In der Berufsbildung setzt der gesetzliche Rahmen klare Grenzen und offenbart den Institutionen bis hin zu den ausführenden Lehrkräften in den Schulen einen gewissen Handlungsspielraum, in dem sie sich angemessen bewegen können.
Dieser rechtliche Rahmen entwickelte sich speziell im Laufe des 20. Jahrhunderts hinsichtlich seiner Komplexität, Verantwortlichkeit innerhalb und außerhalb von Institutionen und seiner Organisation auf Bundes- und Länderebene. Mit dem nachfolgenden Thema wird diese Entwicklung anhand einer Bestandsaufnahme aus den Jahren 1945-49 bis hin zur gegenwärtigen Situation der rechtlichen Konstitution der Berufsausbildung näher beleuchtet: „Rechtliche Grundlagen der dualen Berufsausbildung in der sowjetischen Besatzungszone und der heutigen Bundesrepublik Deutschland – Eine Entwicklung“.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Thema
1.2 Fragestellung
1.3 Methodisches Vorgehen
1.4 Aufbau der Hausarbeit
1.5 Begrifflichkeiten und Erläuterungen
1.5.1 Die Berufsausbildung
1.5.2 Das Duale System
2 Gesetzliche Grundlagen der dualen Berufsausbildung
2.1 Entwicklung der rechtlichen Basis in der sowjetischen Besatzungs-zone und der heutigen Bundesrepublik Deutschland
2.1.1 Entwicklungen von Aufbau, Organisation und Recht der Bildungssysteme
2.1.2 Konzepte für ein Berufsbildungsgesetz in der SBZ
2.1.3 Das Scheitern einer einheitlichen Gesetzgebung und ihre Folgen
2.2 Zusammenfassung
3 Schlussteil
3.1 Bewertung der Entwicklung des gesetzlichen Rahmens der dualen Berufsausbildung
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entwicklung der rechtlichen Rahmenbedingungen der dualen Berufsausbildung, indem sie die Phase der sowjetischen Besatzungszone (1945–1949) mit den heutigen Strukturen in der Bundesrepublik Deutschland vergleicht, um die Organisation der rechtlichen Verantwortlichkeiten und die Genese des dualen Prinzips zu analysieren.
- Rechtliche Konstitution der Berufsausbildung im historischen Kontext der SBZ.
- Struktureller Aufbau und staatliche Kontrolle im sowjetisch geprägten Bildungssystem.
- Entwicklung und Bedeutung der Gewaltenteilung und des Föderalismus für das moderne duale System.
- Vergleichende Analyse der rechtlichen Zuständigkeiten zwischen Bund und Ländern in der heutigen Bundesrepublik.
- Rolle von Institutionen, Gesetzen und Befehlen bei der Gestaltung beruflicher Bildungswege.
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Entwicklungen von Aufbau, Organisation und Recht der Bildungssysteme
Zu Beginn der sowjetischen Besatzungszeit waren sowohl allgemein-bildende Volksschulen, als auch Berufsschulen geschlossen, da es noch keine einheitliche Regelung zum Aufbau des Bildungssystems gab. Aus diesem Grund gab es auf kommunaler und Landesebene, Bestrebungen mithilfe von vorläufigen Richtlinien die Wiedereröffnung der Schulen zu beschleunigen. Hier setzte allerdings der Machtbereich der sowjetischen Militär-administration Deutschlands (SMAD) an (vgl. Reuter 1998, S. 26).
Die Aufgaben der SMAD auf dem Gebiete der Bildung wurden lediglich in allgemeinen Zügen in einem Beschluß des Rates der Volkskommissare über die Bildung der SMAD und in der später ausgearbeiteten Verordnung über die Abteilung Volksbildung der SMAD niedergelegt. Unter den Fragen, mit denen sich die Abteilung Volksbildung der SMAD zu beschäftigen hatte, wurden in der Verordnung genannt: Kontrolle der Tätigkeit der Deutschen Verwaltung für Volksbildung, Wahrnehmung der Verbindung mit dem Parteivorstand der SED, Auswahl und Bestätigung der Kandidatur von Rektoren und Dekanen, Hilfe bei der Ausarbeitung von Lehrplänen und Programmen, … (sowie die) Durch-führung von Reformen auf dem Gebiet der Schulbildung (Nikitin 2000, S. 1).
