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Sondersiechen und Leprosenwesen im Mittelalter und der Frühen Neuzeit

Titel: Sondersiechen und Leprosenwesen im Mittelalter und der Frühen Neuzeit

Hausarbeit , 2015 , 16 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Matthias Hasenstab (Autor:in)

Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Obwohl die Krankheit Lepra schon seit der Antike bekannt war, stellte ihre zunehmende Ausbreitung im Europa des Frühmittelalters die Zeitgenossen doch vor gewaltige Probleme hinsichtlich der Frage, wie man mit den Erkrankten verfahren sollte. Ihr Handeln stellte in der Folgezeit ein labiles Gleichgewicht zwischen den Elementen christlicher Nächstenliebe, dem starken Bedürfnis nach eigener Sicherheit und dem Schutz des Gemeinwesens durch die Segregation der Leprosen her.
Die soziale Problemlage der Aussätzigen im Mittelalter verschärfte sich mit dem Anstieg der Krankheitsfälle im 11. und 12. Jahrhundert jedoch in einem Maße, das die bisherigen Bemühungen als bei weitem nicht ausreichend entlarvte, mit der Änderung der schieren Anzahl der Leprosen ging in der Folgezeit zwangsläufig auch ein Wandel im Umgang mit ihnen einher.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Sichtweise auf Leprosen in Mittelalter und Früher Neuzeit

III. Der medizinische Kenntnisstand und die Behandlung der Leprösen

IV. Institutionelle Entwicklung des Leprosenwesens

V. Zu erfüllende Auflagen und rechtlicher Status

VI. Schlussbetrachtungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Wandel im Umgang mit an Lepra erkrankten Personen (Sondersiechen) vom Mittelalter bis zur Frühen Neuzeit. Ziel ist es, die Entwicklung der gesellschaftlichen Sichtweise, der medizinischen Behandlungsmethoden sowie der institutionellen und rechtlichen Rahmenbedingungen nachzuzeichnen und zu bewerten, ob sich die Lebenslage der Betroffenen im Verlauf dieser Epochen verbessert hat.

  • Wandel der gesellschaftlichen Wahrnehmung und Stigmatisierung von Leprosen
  • Medizinischer Kenntnisstand und diagnostische Verfahren (Lepraschau)
  • Institutionelle Entwicklung der Leprosenhäuser und deren soziale Funktion
  • Rechtliche Stellung, Unmündigkeit und Einschränkungen im Alltag
  • Wirtschaftliche Integration und Rolle der Städte im Leprosenwesen

Auszug aus dem Buch

III. Der medizinische Kenntnisstand und die Behandlung der Leprösen

Der sich im Hochmittelalter mehr und mehr ausbreitenden Lepraepidemie stand im christlichen Europa die durchweg klerikal geprägte Medizin mit ihrer heilpflanzenpharmakologischen Prägung weitgehend machtlos gegenüber. „Weltliche“ Behandlungsansätze wurden maßgeblich durch die im 11. und 12. Jahrhundert gegründeten großen Medizinschulen von Salerno und Montpellier beeinflusst, die sich an teils noch aus der Antike stammenden Lehren von Galen und der Humoralpathologie, Avicenna oder des Corpus Hippocraticum orientierten17. Vorerst blieb als wirksame Sofortmaßnahme gegen Ansteckung nur die schon im Alten Testament18 nahegelegte Segregation der Betroffenen, ohne eine Aussicht auf Heilung19.

Eine selten vorkommende spontane Abheilung der Lepra im Frühstadium war jedoch bekannt, Betroffenen wurde nahegelegt mittels Pilgerreisen die Chancen hierfür zu erhöhen20. Eine erste Differenzierung zwischen den einzelnen Lepraarten wurde im deutschsprachigen Raum durch Hildegard von Bingen getroffen, jedoch war die Unterscheidung aufgrund der eingeschränkten diagnostischen Möglichkeiten besonders im Frühstadium extrem schwierig21. Eine Verwechslungsgefahr bestand insbesondere mit der ebenfalls häufig vorkommenden Syphilis, Lupus vulgaris oder Mykosis fungoides, ein Mißstand der noch bis zu Robert Remaks Zellularpathologie im 19. Jahrhundert vorhanden war22. Als maßgebliche Ursache der Erkrankung sah man in Anlehnung an Galens Säftetheorie sowohl im Mittelalter als auch in der Frühen Neuzeit ein Übermaß an schwarzer Galle (melancholia), weitere Riskofaktoren wurden mit schlechter Luft im Sinne der Miasmentheorie und einer falschen Ernährung identifiziert23. Speziell die Schwarzgalligkeit war hierbei mit der Vorstellung eines lasterhaften Lebenswandels des Erkrankten verquickt, der letztenendes zu einem Ungleichgewicht im Säftehaushalt und damit zur Aussätzigkeit führte24.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Lepra im Mittelalter ein und umreißt die Ambivalenz zwischen christlicher Nächstenliebe und Segregation der Erkrankten.

