendeten Filme auf und bietet eine kurze Erläuterung zur Auswahl des Filmkanons.
Schlüsselwörter
Filmanalyse, 39,90, Jan Kounen, Octave Parango, Kamerafahrt, Montage, Schuss-Gegenschuss, Eyeline-Match, Werbebranche, Bild-Ton-Verhältnis, Narrationsanalyse, Jump-Cut, Mise-en-scène, Medienkritik, Filmästhetik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit einer wissenschaftlichen Filmanalyse des Werkes "39,90" von Jan Kounen, wobei der Fokus auf der strukturellen und ästhetischen Untersuchung ausgewählter Sequenzen liegt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen umfassen die filmische Inszenierung (Kamera, Licht, Farbe), die Montagetechnik, die Wirkung von Ton und Musik sowie die narrative Einordnung von Traum- und Realitätsebenen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel besteht darin, aufzuzeigen, wie spezifische filmische Gestaltungsmittel dazu beitragen, die Identität des Protagonisten sowie die medienkritische Botschaft des Films für das Publikum erfahrbar zu machen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?
Die Arbeit nutzt die Methode der strukturell-funktionalen Filmanalyse, gestützt durch ein detailliertes Einstellungsprotokoll und die Einbeziehung filmwissenschaftlicher Literatur.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die Beobachtungen aus dem Einstellungsprotokoll theoretisch ausgewertet, wobei insbesondere die Montage, der Einsatz von Symbolen und die psychologische Wirkung auf den Rezipienten analysiert werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Wichtige Schlüsselbegriffe sind u.a. Filmanalyse, Montage, Eyeline-Match, Bild-Ton-Verhältnis, Medieneinfluss und filmische Ästhetik.
Welche Rolle spielt die Werbebranche in der Narration?
Die Werbebranche dient als Hintergrund der Geschichte und als Macguffin, der den Protagonisten in seine ausweglose Situation treibt, wobei der Film gleichzeitig eine kritische Distanz zu dieser Branche aufbaut.
Wie deutet die Autorin den "Traum" am Anfang des Films?
Die Autorin hinterfragt die Hypothese des Traums und interpretiert die Einstiegssequenz eher als Vorausblende, die das Schicksal des Protagonisten und die Illusion der Werbewelt thematisiert.
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- Hilke Räuschel (Author), 2011, Nur ein (Alb)Traum? Eine Analyse des Filmes „39,90“ von Jan Kounen, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/308199