Das vorliegende Interventionskonzept, welches als schriftlicher Lernnachweis im Modul „Sportpsychologische Methoden“ verfasst wurde, gibt einen Einblick in meine Haltung als Sportpsychologe, mein Selbstbild und meine Arbeitsweise. Der Begriff Intervention umfasst die Beratung und das Training meiner Klienten mit dem Ziel, sich selbst zu organisieren.
Mein Handeln als Sportpsychologe wird von einem humanistischen, ressourcenorientierten Menschenbild bestimmt. In der Verantwortungsübernahme und Selbstregulation des Menschen sehe ich den Schlüssel zu einer optimalen Potentialentfaltung. Ich sehe den Menschen als autonome Persönlichkeit, mit den Fähigkeiten zur Selbstdetermination, kreativem Wachstum und konstruktiver Veränderung. Diese Fähigkeiten können vorübergehend blockiert sein, sie sind jedoch grundsätzlich vorhanden. Die Fähigkeit zur Kreativität und Selbstreflexion befähigt den Menschen über seine gesamte Lebensspanne hinweg zu Entwicklung, Differenzierung und Gestaltung seiner Persönlichkeit und seiner Lebenswirklichkeit.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Menschenbild
3. Motiv
4. Ressourcen und Kernkompetenzen
4.1. Personale Kompetenz
4.2. Fachkompetenz
4.3. Methodenkompetenz
4.4. Sozialkompetenz
5. Aufgabe
6. Rolle
7. Verantwortung
8. Zielgruppe
9. Weiterbildung und Supervision
10. Intervention
10.1. Methode, Modelle und Konzepte
10.2. Qualitätssicherung
10.2.1. Strukturqualität
10.2.2. Prozessqualität
10.2.3. Ergebnisqualität
11. Prozess - Arbeitsweise anhand eines Fallbeispiel
12. Literatur
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Das Ziel dieses Interventionskonzepts ist die Darstellung der sportpsychologischen Arbeitsweise und Haltung des Autors. Es dient als schriftlicher Lernnachweis, der aufzeigt, wie mittels systemisch-konstruktivistischer Ansätze, lösungsorientiertem Kurzzeitcoaching und pferdegestützter Interventionen Athleten in ihrer Selbstmanagement- und Handlungskompetenz gestärkt werden können.
- Grundlagen des sportpsychologischen Menschenbildes und der eigenen beruflichen Motivation.
- Analyse persönlicher Ressourcen und Kernkompetenzen (Fach-, Methoden-, Sozial- und Personale Kompetenz).
- Definition der Rolle, Verantwortung und ethischen Leitlinien in der sportpsychologischen Beratung.
- Methodische Ansätze wie systemisch-konstruktivistisches Coaching und pferdegestützte Interventionen (Horsesense).
- Qualitätssicherung in der Beratung anhand von Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität.
- Praktische Fallbeispielanalyse zur Anwendung des Interventionskonzepts.
Auszug aus dem Buch
10.1. Methode, Modelle und Konzepte
Das Grundkonzept meiner Arbeit ist das systemisch-konstruktivistische Modell (Maturana, 1982; Luhmann, 1984). „Ein System ist nicht Etwas, das dem Beobachter präsentiert wird, es ist Etwas, das von ihm erkannt wird.“ (Maturana, 1982). Ein System wird also nicht als ein Etwas angesehen, das es gibt, sondern als etwas, von dem nur dann sinnvoll gesprochen werden kann, wenn man es zu demjenigen in Beziehung setzt, der es sieht (der Beobachter). Das systemisch-konstruktivistische Modell erlaubt die Arbeit mit und an konstruierten Systemen des Klienten. Der Klient entwickelt sein eigenes Bild von seinem System, in dem er das Anliegen für die Beratung sieht. Des Weiteren arbeite ich nach dem lösungsorientierten Ansatz von Steve de Shazer (Steve de Shazer; 1988). Als wichtigste Aufgabe bei diesem Ansatz wird die Fokussierung auf die Lösungserfahrungen angesehen. Alle dabei erscheinenden Aktionen und Reaktionen, also Denkmuster, emotionale Prozesse und Verhaltensbeiträge können als Ressourcen verstanden werden. Es versteht sich von selbst, dass jemand, der nur neue Informationen braucht, um ein Problem zu lösen oder erst eine neue Fähigkeit erlernen muss, keinen Nutzen aus de Shazers Ansatz ziehen kann. In diesen Fällen macht es Sinn zuerst eine ausführliche Problemanalyse durchzuführen, bevor man eine Lösung ansteuert.
