Diese Arbeit versucht, das Konzept der Ekstase von Dorothee Sölle auf Mechthild von Magdeburgs Werk „Ein fließendes Licht der Gottheit“ zu beziehen. Die von Sölle beschriebenen Orte der mystischen Erfahrung bezieht der Autor ebenfalls in seine Betrachtungen mit ein. Ziel der Arbeit ist, eine theoretische Grundlage zu schaffen, um Mechthild von Magdeburgs Buch durch seinen ekstatischen Charakter als ein Manifest der Liebe zu verstehen.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. MYSTIK
3. EKSTASE
4. ORTE MYSTISCHER ERFAHRUNG BEI DOROTHEE SÖLLE
4.1 EROTIK
4.2 NATUR
4.3 FREUDE
4.4 LEIDEN
5. MECHTHILD VON MAGDEBURG
6. EIN FLIEßENDES LICHT DER GOTTHEIT
6.1 EROTIK
6.2 FREUDE
6.3 LEIDEN
7. EVALUATION
8. ZUSAMMENFASSUNG
9. BIBLIOGRAPHIE
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept der Ekstase und die damit verbundenen Orte mystischer Erfahrung nach Dorothee Sölle und bezieht diese auf das Werk "Das fließende Licht der Gottheit" von Mechthild von Magdeburg. Ziel ist es, Mechthilds Werk durch eine ekstatische Analyse als Manifest der Liebe zu verstehen und die Aktualität mystischer Erfahrungen für die heutige Zeit sowie die feministische Theologie aufzuzeigen.
- Mystik als Weg der Erkenntnis Gottes aus Erfahrung
- Die vier Dimensionen der Liebe nach Sölle: Ekstase, Vertrauen, Ganzheit und Solidarität
- Die Rolle von Erotik, Natur, Freude und Leiden als Orte mystischer Grenzüberschreitung
- Die Bedeutung von Mechthild von Magdeburg als Mystikerin und ihre sprachliche Gestaltung
- Die Transformation der menschlichen Beziehung zu Gott durch ekstatische Erfahrungen
Auszug aus dem Buch
4.1 Erotik
Die Sprache der Ekstase, wie sie in Abschnitten der Bibel, u.a. in 1 Mos 2,25 „Und sie waren beide nackt, der Mann und sein Weib, und sie schämten sich nicht“ vorkommt, verdeutlichen, die Transzendierung der dieser Instrumentalisierung von Körpern. Scham und Furcht über das Nacktsein ist hier die irdische, gesellschaftliche Voraussetzung dafür, was in der Ekstase transzendiert wird. Die Ekstase und dessen Sprache ist dabei ein wesentlicher Bestanteil der Religion, die für Sölle „jener Versuch [ist], von Ganzheit, Segen und Glück zu sprechen und dabei das Bekannte und Benannte zu transzendieren. Die religiöse Sprache, das Sprechen von Gott, von Engeln und Wundern, vom Heil, vom Freiwerden, von der Auferstehung,- das ist eine Sprache, die uns über den Status quo unseres individuellen Daseins hinaustreibt: so wie wir vor Glück außer uns geraten können.“
Ausgehend von der Ebenbildlichkeit des Menschen mit Gott, und damit vor allem der Gleichberechtigung von Mann und Frau entgegen der Auffassung von einer Herrschaft des Mannes über die Frau, auch bezüglich des sexistischen Dualismus, spricht Sölle von Erschaffung des Menschen um Liebende zu werden „wie Gott eine Liebende ist.“ Mit der Ablehnung des sexistischen Dualismus lehnt Sölle auch die Auslegung von Sexualität und sexueller Lust als natürliche Verbindung mit Fortpflanzung ab bzw. fordert die Überwindung dieser historischen Perspektive.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Die Arbeit führt in die Relevanz der mystischen Sprache ein und stellt das Ziel auf, Sölles Konzept der Ekstase auf das Werk von Mechthild von Magdeburg anzuwenden.
2. MYSTIK: Dieses Kapitel definiert Mystik als erfahrungsbasierte Gotteserkenntnis und grenzt verschiedene Strömungen sowie das Verständnis Dorothee Sölles davon ab.
3. EKSTASE: Hier wird Ekstase als Grenzerfahrung und Ausdruck äußerster Freiheit von lebensbestimmenden Faktoren beschrieben, die den Menschen als "Gott-Trunkenen" auszeichnet.
4. ORTE MYSTISCHER ERFAHRUNG BEI DOROTHEE SÖLLE: Das Kapitel erläutert die vier zentralen Orte – Erotik, Natur, Freude und Leiden – durch die der Mensch mystische Ekstase erfahren kann.
5. MECHTHILD VON MAGDEBURG: Eine biografische und werkanalytische Einordnung der Mystikerin, die ihre emotionale Sprache und ihren Weg vom persönlichen Erleben zur schriftlichen Niederlegung thematisiert.
6. EIN FLIEßENDES LICHT DER GOTTHEIT: Die theoretischen Konzepte von Sölle werden hier konkret auf das Hauptwerk von Mechthild angewendet, mit Fokus auf Erotik, Freude und Leiden.
7. EVALUATION: Dieses Kapitel zieht ein Fazit über die Anwendung der Sölle-Konzepte auf Mechthilds Werk und bestätigt den ekstatischen Charakter ihrer Texte.
8. ZUSAMMENFASSUNG: Die Arbeit resümiert ihre Ergebnisse zur Aktualität der Mystik und der Bedeutung für die feministische Theologie.
9. BIBLIOGRAPHIE: Verzeichnis der verwendeten Quellen und Forschungsliteratur.
Schlüsselwörter
Mystik, Ekstase, Dorothee Sölle, Mechthild von Magdeburg, Erotik, Natur, Freude, Leiden, unio mystica, Gottesnähe, Brautmystik, Feministische Theologie, Leiblichkeit, Religiöse Erfahrung, Grenzüberschreitung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Verbindung zwischen der Mystik-Theorie von Dorothee Sölle und dem Offenbarungswerk der mittelalterlichen Mystikerin Mechthild von Magdeburg.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen sind das Konzept der Ekstase und die vier Orte mystischer Erfahrung: Erotik, Natur, Freude und Leiden.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, Mechthilds Werk durch die theoretische Linse von Sölles Ekstase-Konzept als "Manifest der Liebe" zu deuten und seine zeitlose Relevanz zu belegen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine literaturwissenschaftliche und theologische Analyse durchgeführt, bei der die Texte von Mechthild von Magdeburg exemplarisch anhand der theoretischen Kategorien von Dorothee Sölle untersucht werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der Anwendung von Sölles Kategorien auf spezifische Textpassagen aus "Das fließende Licht der Gottheit", insbesondere im Kontext von erotischer Sprache und Körperlichkeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den Kernbegriffen zählen Mystik, Ekstase, Brautmystik, Feministische Theologie und unio mystica.
Welche Rolle spielt die Erotik in Mechthilds Werk laut der Autorin?
Die Erotik dient als notwendige und angebrachte Dimension, um die tiefe Verbindung und das Streben der Seele nach Einheit mit Gott metaphorisch auszudrücken.
Wie verhält sich das Leiden zu der freudvollen Ekstase in dieser Mystik?
Das Leiden wird als eine besondere Form der Gottesnähe verstanden, die als "Compassio" oder "mors mystica" untrennbar mit der Liebeserfahrung und der Nachfolge Christi verbunden ist.
- Arbeit zitieren
- Jochen Mueller (Autor:in), 2014, Ekstase und Orte mystischer Erfahrung in Mechthild von Magdeburgs „Ein fließendes Licht der Gottheit“, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/306543