In dieser Arbeit wird die Bilanzpolitik erläutert und mit Beispielen versehen, wo diese eingesetzt werden kann und wo es sinnvoll ist diese einzusetzen. Anschließend werden die
bilanzpolitischen Maßnahmen zur Erreichung der Ziele ausgewertet. An dieser Stelle wird etwas genauer auf die formellen wie auch die materiellen Maßnahmen eingegangen und erläutert mit Beispielen. Abgerundet werden die bilanzpolitischen Maßnahmen mit dem Window Dressing, durch einige Beispiele wie dadurch die Unternehmensziele erreicht werden können. Anschließend wird auf die Kennzahlen Eigenkapitalquote, Anlagenintensität und die Liquidität 3. Grades eingegangen. Bei jeder dieser Kennzahlen wird diese zunächst erläutert und die Aussagekraft wiedergegeben. Anschließend werden diverse Veränderungen durch bilanzpolitische Maßnahmen an dieser Kennzahl vorgenommen und diese bewertet. Abschließend werden die Auswirkungen der Kennzahl für das Unternehmen durch die bilanzpolitischen Maßnahmen erläutert und mit aktuellen Beispielen transparent gemacht, damit ein Überblick gewonnen wird, was Unternehmen für Vorteile als auch Nachteile durch diese Veränderungen ergeben können.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
1.1 Problemstellung
1.2 Gang der Untersuchung
2. Die Bilanzpolitik in Unternehmen
2.1 Einführung in die Bilanzpolitik
2.2 Die bilanzpolitischen Maßnahmen
2.2.1 Formelle Maßnahmen zur Erreichung der Ziele in der Bilanzpolitik
2.2.2 Materielle Maßnahmen zur Erreichung der Ziele in der Bilanzpolitik
2.2.3 Window Dressing zur Erreichung der Ziele in der Bilanzpolitik
3. Die wichtigsten Bilanzkennzahlen und ihre Auswirkung
3.1 Die Kennzahl Eigenkapitalquote
3.1.1 Erläuterung und Aussagekraft der Kennzahl
3.1.2 Veränderung durch bilanzpolitische Maßnahmen
3.1.3 Auswirkung durch die Beeinflussung für das Unternehmen
3.2 Die Kennzahl Anlagenintensität
3.2.1 Erläuterung und Aussagekraft der Kennzahl
3.2.2 Veränderung durch bilanzpolitische Maßnahmen
3.2.3 Auswirkung durch die Beeinflussung für das Unternehmen
3.3 Die Kennzahl Liquidität 3. Grades
3.3.1 Erläuterung und Aussagekraft der Kennzahl
3.3.2 Veränderung durch bilanzpolitische Maßnahmen
3.3.3 Auswirkung durch die Beeinflussung für das Unternehmen
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, wie Unternehmen durch gezielte, legale bilanzpolitische Maßnahmen ihre Bilanzkennzahlen beeinflussen können, um ein vorteilhaftes Bild gegenüber externen Interessengruppen wie Banken, Kreditinstituten und Investoren zu vermitteln.
- Grundlagen und Ziele der Bilanzpolitik
- Differenzierung zwischen formellen und materiellen Maßnahmen
- Analyse der Eigenkapitalquote und deren Manipulationsmöglichkeiten
- Bedeutung der Anlagenintensität und deren bilanzielle Gestaltung
- Einflussnahme auf die Liquidität 3. Grades
- Die Rolle des "Window Dressing" bei der Darstellung der wirtschaftlichen Lage
Auszug aus dem Buch
2.2.3 Window Dressing zur Erreichung der Ziele in der Bilanzpolitik
Window Dressing auch besser bekannt unter dem Begriff Bilanzkosmetik umfasst alle geschäftlichen Maßnahmen zur Verbesserung des Bilanzbildes, um für den Bilanzleser das Unternehmen in ein möglichst gutes finanzielles Licht zu stellen.13 Als Beispiel nehmen die Banken bevorzugt das Pensionsgeschäft, indem sie Liquide Mittel erhalten durch den Transfer von Wertpapieren in Pensionen.14 In den Anfangsjahren von Window Dressing wurde es eingesetzt, um einen geringeren Bilanzgewinn auszuweisen und dadurch einen Steuervorteil zu erlangen. Durch die immer größere Bedeutung der Shareholder Value wird nunmehr vermehrt durch Window Dressing ein stetiger Gewinnzuwachs erzeugt.