II. Sichtweise auf Leprosen in Mittelalter und Früher Neuzeit: Das Kapitel analysiert die moralische und religiöse Stigmatisierung von Leprosen sowie den Wandel vom "sündigen Aussätzigen" hin zu einer (Re-)Integration in die Gesellschaft.

III. Der medizinische Kenntnisstand und die Behandlung der Leprösen: Es wird der Stand der mittelalterlichen Medizin, die Bedeutung der Humoralpathologie und die Herausforderungen bei der Diagnose sowie die palliativen Behandlungsansätze beschrieben.

IV. Institutionelle Entwicklung des Leprosenwesens: Dieses Kapitel erläutert die Entstehung der Leprosenhäuser, deren Finanzierung durch Spenden und Kommunalisierung sowie die Rolle der Städte.

V. Zu erfüllende Auflagen und rechtlicher Status: Hier werden die rechtlichen Folgen einer Diagnose, wie Toterklärung, Einschränkung der Rechtsfähigkeit und die strengen Regeln der Siechenordnungen, dargestellt.

VI. Schlussbetrachtungen: Das Fazit fasst die Ambivalenz des Umgangs mit Leprosen zusammen und stellt fest, dass trotz fortbestehender Ausgrenzung eine soziale und hygienische Verbesserung zu verzeichnen war.

Schlüsselwörter

Lepra, Aussatz, Mittelalter, Frühe Neuzeit, Sondersiechen, Segregation, Leprosorium, Humoralpathologie, Lepraschau, Stigmatisierung, Hospitalwesen, Sozialgeschichte, Medizingeschichte, christliche Nächstenliebe, Kommunalisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der sozialen, medizinischen und rechtlichen Lage von Leprakranken, den sogenannten "Sondersiechen", im Mittelalter und der Frühen Neuzeit.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören die stigmatisierende Sichtweise auf die Krankheit, die Entwicklung von medizinischen Diagnosen und Heilversuchen, die Gründung von Leprosorien sowie der rechtliche Status der Betroffenen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu analysieren, ob sich die Lebensumstände und der gesellschaftliche Umgang mit an Lepra erkrankten Personen über die Jahrhunderte hinweg im Sinne einer Verbesserung gewandelt haben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf einer Auswertung zeitgenössischer Quellen und der aktuellen geschichtswissenschaftlichen Forschung basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Wahrnehmung der Krankheit, den medizinischen Kenntnisstand, die institutionelle Unterbringung in Siechenheimen sowie die rechtlichen Konsequenzen der Diagnose.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Lepra, Segregation, Sondersiechen, Leprosorium, Stigmatisierung und Sozialgeschichte.

Welche Rolle spielten die "Lepraschau" und der medizinische Fortschritt?

Die Lepraschau war ein Diagnoseverfahren, das sich im Laufe der Zeit professionalisierte, um eine genauere Identifikation der Erkrankten zu ermöglichen, wobei die medizinischen Behandlungsmöglichkeiten aufgrund fehlender Antibiotika bis zur Moderne begrenzt blieben.

Warum war der rechtliche Status eines Leprosen als "toterklärt" zu verstehen?

Die Diagnose Lepra führte oft zu einer symbolischen Toterklärung, da die Betroffenen ihre Rechtsfähigkeit verloren, aus dem sozialen Leben ausgeschlossen wurden und unter die Jurisdiktion der Siechenheime fielen.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Sondersiechen und Leprosenwesen im Mittelalter und der Frühen Neuzeit
Hochschule
Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg  (Fakultät I - Institut für Geschichte)
Veranstaltung
Proseminar: Krankheit und Medizin im Mittelalter
Note
1,3
Autor
Matthias Hasenstab (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
16
Katalognummer
V305670
ISBN (eBook)
9783668036215
ISBN (Buch)
9783668036222
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mittelalter Lepra Sondersiechen Leprosorien Pest Armenfürsorge Krankheit Medizin Kirche Melaten Aussatz Buße Sünde Neuzeit
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Matthias Hasenstab (Autor:in), 2015, Sondersiechen und Leprosenwesen im Mittelalter und der Frühen Neuzeit, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/305670
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Leseprobe aus  16  Seiten
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