In der vorliegenden Arbeit wird Molières Komödie ››Le Tartuffe ou l’Imposteur‹‹ analysiert. Zunächst wird ein Überblick über die Handlung und die Figuren erstellt. Hierfür dienen eine Figurenkonstellation und eine Personenkonfiguration. Des Weiteren wird geprüft, inwieweit Molière die damals geltenden Regelwerke akzeptierte.
Außerdem wird das Werk hinsichtlich der Gattungsmerkmale einer Komödie untersucht. Anschließend wird der Ablauf des Geschehens mithilfe eines Aktionsdreiecks näher betrachtet. Da dieses Drama zur Zeit der Veröffentlichung sehr umstritten war, wird auch der Bezug zur gesellschaftlichen und historischen Realität im 17. Jahrhundert näher erläutert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Vorstellung des Werkes
3. Figurenkonstellation
4. Personenkonfiguration
5. Akzeptanz der doctrine classique
6. Gattungsmerkmale der Komödie
7. Aktionsdreieck
8. Bezug zur gesellschaftlichen und historischen Realität
9. Schlussbetrachtung
10. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit analysiert Molières Komödie "Le Tartuffe ou l’Imposteur" mit dem Ziel, die Handlung sowie die Rollenverteilung der Charaktere zu durchleuchten und das Werk in den literaturwissenschaftlichen Kontext des 17. Jahrhunderts einzuordnen.
- Strukturelle Analyse der Figurenkonstellation und Personenkonfiguration.
- Überprüfung der Einhaltung der "doctrine classique" im Werk.
- Untersuchung der gattungsspezifischen Merkmale der Komödie bei Molière.
- Darstellung des Handlungsverlaufs anhand eines Aktionsdreiecks.
- Einordnung des Dramas in den historischen und gesellschaftlichen Kontext der Zeit Ludwigs XIV.
Auszug aus dem Buch
Vorstellung des Werkes
Die Komödie Le Tartuffe ou l’Imposteur, die von dem französischen Dramatiker Molière verfasst wurde, schildert das Leben einer bürgerlichen Familie im 17. Jahrhundert, welches durch den Betrüger Tartuffe durcheinandergebracht wird. Der leichtgläubige Hausherr Orgon befolgt alle Ratschläge des vermeintlich frommen Tartuffe, den die anderen Hausbewohner sogleich als Heuchler entlarven. Die Handlung spitzt sich zu bis Orgon seinen Sohn Damis enterbt, um seinen Besitz Tartuffe zu überschreiben. Schließlich gelingt es Elmire, den Betrüger zu überlisten und Orgon erkennt die Wahrheit. Nachdem Tartuffe als gesuchter Verbrecher verhaftet wird, versöhnt sich die Familie wieder.
Aufgrund der Gesellschaftskritik, die Molière durch das Werk zum Ausdruck brachte, wurden die ersten zwei Fassungen verboten.
Die überarbeitete dritte Fassung wurde am 5. Februar 1669 freigegeben und in Paris öffentlich erstaufgeführt. Nach den fünf Jahren der Zensur, in denen das Drama privat vorgelesen und aufgeführt wurde, waren die ersten Aufführungen sehr gut besucht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Diese Einleitung skizziert die methodische Vorgehensweise der Analyse, insbesondere durch Figurenkonstellation, Personenkonfiguration, Gattungsmerkmale und historische Einordnung.
2. Vorstellung des Werkes: Das Kapitel bietet eine inhaltliche Zusammenfassung des Dramas und beleuchtet die Entstehungsgeschichte sowie die Zensurproblematik des Werkes.
3. Figurenkonstellation: Hier werden die Verhältnisse der Charaktere zueinander analysiert und die Gegenspieler des Protagonisten Tartuffe identifiziert.
4. Personenkonfiguration: Es wird die dramaturgische Rolle der Figuren untersucht, wobei Tartuffe als handlungstreibender Protagonist hervorgehoben wird.
5. Akzeptanz der doctrine classique: Dieses Kapitel prüft, inwieweit Molière die klassischen dramatischen Einheitsregeln im Werk umsetzt.
6. Gattungsmerkmale der Komödie: Hier werden die formalen und inhaltlichen Kriterien der Gattung Komödie im Kontext des 17. Jahrhunderts diskutiert.
7. Aktionsdreieck: Das Geschehen wird in diesem Kapitel in seine dramaturgischen Phasen von der Exposition bis zur fin heureuse unterteilt.
8. Bezug zur gesellschaftlichen und historischen Realität: Dieser Abschnitt kontextualisiert die Kritik Molières an der Rolle des "directeur de conscience" in der damaligen Ständegesellschaft.
9. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Analyse zusammen und betont die zeitlose Relevanz von Molières Werk.
10. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur sowie der Internetquellen.
Schlüsselwörter
Molière, Le Tartuffe, französische Klassik, Komödie, Figurenkonstellation, Personenkonfiguration, doctrine classique, Scheinheiligkeit, Gesellschaftskritik, Orgon, Tartuffe, Theatergeschichte, 17. Jahrhundert, Dramentheorie, Aufklärung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es grundsätzlich in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit analysiert Molières berühmte Komödie "Le Tartuffe" hinsichtlich ihrer inhaltlichen Struktur, der Charakterkonstellationen und ihrer Einordnung in die klassische Dramentheorie.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zu den Schwerpunkten zählen die Untersuchung der dramatischen Einheiten, die Funktion der Figuren als Protagonist oder Antagonist sowie der Bezug zwischen der fiktiven Handlung und den historischen Realitäten der Zeit Ludwigs XIV.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, durch eine strukturierte Analyse zu belegen, wie Molière durch das Genre der Komödie gesellschaftliche Missstände und religiöse Heuchelei kritisierte.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt literaturwissenschaftliche Standardwerkzeuge wie die Figurenkonstellationsanalyse, das Aktionsdreieck nach dramaturgischen Kriterien sowie den Vergleich mit den Regeln der "doctrine classique".
Was wird im Hauptteil des Werkes thematisiert?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Rollenverteilung, der formalen Struktur des Stücks und der historischen Einbettung des Stoffes.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Molière, Klassik, Komödie, Scheinheiligkeit, Figurenkonstellation und Gesellschaftskritik zusammenfassen.
Welche Bedeutung kommt der Figur des Orgon innerhalb des Dramas zu?
Orgon agiert als zentrale, aber leichtgläubige Figur, die durch ihr Handeln die Dynamik des Stücks vorantreibt und letztlich als "Marionette" des Betrügers Tartuffe dargestellt wird.
Warum war das Drama zur Zeit seiner Veröffentlichung so umstritten?
Das Werk wurde aufgrund seiner expliziten Gesellschaftskritik und der Darstellung eines scheinheiligen frommen Mannes als Ketzerei aufgefasst, was zu erheblichen Widerständen der katholischen Kirche führte.
- Arbeit zitieren
- Valerie Till (Autor:in), 2013, Dramenanalyse von Molières "Le Tartuffe", München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/303224