Ein Beispiel wo immer mit dem Begriff Window Dressing in Verbindung gebracht wird, ist ein Veräußerungsgeschäft des Anlagevermögens kurz vor dem Bilanzstichtag. Dieses Veräußerungsgeschäft ist allerdings damit verbunden, das Anlagegut nach dem Bilanzstichtag wieder zu erwerben. Durch diese Bilanzkosmetik wird die Liquidität des Unternehmens erhöht, verbessert dadurch das Gesamtbild der Bilanz und somit die Chancen, dass potentielle Anleger in das Unternehmen investieren.15 Auch im Bereich des Umlaufvermögens einer Bilanz kann Window Dressing eingesetzt werden, z. B. durch eine Aufnahme eines Kredites vor dem Bilanzstichtag, der allerdings direkt nach dem Bilanzstichtag wieder zurückgezahlt wird. Durch diese Maßnahme lässt sich die Kennzahl Liquidität 3. Grades verbessern und das Unternehmen finanziell in einem besseren Licht darstellen.16
Aus diesen Beispielen ist zu erkennen, dass Window Dressing nur kurzfristig das Bilanzbild eines Unternehmens verändert. Eine dauerhafte Verbesserung der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens entsteht dadurch allerdings nicht. Die allermeisten Maßnahmen des Window Dressing gehen zu lasten des Ertrages und der Rentabilität eines Unternehmens und führen deshalb nicht zu dem gewünschten Effekt, durch Window Dressing dauerhaft die wirtschaftliche Lage zu verbessern. Window Dressing ist legal, aber befindet sich an der Grenze des erlaubten, da durch diese Maßnahmen die Bilanzadressaten in die Irre geführt werden können.17
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Die Einleitung beleuchtet den hohen Druck auf Unternehmen, gesetzte Ziele zu erreichen, und die damit verbundene Notwendigkeit, Kennzahlen für externe Analytiker positiv darzustellen.
2. Die Bilanzpolitik in Unternehmen: Dieses Kapitel definiert Bilanzpolitik als gezielte Gestaltung des Jahresabschlusses und unterscheidet zwischen formellen, materiellen Maßnahmen sowie dem Window Dressing.
3. Die wichtigsten Bilanzkennzahlen und ihre Auswirkung: Hier werden die drei zentralen Kennzahlen Eigenkapitalquote, Anlagenintensität und Liquidität 3. Grades detailliert analysiert sowie deren Beeinflussbarkeit durch bilanzpolitische Instrumente aufgezeigt.
4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Bilanzpolitik ein gängiges, wichtiges Instrument zur Unternehmensdarstellung ist, jedoch stets vorsichtig unter Einbezug von Branchenvergleichen bewertet werden muss.
Schlüsselwörter
Bilanzpolitik, Kennzahlen, Eigenkapitalquote, Anlagenintensität, Liquidität 3. Grades, Jahresabschluss, Bilanzanalyse, Window Dressing, Bilanzkosmetik, Fremdkapital, Unternehmenssteuerung, Bilanzadressaten, Anlagevermögen, Umlaufvermögen, Rating.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Möglichkeiten und Auswirkungen bilanzpolitischer Maßnahmen, mit denen Unternehmen ihre Kennzahlen gezielt beeinflussen können, um ein vorteilhaftes Bild nach außen zu kommunizieren.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Felder sind die Definition und Anwendung von Bilanzpolitik, die Abgrenzung von formellen und materiellen Maßnahmen sowie die detaillierte Untersuchung spezifischer Bilanzkennzahlen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Unternehmen durch legale Gestaltungsmöglichkeiten ihre Bilanz optimieren, und dabei die Vor- und Nachteile sowie die Grenzen dieser Praxis für den Bilanzleser transparent zu machen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und Auswertung betriebswirtschaftlicher Fachliteratur sowie der Untersuchung von Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften nach Handelsrecht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die Grundlagen der Bilanzpolitik erläutert, gefolgt von einer tiefgehenden Analyse der Kennzahlen Eigenkapitalquote, Anlagenintensität und Liquidität 3. Grades samt deren Beeinflussungsmöglichkeiten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Bilanzpolitik, Kennzahlenanalyse, Eigenkapitalquote, Anlagenintensität, Liquidität 3. Grades und Window Dressing.
Wie kann die Eigenkapitalquote durch "Debt-Equity-Swaps" manipuliert werden?
Durch einen Debt-Equity-Swap werden bestehende Schulden in Eigenkapital umgewandelt, was die Eigenkapitalquote rechnerisch erhöht und das Unternehmen im Hinblick auf seine Kapitalstruktur für Banken attraktiver erscheinen lässt.
Warum ist bei der Kennzahl "Anlagenintensität" ein Branchenvergleich so wichtig?
Die Anlagenintensität variiert stark je nach Branche; ein Maschinenbauunternehmen weist naturgemäß eine höhere Anlagenintensität auf als ein Dienstleistungsunternehmen, weshalb die Zahl ohne Vergleichswert wenig über die tatsächliche Qualität des Unternehmens aussagt.
Was bedeutet eine "Liquidität 3. Grades" von 120%?
Ein Wert von 120% bedeutet, dass die kurzfristigen Verbindlichkeiten des Unternehmens durch das vorhandene Umlaufvermögen gedeckt sind, was als erstrebenswert für die finanzielle Stabilität gilt.
Stellt "Window Dressing" einen illegalen Akt der Bilanzfälschung dar?
Nein, Window Dressing beschreibt legale Maßnahmen der Bilanzkosmetik, bewegt sich jedoch häufig am Rande des Erlaubten, da es dazu dienen kann, Bilanzadressaten über die tatsächliche wirtschaftliche Lage zu täuschen.
- Arbeit zitieren
- Kai Peter (Autor:in), 2012, Bilanzpolitik. Wie können Kennzahlen positiv beeinflusst werden?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/306228