Bei meinen Interventionen orientiere ich mich an den Arbeiten Klaus Grawes zur Neuropsychotherapie (2004). Interventionen auf neuropsychologischer Basis sind ein konsequenter Lernprozess, bei dem sich neue Muster durch permanente Anregung und Umsetzung verfestigen. Diese neuen Muster können nur erfolgreich sein, wenn sie auch unter Stress bzw. fehlender kognitiver Reflexion automatisch abgerufen werden. Dementsprechend sind Übungs- und Trainingselemente wesentlicher Bestandteil eines neuropsychologischen Interventionsprozesses. Als Methode unterstützt mich bei dieser anspruchsvollen Aufgabe das pferdegestützte Coaching (Horsesense). Dabei werden in der Interaktion mit dem Pferd Verhaltensweisen, Einstellungen & Fertigkeiten des Sportlers sichtbar gemacht. Für den Sportler sinnvoll und nachhaltig ist dieser Ansatz durch die Reflexion der Begegnung mit dem Tier und den Transfer der Erkenntnisse in seinen sportlichen Kontext. Vorteile dieser Methode liegen in einer erhöhten Akzeptanz und Reflexionsbereitschaft des Sportlers, da in den Übungen die Reaktion des „System“ Pferd nicht auf „externe“ Störfaktoren“ attribuiert werden kann und das Lernen neuer Verhaltensweisen durch die emotionale Einbettung beschleunigt wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung des Interventionskonzepts und des sportpsychologischen Selbstverständnisses.
2. Menschenbild: Erläuterung des humanistischen, ressourcenorientierten Menschenbildes als Grundlage der Arbeit.
3. Motiv: Beschreibung der persönlichen und beruflichen Beweggründe für die Tätigkeit als Sportpsychologe.
4. Ressourcen und Kernkompetenzen: Aufschlüsselung der notwendigen Kompetenzfelder für den Beratungsprozess.
5. Aufgabe: Definition des Arbeitsauftrages und der ethischen Orientierung nach FSP-Richtlinien.
6. Rolle: Darstellung der Identität als Begleiter, Berater und Feedbackgeber.
7. Verantwortung: Klärung der professionellen Grenzen, Vertraulichkeit und Interessenwahrung.
8. Zielgruppe: Beschreibung der Anforderungen an Klienten und der Themenfelder der Zusammenarbeit.
9. Weiterbildung und Supervision: Betonung der Bedeutung kontinuierlicher persönlicher und fachlicher Reflexion.
10. Intervention: Vorstellung der methodischen Konzepte und der Qualitätssicherung.
11. Prozess - Arbeitsweise anhand eines Fallbeispiel: Anwendung der theoretischen Ansätze auf ein konkretes Coaching-Beispiel.
12. Literatur: Verzeichnis der verwendeten Quellen.
Schlüsselwörter
Sportpsychologie, Interventionskonzept, systemisch-konstruktivistisches Modell, lösungsorientiertes Kurzzeitcoaching, pferdegestütztes Coaching, Horsesense, Neuropsychotherapie, Handlungskompetenz, Qualitätssicherung, Coaching, Fallbeispiel, Selbstmanagement, Mentales Training, Potenzialentfaltung, Perspektivenwechsel.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit stellt ein persönliches Interventionskonzept dar, das die Haltung, das Menschenbild und die Arbeitsweise des Autors als Sportpsychologe erläutert.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Kompetenzbereiche des Beraters, ethische Verantwortung, methodische Ansätze wie systemische und pferdegestützte Interventionen sowie die Qualitätssicherung der Beratung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Dokumentation und Reflexion des eigenen beratenden Vorgehens, um Klienten bei der Selbstorganisation und Potentialentfaltung optimal zu unterstützen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor nutzt eine Kombination aus dem systemisch-konstruktivistischen Modell, dem lösungsorientierten Kurzzeitcoaching nach de Shazer und neuropsychologischen Erkenntnissen nach Grawe.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, Anforderungen an den Berater und die detaillierte Anwendung der Methoden anhand eines praktischen Fallbeispiels.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Sportpsychologie, systemisch-konstruktivistisches Coaching, pferdegestützte Intervention, Selbstmanagement und Handlungskompetenz.
Was ist das Besondere an dem im Fallbeispiel beschriebenen Coaching-Prozess?
Der Prozess kombiniert ein Horsesense-Coaching (pferdegestützt) mit einer anschließenden Videoanalyse, um Verhaltensmuster sichtbar zu machen und eine direkte Verhaltensänderung durch Perspektivenwechsel zu ermöglichen.
Wie geht der Autor mit hemmenden Erwartungshaltungen der Klienten um?
Durch gezielte Kommunikation und Fragetechniken hilft der Autor den Klienten, Vermutungen von Tatsachen zu trennen, um festgefahrene negative Vorannahmen aufzubrechen.
- Quote paper
- Alexander Scherz (Author), 2013, Ein sportpsychologisches Interventionskonzept. Selbstbild und Arbeitsweise des Autors, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/308147