Hinsichtlich des Bildungssystems besaß somit die sowjetische Militäradministration Deutschlands uneingeschränkte Befehlsgewalt in der gesamten Besatzungszone. Durch SMAD-Befehle, wie Nr. 17 vom 27. Juli 1945, der eine Gründung der Zentralverwaltung für Volksbildung zur Folge hatte, wurden alle bildenden Schulen gleichgeschaltet, kontrolliert und zentralisiert überwacht. Ein weiterer Befehl Nr. 40 vom 25. August 1945 sollte die Schulen für den Schulbetrieb vorbereiten, sodass der Lehrbetrieb nach sowjetischem Vorbild beginnen konnte (vgl. Reuter 1998, S. 26).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung definiert den Untersuchungsgegenstand, die Fragestellung zur Organisation rechtlicher Verantwortlichkeiten in der dualen Berufsausbildung sowie das methodische Vorgehen bei der Analyse der historischen und gegenwärtigen Rechtslage.
2 Gesetzliche Grundlagen der dualen Berufsausbildung: Dieses Hauptkapitel analysiert die rechtliche Entwicklung in der SBZ unter sowjetischem Einfluss und vergleicht diese mit den föderalen Strukturen und der Gewaltenteilung im heutigen deutschen Berufsbildungssystem.
3 Schlussteil: Der Schlussteil bewertet die historische Entwicklung und reflektiert, inwieweit die autoritären Ansätze der Vergangenheit eine Relevanz für das demokratisch organisierte duale System der Gegenwart haben.
Schlüsselwörter
Duale Berufsausbildung, Rechtliche Grundlagen, Sowjetische Besatzungszone, SMAD, Berufsbildungsgesetz, Bildungsreform, Föderalismus, Kultusministerkonferenz, Gewaltenteilung, Lehrwerkstatt, Ausbildung, Bildungspolitik, Rechtsstruktur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die rechtliche Entwicklung der dualen Berufsausbildung, wobei der Fokus auf dem Vergleich zwischen der sowjetischen Besatzungszone (1945–1949) und dem modernen System der Bundesrepublik Deutschland liegt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen sind die staatliche Organisation von Berufsbildung, die Rolle von Gesetzen und Befehlen, das Spannungsfeld zwischen betrieblicher und schulischer Ausbildung sowie die Bedeutung politischer Systeme für die Bildungsgestaltung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet, wie die rechtlichen Verantwortungen in der dualen Berufsausbildung organisiert sind und welche grundlegenden Veränderungen im Wesen der Dualität seit der Nachkriegszeit erkennbar sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Es handelt sich um eine auf Literatur- und Quellenanalyse basierende Seminararbeit, die rechtliche Dokumente, historische Berichte und einschlägige Fachliteratur auswertet, um eine Bestandsaufnahme der rechtlichen Konstitution vorzunehmen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden der Aufbau des Bildungssystems in der SBZ, die Eingriffe der SMAD, die Entwürfe für ein Berufsbildungsgesetz jener Zeit und die gegenüberstellende Analyse der heutigen föderalen Rechtsstruktur in Deutschland behandelt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie duale Berufsausbildung, SBZ, SMAD, Rechtsgrundlagen, Föderalismus und Bildungspolitik charakterisiert.
Welche Rolle spielte der SMAD-Befehl Nr. 49 in der Berufsbildung?
Dieser Befehl führte das Konzept der Lehrwerkstatt ein, welches die praktische Ausbildung stärker unter die Kontrolle der Berufsschulen verlagerte, um eine staatliche Überwachung sicherzustellen.
Warum war das Vorhaben eines einheitlichen Berufsbildungsgesetzes in der SBZ zum Scheitern verurteilt?
Der Entwurf scheiterte an inneren Widersprüchen, dem Widerstand der Rechtsabteilungen aufgrund mangelnder Kompatibilität mit bestehendem Arbeitsrecht sowie der Intervention der SMAD, die eine zentrale befehlsmäßige Lenkung bevorzugte.
- Arbeit zitieren
- Marian Schneider (Autor:in), 2014, Rechtliche Grundlagen der dualen Berufsausbildung in der sowjetischen Besatzungszone und der heutigen Bundesrepublik Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/305076