Die Arbeit stellt einen Vergleich dar zwischen den Handlungs- und dem Regelutilitarismus am Beispiel von Smart und Brandt und diskutiert diese.
Im Bereich der Ethik kursieren seit langer Zeit eine große Anzahl verschiedener Theorien. Selbst innerhalb der Problematik des moralisch Gesollten ist die Quantität der vorhandenen Werke nahezu nicht zu überblicken. Der Utilitarismus ist eine Form der normativen Ethik aus dem 17. Jahrhundert findet sich in seinen klassischen Theorien bei J. Bentham, J. S. Mill und H. Sidgwick wieder.
Diese Art beschäftigt sich mit der Frage, was der Mensch tun sollte um moralisch zu handeln . Eine bekannte Zusammenfassung der Theorie liegt darin, dass das Ziel das größte Glück der größten Zahl ist .
Inhaltsverzeichnis
Der Utilitarismus allgemein
Der Handlungs- und Regelutilitarismus im Vergleich
Der Handlungsutilitarismus nach J. J. C. Smart
Der Regelutilitarismus nach R. B. Brandt
Diskussion der beiden Formen des Utilitarismus
Das Problem des moralischen Sollens
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit den normativen ethischen Ansätzen des Utilitarismus auseinander, wobei der Fokus auf dem Vergleich zwischen Handlungs- und Regelutilitarismus liegt. Ziel ist es, die theoretischen Grundlagen zu beleuchten, die Stärken und Schwächen der Positionen von J. J. C. Smart und R. B. Brandt herauszuarbeiten und die grundlegende Problematik des moralischen Sollens in diesem Kontext zu diskutieren.
- Grundlagen des klassischen Utilitarismus
- Differenzierung zwischen Handlungs- und Regelutilitarismus
- Die Theorie des Handlungsutilitarismus nach J. J. C. Smart
- Das Konzept des idealen Moralkodex bei R. B. Brandt
- Kritische Diskussion der normativen Handlungsbewertung
Auszug aus dem Buch
Der Handlungsutilitarismus nach J. J. C. Smart
John Jamieson Carswell Smart (1920 – 2012) vertritt eine modernisierte Form des Utilitarismus, basierend auf den Theorien der klassischen Vertretern J. S. Mill, J. Bentham und H. Sidgwick. Ihm wird nachgesagt, eine universalistische und hedonistische Position eingenommen zu haben. Er ist demnach ein Befürworter einer konsequentialistischen, eudaimonischen und direkten Form des Utilitarismus. Der Handlungsutilitarismus - ehemals von Smart als extremer Utilitarismus bezeichnet - betrifft nur die einzelnen, individuellen Handlungen an sich. Das Universalitätsprinzip einschließend, hat er hier die Form eines kausalen Prinzips und bezieht sich daher auf die tatsächlichen, eventuell negativen Einflüssen auf die moralische Beurteilung der Handlung. Nach Smart ist der Nicht-Handlungsutilitarist getrübt durch die Tradition, den Aberglaube, sowie falschen philosophischen Argumenten, was dem gewöhnlichen Moralbewusstsein gleichkommt.
Das oberste Moralprinzip des Handlungsutilitarismus ist eine Methode zum Erkennen, welche Handlung zur Maximierung des allgemeinen Nutzens beiträgt und dadurch so viele Menschen wie möglich möglichst glücklich machen - sowohl in der Gegenwart, als auch in der Zukunft. Smart definiert Glück als Balance zwischen dem Fehlen unbefriedigter und dem Vorhandensein befriedigter Bedürfnisse. Für Smart ist eine Handlung „rational“, wenn sie eine Empfehlung einer Handlung ist, welche am ehesten beste Folgen hat und damit den wahrscheinlichen zu erwartenden Erfolg einer moralischen Handlung misst. „Richtig“ hingegen ist die Empfehlung einer Handlung, aus welcher tatsächlich die besten Folgen resultieren. Erfolg wird hier im Verständnis des erfolgreichen Maximierens des allgemeinen Nutzens verwendet.
Zusammenfassung der Kapitel
Der Utilitarismus allgemein: Dieses Kapitel führt in die normative Ethik des 17. Jahrhunderts ein und definiert das utilitaristische Grundziel, das größte Glück der größten Zahl zu erreichen.
Der Handlungs- und Regelutilitarismus im Vergleich: Es wird die fundamentale Unterscheidung eingeführt, eine Handlung entweder als Einzelereignis oder als Teil einer Regelklasse moralisch zu bewerten.
Der Handlungsutilitarismus nach J. J. C. Smart: Hier wird Smarts moderne, konsequentialistische Position erläutert, die den Fokus auf die Maximierung des Nutzens durch individuelle Handlungen legt.
Der Regelutilitarismus nach R. B. Brandt: Dieses Kapitel erläutert Brandts Theorie des idealen Moralkodex, in der nicht der unmittelbare Nutzen, sondern die Übereinstimmung mit anerkannten Regeln entscheidend ist.
Diskussion der beiden Formen des Utilitarismus: Eine kritische Auseinandersetzung mit beiden Ansätzen, insbesondere hinsichtlich Gerechtigkeit, Praxisbezug und der Gefahr der Überforderung des Individuums.
Das Problem des moralischen Sollens: Abschließende Reflexion darüber, warum trotz verschiedener utilitaristischer Theorien keine allgemeingültige Methode zur Bestimmung des moralisch Richtigen existiert.
Schlüsselwörter
Utilitarismus, Handlungsutilitarismus, Regelutilitarismus, Normative Ethik, J. J. C. Smart, R. B. Brandt, Moralische Richtigkeit, Nutzenmaximierung, Moralkodex, Gerechtigkeit, Handlungsbewertung, Konsequentialismus, Moralprinzip, Eudaimonie, Moralische Pflicht.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine fundierte Analyse der utilitaristischen Ethik, indem sie die theoretischen Unterschiede zwischen handlungs- und regelbasierten Ansätzen expliziert.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Nutzenethik, der Frage nach dem moralisch Gesollten und der Gegenüberstellung der Theorien von Smart und Brandt.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Konzepte der Nutzenmaximierung kritisch zu hinterfragen und die methodischen Schwierigkeiten bei der Bestimmung moralisch richtigen Handelns aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine philosophische Theorieanalyse, die auf dem Vergleich relevanter Primärliteratur und der Auseinandersetzung mit Kritikpunkten basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil widmet sich detailliert der Position des Handlungsutilitarismus nach Smart, dem Regelutilitarismus nach Brandt und einer anschließenden kritischen Diskussion beider Modelle.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich maßgeblich über die Begriffe Utilitarismus, Nutzenmaximierung, Moralkodex und moralisches Sollen charakterisieren.
Was unterscheidet den Handlungs- vom Regelutilitarismus nach den Autoren?
Während der Handlungsutilitarismus den Nutzen jeder individuellen Handlung isoliert bewertet, knüpft der Regelutilitarismus an ein System von Regeln an, die langfristig das größte Glück versprechen.
Warum bleibt das Problem des moralischen Sollens ungelöst?
Weil keine der analysierten Theorien eine für alle Menschen und Situationen gleichermaßen gültige und unanfechtbare Methode zur Bestimmung des moralisch Richtigen bieten kann.
- Arbeit zitieren
- Estelle Herr (Autor:in), 2015, Handlungs- und Regelutilitarismus im Vergleich anhand von J.J. C. Smart und R. B. Brandt, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/303321